- Preis-Leistungs-VerhältnisGut
3,5*, 115 Zimmer in 7 Stockwerken, 2004 renoviert, äußerlich sehr schäbig und unfertig wirkend (man sagte uns, es wäre der falsche Putz genommen worden), innen jedoch alles ordentlich und sauber. Die Lobby wirkt noch ein wenig kahl, z.B. fehlen ein paar Bilder. Es gibt außen bislang nicht mal Schild mit dem Hotelnamen. Wie gesagt, man ist anscheinend noch nicht ganz fertig. Im September waren überwiegend Gäste ab 35 und älter anwesend, einige Deutsche aber überwiegend internationales Publikum, u.a. aus Osteuropa. Für Behinderte und Familien mit kleineren Kindern ist dieses Hotel eher ungeeignet. Rhodos ist immer eine Reise wert, eines der vielseitigsten Urlaubsziele im Mittelmeerraum überhaupt und für einen reinen Badeurlaub viel zu schade. Wer größere Touristenansammlungen nicht mag, sollte unbedingt auf die Nebensaison ausweichen. Das Klima ist relativ angenehm, da fast immer teilweise heftiger Wind von Nordwesten her weht. Auf der windabgewandten Ostseite (z.B. Faliraki, Lindos) kann es im Juli/August schon mal unangenehm heiß werden. Ebenso auf der Nachbarinsel Symi (sehr empfehlenswerter Ausflug, Schiffe für 19,-/Person direkt am Mandrakihafen). Mit Regen ist bis September praktisch nicht zu rechnen. Wer die Insel richtig kennen lernen will, sollte sich bei einem der zahllosen Autovermieter einen kleinen Wagen nehmen und diesen direkt buchen (z.B. bei J&D, Fiat Panda für 7 Tage 175 Euro, vollversichert), siehe hierzu auch in der Rubrik Reisetipps. Das war gut 100 Euro (!) günstiger als über den Veranstalter! Keine Angst, außer in der Stadt macht das Autofahren auf Rhodos richtig Spaß. Das Benzin kostet noch unter einem Euro/Liter !!!! Gegenüber den überteuerten Pauschalbusausflugsfahrten hat man nur Vorteile. Wir nutzten die Zeit, auch außerhalb zu essen, was viel ursprünglicher (und preiswerter) ist, als in der Stadt (z.B. Tsambika, Afandou, Psinthos, Kamiros Skala). Unbedingt mehrmals ansehen sollte man sich die historische aber hoffnungslos überlaufene Altstadt inkl. dem Großmeisterpalast, man entdeckt immer wieder was Neues. Keine Angst vor dem Gassengewirr. Hier passiert nichts, i.d.R. kommt man immer irgendwann an der Stadtmauer heraus oder kann sich an einer Moschee orientieren. Es gibt wunderschöne Tavernen, die besten sind oftmals die abseits gelegenen. In vorderster Reihe bezahlt man mehr! Ein abendlicher Bummel entlang der Häfen ist ebenfalls reizvoll, besonders wenn Kreuzfahrschiffe angelegt haben. Den Sonnenaufgang erlebt man am Besten am Mandrakihafen (Fototipp). Zum Sonnenuntergang sollte man sich auf den Monte-Smith begeben oder unterhalb an der Uferpromenade in Richtung Trianta spazieren. Einige Muss-Sehenswürdigkeiten: Monte-Smith mit Akropolis + Stadion; entlang der Westküste nach Filerimos, Kamiros, Kastello Kritinia + Monolithos. Entlang der Ostküste nach Kallithea, Lindos, Tal der 7 Quellen, Tal der Schmetterlinge. Darüber hinaus gibt es im Inselinnern jede Menge wunderschöne Bergdörfer, Klöster und Kirchen entlang reizvoller Strecken (z.B. Koskinou, Moni Thari, Fountoukli, Embona, Profitis Ilias, etc.) Ausflüge lassen sich auch immer mit Badegelegenheiten an wenig besuchten Stränden kombinieren. Der schönste (Sand-) Strand nennt sich Tsambika, hier kann man auch mal einen ganzen Tag verbummeln. Der morgendliche Anstieg über 297 Treppen auf den Tsambikaberg (tolle Aussicht) lohnt sich ebenso wie ein abschließender Besuch einer der nahegelegenen Tavernen (EDEM, Maria, Panorama). Ein Wort zur Reiseleitung (NEC): Die junge Dame spulte ihr Programm bei der Begrüßungsrunde freundlich, routiniert ab und hinterließ einen professionellen und kompetenten Eindruck. Bei Detailfragen, z.B. zu Sehenswürdigkeiten (nicht etwa unbedeutende, sondern zu den Highlights gehörend) offenbarten sich dann doch Unkenntnis und Unsicherheit wurde locker flockig kaschiert. Dem Neuling fällt so was vielleicht nicht auf. Gerade der braucht aber fundierte Tipps. Evtl. sollten die Mitarbeiter doch etwas intensiver in den jeweiligen Standort eingearbeitet werden und nicht so oft wechseln! Was die Nebenkosten anbelangt, ist ein ÜF-Urlaub sicher nicht unbedingt günstiger als HP oder gar AI. Die Restaurantpreise bewegen sich nicht sehr weit unter den unsrigen. Wir haben uns deshalb ein preisgünstiges Hotel (600 p.P. für 14 Tage) in günstiger Lage gesucht. Unsere Anforderungen hat das Mitsis La Vita voll erfüllt.
