- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Das Sheraton Soma-Bay befindet sich etwa 50 KM südlich vom Flughafen Hurghada auf einer Halbinsel, die nach etwa 45 Minuten Transferzeit durch Steinwüste bewältigt werden. Sphinxe säumen die Zufahrtstraße zur recht monumentalen Hotel-Lobby, von der aus nach links und rechts je ein Wohntrakt führt. Die Zimmer, alle mit Balkon, sind recht geräumig und fast allesamt mit Meerblick. Die Ausstattung der Zimmer ist gut, nicht abgewohnt und einem 5-Sterne Ressort-Hotel angemessen. Zudem gibt es zwischen Poolbereich und Strand (bzw. Steg hin zum Riff) äußerst komfortable Beach-Front-Suites (kleine Küche, Wohnzimmer, großes Schlafzimmer, sehr großes Bad, große ebenerdige Terrasse von Pflanzen umgeben - IDEAL FÜR FAMILIEN MIT KINDER!!!) Bedenkt man, daß durch den fast steten Wind das Hotel (Baujahr 1998) an fast 365 Tagen "sandgestrahlt" wird, kann man den Zustand getrost als makellos bezeichnen. Dies gilt auch bezüglich der Reinlichkeit in der gesamten Anlage. Das Publikum setzt sich überwiegend aus Deutschen (ca. 80%), Österreicher, Schweizer, einiger Franzosen, Italiener und Russen zusammen. Die Hotelgäste sind einerseits eher älter (50+), andererseits jüngere Familien mit Kinder. Nur wenige jüngere Paare. Besonders erfreulich in puncto publikum, daß man so gut wie keine Proleten antrifft und selbst die Russen verhalten sich dezent, wenngleich sie durch ihren "Sowjet-Look" unverzüglich ihre Herkunft preisgeben. Rollstuhl- und Kinderwagenfreundlich ist das Hotel leider nicht, obwohl sich dies durch den Bau einiger schrägen an den allgegenwärtigen 3-4 Treppen leicht verbessern lassen könnte. Wir entschieden uns für das Hotel aufgrund der sehr guten Anlage, der Jahreszeit (Ende April-Mitte Juni), der sehr guten Lage (großer Strand, phantastisches Riff) und des angenehmen Publikums. In angemessener Distanz zum Sheraton liegt ein Robinson Club. Dieser wirkt abgewohnt und von der Anlage her teilweise sehr ungünstig. Gleich neben dem Robinson Club liegt ein Hyatt Rohbau, an dem zwar augenscheinlich keine Arbeiten vorgenommen werden, aber ich wollte trotzdem nicht neben einem Rohbau wohnen. Wirklich stilvoll ist der Cascades Golfclub im "Landesinneren" der Halbinsel, zu erreichen mit kostenlosem Hotel-Shuttlebus alle 15 Minuten vor dem Sheraton Eingang, Fahrtzeit etwa 15 Minuten. Das Clubhaus ist wirklich geschmackvoll und beeindruckend, der Hotelbau jedoch noch nicht fertiggestellt. Anfang Mai waren die Temperaturen auch für Kinder sehr gut, tagsüber bis 36 Grad, nachts um die 20 Grad. Das Meer könnte mit 23-24 Grad etwas wärmer sein, außerdem muß man an einigen Tagen mit starkem Wind rechnen.
Die Zimmer beinhalten alles, was auch ein mitteleuropäisches 5-Sterne Hotel anbietet. Das Mobiliar ist nicht feudal, aber passend für ein Strand-Ressort und keinesfalls abgewohnt. Wie erwähnt hatten wir eine Beach-Front-Suite, ideal von der Lage und mit 3 Kleinkinder. In den Hotelzimmern ist von der Größe des Zimmers lediglich ein Kind möglich, es gibt auch Zimmer mit Verbindungstüre. Wer es besonders ruhig wünscht sollte ein Zimmer sollte ein Zimmer vom Hotel auf das Meer blickend links wählen.
