Eine Alphütte im Kanton Wallis, Schweiz © Markus Thoenen/iStock / Getty Images Plus via Getty Images
© Markus Thoenen/iStock / Getty Images Plus via Getty Images

Foodie-Traum

Die 10 typischen Nationalgerichte aus der Schweiz

Thomas ZwickerRedakteur und Reisejournalist

Die Schweiz ist bekannt für ihre atemberaubenden Landschaften, ihre reiche Geschichte und köstliche Küche. Die schweizerischen Gaumenfreuden sind so vielfältig wie das Land selbst, mit einer faszinierenden Mischung der Einflüsse aus Deutschland, Frankreich und Italien. Fondue, Raclette, Rösti, Zürcher Geschnetzeltes und mehr stehen für Gastfreundlichkeit und Gemütlichkeit. Außerdem solltest Du Dir die beliebten süßen Spezialitäten wie Bündner Nusstorte und Zuger Kirschtorte nicht entgehen lassen. Hier sind zehn typische Schweizer Gerichte, die Du kosten kannst, wenn Du das nächste Mal im Land bist, dazu erhältst Du von der Redaktion drei Rezept-Tipps für die eigene Herstellung daheim.

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Schweiz: Meistgebuchte Hotels mit ausgezeichnetem Essen

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Eine Frau isst Käsefondue in den Schweizer Alpen. © swissmediavision/E+ via Getty Images
Der Kult-Klassiker aus der Schweiz: Käsefondue. © swissmediavision/E+ via Getty Images

Geselliges Käsefondue


Fondue ist nicht nur ein Gericht, sondern ein geselliges Erlebnis, das die Schweizer Küche weltweit berühmt machte. Es wird zur kalten Jahreszeit oft in gemütlichen Alpenhütten, Restaurants oder zu Hause in entspannter Atmosphäre genossen, beispielsweise während der Feiertage. Dieses leckere Gericht besteht aus geschmolzenem Käse, der in einem Fonduetopf über einem sogenannten Rechaud erhitzt wird. Weißwein und ein Schuss Kirschwasser dürfen nicht fehlen. Die Gäste tauchen mit langen Gabeln Brotstücke in den geschmolzenen Käse. Fondue kommt ursprünglich aus dem Wallis, heute gibt es viele regionale Rezepte. Für den Klassiker kommen die Käsesorten Gruyère oder Vacherin zum Einsatz, aber auch Varianten wie Fondue Moitié-Moitié (halb Gruyère, halb Vacherin), Emmentaler oder Schmelzkäse sind zu finden. 

HolidayCheck-Redakteur

Thomas' Tipp

Bist Du kein Käsefan? Kein Problem, es gibt ja eine leckere und weltweit beliebte Alternative. Beim Fleischfondue werden verschiedene Fleischstücke in heißem Öl oder in einer kräftigen Brühe gegart – schnell vorbereitet und ebenfalls kommunikativ.

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Drei kleine Pfännchen mit geschmolzenem Raclettekäse. © beats3/iStock / Getty Images Plus via Getty Images
Raclette schmeckt zu allen Anlässen. © beats3/iStock / Getty Images Plus via Getty Images

Traditionsreiches Raclette

Raclette ist die Bezeichnung für einen halbfesten, aromatischen Käse und der Name der Spezialität, die damit zubereitet wird. Für dieses schweizerische Gericht verwendest Du einen Tischgrill mit kleinen Pfännchen. In denen werden verschiedene Lebensmittel wie Salami, Speck, Pilze, Mais und Paprika mit Käse überbacken. Dazu passen Kartoffeln, Brot, Essiggurken, Silberzwiebeln und andere Beilagen. In schweizerischen Restaurants wird das Käsegericht ebenso gern aufgetischt wie zu Hause. Diese köstliche Tradition ist ebenfalls für gesellige Runden und feierliche Anlässe gedacht, bei denen das Essen mit viel Zeit zelebriert werden kann. Laut Berichten soll die Geschichte des Raclettes auf Hirten in den Schweizer Bergen zurückgehen, die Käse auf offenen Feuern erwärmten und damit ihre Brote belegten.