Unser Zimmer im 2.OG machte einen frisch renovierten Eindruck, das fensterlose Bad war geschmackvoll gefliest, lediglich die Halterungen für Klodeckel und Brauseschlauch waren defekt. Auf ca. 4x6m hatten wir zu zweit genug Bewegungsfreiheit. Im dreiteiligen Wandschrank fand unsere Kleidung Platz ohne gequetscht zu werden. Darin ist auch der Mietsafe untergebracht. Ca. 10 Bügel reichten zum Aufhängen unserer Garderobe. Die Betten waren bequem, Zusatzdecken liegen im Schrank. Die Klimaanlage funktionierte tadellos, hatte sogar einen Timer und verschiedene Programme. Mit dem TV-Gerät war an deutschen Kanälen lediglich ZDF empfangbar, aber das reichte zum Nachrichtengucken. Dafür funktionierte das Radio nicht wirklich, aber egal. Bei geschlossenem Fenster war fast nichts vom Verkehr zu hören. Obwohl wir genau gegenüber vom Aufzug wohnten, wurden wir kaum gestört, bis auf zwei nächtliche Zwischenfälle (besoffene Osteuropäer randalierten im Treppenhaus herum). Wir hatten eine Badewanne mit Duschvorhang, so dass es keine Überschwemmungen gab. Handtuchwechsel fand täglich statt (ob man das wollte oder nicht). Der im Bad vorhandene Fön ist zu schwach für Langhaarfrisuren. Ein eigener Fön kann im Zimmer (Tisch mit Wandspiegel) genutzt werden. Die Steckdose im Bad ist nur für Rasierapparate geeignet. Adapterstecker werden keine benötigt. Zur Ausstattung gehört auch ein geräumiger Kühlschrank. Wir brachten darin zeitgleich 7 (!) 1,5L Plastikflaschen + ein Saftkarton und eine kleine Flasche unter. Licht und Klimaanlage funktionieren nur über einen magnetischen Kontakt, dessen Gegenstück gleichzeitig der Schlüsselanhänger ist (man kann den aber abmachen !!!). Einen Balkon haben wir nicht vermisst. Bei dem Wind wäre der nur wenig nutzbar gewesen. Unsere Handtücher trockneten sowieso besser innerhalb des Zimmers durch die Klimaanlage.
Wir hatten ÜF, können deshalb das Abendessen im MITSIS Hotel Grande nicht beurteilen. Das Frühstück im La Vita besteht aus dem durchschnittlichem Speiseangebot und entspricht der Preisklasse. Kaffee, Schwarztee, Milch, 3 verschiedene (Instant-)Säfte, Wurst Käse, Tomaten, Dosenobstsalat, verschiedene süße Stückchen, Bohnen, Rührei, heiße Würstchen, Spiegel- und Rührei, Pfannkuchen, Sandkuchen und diverse Brötchen. Wer nicht allzu wählerisch ist, findet immer was zum Sattwerden! Der Frühstückssaal mit sehr hohen Decken und Meerblick wirkt etwas altmodisch und ist wg. fehlender Klimaanlage stickig. Man sollte zeitig zum Frühstück gehen. Ab 8:30h wird’s voll und es gibt Platz- und Geschirrengpässe. An der Hotelbar ist täglich Happy-Hour mit verbilligten Cocktails (nie genutzt, da Atmosphäre zu unpersönlich)
Es wird bei anderen Rhodoshotels kontrovers die Freundlichkeit von Hotelpersonal bewertet. Auch wir fanden das Personal nicht besonders freundlich. Man machte halt seine Arbeit, an der es eigentlich auch nichts auszusetzen gab. Ein freundliches Kalimera wurde nicht immer und wenn dann manchmal recht muffelig erwidert. Woran das liegt? Keine Ahnung, vielleicht mangelnde Motivation wg. stetiger Überforderung oder dank schlechter Erfahrung mit arroganten Gästen. In den angrenzenden Supermärkten konnte man die vielgepriesene griechische Herzlichkeit jedenfalls auch nicht finden. Schade, aber verschmerzbar, denn es gibt genug freundliche Griechen, vor allem auf dem Land. Unser Zimmer war immer ordentlich gesäubert, o.k. es fehlte mal ein Handtuch, aber das war kein wirkliches Problem. Der Check-In funktionierte komplikationslos, nicht mal die Ausweise wurden gesichtet. Deutsch wird verstanden, Englischkenntnisse sind von Vorteil. Für den Zimmer-Safe waren 38 Euro für 14 Tage fällig. Bei Ankunft von neuen Gästen steht niemand zur Verfügung um die evtl. schweren Koffer die kurze Treppe zur Eingangshalle hoch zu tragen. Alleinreisende Frauen sind auf die Hilfsbereitschaft anderer Gäste angewiesen!
