Das Cap Horn ist etwas für maritime Nostalgiker der 70er-Jahre. Das Haus liegt zentral und hat schätzungsweise 10 Doppelzimmer, die sich auf zwei Stockwerke verteilen. Das Haus ist alt und im Kern marode; die allgemeine Dunkelheit im Haus und die Masse von maritimen Nippes sollen den aufmerksamen Gast anscheinend von diesem baulichen Zustand ablenken. Viele Nippes müßte entsprechend gepflegt werden, was nicht der Fall ist, so dass Staub um und auf diesen Sachen den Gesamteindruck prägen. Moderne Kommunikationstechnik gibt es nicht; der Kontakt läuft über Post, Telefon oder Telefax. Eine Homepage mit bildlicher Darstellung des Hauses und seiner Ausstattung wäre in Anbetracht des Zustand auch nicht angezeigt. Aufgrund der noch anwesenden Gäste stellt sich der typische Gast wohl als Paar mittleren bis gesetzteren Alters dar. Norderney ist eine sehr schöne Insel, die man gerne besuchen möchte. Leider ist dadurch die Einstellung vieler Insulanern geprägt, ein Maximum an Profit bei möglichst geringem Einsatz zu gewinnen: Wer hierher kommen möchte, muss unsere Preis zahlen und damit zufrieden sein, was ihm geboten. Der Charme der 70er-Jahre ist vorbei und auch die Vermieter auf Norderney werden sich umstellen müssen, sonst bleiben die Gäste sicherlich irgendwann mal aus.
Die Zimmer waren sehr, sehr klein und durch das Bett quasi schon völlig ausgefüllt. Die Betten waren alte Klappbetten, die aus 70er-Jahre-Schrankwänden herausgeklappt wurden. Die Breite der Doppelbetten betrug ca. 130-140 cm; die ganze Sache war durchgelegen und schrottig. Zudem gab es noch einen kleinen Tisch und zwei alte Sessel. Das Zimmer im Erdgeschoss war dunkel, weil das Fenster zu einem kleinen Gang zwischen den Nachbarhäusern hinausging und man nur gegen die in ca. 1 Meter Entfernung gelegene Wand des Nachbarhauses schaute; das Fenster konnte nicht guten Gewissens geöffnet werden, weil in dem Gang zwischen den Häusern die dort üblicherweise vorkommenden Gerüche vorhanden waren. Das Zimmer im 1. OG hatte ein helles Fenster. Die Badezimmer waren eng; das Waschbecken entsprach der Größe eines üblichen Gäste-WC-Waschbeckens. Die Duschköpfe spritzten in alle Richtungen, aber nicht nur deshalb, sondern auch wegen des mässig warmen Wasser kam kein Duschvergnügen auf. Die Handtücher hatte ebenfalls ihre Jahre hinter sich. Die Sauberkeit im Bad ließ zudem erheblich zu Wünschen übrig, so war ein Haar auf dem hinteren Rand des WC über alle Tage in der Lage unverändert vorhanden. Es gab einen Fernseher. Die Zimmer sind sehr hellhörig. Die Zimmer wurden alles Doppelzimmer vermietet; in Anbetracht von Größe, Bettgröße und sonstigen Umständen eine Frechheit. Es war in Vorhinein klar, dass es sich um preiswertere Zimmer handeln wird, aber so möchte man seinen Urlaub auch nicht verbringen. Urlaubsstimmung kommt so nicht auf. Zum Glück war während unseres Aufenthaltes das Wetter hervorragend, so dass man die Zimmer lediglich zum Übernachten betreten mußte.
Das Frühstück auf dem viel zu kleinem Tisch beinhaltete Brötchen (am Sonntag drüsch, weil aufgebacken vom Vortag), Brot, Butter, Wurst, Käse, Marmelade, gekochtes Ei, O-Saft und Kaffee/Tee. Im Kern in Ordnung.
Der Grundton war verhalten freundlich, im Kern geprägt von einer mangelhaften Gastgeberqualität. Wer auf Norderney urlauben will, kann dies gerne bei uns tun, aber der darf für das viele Geld nicht viel erwarten. Ein Tenor, der sich anscheinend in weiten Teilen über die ganze Insel zieht. Einzig der Umstand, dass man im Cap Horn auch nur drei Übernachtungen buchen konnte, erzeugte einen kleinen positiven Eindruck, der jedoch am letzten Tag nachträglich dadurch zerstört wurde, als dass trotz unmittelbarer Bekanntgabe bei Anreise, dass ein Kind einen Tag früher abreisen muss, der volle Übernachtungspreis von 35, 00 Euro abzgl. Frühstück 5, 00 Euro für letzte Nacht trotz Abwesenheit des Kindes nachdrücklich eingefordert wurden. 35, 00 Euro war übrigens der Preis für Ü/F unabhängig ob Erwachsener oder Kind; die Kinder erhielten beim Frühstück zusätzlich einen Keksriegel.
Das Haus liegt sehr zentral, das Stadt-/Kurzentrum ist schnell fußläufig zu erreichen. Bereits in der unmittelbaren Nachbarschaft gibt es Restaurants.
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