Geheimtipp statt Touristenmassen
Chioggia: Warum das andere Venedig die bessere Wahl ist
Während Millionen von Reisenden jährlich die klassischen Traumziele wie Paris, New York oder Venedig ansteuern, sorgen Berichte über überfüllte Kreuzfahrtschiffe und endlose Touristenströme oft für gemischte Gefühle. Die italienische Stadt Venedig hat etwa die großen Kreuzafhartschiffe verbannt. Wer auf dieses Flair trotzdem nicht verzichten möchte, sollte Chiogga ansteuern – Venedigs weniger bekannte, aber nicht minder reizvolle Nachbarstadt.
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Alle anzeigenMassentourismus versus authentisches Erlebnis
Jährlich strömen 30 Millionen Besucher nach Venedig. Ein Großteil davon sind TagesausflüglerInnen von Kreuzfahrtschiffen, die lediglich schnell ein Selfie vor dem Markusdom schießen oder einen Kaffee auf der berühmten Piazza genießen möchten.
Seit 2021 dürfen die großen Kreuzfahrtschiffe nicht mehr in der Lagunenstadt anlegen – der TouristInnenstrom ist trotzdem ungebrochen ...
Das ursprüngliche Venedig bleibt dabei meist auf der Strecke. Wer dennoch auf der Suche nach venezianischem Flair ist, findet südlich der Lagune eine perfekte Alternative: Chioggia. Das charmante Fischerstädtchen mag zwar keinen Markusplatz vorweisen können, dafür wandelst Du hier entspannt durch ruhige Gässchen, ohne von Menschenmassen bedrängt oder von gestressten Einheimischen unfreundlich behandelt zu werden.
"Die größte Caféterrasse Italiens"
Chioggia präsentiert sich wie ein kleines Venedig: Brücken überspannen Kanäle, verwinkelte Gassen führen zu versteckten Plätzen und verleihen der Stadt einen unverwechselbaren venezianischen Charakter. Dennoch haben die knapp 50.000 EinwohnerInnen stets darauf bestanden, nicht als "kleine Schwester" der "Serenissima" bezeichnet zu werden. Die Chioggiotti sind stolz auf ihre eigenständige Identität und blicken keineswegs neidisch nach Venedig.
Ein besonderer Aussichtspunkt ist die Vigo-Brücke am Ende der Hauptstraße. Von hier schweift der Blick über die Lagune zu den Inseln Pellestrina und dem Lido di Venezia bis hin zu Venedig selbst.
Für den perfekten italienischen Kaffee braucht es keinen Markusplatz. Der Schriftsteller Curzio Malaparte beschrieb den Corso, die zentrale Flaniermeile, einst treffend als "Italiens größte Caféterrasse". Tagsüber herrscht dort angenehme Ruhe, doch abends erwacht die Stadt zum Leben, wenn sich die EinwohnerInnen zum Plaudern oder für einen Aperitivo auf dem Corso einfinden.
Lokale Märkte und authentische Küche
Donnerstags verwandelt sich der Corso zum Wochenmarkt, den die Einheimischen liebevoll "el zioba" nennen. FrühaufsteherInnen sollten unbedingt den Fischmarkt besuchen. An etwa 30 Ständen, den sogenannten "mògnoli", lassen sich frische Meeresfrüchte und Fisch für die heimische Küche erwerben. Fertige Kostproben gibt es dort allerdings nicht.
Wer nicht selbst kochen möchte, findet in den kleinen Trattorien der Stadt kulinarische Perlen. Diese bieten meist nur wenige, dafür aber frische und selbstverständlich fischreiche Gerichte an. Eine Speisekarte sucht man oft vergeblich – der Service informiert die Gäste, welche Köstlichkeiten der Koch an diesem Tag zubereitet hat.
Bei der Suche nach dem echten venezianischen Lebensgefühl lohnt sich also ein Blick gen Süden, wo mehr Fischerboote als Gondeln in den Kanälen schaukeln. Dafür begegnest Du in Chioggias Gassen deutlich weniger TouristInnen und kannst die italienische Atmosphäre in aller Ruhe genießen.
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