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Ein Teller mit Kartoffelrösti und zwei Dips. © LauriPatterson/E+ via Getty Images
Ein Teller mit Kartoffelrösti und zwei Dips. © LauriPatterson/E+ via Getty Images

Knusprige Rösti

Für Rösti werden Kartoffeln gerieben und in der Pfanne zu einem Teigfladen zusammengepresst. Alternativ kannst Du sie im Ofen backen. Wer sich die goldbraunen Kartoffelpuffer schmecken lässt, darf sich auf ein deftiges Mahl mit einem knusprigen Äußeren und einem zarten Kern freuen. Rösti eignen sich das ganze Jahr über sowohl als Hauptspeise wie auch als Beilage. In der Schweiz werden dazu Spiegeleier, Speck, Zwiebeln, Gemüse und/oder diverse Dips serviert, um für immer neue Geschmacksvarianten zu sorgen. Das schweizerische Gericht hat seinen Ursprung in der Deutschschweiz, wo es als günstiges Bauernfrühstück verzehrt wurde. Da die Kartoffeln preiswert, nahrhaft und leicht verfügbar waren, stellten sie ein wichtiges Grundnahrungsmittel der bäuerlichen Küche dar.

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Eine Pfanne voller Zürcher Geschnetzeltes.
Zürcher Geschnetzeltes © stock.adobe.com - Angelika Heine

Zürcher Geschnetzeltes

Für Zürcher Geschnetzeltes (Züri Gschnätzlets) braucht es hauchdünne Scheiben von Kalbfleisch, die meist scharf angebraten werden, bevor sie in einer schmackhaften Rahmsoße mit Champignons landen. Weitere Zutaten für dieses gutbürgerliche Gericht sind Zwiebeln, Weißwein, Fleischfond und Gewürze wie Thymian oder Petersilie. Für einige FeinschmeckerInnen gehören zudem Kalbsnieren zum Rezept. In der Schweiz erhältst Du traditionell Rösti dazu, aber auch Beilagen wie Kartoffeln, Bandnudeln, Reis oder Spätzle sind passend. In einem Kochbuch von 1947 wird Zürcher Geschnetzeltes zum ersten Mal erwähnt. Seitdem hat es sich zu einem Favoriten entwickelt, der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

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Rezept-Tipp: Zürcher Geschnetzeltes mit Champignons

Zutaten (für 4 Personen)
Du benötigst für dieses leckere Gericht 500 g Kalbfleisch, 200 g Champignons, 1 Zwiebel, 250 ml Rahm, 100 ml Weißwein, 100 ml Kalbsfond, 2 EL Butter, 1 EL Mehl, etwas Pfeffer, Salz, Muskatnuss und Zitronensaft sowie frische Petersilie.

Zubereitung
1. Fleisch anbraten: Das Kalbfleisch schneidest Du in sehr schmale Streifen, anschließend in Butter stark anbraten und leicht salzen und warm stellen.

2. Pilze und Zwiebel zubereiten: Die Champignons putzen und in Scheiben schneiden, ebenso die Zwiebel. Beides in der Pfanne rösten, dabei etwas mit Mehl bestäuben.

3. Gut abschmecken: Mit Rahm, Weißwein und Fond ablöschen, einige Minuten köcheln lassen. Dann mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Zitronensaft abschmecken.

4. Fertigstellen und servieren: Nun das angebratene Fleisch zugeben, nochmals kurz erhitzen. Mit fein gehackter Petersilie servieren, dazu munden am besten knusprige Rösti.

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Älplermakronen auf einem Teller, klassisch mit Käse überbacken. © Kirill Rudenko/Moment via Getty Images
Älplermagronen klassisch angerichtet. © Kirill Rudenko/Moment via Getty Images

Älplermagronen mit Käse

Für LiebhaberInnen von herzhaften, traditionellen Gerichten ist ein Besuch in der Schweiz nicht komplett, ohne Älplermagronen probiert zu haben. Dieses sättigende schweizerische Gericht ist ein authentischer Bestandteil der regionalen Alpenküche, das mancherorts auch unter dem Namen Alplermakkaronen angeboten wird. Es besteht aus gekochten Nudeln, Kartoffeln, Milch, Rahm sowie geriebenem Bergkäse und kann daher als schweizerische Variante von Makkaroni mit Käse beschrieben werden. Wer es süß mag, wählt Apfelmus dazu. Der Name verrät die Herkunft der Spezialität, denn Älpler bedeutet Almbauern. Ursprünglich handelte es sich um ein günstiges, nahrhaftes Essen für die Hirten in den Schweizer Alpen. Gleichzeitig verdeutlicht die Verbindung der italienischen Pasta-Küche und der Schweizer Käseherstellung den kulturellen Austausch zwischen den Ländern.

