Viele der hier zu lesenden Kritiken können wir nicht oder nur teilweise bestätigen. Es handelt sich um eine großzügig geschnittene Anlage mit überwiegend schönen Zimmern (Hinweis: Strandseite buchen!), die allerdings ihre besten Tage angesichts der Verschleißspuren wohl hinter sich hat. Wenn man die Sauberkeit an den Zimmern und nicht unbedingt am betagten Teppich des Hausflurs misst und eine gewisse südländische Nachlässigkeit zu tolerieren bereit ist, ist das Hotel ganz ok. Internetecke Spabereich (den wir nicht genutzt haben), eine ganz passable Poolanlage und ein schön angelegter Gartenbereich sind auf der Habenseite. Der hoteleigene Strand ist freilich eher klein, und die Nachbarbereiche wirken verlottert. Vier Sterne verdankt das Hotel jedoch eher dem baulichen Konzept und dem Zustand in früheren Jahren, jetzt sind sie eher Ziel als Tatsache. Achtung: Elektroadapter für das britische System erforderlich. Elektroadapter entweder mitbringen oder auf der Insel kaufen. Als beste Reisezeit würden wir das Frühjahr ansehen. Da ist die sehr trockene Insel noch grün, und es ist noch nicht zu heiß. Wenn in der Hauptsaison die Hotelkapazitäten ausgelastet und damit die kleinen Strände überlastet sind, möchte ich nicht dort sein.
Wir hatten zwei Zimmer sehr unterschiedlicher Größe (betrifft auch den zugehörigen Balkon). Sie sind aber beide als schön zu bezeichnen ebenso wie die Aussicht (was auf der Parkplatzseite sicher nicht so ist). Telefon und Minibar sind ebenso vorhanden wie ein Safe. Wenn man kleinere Verschleißspuren wie gerissene Fliesen oder nachlässig verlegte Deckenplatten und auch die etwas betagten Badarmaturen tolerieren kann, ist das soweit ok. Gereinigt wurde täglich ganz ordentlich. Unliebsame Tiere: Im Bad fand sich einmal ein Silberfisch, im Hotelflur einmal eine Kakerlake (die aber nachdem ich sie ertreten hatte, sofort beseitigt wurde) Gelegentlich zogen vorübergehend von außen unangenehme Gerüche von der Dachentlüftung eines vorgelagerten Flachbaus herein (Chlor vom Hallenbad sowie Kanalisation)
Wir hatten Übernachtung + Frühstück gebucht, und das war gut so. Das Frühstück war "very british", einfallslos in Angebot und Auswahl sowie in Sachen Wurst nicht wirklich berauschend. Satt konnte man dennoch werden. Mittags waren wir nie im Hotel, können das also nicht beantworten. Am Abendbuffet hätten wir für stolze 18,50 EUR/Person und Mahlzeit teilnehmen können, ein Blick genügte aber, um zu wissen, dass das Geld anderswo besser aufgehoben war. So befindet sich im Nachbarhotel das oben beschriebene Restaurant mit Preisen um die 7 bis 10 EUR für durchaus gute und reichliche Pizza und Pasta und ca. 18 bis 25 EUR für Fleisch und Fisch, während man in Mellieha preiswerter, besser und auch inseltypisch essen kann (Auto erforderlich)
Wir hatten wenig Ansprüche, da meistens unterwegs. Wenn wir aber Kontakt mit dem Personal hatten, wurden wir zuvorkommend behandelt. Sprache: ausschließlich englisch (untereinander maltesisch) bis auf eine französische Kellnerin. Die Zimmerreinigung war soweit ok, Handtuchwechsel auch, obgleich manche Handtücher sicher schon etwas ausgefranst wirkten. Eine Garantie für Kreuzschmerzen waren die viel zu weichen Matratzen.
Auf der Habenseite: Im Unterschied zu den meisten Hotels, die wir gesehen haben, führt keine stark befahrene Straße daran vorbei, so dass das Ramla Bay Resort im äußersten Norden sehr ruhig gelegen ist. Ebenfalls klasse: der sehr schöne Blick auf die Inseln Gozo und Comino. Cominotto liegt hinter dem Südwestzipfel Cominos verborgen. Unbedingt empfehlenswert die zwischen Comino und Cominott gelegene blaue Lagune. Weniger reizvoll ist im Umkehrschluss die Tatsache, dass in der Umgebung kaum touristische Infrastruktur vorhanden ist. Von anderen Regionen verwöhnte Urlauber suchen vergeblich eine Strandpromenade oder gar Cafés, Kneipen u. dgl. Lediglich im benachbarten Hotel findet sich ein Restaurant, in dem man zu vertretbaren Preisen auch Pasta, Pizza und maltesische Weine sowie maltesisches Bier bekommen kann. Auch Zahl, Größe und Zustand der in der Umgebung gelegenen Strände lassen zu wünschen übrig (Ausnahme in ca. 5km die Mellieha Bay, an die sich auch das urige Städtchen Mellieha anschließt. Das in östlicher Richtung nahe gelegene Dorf macht allerdings auch deutlich, dass Malta nicht nur in Bezug auf die maltesische Sprache sehr ans Arabische erinnert. Arm und reich scheinen auf der Insel spürbar stärker zu differieren als in Deutschland. Die Busverbindungen sind gut und preiswert, die Busfrequenz lässt kaum Wünsche offen (nach Valletta eine reichliche Stunde). Und das Alter der meisten Busse trägt ebenso wie der südländische Fahrstil zu einem besonderen Erlebniswert bei. Allerdings empfiehlt sich dennoch für ein paar Tage ein Mietwagen, wenn man die Insel etwas kennenlernen will. Und genau das sollte man, da Malta nicht die "geborene Badeinsel" ist, obwohl wir auch Anfang April mit etwas Selbstüberwindung fast an jedem Tag im Meer waren. Einkaufsmöglichkeiten (mit Ausnahme eines kleinen Hotelshops) sind in Mellieha (ca. 5 km) Ausflugsziele: Rundfahrt auf Insel Gozo, Besuch der Hauptstadt Valletta, Besuch der Blauen Lagune zwischen Comino und Cominotto, der Blauen Grotte im Südwesten (per Bootsfahrt) am besten in Verbindung mit den Dingli Cliffs (malerische Klippen an der Westküste), Besuch der alten Inselhauptstadt Mdina (arabische Gründung). Für den ebenfalls als malerisch beschriebenen Süden hat die Zeit nicht gereicht, dafür war die Karfreitagsprozession in Mdina / Rabat sehr beeindruckend.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Hallenbad und Sauna sowie weitere Angebote haben wir nicht ausprobiert, da wir eh meist auf Achse waren. Die Animation (generell nicht unser Fall) hat uns eher vom Besuch des Barbereichs abgehalten. Die Poollandschaft war soweit ok.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 1 Woche im April 2010 |
| Reisegrund: | Sonstige |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Dirk |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 1 |


