Eigentlich ist das Hotel gut angelegt worden... ca. 1980. Seitdem wurde offensichtlich nichts mehr investiert, sondern möglichst viel Gewinn aus dem Hotel rausgezogen. Das WLAN sollte fast überall funktionieren, tatsächlich konnte man aber nur in der Rezeption Daten übertragen.
Es waren zwei deutsche Sender eingestellt, einer war verrauscht, der andere mit nicht abschaltbaren Untertiteln. Ist für ein Hotel grenzwertig, aber noch akzeptabel. Habe RAI geschaut.
Ich war in vielen all-inclusive-Anlagen, aber keiner wie dieser. Offensichtlich lässt "all-inclusive" noch zu viele Deutungsmöglichkeiten zu. Ich hätte einen gratis-Safe erwartet, der kostet aber extra. Als Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten gibt es trockene Kekse, oder Sandwiches (gegen Bezahlung). Lauwarmes Eis selber ausgekratzt aus Eiscontainern ist gratis, vernünftiges Eis am Stiel kostet extra. Alle Getränke ab 23 Uhr kosten auch extra. Kommen wir zu einem Lowlight dieser Unternehmung: dem Restaurant. Ich könnte weinen oder kotzen. 1. Mal gibt es keine Teller, dann keine Löffel, dann keine Schalen usw. Das Personal ist komplett überfordert, wobei ich keine Strukturen erkannt habe, wie hier "gearbeitet" wird, ausser dass alle hektisch herumlaufen. Für Müsli braucht man Müsli, Milch, eine Schale und einen Löffel. Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem wir alles am Büffet komplett gefunden haben. Mal haben wir Müsli aus Tassen gegessen, mal aus der Schale mit einem Teelöffel (offizieller Tipp des Restaurantleiters). Bier aus Tassen ist merkwürdig, schmeckt aber normal. Es gibt drei Restaurants, die direkt nebeneinander liegen, die alle die hier beschriebene Schwäche haben. Ein normaler Gast geht, wenn er keine Schüssel findet, in ein anderes Restaurant und holt sich dort eine. Das darf man hier nicht, denn vor dem Restauranteingang stehen Wachen, die das untersagen. Und zwar so vehement, dass mein 15jähriger sich nicht getraut hat, sie mitzubringen. Ich habe ihm geraten, über den Zaun zu steigen und von einer anderen Seite ins Restaurant zu gehen. Statt Wachen aufzustellen sollte das Personal lieber bei der Geschirrverteilung eingesetzt werden. 2. Getränke: man sollte generell morgens, mittags und abends Bier trinken. Das ist das einzige Getränk, was die Kollegen hier in einigermassen konstanter Qualität hinbekommen. Die Zapfmaschinen, die Cola, Sprite usw. verteilen sollen, funktionieren oft gar nicht oder verteilen in mehr oft statt des Getränks eine echt übelschmeckende Mischung aus Irgendwas und stark gechlortem Wasser. Man muss jedes Getränk probetrinken; weitezapfen lohnt sich erst, wenn dieser Test bestanden wurde. 3. Das beste Essen bekommt man in dem (kostenpflichtigen) Strandrestaurant. Hier schmeckt es eigentlich gut. Es ist übrigens „air-conditioned“. Auch hier gibt es wohl Deutungsunterschiede, wenn man bedenkt, dass es komplett im Freien liegt und nur überdacht ist. Es ist wie alles hier: gut gemeint, schlecht gemacht und keinen interessiert es, wie es besser gemacht werden könnte.
Zimmerreinigung wurde in der Zeit von 9-18 Uhr durchgeführt, manchmal aber auch erst nach mehrmaliger telefonischer Erinnerung Richtung Rezeption. Im Hotelkatalog war ein Kinderspielplatz angegeben. Bei der ersten Benutzung haben wir festgestellt, dass hier gravierende Sicherheitsrisiken bestehen. Insbesondere ist ein Standbein der Schaukel aus der Verankerung gerissen und ist damit gar nicht mehr standsicher. Kinder kann man aber reinsetzen, nur schaukeln ist nicht. Die Angestellten merkt man deutlich an, wie sehr sie der Job nervt oder sogar ekelt. Das mag daran liegen, dass die Barangestellten in einem Meer von >50 Wespen arbeiten müssen. Unter solchen Bedingungen würde ich auch nicht arbeiten wollen. Das Wespenproblem hat sich das Hotel selber gezüchtet: wenn man Süßgetränke in Wegwerf-Plastikbechern anbietet, müssen die Abfalleimer einen Deckel haben. Sonst sammeln sich dort die Wespen. Das Problem ist so schlimm, dass m.E. größere Teile der Anlage nicht benutzt werden können, auf jeden Fall mit Kleinkindern. Oft bekommt man ein Getränk an der Bar, in dem gleich schon eine Wespe schwimmt. Kümmern tut sich hier keiner drum. Es geht dem Hotel m.E. ausschließlich darum, möglichst viel Profit zu machen und viele Pelzmäntel im Hotel an die Russen zu verkaufen. An der Bar gibt es abends Warteschlangen von 30 Minuten Dauer, so dass man zwar theoretisch dort gratis Getränke bekommt, praktisch aber eher nicht.
