- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Das Hotel liegt in ungestörter Natur, weitab von jeglichem Verkehrslärm in einer hübschen Anlage, wird aber unprofessionell geführt.
Das Zimmer war überdurchschnittlch groß und bot für alles genug Platz. Die Möblierung war sauber und funktional aber frei von jeder Gemütlichkeit oder Wärme. An den Vorhangschienen war kreativ ein Schlaufenvorhang befestigt. Das Bad sollte von Übergewichtigen gemieden werden. Die Installationen waren halbwegs neu, allerdings wenig gepflegt, um nach Rost und Kalkflecken zu urteilen. Der Brauseschlauch hatte ein Aneurysma, aus dem zwei weitere Wasserstrahlen spritzten. Das müßte jedem anständigen Housekeeping längst aufgefallen sein. Im Abfluß des Waschbeckens hatte sich eine weiße Masse festgesetzt, die wir lieber nicht untersuchen wollten. Zudem ist das Becken so flach, dass das Wasser zwar abließt, aber Festkörper liegen läßt.
Der Honig-Ziegenkäse-Flammkuchen und der Vorspeisenteller mit Gemüse, Käse und Büffelmozarella waren sehr schmackhaft. Das geröstete Knoblauchbrot war dermaßen verkohlt, dass es nicht genießbar war. So etwas dürfte die Küche gar nicht erst verlassen. Wir bekamen ein neues angeboten, dass dann in Ordnung war. Zahlen mussten wir gleich, denn es sei unmöglich, das Abendessen auf die Rechnung zu setzen. Statt dessen bekamen wir kostenlos einen Vortrag über die unmöglichen bürokratischen Vorschriften, die der Steuerhinterziehung vorbeugen sollen. Die Einrichtung des ganzen Hauses läßt sich positiv als Vintage oder Retro beschreiben. Der Stil erinnert zugleich an ein Schützenheim aus den Siebzigern oder die Gastronomie in einer Mehrzweckhalle.
Da der Eingang ins Hotel nicht sichtbar ausgeschildert ist, betraten wir das Haus durch die nächste offene Türe. In unwirschem Ton wurden wir darüber belehrt, dass dies der Hinterausgang sei, wir aber gleichwohl das Haus betreten dürften, um zum Hoteleingang zu gehen. Der Empfangstresen war wenige Meter entfernt. Die unfreundliche Dame kam dann nach einer Weile an den Empfang und war möglicherweise die Inhaberin oder Geschäftsführerin. Wir bekamen dann noch den Weg zum Zimmer und zum Nachteingang gewiesen, während wir mit dem Gepäck hinterhergingen. Da das Hotel augenscheinlich fast leer war und wir mit einem Oldtimer angereist waren, frugen wir, ob wir den Wagen nicht innerhalb des völlig menschenleeren Hofs irgendwo abstellen dürften. Das wurde brüsk abgewiesen, aber wir wurden auf einen anderen Parkplatz im Freien verwiesen, den wir vom Zimmer aus sehen könnten. Wenn wir schlafen. Da wir auf dem Zimmer einen Wasserkocher und Zuckertütchen vorfanden, baten wir abends um zwei Teebeutel und etwas Milch, was uns zugesagt, aber nicht gebracht wurde. Am nächsten Tag baten wir wegen einer Refluxkrankheit um ein zweites Kopfkissen, aber das gab es nicht. Das Hotel wäre voll und daher kein weiteres Kissen verfügbar. Dann schläft man eben mit der Tagesdecke unterm Kopf. Bis zur Abreise bekamen wir weder ein Lächeln noch sonst ein Zeichen von Freundlichkeit.
Aufgrund der sparsamen Beschilderung sollte man das Navi benutzen, um das Hotel ohne Umwege zu finden. Es liegt in weitläufiger Landschaft einige Kilometer außerhalb von Kevelaer. Für Wanderer gewiß ideal, ansonsten nur für Autofahrer geeignet. Die Innenstadt von Kevelaer läßt sich in zehn Minuten erreichen.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Natur, Natur und nochmal Natur. Im Haus nichts.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 1-3 Tage im August 2018 |
Reisegrund: | Sonstige |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Bettina |
Alter: | 51-55 |
Bewertungen: | 27 |