Zunächst eine Würdigung der unbestreitbaren Vorteile des Hauses: Der Garten ist wirklich riesig, gut gepflegt, mit herrlichem Baumbestand, Büschen, Hecken, Sträuchern und Blumen. Ein Paradies, in dem man sich stundenlang ergehen kann. Die mit Weinlaub überwachsenen Dächer um den Pool schützen perfekt die auf ihren Liegen darunter ruhenden Gäste vor der extrem heißen Sonneneinstrahlung. Was die allgemeinen Räumlichkeiten anbetrifft, ist das Haus recht großzügig geschnitten. Die Lobby ist gewaltig, auch die Lobby-Bar bietet reichlich Platz Auf den ersten Blick macht das Haus einen relativ gepflegten Eindruck, erst bei genauer Betrachtung erkennt man Spuren der Abnutzung, die gegen eine kürzliche Renovierung sprechen. Teppichböden in den Zimmern und auf den Fluren zumindest der ersten Etage sind fleckig und recht abgetreten. An den Zimmereingängen sind die Mauerkanten beidseitig in etwa 15 cm Höhe abgestoßen, wurden während unseres Aufenthaltes mehrfach mit Gips ausgeschmiert und mit Farbe überstrichen. Nach dem Einsatz von Stausaugern waren die Ausbesserungsarbeiten erneut nötig. Sofas und Sessel in der Lobby sind mit unterschiedlichsten Bezügen aufgearbeitet, was den Eindruck eines zusammengewürfelten Haufens an Mobiliar erweckt. Außerdem sind diese Sitzgelegenheiten meist viel zu weich abgepolstert, so dass man in ihnen versinkt und kaum wieder hochkommen kann. Weite Teile des Fußbodens sind mit herrlich aufgearbeitetem Schiffsbodenparkett ausgelegt, das einen edlen Eindruck vermittelt. Leider ist dieses Parkett ausgerechnet vor der Theke in der Lobby-Bar in einem jammervollen Zustand und müsste dringend abgeschliffen, eingeölt oder erneuert werden. Die Glasauflage der Theke in der Lobby-Bar ist voller Flecken und blinder Stellen. Zwischen dem Holz der Theke und der Glasplatte hat eingedrungenes Wasser einen Staub- und Schmutzfilm verursacht. Gäste aus allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion, den nordeuropäischen Staaten und Einheimische stellen die überwiegende Zahl an Gästen. Eine deutliche Mehrheit bevorzugt Shorts, Muscleshirts und Flip-Flops als Garderobe während des Dinners. Die Essgewohnheiten bzw. Tischsitten eines nicht zu geringen Teils der Gäste gereichen den alten Wikingern zur Ehre. In den Spezialitätenrestaurants läuft die Mahlzeit in der Regel gesitteter ab. Suchen Sie sich um Himmels Willen ein anderes Domizil aus und vergessen Sie alles, was Ihnen an RIU lieb und teuer ist. Apropos teuer: Sie zahlen für die beschriebenen Verhältnisse pro Person und Tag mehr als 100 Euro pro Tag für einen All Inclusive Aufenthalt im RIU Kaya. Setzen Sie dieses Geld sinnvoll an anderer Stelle ein.
Prinzipiell sind die Zimmer in Ordnung, was die Größe anbelangt. Leider sieht sich das Haus nicht in der Lage, Monate vorher erbetene Ausstattungsvarianten zu realisieren. Die Aufstellung eines zweiten Twinbeds, obwohl vom Platzangebot durchaus zu realisieren, wurde abgeschmettert mit dem Hinweis, 'das sei im RIU Kaya nicht üblich’. Eine erneute Nachfrage beschied uns, 'es gebe im ganzen Haus keine freien Twinbeds mehr’. Dem gegenüber stellten wir im Vorbeigehen an mehreren normalen Doppelzimmern fest, dass für Großfamilien Twinbeds wie auch Einzelbetten aufgestellt waren. Was also ist von den Auskünften der Rezeption und des Reiseleiters zu halten, dass man den Wünschen der Gäste nicht entgegenkommen könne?
