- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Im Rahmen einer 2-wöchigen Gruppen-Rundreise durch Usbekistan habe ich im September 2016 insgesamt 3 separate Nächte (jeweils 1 Übernachtung bei An- und Abreise sowie eine Zwischenübernachtung auf der „Durchreise“) im Shodlik Palace verbracht. Von außen macht das Hotel zunächst einmal wenig her: es handelt sich um einen schmucklosen „Sowjetbunker“ aus Beton, die Bezeichnung „Palace“ im Hotelnamen ist also denkbar unpassend. Auch viele der umliegenden Gebäude stammen augenscheinlich noch aus der Zeit der Sowjetunion. Das zentral in Taschkent gelegene Hotel befindet sich in einer breiten Seitenstraße, die als Zufahrt zum nahegelegenen Nationalstadion fungiert. Das das Stadion von einer Parkanlage umgeben ist, haben zumindest die Zimmer Richtung Süden (zum Stadion) einen „Blick ins Grüne“; von den gegenüberliegenden Zimmer beschränkt sich der Ausblick auf das leider ebenfalls nicht sehr ansehnliche Ilkhom-Theater. Knapp 10 Minuten Fußweg entfernt befinden sich zwei Metrostationen: Von der Station „Alisher Navoiy“ (blaue O’zbekiston-Linie) erreicht man unter anderem umsteigefrei den Hauptbahnhof (Station „Toshkent“). Von der Station „Paxtakor“ kann man mit der roten Chilonzor-Linie – ebenfalls ohne Umsteigen – zu den Regierungsgebäuden (Station „Mustakillik Maydoni “) sowie zum Amir Temur-Platz (Station „Amir Temur Hiyoboni“) fahren. Die Ausgangslage für Besichtigungen innerhalb Taschkents würde ich daher als vorteilhaft einstufen. Von innen macht das Hotel – wenn man mal von der etwas dunklen Lobby absieht – einen recht wohnlichen, bisweilen familiären Eindruck und bietet einen guten Standard. Mein geräumiges Zimmer, in dem (sauberer) Teppichboden verlegt war, verfügte über 2 bequeme Einzelbetten mit komfortabler Bettwäsche. Zur weiteren Ausstattung zählte eine regulierbare und gut funktionierende Klimaanlage, kostenfreies WLAN mit passablem Empfang (ohne Passwort), ein Röhrenfernseher, ein Kühlschrank, ein Safe, ein Schreibtisch mit Stuhl und dahinter befindlichem Spiegel sowie eine „Sitzgruppe“ bestehend aus zwei Sesseln und einem Tisch. Die Aufbewahrungsmöglichkeiten in Form von Schränken, Kommoden, Nachttischchen, Kleiderstange und Gepäckablage waren mehr als ausreichend. Die hellbraunen Holzvertäfelungen sorgten zusammen mit der hellen Wand- und Deckenfarbe für ein freundliches Ambiente. Im (zwischenzeitlich größtenteils renovierten) Bad schimmert dann noch die Sowjet-Vergangenheit des Hauses durch: Boden und Wände sind gefliest, abgesehen vom schwarzen Marmor im Bereich der beiden Waschbecken ist das Badezimmer ansonsten komplett in Weiß gehalten und schnörkellos. Jedes der drei Badezimmer (zur Erinnerung: ich hatte während der 2-wöchigen Rundreise 3 Mal im Hotel eingecheckt und jedes Mal ein anderes Zimmer erhalten) verfügte über eine Badewanne mit Handbrause, Duschgelspender und Ablage. Gleichzeitig war der Bereich um die Badewanne aber auch die „Problemzone“ in allen Badezimmern, da hier vereinzelt Schimmelbefall in den Fugen festzustellen war. Während meines ersten Aufenthalts war zudem der Duschkopf so verkalkt, dass der Wasserstrahl nur sehr schwach war. In den beiden anderen Bädern war der Duschkopf bereits durch ein neues und sauberes Modell ausgewechselt worden, das einwandfrei funktionierte. Im Bereich der beiden Waschbecken, wo sich auch nochmals ein Seifenspender befindet, stehen großzügige Ablageflächen zur Verfügung. Neben ausreichend sauberen Handtüchern werden den Gästen auch Shampoo (abgepackt in Plastiktütchen) und Kernseife zur Verfügung gestellt. Aufgrund frühmorgendlicher Abreisen bin ich leider nur einmal in den Genuss des vollen Frühstücksbuffets gekommen, das sehr reichhaltig und abwechslungsreich ist. Die anderen beiden Male (das war jeweils um halb 4 Uhr sowie nach 5 Uhr morgens) wurde für unsere Reisegruppe immerhin ein kleines Buffet mit dem Nötigsten aufgebaut. Das Frühstücksbuffet umfasst standardmäßig unter anderem eine Auswahl verschiedener Brotsorten, süßes Gebäck, Pfannkuchen, mit Quark gefüllte Pfannkuchen-Röllchen, warmen Milchreis, gekochte Kartoffeln, Würstchen, Aufschnitt, Käse, Marmeladen, Honig, Naturjoghurt, Cornflakes, Fruchtsäfte, Milch, Instant-Kaffee (kein Filterkaffee!) und Tee. Einmal hat unsere Reisegruppe auch zu Abend im Hotel gegessen, wofür auf der Außenterrasse ein Bankett aufgebaut wurde. Serviert wurde ein Menü aus einigen typischen Vorspeisen, usbekischer Suppe, Gulasch mit Reis, Trockenkuchen und Obst – alles in allem also gute, bodenständige Küche. Insgesamt war ich mit meinem Aufenthalt im Shodlik Palace sehr zufrieden. Vom zunächst wenig einladenden äußerlichen Eindruck sollte man sich also nicht abschrecken lassen.
Beliebte Aktivitäten
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Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Alleinreisend |
Dauer: | 1-3 Tage im August 2016 |
Reisegrund: | Stadt |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Marcel |
Alter: | 26-30 |
Bewertungen: | 396 |