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Klaus(71+)Deutschland
37 Bewertungen
Vor 4 Stunden • Alleinreisend im Mai 2026
Abseits vom Touristentrubel ein Genuss
5 / 6

Ich hatte Katalonien schon häufig besucht, aber die Abtei Montserrat blieb immer ein unerfüllter Sehnsuchtsort. Im Mai 2026 hatte ich den heiligen Ort kurz vor meinem Rückflug aus Barcelona ins Visier genommen. Ich wollte aber nicht mit Tausenden durch das Gelände hetzen, sondern die Abtei und vor allem die herrliche Landschaft genießen. Das geht nur, wenn sich Busse und Bahnen noch nicht entleert haben oder der ganze Spuk abends wieder entschwunden ist. Also übernachten. Dazu bieten sich auf dem Berg drei Unterkünfte an: das 3-Sterne Hotel Hostal Abat Cisneros, das Apartmenthaus Cel·les Abat Marcet und die Herberge Abat Oliba, benannt nach dem Abt Oliba, der das Benediktinerkloster im 11. Jhd. gründete. Ich wählte die Herberge, die pro Nacht nur die Hälfte kostete (40€ direkt beim Hotel gebucht). Ein für eine Herberge ansehnliches Frühstück konnte für 10€ dazugebucht werden. Abendessen wurde im Restaurant Abat Cisneros angeboten (50€), die weiteren Restaurants und Buffets sind ebenfalls überteuert und werden kritisch bewertet. Die Herberge wurde 2018 komplett nach einem modernen Designkonzept renoviert. Sie verfügt über zwei Etagen mit Zimmern mit Etagenbetten und privatem Badezimmer für 4, 6, 8 und 10 Personen, die sich gemeinsam nutzen oder privat buchen lassen. In den oberen Etagen befinden sich 38 Familienzimmer für 4, 6 und 8 Personen, incl. Gemeinschaftsküche und Aufenthaltsbereich. Mein Doppelzimmer hatte ein eigenes Bad (ohne Kosmetikartikel), einen Schreibtisch, keinen Fernseher, dafür gut funktionierendes WLAN. Vorteilhaft ist für Hotelgäste der kostenfreie Zugang zum Heiligtum (Atrium, Basilika). Der Service ist vorbildlich. Das betrifft die unkomplizierte online-Buchung (u.a. Precheckin), das Zusenden eines Übersichtsplanes oder die Aufbewahrung des Gepäcks außerhalb der Checkin-Zeit. Nach ihrer Website verfüge das Hotel über einen öffentlichen Parkplatz. Konkret nachgefragt verwies man aber auf den öffentlichen Parkplatz vor der Abtei. Das sind gut 500m (10min) zu Fuß. Zudem kostet der Parkplatz 7€/Tag und es ist bei großem Andrang nicht einmal gesichert, ob ein Platz frei ist. Da ist die Anfahrt mit der „Cremallera“ (Zahnradbahn) aller 20 Minuten von Monistrol Vila günstiger, zumal dort das Auto kostenlos in einem großen Parkhaus abgestellt werden kann. Und die Bahn kommt unmittelbar vor der Herberge an. Viele besuchen Montserrat als Wallfahrtsort. Die berühmte Schwarze Madonna ist Ziel von Pilgern aus aller Welt und Schutzpatronin Kataloniens. Das Kloster von Montserrat selbst ist architektonisch keine besondere Sehenswürdigkeit (1811 bis 1812 wurde Montserrat von Napoleons Armee zerstört). Bezaubernd ist die Kulisse, in die die Gebäude hineingebaut wurden. Das kann man besonders nachvollziehen, wenn man mit der Funicular Sant Joan hoch auf 970m NN fährt. Die gepflegten Wege machen Montserrat zu einem interessanten Wandergebiet.


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