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Eine Schale Saucisson Vaudois mit Lauchgemüse. © Image Professionals / Eising Studio - Food Photo & Video
Eine Schale Papet Vaudois mit Waadtländer Wurst. © Image Professionals / Eising Studio - Food Photo & Video

Bodenständiger Eintopf Papet Vaudois

Ein typischer Eintopf kommt aus dem Westen der Schweiz, genauer aus dem Kanton Waadt (französisch: Vaud). Für das Waadtländer Nationalgericht Papet Vaudois werden Lauch, Kartoffeln und Weißwein für eine längere Zeit über kleiner Flamme gekocht. Anschließend wird der Lauch-Kartoffel-Eintopf mit etwas Rahm verfeinert, sodass eine sämige Konsistenz entsteht. Auf diese Mischung betten KöchInnen eine gegarte regionale Wurstspezialität wie die sehr fetthaltige Saucisson Vaudois (Waadtländer Wurst). Das Traditionsrezept hat seine Wurzeln in der regionalen Bauernküche, die einfache Zutaten einsetzt. Papet Vaudois ist Ausdruck der Identität dieser Region, was sich in seiner anhaltenden Popularität und Präsenz in der lokalen Gastronomie zeigt.

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Rezept-Tipp für den Waadtländer Eintopf

Zutaten (für 4 Personen)
Zur Herstellung von vier Portionen Papet Vaudois benötigst Du 900 g Lauch, 700  g Kartoffeln (fest kochend), 1 große Zwiebel, 200 ml Gemüsebouillon, 100 ml Weißwein, 2 EL Rahm, etwas Salz, Pfeffer und Speisestärke, dazu 1 große oder 2 kleinere (ca. 350 g) Saucisson Vaudois.

Zubereitung
1. Lauch und Kartoffeln vorbereiten: Gewaschenen Lauch halbieren und in 1–2 cm breite Stücke schneiden. Kartoffeln schälen und 2–3 cm groß würfeln.
2. Wurst garen: Die Saucisson in heißem Wasser kurz vorm Siedepunkt zugedeckt 25–30 Minuten ziehen lassen.
3. Papet andünsten: Zwiebeln und Lauch in Butter 5–10 Minuten andünsten, mit Wein ablöschen, Kartoffeln und Bouillon zugeben und abgedeckt weitere 30 Minuten köcheln lassen, bis alles schön weich ist.

4. Fertigstellen und servieren: Rahm und Stärke hinzufügen und nochmals kurz aufkochen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wurst in Scheiben darüber verteilen, heiß und mit Senf servieren.

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Fleisch und Wurst mit Sauerkraut und Kartoffeln, wie auf einer Berner Platte. © margouillatphotos/iStock / Getty Images Plus via Getty Images
Fleisch und Wurst mit Sauerkraut und Kartoffeln als Berner Platte. © margouillatphotos/iStock / Getty Images Plus via Getty Images

Deftige Berner Platte

Koste mit der Berner Platte ein Stück Geschichte. Dieses Fest für Fleischfans soll 1798 nach der Schlacht von Neuenegg aufgetischt worden sein, um den Sieg über die französischen Soldaten zu feiern. Dementsprechend deftig und reichhaltig fällt die Zusammenstellung aus. Die Berner Platte vereint regionale Fleisch- und Wurstsorten wie Rippli (geräuchertes Schweinefleisch), Rindswurst, geräucherten Bauchspeck, Berner Zungenwurst mit einer Portion Sauerkraut, Kartoffeln und/oder Bohnen. Erhältlich ist diese Spezialität nicht nur in den Gasthäusern und Restaurants der Region Bern, sie gehört zum festen Repertoire vieler Schweizer Regionen.

