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Anke (41-45)
DeutschlandAus Deutschland
Verreist als Familie • Februar 2014 • 3-5 Tage • Winter
Urlaub mit Ost-Flair - oder nur provinziell?
4,4 / 6

Allgemein
  • Zustand des Hotels
    Eher gut
  • Allgemeine Sauberkeit
    Sehr gut

Wintersporturlaub ohne Schnee, dafür mit Nebel - so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Oberhof ist zwar ein nettes Städtchen, aber soviel gibt es dann auch nicht her, wenn man weder Schilaufen noch Wandern kann. Die Freizeitaktivitäten innerhalb des Hotels waren entweder sehr begrenzt, oder wir haben sie nicht bemerkt (wie z.B. das Bibliothekszimmer). Allerdings bemühte man sich, mit der der morgendlich erscheinenden Tagespost einem Angebote innerhalb des Ortes zu offerieren, wobei das nach spätestens 2 Tagen auch nicht mehr viel Neues brachte. Das Spektakulärste war dabei die Fütterung der Schlangen im liebevoll geführten Exotarium, dessen Besuch wir unbedingt empfehlen. Die "Fütterung" der Hotelgäste mit Frühstück und Abendessen ist der größte Schwachpunkt des Hotels. Billigsüße Säfte zum Frühstück (Wasser musste man extra kaufen), aufgebackene Fertigteilchen, abgepackte Marmelade - immerhin in 3 Sorten, ein Teller mit Käsescheiben, einer mit Wurstscheiben, einer mit zerhackten Tomaten, Gurken und Paprika, einer mit „liebevoll angerichteter“ Frischobstauswahl - fertig ist das Frühstücksmenü. Natürlich gab es auch die obligaten Eier, das Rührei schmeckte irgendwie nicht besonders nach Ei, Buletten, Würstchen, Joghurt aus dem großen Eimer, zuckersüße Cornflakes und Co – entspricht das den heutigen Bedürfnissen nach Frische, gesunder Ernährung, gutem Geschmack? Kein Salat zierte das Büfett, gesundes Müsli - Fehlanzeige, eine Alternative zu Milchprodukten fehlte völlig und als Veganer oder Vegetarier hatte man ganz schlechte Karten. Das Abendessen bot die berühmte Thüringer Küche mit Schnitzel und Kartoffelsalat, Rostbrätel, Bratwurst und Kartoffelbrei (aus der Tüte), Lasagne und Reispfanne. Die Vorspeisen waren so klein, daß es teilweise schon lächerlich wirkte (beim Toast Hawaii bekam man doch wirklich ein halbes Toastschnittchen mit einem viertel Scheibchen Kochschinken und einem halben Scheibchen Ananas - aus der Büchse natürlich und ein zartes einsames Salatblättchen). An einem Tag gab es doch glatt einen Salat. Die Salatvorspeise war zwar sehr lecker (sie wurde sogar von unseren Söhnen vertilgt, die offensichtlich auch bereits unter Vitaminmangel litten, sonst sind sie nicht so überzeugt von Salat), war aber auch nach 3 Gabelhäppchen schon alle. Die Hauptgerichte waren geschmacklich o.k. - jedoch hätten sie durchaus etwas vielfältiger und abwechslungsreicher sein können, auch die Thüringer Küche bietet bestimmt mehr als Bratwurst und Schnitzel. Sehr witzig fanden wir, daß an Familientischen die Eltern immer sehr dankbar die Reste des Essens ihrer Kinder verzehrten oder sich zusätzlich am Kinderbuffett bedienten, offenbar fanden nicht nur wir die Portionen etwas schmal. Erst auf Nachfrage hin erfuhren wir, daß man Nachschlag bestellen konnte - sehr unüblich in unseren Breitengraden. Das Kinderbuffett bestand aus den üblichen Fischstäbchen, Chickennuggets, Pommes u.ä. - eben das, was Kinder angeblich mögen. Frisch zubereitete und gesunde Gaumenfreuden waren das jedenfalls nicht. Mit den Nachspeisen verhielt es sich analog. Ich hatte einmal sogar ein Törtchen mit 3 hauchdünnen Vierteln einer Kiwischeibe. Wer für die Mittagszeit ein Lunchpaket braucht, bekam dieses natürlich zusammengestellt, Ein bißchen wie damals in der DDR - Apfel, Joghurt, Würstchen. Am Nachmittag konnte man auch einen gepflegten Kaffee trinken und dazu ein schönes Stück Schwarzwälder Kirschtorte verspeisen. Also hier besteht DRINGENDER HANDLUNGSBEDARF! Da nützen die schönsten Zimmer und größten Bäder nichts. Ein weiterer Kritikpunkt war die Sauna, geöffnet täglich von 15 bis 22 Uhr – dieses galt allerdings nicht für die sogenannte Dampfsauna, die sich bereits 21 Uhr selbstständig abschaltete. Unter einer Dampfsauna versteht man in klassischem Sinne einen Feuchtraum mit 100% Luftfeuchtigkeit bei ca. 50° C – den gab es definitiv nicht. Was wir vorfanden war wohl eher die klassische Bio-Sauna. Das beweist aber umso mehr, wie wenig sich die Eigentümer und offensichtlich au der Innenarchitekt mit dem Saunieren beschäftigt haben. Der Zugang zum Pool führte nämlich ebenfalls durch die „Ruheräume“ der Sauna, auch war er akustisch nicht abgetrennt. Nun ist die Sauna ja bekanntermaßen ein Nacktbadebereich, Pools in der Regel eher nicht. Man kommt sich da schon ein bißchen blöd vor, wenn Kinder, Großeltern, Liebespärchen, pubertierende Vollblutjungs im Pool toben, die gleiche Toilette und die gleiche Dusche (wovon es nur eine gab) benutzen, wie die „Nackschen“ aus der Sauna. Möchte man gern in die Infrarotkabine gehen, dann sitzt man nicht nur auf dem Präsentierteller für die Poolbesucher sondern auch für alle anderen Spaziergänger oder Hotelmitarbeiter, die an den großen Fenstern nicht vorbeischauen können – was auch kaum möglich ist. Dabei hätten die Räume durchaus das Potential für eine andere Aufteilung gehabt. Entspannung sieht anders aus. Zusammenfassend würden wir sagen – wer DDR- bzw. OstFlair mag, incl. Essen und allem Drum und Dran, der ist hier richtig aufgehoben. Allen anderen, (speziell denjenigen, die sich üblicherweise nicht von fleischlastiger Thüringer Küche ernähren, wie Veganern, Vegetariern, Laktoseintoleranten, und und und) können wir dieses Hotel nicht empfehlen.