Wir hatten nur Frühstück gebucht und das war gut so. Bei Halbpension ist man im Hauptrestaurants von Themenbuffets, die eine Vielzahl an kalten und warmen Speisen bieten. Für ein Buffet-Essen schon gut, aber aus einem Chafing-Dish bekommt man keine Sterne-Küche, zumal für 200 Personen nach einem Durchschnittsgeschmack gekocht werden muß. Da hilft auch das bischen BBQ (Rind, Huhn, Fisch) nicht weiter. Wer nicht HP gebucht hat, kann auch nur kaltes oder warmes Buffet essen, dann kostet es statt 30 Euro HP/Tag nur etwa 12 Euro und dies ermöglicht einem auch noch tagsüber im Strandrestaurant Appetit zu entwickeln. Den Fisch kann man leider vergessen. Es gibt nur Kalamari, Brasse und Snapper, die allesamt tiefgekühlt sind. Einzig die Red Sea Shrimps im Strand Restaurant (ca. 22 Euro) sind wirklich gut. Zudem bietet das Strand Restaurant (geöffnet bis 18.00 Uhr) erstaunlich gute Holzofen-Pizzen. Wer der Buffets überdrüssig ist, kann in das italienische Restaurant essen gehen (gegen Tischvorbestellung), aber für ein italienisches Restaurant mit italienischem Koch ist es äußerst schwach, unkreativ (teilweise dieselben Speisen wie im Hauptrestaurant) und stellt nicht wirklich eine Alternative dar. Das Frühstück hingegen ist oppulent und bietet u.a. frische Eierspeisen und permanent frisch gepressten Orangensaft. Im Hauptrestaurant ist die Atmosphäre recht elegant, ebneso die Bekleidung der Gäste elegant/sportlich-elegant. Ordentliche Gedecke mit Stoffservietten im Hauptrestaurant und im italienischen Restaurant, im Strandrestaurant tagsüber lockere Bekleidung. Die ägyptischen Weine (Grand Marquis) zu knapp 20 Euro trinkbar, wenngleich nicht umwerfend, die importierten Weine jedoch stark überteuert und bei uns billige Supermarktweine. Das lokale Stella Bier zu etw 2,80 Euro/0,5 Liter ist gut und günstig, alkoholfreie Getränke um die 1,50 Euro, 1,5-Liter Wasser (Nestle) ebenfalls ca. 1,50 Euro. In Summe würde ich die Nebenkosten als angemessen bis günstig bezeichnen.
Das Personal ist Top! Äußerst bemüht und dennoch nicht aufdringlich. Wünsche und Beschwerden werden sofort erledigt. Mit einem Knopfdruck am Telefon erreicht man das Guest-Relation-Center, welches alles regelt. Viele Kellner sprechen ausreichend deutsch, bzw. ein Patchwork aus deutsch-englisch-italienisch-französisch. Das Personal ist äußerst kinderfreundlich, Kinderhochstühle sind zur Genüge in allen Restaurants vorhanden. Die Wäscherei ist sehr gut, wer die Wäsche morgens abgibt bekommt sie nachmittags gereinigt retour. Die Wäscherei-Preise liegen unter deutschem/österreichischem Niveau. Babysitter können gegen Bezahlung gebucht werden. Ein Arzt steht neben dem Hoteleingang in einer "Clinic" (na ja!?) zur Verfügung und besorgt auch Medikamente. Außerhalb der "Clinic"-Zeiten verlangt er 45 Euro Honorar, welches bei den Reiseversicherungen hier rückverrechnet werden kann. Das House-Keeping reinigt 3xtäglich die Zimmer sehr gewissenhaft und tauscht gebrauchte Bade- und Handtücher aus. Schuhreinigung kostenlos. Ich halte 10 LE (=ca 1,5 Euro) Trinkgeld beim Abendessen und 5 LE beim Strand und Zimmerservice für angebracht und wohlverdient.