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Eine Schale mit Müsli und Früchten, wie beim Birchermüsli. © Westend61/Westend61 via Getty Images
Weltweit beliebt: Birchermüsli. © Westend61/Westend61 via Getty Images

Gesundes Birchermüesli

Für Leib, Seele und Gesundheit ist das Birchermüesli die richtige Wahl zum Frühstück in Schweizer Hotels und Cafés. In den frühen 1900er-Jahren etablierte Dr. Maximilian Oskar Bircher-Benner, ein Arzt und Ernährungswissenschaftler, das Birchermüesli als leichtes Abendessen für die PatientInnen seines Zürcher Sanatoriums. Die klassische Mischung vereint Wasser bzw. Milch, Haferflocken, geriebene Äpfel, Zitronensaft und Nüsse. Heute kommen beispielsweise noch Joghurt, andere Früchte wie Blau- oder Himbeeren sowie Zimt unter das Gemisch. Für die cremige Konsistenz sorgt das Einweichen der Haferflocken über Nacht. Honig bringt die Süße.

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Rezept-Tipp für Schweizer Birchermüesli

Zutaten (für 4 Portionen)
Um vier Personen mit leckerem Birchermüesli zu versorgen, benötigst Du etwa 200 g feine oder klassische Haferflocken, 300 ml Milch (auch auf Pflanzenbasis), 300 g Naturjoghurt, 2 Äpfel, 2 EL gehackte Wal- oder Haselnüsse, 1 EL Zitronensaft, etwas Salz, Zimt, Honig oder Ahornsirup, 100 g Beeren.

Zubereitung
1. Haferflocken und Äpfel mischen: Lass die Haferflocken mit Milch und einem Hauch Salz gut 30 Minuten oder besser noch über Nacht gut einweichen. Dann die gewaschenen Äpfel grob raspeln und samt Zitronensaft untermischen.
2. Restliche Zutaten zufügen: Naturjoghurt, gehackte Nüsse, Zimt und Honig bzw. Ahornsirup einrühren, optional noch etwas Vanillezucker und Rosinen dazu.
3. Fertigstellen: Mit Beeren (z.B. Blau- und Himbeeren) garnieren. Kalt servieren. 

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Eine Zuger Kirschtorte auf einem Tortenständer. © Image Professionals / Gräfe & Unzer Verlag / Neubauer, Mathias
Tortentraum: Zuger Kirschtorte. © Image Professionals / Gräfe & Unzer Verlag / Neubauer, Mathias

Preisgekrönte Zuger Kirschtorte

Eine der herausragenden Leistungen Schweizer Konditoreikunst ist zweifellos die Kirschtorte aus der malerischen Stadt Zug, südlich von Zürich gelegen. Dieser preisgekrönte Genuss besteht aus einer harmonischen Komposition mehrerer Schichten. Zwei Japonaisböden treffen auf hellen Biskuit, der in Kirschsirup getränkt wird. Sorgsam dazwischen platziert sind zarte Schichten rosafarbener Kirschtortencreme, die mit dem berühmten Zuger Kirsch, einem Kirschschnaps, aromatisiert werden. Die Verzierung bringt den letzten Schliff: Puderzucker mit dem typischen Rautenmuster und knusprig geröstete Mandelscheiben. Das Originalrezept von 1915 ist seit 2015 gesetzlich geschützt und darf ausschließlich im Kanton Zug verwendet werden.

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Ein Stück Bündner Nusstorte auf einem Teller neben der restlichen Torte. © yuelan/iStock / Getty Images Plus via Getty Images
Bündner Nusstorte mit üppiger Füllung. © yuelan/iStock / Getty Images Plus via Getty Images

Reichhaltige Bündner Nusstorte

Wenn Du nach einem Dessert ohne Alkohol suchst, empfiehlt sich beispielsweise die Bündner Nusstorte, die im Engadin bereits seit etwa 1900 gebacken wird. Das Tortenrezept trat im Gepäck eines Bäckers die Reise an von den malerischen Graubündner Alpen bis hin nach Toulouse in Frankreich. Von dort eroberte es rasch ganz Frankreich und kehrte dann in den 1930er-Jahren in die Heimat zurück. Meist wird das Rezept von Generation zu Generation weitergegeben und dabei möglichst geheim gehalten. Die Bündner Nusstorte bringt eine knusprige Mürbeteigschale mit einer reichhaltigen Füllung aus karamellisierten gehackten Walnüssen oder Haselnüssen und einen Hauch von Zimt, Honig oder Sirup zusammen.

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Geschrieben von:Thomas Zwicker