Zimmer
  • Gut
    • Zimmergröße
      Sehr gut
    • Sauberkeit
      Sehr gut
    • Ausstattung des Zimmers
      Eher gut

    Restaurant & Bars
  • Eher gut
    • Atmosphäre & Einrichtung
      Eher gut
    • Sauberkeit im Restaurant & am Tisch
      Sehr gut
    • Essensauswahl
      Schlecht
    • Geschmack
      Eher schlecht

    Service
  • Eher gut
    • Kompetenz (Umgang mit Reklamationen)
      Eher schlecht
    • Freundlichkeit & Hilfsbereitschaft
      Gut
    • Rezeption, Check-in & Check-out
      Gut

    Familien
    • Familienfreundlichkeit
      Eher gut

    Lage & Umgebung
  • Gut
    • Einkaufsmöglichkeiten in Umgebung
      Sehr gut
    • Restaurants & Bars in der Nähe
      Sehr gut

    Aktivitäten
  • Eher schlecht
    • Freizeitangebot
      Eher schlecht

    Beliebte Aktivitäten

    • Sport

    Sport
    • Entfernung zum Skilift
      Gut

    Verkehrsanbindung
    • Lage für Sehenswürdigkeiten
      Sehr gut

    Preis-Leistung
  • Schlecht

  • Infos zur Reise
    Verreist als:Familie
    Dauer:3-5 Tage im Februar 2014
    Reisegrund:Winter
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Anke
    Alter:41-45
    Bewertungen:3