Das Sheraton liegt im schönsten Teil der Soma-Bay und hat auch den schönsten Strand weit und breit, direkt vor der Tür (max. 3-Gehminuten! Die Wasserqualität ist glasklar, Sandstrand flachabfallend ins Meer (ca. 30 Meter vor dem Strand erreicht das Meer 2 Meter Tiefe. Die Ausstattung am Strand ist äußerst gut, sehr bequeme und ausreichende liegen, Strandtücher nach Bedarf, Speisen und Getränke werden zu den liegen serviert, ausreichend Duschen. Leider gibt es trotz explizitem Verbots-Schild die Unsitte einiger "Sonnenliegen-Reservierer", die nichts Besseres zu tun haben, als um 6-7 Uhr morgens Plätze in der ersten Reihe zu okkupieren und dann teils stundenlang zu verschwinden. Aber aufgrund der Größe des Strandes kann man damit leben. Gott sei Dank gibt es keinerlei Animation, oder sonstige störende "Unterhaltung" wie Jet-Ski, etc.. Lediglich und unaufdringlich 1/2-Stunde täglich Gymnastik an einem Seitenpool. Auch die Abendunterhaltung ist dezent, die "Disco" liegt wie ein kleiner Bunker kaum wahrnehmbar und nicht hörbar unter der Lobby und wurde offensichtlich nur zur halbstündigen Kinderdisco um 20.30 Uhr wahrgenommen. Man ist eher froh Hurghada nicht zu sehen, in Safaga gibt es sowieso nichts und im Konvoi mit dutzenden Bussen einen Tagesausflug nach Luxor zu unternehmen, wo man insgesamt 9 Stunden im Bus sitzt, um dann rasch bei den Sehenswürdigkeiten durchgeschleust zu werden lohnt sicher auch nicht, schon gar nicht mit Kleinkinder! Dann könnte man noch um etwa 300 Euro mit Nächtigung nach Kairo fliegen, sich noch 2 Bewegungen durch den grauenhaften Flughafen von Hurghada antun, usw... Ich denke, eine Kulturreise nach Ägypten lohnt natürlich - aber extra und nicht von Hurghada. Man fliegt ja auch nicht nach Ibiza um sich Madrid anzusehen. Wie auch immer: Jedem das Seine!
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der große Hauptpool zwischen den Wohntrakten, unterhalb des Hauptgebäudes ist teilweise beheizt, überhaupt nicht überlaufen, daneben kleinere Pools, eher als Dekoration gedacht, jedoch auch für Kinder o.k. Überall ausreichend Liegen, Poolbar. Extra-Pool für Gäste der Beach-Front-Suiten. Fitness-Studio mit zahlreichen, neuwertigen Geräten, Ägyptische- und Thai-Massage gegen Bezahlung. Ausgezeichneter, wunderschöner Golfplatz hinter dem Hotel, Surfboards und Schnorchelausrüstung können gegen Bezahlung ausgeliehen werden. Für jene, welche häufig schnorcheln gehen rentiert sich unbedingt die Mitnahme der eigenen Schnorchel-Ausrüstung. Eine Tauchschule befindet sich etwa 100 Meter links vom Hotel. Von der Tauchstation aus führt ein etwa 100 Meter langer Steg zum großartigen Hotel-Riff. Dort läßt es sich auch für Anfänger wunderbar schnorcheln. Der Kinderclub wäre von der Anlage (kleiner Spielplatz, Spielzimmer, 2 Kinderpools) nicht schlecht, jedoch war die Kinderbetreuerin selber schlecht bis gar nicht motiviert mit den Kindern etwas zu unternehmen, außer ihnen beim Malen zuzusehen. Darauf angesprochen meinte sie, es wären nicht genügend Kinder hier um Aktivitäten zu setzen. Die Kinder kamen jedoch nicht, weil sie keine Aktivitäten anbot. Wir vermuten an dieser Stelle, daß wir einfach Pech mit dieser Kinderbetreung hatten und nachdem sie öfters abwechseln ist es vielleicht bei anderen Gästen nicht so schlecht?! Während das "Glass-Bottom-Boat" nur ein kleines Glasbodenfenster hat und Dieselstinkend herumtuckert, ist das zweite Boot für fishing- und sunset- tours sehr empfehlenswert. Wir haben das Ganze Boot für 1 1/2 Stunden um 80 Euro gemietet und sind mit 2 Mann Besatzung zu anderen Riffs gefahren und hatten dabei noch das Glück auf 2 Delphine zu treffen mit denen wir herumschwammen. Einkaufsmöglichkeiten gibt es im Hotel kaum und das, was die zwei Boutiquen anbieten ist wenig und überteuert. Internet-Zugang erhält man neben der Rezeption um 3 Euro/15 Minuten.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Familie |
Dauer: | 2 Wochen im Mai 2004 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Robert |
Alter: | 31-35 |
Bewertungen: | 1 |