Das Hotel liegt günstig an einem sandigen Strand, d.h. Sandstrand, der aber einige Steine in den ersten 10m im Wasser enthält. Es handelt sich um einen öffentlichen Strand. Tipp: ein günstigeres Hotel direkt neben diesem Hotel buchen und zum Strand gehen, das am hier beschriebenen Hotel liegt. Restaurants gibt es an der nahen Ortschaft genug, die auch alle sehr günstige Speisen anbieten, die dafür aber deutlich besser schmecken.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Ein weiteres Lowlight. Hier wird es etwas technisch. Wir kennen alle die Geschichten von Pools, in denen Kinder ertrunken sind, weil sie von Absaugeinrichtungen angesaugt wurden. Hier haben wir eine ähnliche Situation an Pool 1: Inmitten des Pools ist ein kleiner Turm, über den das Wasser der Reinigung zugeführt wird. Dazu hat er rundherum einen Schlitz, der eigentlich von einem Gitter umgeben ist, damit kein Kind reinschwimmen kann… aber nicht vollständig. Das Gitter fehlt an einigen Stellen und hat Löcher, da hat sich keiner die Mühe gemacht, das zu erneuern. Wozu auch? Kostet doch nur Geld. Generell sind in Deutschland nur öffentliche Pools zugelassen, die das Wasser über eine Überlaufrinne abführen. Erkennt man daran, dass der Wasserspiegel genauso hoch ist wie die Umgebung darum. Der Grund: wenn das Wasser an allen Stellen über die Rinne abgeführt wird, ist es überall gleichmässig sauber. Voraussetzung ist dabei, dass der Poolrand maximal 1mm über den ganzen Poolrand betrachtet abweicht. Bei Pool 1 sind es aber 10cm, hier läuft es nur an der tiefsten Stelle ab. Wie ekelig. Nur derjenige, der dort badet, hat sauberes Wasser, alle anderen baden 10h im Wasser der Mitnutzer. Pool 2 hat Wasserrutschen, was das einzige Hightlight dieser Unternehmung ist. Auch hier ein Pool mit Überlaufrinne, also eigentlich gut, aber das Wasser reicht gar nicht bis zur Überlaufkante, d.h. hier wird darüber keine Reinigung durchgeführt. Bevor ist in den Pool gegangen bin, habe ich mich über das leicht milchige Wasser gewundert. Als abends die Poolscheinwerfer angeschaltet wurden, war der Fall klar: das Wasser enthält eine solch ekelige Emulsion aus Irgendwas, Sonnencreme usw., dass man im Wasser klar die Ränder der Beleuchtung gesehen hat (Scheinwerferkegel) und dass sich vor den Scheinwerfern so viele Schwebeteilchen befinden, dass das Licht stark gedämmt wird. Das war der letzte Tag, an dem wir in diesem Pool waren. Tipp für Euch Hotelbetreiber: wenn Ihr schon zu geizig seid, eine vernünftige Reinigungsanlage zu spendieren, lasst abends die Beleuchtung aus. Und kommt mir nicht mit dem Argument, das kommt von der übermässigen Sonnencreme-Benutzung. In Mallorca waren dreimal so viele Besucher drin und es war immer sauber. Aber da funktionierte die Reinigung über die Überlaufrinne wohl richtig. Pool 3 hat eine funktionierende Überlaufrinne, sieht optisch auch nach 1-2mm Abweichung aus, der Wasserstand passt hier, am Scheinwerfer waren kaum Schwebeteilchen zu sehen. Geht doch! Einziges Problem hier: rundherum um den Pool wurden Holzdielen verlegt, die das Wasser natürlich nicht so toll finden und teilweise 3-4cm an einem Ende hochschauen. Also schön nach unten schauen und nicht laufen… aber es gibt ja einen Arzt auf dem Gelände. Pool 4 ist der Babypool. Hier gibt es keine Überlaufrinne, sondern einen einzigen Skimmer, über den abgesaugt wird. Warum auch eine Überlaufrinne? Die Kinder pinkeln doch sowieso rein, da lohnt sich das saubermachen wohl eh nicht. Hier durfte mein 4jähriger nicht rein.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2015 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Unbekannter1 |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 1 |


