- Preis-Leistungs-VerhältnisSchlecht
Ein individuelles Hotel mit besonderem Stil und Flair, wenn auch keineswegs makellos: Kein öder Betonklotz, sondern quasi ein kleines "Dorf" mit drei völlig unterschiedlichen Trakten: "La Belle Alliance Wing" - der historische Teil mit einigen dezent abgeschirmten hochpreisigen Suiten und einem eigenen Strandabschnitt, der moderne "Octagon Wing" mit dem Gros der insgesamt rund 150 Wohneinheiten und der "Simon Bolivar Suite" zum "Schnäppchenpreis" von 1.500 US$/Nacht (ohne Verpflegung!) und - last not least - der "Blues Wing" mit insgesamt 22 Einheiten, ein Traum für jeden, der mehr Wert auf nicht zu toppende Nähe zum Wasser legt denn auf luxuriöse Einrichtung (elf im Verlaufe einer meerwärts verlaufenden Pier auf einer Holzkonstruktion errichtete doppelstöckige Hütten), quasi ein eigenes "Miniaturresort" in der weitläufigen Hotelanlage, wie es ein anderer Rezensent meines Erachtens überaus treffend charakterisiert hat. Die Besucherstruktur des Avila war sowohl alters- als auch nationalitätenmäßig zur Zeit unseres Aufenthaltes in der ersten Januarhälfte 2014 bunt gemischt, wenn auch mit deutlicher Dominanz der niederländischen Gäste. Die Gartenanlagen machten einen hervorragend gepflegten Eindruck. Die Anordnung der einzelnen Gemeinschaftsanlagen (Frühstücksbereich, Restaurants, Bars, Pool) erscheint mir hervorragend durchdacht. Absolut positiv auch zu erwähnen der kostenlose hoteleigene Busshuttle ins Zentrum von Willemstad (je einmal vor- und nachmittags hin und retour). Als sehr angenehm empfanden wir den jedenfalls im Bereich des "Blues Wing" stets mehr oder minder stark wehenden Passatwind. Die Witterung in der ersten Januarhälfte war absolut o.k., denn auch wenn dieser Zeitraum nominell noch in die Regenzeit fällt, so beschränkten sich doch die Niederschläge auf zwar teils heftige, dabei aber zeitlich sehr kurze Schauer. Ein Mietwagen lohnt, wobei jedoch zwei Tage absolut auskömmlich sein dürften, wenn man die Sehenswürdigkeiten außerhalb von Willemstad erkunden möchte, denn allzu viele gibt es auf der kleinen Insel nicht. Wer stattdessen täglich außerhalb des Hotels die zahlreichen anderen wunderschönen Strände besuchen möchte, der sollte die Mietdauer natürlich an dieser Option ausrichten. In Willemstad selbst sind natürlich die "Swinging Old Lady", die in ihrer Art (auf 16 schwimmenden Pontons errichtet und damit schwenkbar) einzigartige "Königin-Emma-Brücke", die die beiden zentralen Stadtteile Punda und Otrabanda miteinander verbindet, sowie die historischen Fortanlagen und die alten von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Häuser absolut sehenswert, aber das war es dann auch schon fast, es sei denn, man möchte ein Luxus-Shopping nahe den Anlegern für die allgegenwärtigen Kreuzfahrtschiffe erleben... oder man interessiert sich für die gewaltigen Erdölraffenerieanlagen...
Die Zimmer im "Blues Wing" (Nr. 1xx unten, Nr. 2xx oben, diejenigen mit ungeraden Endziffern zum Meer in Richtung Willemstad ausgerichtet, jene mit geraden Endziffern in Richtung hoteleigener Badebucht; per mail direkt an das Hotel adressierte Wünsche werden im Rahmen des Möglichen berücksichtigt!!!) sind in jeder Hinsicht ausreichend groß und modern-funktional eingerichtet mit kleiner Küchenzeile für Selbstversorger, Kaffeemaschine nebst kostenlosem qualitativ durchaus ansprechendem Kaffeepulver. Entgegen anders lautenden Aussagen bekamen wir so gut wie keine Geräusche aus benachbarten Zimmern mit, was indes auch durchaus an den jeweiligen Gästen gelegen haben könnte. Die Betten sind bequem, elektronische Ausstattung sowohl mit 110 V als auch 220 V - Steckdosen (es bedarf also keines Adapters!). Der Balkon großzügig bemessen und mit (mindestens) zwei Stühlen und einem kleinen Tischchen möbliert. Spektakulärer Ausblick auf Bucht und/oder das offene Meer. Bei den Zimmern mit den geraden Endziffern kann man vom Balkon aus den Sonnenaufgang bewundern, bei den anderen den Sonnenuntergang. Das Bad ausreichend groß mit zwei Waschbecken und Badewanne/Dusche. Die Toilette ist zwar modern und leise, jedoch bedarf die Bedienung einiges Fingerspitzengefühls... Minibars sind jedenfalls in den Blues Wing-Zimmern nicht vorhanden, dafür jedoch ein Kühlschrank, den die Gäste selbst bestücken können. Ein Kübel mit Eiswürfeln täglich kostenlos. Wir hatten übrigens das hier im Mai vergangenen Jahres so arg bemängelte Zimmer 286. Die Hotelleitung hat offensichtlich reagiert und (fast) sämtliche Mängel beseitigt.
