- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Die rustikale Yosemite Lodge mit 245 Zimmern in doppelstöckigen Motelgebäuden liegt mitten im Nationalpark. Das Hauptgebäude beinhaltet u. a. die Rezeption, ein Selbstbedienungsrestaurant, ein weiteres Restaurant mit Bedienung, mehrere Geschäfte, einen Schalter zum Kauf von Tickets verschiedener Art (z. B. für geführte Touren durch den Park oder für Theatertickets), einen Internetkiosk sowie einen Veranstaltungsplatz im Freien für Vorträge usw. Die doppelstöckigen motelartigen Gebäude, in denen sich die Zimmer befinden, liegen mehrere Gehminuten von dem Hauptgebäude entfernt und sind von Wald umgeben. Beim Check In wird man auf die Bärengefahr im Park aufmerksam gemacht, alle Lebensmittel und auch stark riechende Drogerieartikel (z. B. Sonnencreme oder Waschmittel) müssen aus dem Auto entfernt werden. In den Besucherzentren sieht man teilweise Fotos und Filme, was passieren kann, wenn man sich nicht an diese Warnung hält... Da die Nationalparkunterkünfte immer sehr langfristig ausgebucht sind, empfehle ich eine rechtzeitige Buchung (über einen Veranstalter hat man auch kurzfristiger noch eine Chance, ein Zimmer zu bekommen). Den kostenlosen Shuttle sollte man im Valley unbedingt nutzen, da fast überall Parkplätze knapp oder gar nicht vorhanden sind. Außerdem ist der Verkehr etwas kompliziert, da viele Straßen Einbahnstraßen sind. Falls man abends ins Theater gehen möchte, was ich (gute Englischkenntnisse vorausgesetzt) sehr empfeheln kann, gibt es u. U. Probleme mit der Rückfahrt, da nur um 21. 30h und um 22h (der letzte) noch ein Bus fährt, man also evtl. fast eine halbe Stunde in der Finsternis warten muß. Im Theater kann ich folgende beiden Vorführungen empfehlen: "Sarah Hawkins contemplates a Fourth Marriage: Stories of a Pioneer Woman" und "John Muir Performances: Conversation with a Tramp", beides sehr unterhaltsame Einpersonenstücke, die sich mit der Besiedlung des amerikanischen Westens bzw. mit der Errichtung des Yosemite Nationalparks beschäftigen. Übrigens empfehle ich dringendst die Mitnahme einer Taschenlampe (v. a., wenn man abends noch ins Theater gehen möchte), da das Valley kaum beleuchtet wird nachts und man ansonsten möglicherweise in der Finsternis herumirrt. Viele Wege sind auch löchrig und uneben. Wer von der Lodge aus auch Hetch Hetchy besuchen möchte (was ich sehr empfehlen kann), der muß mit einer Fahrtdauer von 1h 40 Minuten rechnen (pro Strecke). Vom Valley bis zum Tiogapaß benötigt man etwa 2 Stunden 15 Minuten, von Fresno bis zur Lodge ebenfalls ca. 2 Stunden 15 Minuten, von der Lodge bis zum Glacier Point etwa 1, 5 Stunden..
Die Zimmereinrichtung war okay: 2 Queenbetten, Safe, Bügelbrett und -eisen, eher kleines TV-Gerät, Fön, Beleuchtung nur mäßig. Waschbecken außerhalb des Bads, Drogerieartikel nur aus Spendern (angeblich aus Umweltgründen), die Temperaturregulierung der Dusche war sehr schlecht, so daß man das Wasser sehr lange laufen lassen mußte, bis es warm wurde. Im TV läuft u. a. übrigens nonstop ein Film, der das umweltgerechte Verhalten der Lodgebetreiber erläutert (gilt auch für das Wawona und das Ahwahnee-Hotel). Fleckiger Teppich. Ventilator vorhanden, aber keine (!) Klimaanlage (nur Heizung). Leider war das Zimmer nur sehr schlecht zu lüften, da man die Terrassentüre ja nachts schlecht offen stehen lassen kann. Die kleinen Schiebefenster daneben konnte man auch nicht öffnen, da die Fliegengitter davor total kaputt waren (ab der Abenddämmerung gab es viele Insekten und anderes Getier). Das einzige offene Fenster befand sich neben der Eingangstüre ganz oben, man konnte dieses Fenster kaum erreichen (auf einen Stuhl klettern) und außerdem ging es Richtung Parkplatz, Autolärm drang dadurch ins Zimmer und Ohropax wurde leider notwendig, zumal die Zimmer auch recht hellhörig sind (z. B. Türenknallen, fast alle Türen klemmen). Nachts war es allerdings recht ruhig. Ende Mai war es übrigens bereits ganz schön warm und es kühlte auch erst am späten Abend etwas ab. Auch tagsüber muß man mit dem Öffnen der Terrassentüre vorsichtig sein, da sich um die Lodge herum sehr viele Squirrels (füttern verboten!) aufhalten, die nicht sehr scheu sind und gerne auch schon mal ins Zimmer kommen, ist mir auch passiert, während ich auf der Terrasse saß (und habe es erst später bemerkt). Auf der Terrasse konnte man sehr nett sitzen, hauptsächlich von Sträuchern und Bäumen umgeben, von den Felswänden hat man auch etwas gesehen, allerdings war diese wohl schon seit Ewigkeiten nicht mehr gereinigt worden, den Stuhl mußte ich erst mal putzen, bevor ich mich darauf setzen konnte. Wanderpfade und Fahrradwege verlaufen direkt hinter den Gebäuden (abgeschirmt durch Gebüsch).
