Kreuzfahrten
Was ist der Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Kreuzfahrtschiffen?
Du fragst Dich, was deutsche und amerikanische Kreuzfahrtschiffe voneinander unterscheidet? Hier bekommst Du einen kleinen Einblick, was bei amerikanische Reedereien anders ist und warum. Von der Atmosphäre an Bord bis zu den kulinarischen Erlebnissen und Freizeitmöglichkeiten - wir nehmen Dich mit auf einen Streifzug durch die Welt der internationalen Kreuzfahrten.
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Das US-Publikum liebt Entertainment
Wenn Freiwillige gesucht werden, die bei der großen Abendshow im Theater auf die Bühne kommen mögen, ist der Andrang gewaltig. Arme schießen in die Luft, kaum dass der Zauberer nach AssistentInnen fragt, der Conferencier eine zeitweilige Tanzpartnerin nominieren möchte, der Quizmaster KandidatInnen sucht. Wir sind gerade eindeutig auf einem amerikanischen Schiff, und AmerikanerInnen lieben sowas – während die meisten Deutschen dabei eher in Deckung gehen.
Wenn jener Quizmaster seine KandidatInnen scheinbar belanglos in ein Gespräch vor 1.200 Menschen im Publikum verwickelt und schließlich fragt, wo sie denn zuletzt Sex gehabt haben, dann nimmt man das mit größter Lockerheit. Das amerikanische Publikum vergisst alle Prüderie und brüllt vor Lachen: Es liebt solche Momente. Der Kandidat auf der Bühne ist plötzlich der Star, schlagfertig, ein bewunderter Komiker, wird fortan ein paar Mal am Tag auf seinen Auftritt angesprochen. Mindestens findet er nichts dabei, wahrscheinlich sonnt er sich sogar ein bisschen in seinem Ruhm. Ein Deutscher hätte peinlich berührt auf der Bühne gestanden und wie ein begossener Pudel gewirkt.
So unterschiedlich Mentalitäten sind, so verschiedene Zielgruppen angesprochen werden sollen, so unterschiedlich sind auch die Kreuzfahrtschiffe in ihren jeweiligen Märkten und Segmenten positioniert. Kaum etwas ergibt sich dabei durch Zufall, fast alles ist gründlich durchdacht, bewusst konzipiert und mit aufwändiger Marktforschung unterfüttert.
Amerikanischer Lifestyle
Deswegen sind Schiffe, die hauptsächlich auf dem amerikanischen Markt angeboten werden, gänzlich anders aufgestellt als solche, die vor allem oder gar ausschließlich für den deutschen Markt bestimmt sind – selbst wenn sie anschließend dieselbe Route befahren sollten. Nochmal ganz anders sind Schiffe ausgestattet, deren Kabinen hauptsächlich in Fernost verkauft werden. Das beginnt bei Einrichtung und Farbkonzept, geht über die Verpflegung und reicht bis zu Animation und Abendprogramm.
Auf US-Schiffen der großen Marken Royal Caribbean und Carnival Cruises dominiert natürlich amerikanisches Publikum. Das bedeutet üblicherweise: Es geht aktiver zu als auf vielen europäischen Schiffen, der tägliche Veranstaltungskalender ist prall gefüllt, reicht von Sport unter Anleitung über die moderierte Kissenschlacht am Pool bis hin zu großen Abendshows im Broadway- oder Las Vegas-Stil. Alles ist schriller, bunter, manchmal auch lauter als anderswo. Und auf manchem Schiff gibt es Wasserrutschen in den Pool.
Der Umgangston an Bord ist locker und leutselig, deutlich weniger distanziert. Haupt-Bordsprache ist Englisch, die Anrede mit dem Vornamen nichts Ungewöhnliches. Zugleich haben sich die Reedereien aber zunehmend auf ihr internationales Publikum eingestellt, so dass es Infos bis hin zu Speisekarten oft auch auf Deutsch gibt.
Was die Kultur angeht: Klassische Musik ist eher die Ausnahme, eine anspruchsvolle Lesung nicht an der Tagesordnung. Der Wunsch nach Entertainment, vor allem nach Fun schwebt über allem. Schlimm oder zu platt ist das nicht – man muss es nur wissen. Und bereit sein, sich die Reisezeit lang darauf einzulassen.
Kulinarische Highlights
Auch kulinarisch ist das Angebot amerikanischer Schiffe auf die Hauptzielgruppe ausgerichtet. Zu jeder Tages- und fast jeder Nachtzeit ist es kein Problem, dicke Burger, Steaks, Pommes, dazu Milchshakes oder Eistee zu bekommen. Zugleich gibt es an Bord so viele verschiedene Restaurants, dass es ein Leichtes ist, diesen Standards auszuweichen, weil alle Vorlieben bedient werden und es die unterschiedlichsten kulinarischen Optionen bis hin zu Sushi gibt. Das Frühstücksangebot ist umfassend und auch deftig. Morgens um neun Potato Wedges und Bratwurst zu vertilgen ist durchaus üblich. Gleichzeitig gibt es Brötchen, Bagel, Croissants: die süße Seite.
Auffälligster Unterschied aber zu deutschen Schiffen ist das bei den Amerikanern nicht wegzudenkende Casino. US-Passagiere lieben es, auf hoher See Roulette und Baccara zu spielen und an Einarmigen Banditen herumzuhebeln. Und die Reedereien freuen sich über den zusätzlichen Profit, den sie damit machen.
Darüber hinaus gibt es Unterschiede im Detail, die wiederum an abweichenden Geschmäckern liegen: Das reicht von schrilleren Farben in den Korridoren bis hin zum – für deutsche Augen manchmal recht gewagten – Muster der Tagesdecke in der Kabine. Über das Reiseglück entscheidet all das aber nicht. Dafür ist wichtig: die Bereitschaft und Flexibilität mitzubringen, sich auf eine etwas andere Lebensart einzulassen. Merke: Eine Kreuzfahrt auf einem US-Schiff ist deshalb immer auch ein bisschen Amerika-Urlaub – ganz egal, wohin es fährt.
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