Das hoteleigene Restaurant "La Belle Terrace" ist zwar sicherlich nichts das Schlechteste, aber das bereits erwähnte "Fishdelicious" und "Seasons" bieten (noch) bessere Qualität auf spürbar niedrigerem Preisniveau. Das andere hoteleigene Restaurant, das "Blues" am Ende einer parallel zum "Blues Wing"-Zimmertrakt verlaufenden Pier auf der anderen Seite der Bucht bietet einen einzigartigen Blick auf das Meer, ordentliche Küche zu moderateren Preisen als das "La Belle Terrace" und viel, viel Musik, donnerstags Live-Jazz (dann auch sehr viel "externes" lokales Pubikum), im Übrigen via diverser Flatscreens Live-Mitschnitte von Konzerten vorwiegend aus den Bereichen Soul, Blues und Motown-Sound. Das Frühstückangebot ist einerseits vielfältig (siehe die Detaildarstellungen in anderen Bewertungen), dabei jedoch praktisch kaum abwechselungsreich. Das Angebot der Poolbar ist positiv zu erwähnen, da alle Snacks vor den Augen des Gastes frisch zubereitet werden. Auch das im "Octagon Wing" etwas abseits gelegene Café "Barista" ist durchaus o.k., ebenso wie das Snackangebot der "Schonerbar" - all dies jedoch nicht zum Schnäppchenpreis!
Hierzu kann man nur sagen, dass unseren Erfahrungen nach die in anderen Hotelbewertungen artkulierten Lobeshymnen ebenso treffend sind wie die negativ-krtischen Anmerkungen. Es kommt einfach darauf an, welche Mitarbeiterin bzw. welcher Mitarbeiter gerade "on duty" ist. Das gilt quer durch alle Servicebereiche von der Rezeption über das Gastronomiepersonal bis hin zum Zimmerservice. Verständigung mit Basis-Englisch ist jederzeit gut möglich. Deutschkenntnisse sind nur bei ganz wenigen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern vorhanden, und auch dies höchst bruchstückhaft. Hervorzuheben sind indes positiv die fast stets den Gästen gegenüber demonstrierte Freundlichkeit und negativ das "karibische" Arbeitstempo, für das die Redensart vom "Schuhe besohlen während des Gehens" wohl treffender ist als irgendwo anders auf der Welt...
Einerseits nicht zu toppen, andererseits doch ein wenig "kritisch": Top die unmittelbare Lage am Meer mit den beiden hoteleigenen geschützten Badebuchten (gleichwohl mit moderat-angenehmem Wellengang) und die Lage etwas abseits vom Zentrum von Willemstad bei dennoch fußläufig bequemer Erreichbarkeit. Die "schattige" Seiten: Bei einem Fußmarsch hinein ins Zentrum wird man auch mit den hässlichen Seiten der Metropole konfrontiert: halb und fast gänzlich verfallene Häuser, und in den fortgeschrittenen Abendstunden kann es passieren, dass man selbst in Steinwurfnähe vom Hotelareal auf offener Straße sehr aggressiv von Bettlern bedrängt wird (selbst erlebt!). Ein kleiner Supermarkt befindet sich in etwa 200 m Entfernung vom Avila (nach dem Verlassen rechts halten und dann am Ende der ersten nach links abzweigenden Nebenstraße), der als solcher kaum auf den ersten Blick erkennbar ist angesichts der vergitterten Fensterfront. Der Betreiber öffnet die verschlossene Tür allerdings bereitwillig und gern für die Touristen. Ein "richtiger" Supermarkt in etwa 1 km Entfernung ebenfalls in Richtung stadtauswärts immer der Penstraat folgen. In etwa 200 m Entfernung vom Avila (nach links in Richtung Stadtzentrum) befinden sich zwei auch für verwöhnte Gaumen hervorragende Restaurants ("Fishdelicious" und "Seasons") sowie zwei weitere ordentliche ("Rosendaels" und ein indonesisches), die sich entsprechend auch im Preisniveau etwas unterscheiden. Rerservierung dringend empfohlen, zumindest dann, wenn man zu "karibischen" Zeiten sein Abendessen einnehmen möchte.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Fitnessstudio und Wellnessbereich haben wir nicht genutzt. Beides machte jedoch von außen einen sehr guten Eindruck. Das Fehlen jeglicher Animation empfanden wir als überaus wohltuend. Die Zahl und Qualität der Liegen erschien uns auskömmlich. Allerdings besteht ganz offensichtlich ein Defizit an schattigen Liegeplätzen, so dass morgens spätestens um 8.30 Uhr sämtliche Schattenplätze "reserviert" waren. Der "Infinty"-Pool mit einer durchgängigem Tiefe von 1,40 m ideal zum Schwimmen, toll direkt oberhalb des Strandes gelegen und chlorfrei! Gleichwohl haben wir das Baden in der Meeresbucht bevorzugt, denn mit dem sanften Wellengang macht uns das Baden einfach mehr Spass.
Infos zur Reise | |
---|---|
Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im Januar 2014 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
---|---|
Vorname: | Joachim |
Alter: | 56-60 |
Bewertungen: | 27 |