Beim Check In bekam ich Frühstücksvoucher für das Selbstbedienungsrestaurant (ob man den bekommt, hängt aber wohl davon ab, wo man gebucht hat). Dort konnte ich mir aus dem Frühstücksangebot alles aussuchen, was ich wollte, ohne dafür etwas zu zahlen, auch beispielsweise mehrere Getränke oder mehrere Stücke Obst. Das Angebot an warmem Frühstück ändert sich jeden Tag ein wenig. Die Tische werden regelmäßig abgeräumt und auch bei stärkerem Andrang konnte man hier recht angenehm sitzen. Der Food Court hat auch mittags und abends geöffnet, dabei gibt es hauptsächlich Burger, Pizza usw, ebenso eine Theke mit Kaffeespezialitäten, Smoothies usw., die jedoch beim Frühstück nicht inklusive sind, nachmittags, als ich hier einmal einen kaffee trinken wollte, hatte diese Theke jedoch leider bereits geschlossen. Da auch viele Urlauber, die nicht in der Lodge wohnen, hier essen, kann es schon einmal zu sehr großem Andrang (und dementsprechenden Wartezeiten), auch von Schülergruppen, kommen. Außer diesem eher einfachen Selbstbedienungsrestaurant gibt es noch ein weiteres mit etwas gehobenerem Angebot. Reservierungen werden allerdings nur für große Gruppen angenommen, so daß man, wenn man zur "falschen" Zeit auftaucht, vielleicht eine ganze Stunde auf einen Tisch warten muß. Man bekommt einen Pieper, der lospiept, wenn ein Tisch frei ist. Dieser funktioniert offenbar im ganzen Lodgegelände, so daß man nicht gezwungen ist, im Restaurant zu warten. Bereits um 18h bildeten sich hier lange Schlangen. Erst ab 20. 30h wurde es wieder leerer. Zweimal habe ich hier gegessen, die Bedienung war okay, hätte besser sein können. Die Qualität des Essens war am ersten Tag nicht besonders gut, obwohl das Nudelgericht, das ich bestellt hatte, nichts kompliziertes war. Am zweiten Tag war ich jedoch mit dem Essen hier sehr zufrieden, man kann also sowohl Glück als auch Pech haben. Die Preise für ein Hauptgericht liegen bei etwa 20 bis 30$, Kleiderordnung gibt es keine. Eine Bar ist wohl auch vorhanden, diese habe ich aber nicht gesehen.
Alles wird sehr flott abgewickelt, was aufgrund der Besuchermassen auch sinnvoll ist. Absolut problemloser Check In, Zimmerreinigung etwas oberflächlich. Einmal hatte ich Probleme mit dem Internetkiosk (der Geld geschluckt hat, aber nicht funktionierte), nach wenigen Minuten hab ich auf Anfrage mein Geld zurückbekommen. Fremdsprachenkenntnisse kann man, wie überall in den USA, nicht erwarten, im Selbstbedienungsrestaurant arbeitete jedoch ein vor längerer Zeit ausgewanderter Deutscher (der noch etwas deutsch konnte). Auch Toll Free-Gespräche im Zimmer sind hier kostenpflichtig (75 cent). Auscheckzeit ist 11h, wenn man etwas später das Zimmer verläßt, beschwert sich aber niemand, Einchecken kann man erst ab 17h. Eine Münzwäscherei gibt es offenbar in der Nähe, habe ich aber nicht getestet.
Besser geht's nicht, mitten im Nationalpark (im Tal). Vor der Türe ist eine Haltestation für den Shuttlebus, mit dem man kostenfrei alle wichtige Punkte im Tal anfahren kann. U. a. gibt es hier auch mehrere Souvenirläden, eine Autowerkstatt für Notfälle (nicht weit weg), ein kleines Theater beim Besucherzentrum (wenige Minuten mit dem Shuttle). Wer mitten im Park übernachten möchte und eine Unterkunft mittlerer Qualität sucht, der ist hier sehr gut aufgehoben. Es gibt auch noch günstigere (z. B. Curry Village) und deutlich teurere (The Ahwahnee).
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Da es sich um eine Nationalparkunterkunft handelt, gibt es natürlich kein großes Angebot an sonstigen Freizeitaktivitäten. Die Lodge verfügt über 2 Internetkioske (gegen Bezahlung mit Bargeld), die aber sehr schlecht funktionieren (merkwürdige Tastatur, keine Maus usw.) und außerdem ständig besetzt sind. Wie schon erwähnt fiel eines der Geräte auch an einem Tag aus, als ich es gerade benutzen wollte, außerdem gehen ständig Leute vorbei, länger verweilen möchte man hier nicht. Hier findet man übrigens auch öffentliche Telefone. Außerdem gibt es einen Schalter, bei dem man diverse Tickets kaufen kann, z. B. für geführte mehrstündige Touren mit einem Bähnchen durch das Valley, Mondscheinfahrten (nur bei Vollmond), oder auch für das Theater beim Besucherzentrum.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Alleinreisend |
Dauer: | 1-3 Tage im Mai 2007 |
Reisegrund: | Sonstige |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Susanne |
Alter: | 36-40 |
Bewertungen: | 265 |