Zum meist sehr windigen Weststrand sind es nur wenige Meter über die relativ schwach befahrene Uferstrasse. Zum ruhigen Elli-Beach (Oststrand) etwa 5 Minuten zu Fuß. Zum Mandrakihafen darf man ca. 15 Minuten Fußweg rechnen, zur Altstadt ca. 25 Minuten. Dazwischen liegt die Neustadt mit ihrem Geschäftsviertel, wo es von mondänen Boutiquen bis zu Touristensouvenir u. Ramsch-Läden ein breites Spektrum gibt. Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf gibt es reichhaltig auch in unmittelbarer Nachbarschaft. Das Preisniveau entspricht in etwa dem bei uns. Ebenso findet man eine vielfältige Auswahl an Restaurant, Tavernen, Pizzerias, Bars u.a. Alles in allem liegt das Hotel also relativ verkehrsgünstig, aber trotzdem ruhig. Wir hörten bei geschlossenem Fenster kaum Verkehrslärm! Die Linienbusstation an der Küstenstrasse führt nur Richtung Flughafen. Der zentrale Linienbusknoten ist hinterm Neuen Markt beim Mandrakihafen. Die direkte Hotelumgebung ist eher öde. Die Bausünden der früheren Jahre sind nicht wieder gutzumachen. Die meisten Hotels sehen aber nur von außen so hässlich aus. Die Gehwege haben hohe Bordsteine und sind voller Schlaglöcher, also für Gehbehinderte eher beschwerlich. Direkt gegenüber vom Hotel ist ein Taxistand. Die Transferzeit vom/zum Flughafen beträgt je nach Anzahl der angefahrenen Hotels ca. 30 Minuten. Direkt gegenüber ist das zur Kette Mitsis Hotels gehörige Nachbarhotel Grande, indem bei HP-Versorgung das Abendessen eingenommen wird und dessen Pools mitbenutzt werden dürfen. Die abwechslungsreichen Ausflugsmöglichkeiten in und auf Rhodos können hier nicht ausreichend erörtert werden (siehe Urlaubstipps etc. bzw. unter rhodos-info.de), sind aber der Grund, warum man sich eigentlich ausschließlich für ein Nur-ÜF-Hotel entscheiden sollte. Denn dann ist man unabhängig und kann essen, was, wann und wo man will, und das ist fast immer besser als jedes noch so gute Abendbüffet im vollen Hotelspeisesaal.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Wir haben nur einmal den Pool vom Grande Hotel benutzt, das La Vita hat keinen eigenen. Drüben gibt es einen runden, vermutlich ungeheizten Gartenpool, einen zur Strasse hin, ein Hallenbad (Wasser etwas wärmer) und ein Kinderbecken (z. Zt. ohne Wasser). Liegen und Schirme sind ebenfalls dort, kostenlos und in genügender Zahl (Stand: September) bereitgestellt. Vorsicht mit dem Poolwasser. Der innere Pool war sehr stark gechlort (Uhrzeit 11h !!!), mir brannten nach einmal Durchtauchen so die Augen, dass ich zunächst befürchtete, einen Arzt aufsuchen zu müssen. Bei längerem Aufenthalt hätte ich mich darüber bei der Reiseleitung (NEC) beschwert, da keinerlei Warnschilder aufgestellt waren. Einen regelrechten Kinderspielbereich haben wir nicht gesehen. Über Kinderbetreuung ist uns nichts bekannt. Es soll noch einen Tennisplatz geben, dessen Zustand nicht unbedingt deutschem Standard entspräche (?). Der gegenüberliegende Weststrand ist feinkieselig mit gröberen Kieseln durchsetzt, im Brandungssaum fast nur steinig. Das Ufer fällt steil ab, man kann nur kurz stehen, sofern das bei dem Wellengang überhaupt möglich ist. Badeschuhe sind nicht zwingend erforderlich aber empfehlenswert, wobei Neoprenfüsslinge oder Sneaker gegenüber Plastiksandalen zu bevorzugen sind. Das Wellenhüpfen macht Spass, wer dies nicht mag, wechselt zum ruhigeren Elli-Beach (Oststrand), dahin sind es auch nur ca. 5 Minuten Fußweg. Dort kann man zwar auch nicht lange stehen, hat aber so gut wie keinen Wellengang. Wer etwas mehr Aktion möchte, geht an der Nordspitze (hinterm Aquarium) ins Wasser und lässt sich zur Ostseite treiben. An beiden (öffentlichen) Stränden gibt es Liegestühle und Schirme (7 Euro für 2 Stühle + Schirm). Wasserski, Parasailing und Tubes werden gegen Gebühr angeboten. Süßwasserduschen sind an allen rhodischen Stränden obligatorisch. Eine Ausführlichere Beschreibung findet sich unter dem Stichwort Elli-Strand in der Rubrik Reisetipps! Internetcafe’s gibt es im Umfeld einige. Ein preiswertes (3,50/Stunde) ist z.B. das Control-Cafe in der Alex. Diakou Str. 44.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im September 2006 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Michael |
Alter: | 41-45 |
Bewertungen: | 12 |