Die Küche ist reichhaltig, so wie man es von RIU erwartet, wird um das türkische Element noch vertieft und erweitert. Küchenchef und Köche bereiten auf Nachfrage sogar den Fisch nach persönlichem Gusto vor. Dabei ist die Auswahl an Fischarten erstaunlich, bedenkt man die totale Überfischung des Mittelmeeres. Spezialitäten aus Asien und aus dem Bereich Meeresfisch sind in den entsprechenden Restaurants vorzüglich, nur das italienische Spezialitätenrestaurant fällt ab, weil man bis auf die Tortellini nichts wirklich Italienisches geboten bekommt. Das gilt insbesondere für die so genannten Saltimboca.
Bedienung und Zimmerreinigung geben sich die größte Mühe jeden Gast zufrieden zu stellen. Das ist wahrhaft nicht einfach, denn diese Bereiche sind hoffnungslos unterbesetzt. Trotzdem begegnen Kellner und Zimmerdamen den Gästen gut gelaunt und jederzeit hilfsbereit. Als Selbstverständlichkeit darf man das nicht nehmen, wenn man die ausufernden Riesenreviere berücksichtigt, die eine Gruppe jeweils zu versorgen hat. Die Kellner hetzen zwischen dem Hauptrestaurant, dem Poolrestaurant, den Pools und den Spezialitätenrestaurants umher, bedienen dazu noch die Gäste in der Lobby und auf der Terrasse. Man fragt sich, wie sie das alles schaffen. Dafür ist kein Trinkgeld hoch genug! Die Rezeption ist dagegen ein spezieller Fall. Es kommt darauf an, wen man erwischt. Mal hat einer der Mitarbeiter ausgerechnet dann Wichtiges zu tun, wenn ein Gast die Rezeption ansteuert. Mal dauert es, bis eine erbetene Dienstleistung in die Wege geleitet wir. Mal kann man gar nicht so schnell gucken, wie die Mitarbeiterin hilft. Die eher schlechte Beurteilung des Service erklärt sich aus der Tatsache, dass die Direktion des Hauses keinerlei Interesse an den Nöten und Sorgen der Gäste zeigte und es nicht einmal für nötig fand, sich mit uns in Verbindung zu setzen.
Das Hotel ist von Wald eingesäumt. Der Strand kann leicht erreicht werden. Das relativ saubere Meer verlangt nach ziemlich sicheren Schwimmern, da der Untergrund bereits nach 2-3 Metern steil abfällt. Kiesansammlungen behindern das rasche und problemlose Verlassen des Wassers zusätzlich. Nach Kadriye oder Belek kann man jederzeit Fahrgelegenheiten finden. Die Rezeptionsangestellten rufen gern ein Taxi herbei.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Eine Gruppe von 13 jungen Leuten stellt sich jeden Tag zweimal, morgens zwischen 10 und 12 Uhr, am Nachmittag zwischen 3 und halb 5, als Animationsteam vor. Das ist sehr wichtig, denn vielleicht haben ja manche Gäste vom Morgen bis zum Nachmittag vergessen, was diese Ansammlung von jungen Menschen bedeutet. Nervtötendes Geschrei, durch Mikro ins Unerträgliche gesteigert, unterbrochen von hämmerndem Technogedröhne und angereichert mit speziellen Soundeffekten machen jede private Unterhaltung unmöglich. Kopfschmerzen und heftiges Ohrensausen verhindern erfolgreich das eigentliche Ziel des Urlaubs, entspannte Erholung. Kritik resultiert in minimaler Reduktion des Geräuschpegels für wenige Minuten, die anschließend durch erhebliche Steigerung der Lautstärke ausgeglichen wird. Darts, Volleyball im Wasser, entfernt an Wassergymnastik Erinnerndes und Kindergartenspiele mit Teilnahme entsprechend gebildeter Mitspieler bilden die Highlights der 'Animationstruppe’. Beobachtungen während der Durchführung der heiteren Spiele und Wettkämpfe lassen ernsthafte Zweifel an der Eignung sowie an der fundierten Ausbildung der Truppe wachsen. Vor einer Teilnahme muss dringend gewarnt werden, da die Unterstützung durch geeignete physioergonomische Maßnahmen gewiss nicht vorauszusetzen ist. Die vorab skizzierten Voraussetzungen ließen es uns für nicht angebracht erscheinen, die abendlich gebotenen Shows zu frequentieren.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3 Wochen im Juni 2012 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Lothar |
| Alter: | 66-70 |
| Bewertungen: | 3 |


