- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Drei nebeneinanderliegende "Villa-Kunterbunt"-Altstadthäuser in Sultanhamed - der Altstadt von Istanbul - wurden von drei Brüdern (großartige Kerle: Teppich- und Antiquitätenhändler, Künstler, Artist) zu einer Art privaten türkischen Salon umgebaut - in dem man nebenbei noch übernachten kann (in gerade mal zehn Zimmern). Es gibt Stiegen, Stuben und Stüberl sonder Zahl, alle mit Unmengen antiker Glaslampen beleuchtet (4000 solllen es im ganzen Haus insgesamt sein) und mit antikem Mobiliar, seltenen Teppichen, Fransenvorhängen und anderen Absonderlichkeiten wunderlichst dekoriert. Kostenfreies Wifi in allen Räumen. Man darf das Haus nicht mit normalen Maßstäben beurteilen; es kann so nur verlieren. Denn die Zimmer sind eigentlich klein, manche winzig, das Mobiliar etwas angekratzt (weil antik), die Bäder schon bißchen runtergekommen. Das Haus hat jede Menge engster Stiegen - aber keinen Lift, vielleicht mufft es auch in der einen oder anderen Ecke ein bißchen. Wer cleane und geordnete Hotelatmosphäre wünscht, wird sich hier nicht wohlfühlen. Wir haben uns wohlgefühlt: Das Personal ist sehr, sehr nett, die Besitzer sind eine Wucht und über den absonderlichen Charme des Ganzen haben wir uns jeden Tag wieder gefreut. Wir würden jederzeit wieder im Kybele übernachten. Nun ja: Wer nicht ein Faible für ausgefallene Häuser hat und auch nicht bereit ist, ein paar Abstriche in Kauf zu nehmen, der sollte vielleicht Abstand vor diesem Haus nehmen, zumal die Preise so niedrig gar nicht sind. Wer aber Lust darauf hat, in einer der ausgefallensten Herbergen der Stadt zu übernachten, mit freundlichstem Personal und darüber hinaus einer echten AAA-Lage, der sollte sich dieses Hotel näher anschauen. Ach ja, Teppiche: Wirklich nett und gut beraten wurden wir bei HaremCarpets im Arasta Bazaar - einer anspruchsvollen und netten Basarzeile direkt unterhalb der Blauen Moschee. Und nach dem üblichen Hin und Her haben am Ende die Preise dann auch gestimmt.
Hier gilt ganz besonders das im Eingang geschriebene: Die Zimmer an sich sind klein, die Bäder sind etwas runtergekommen und das Mobiliar wirkt auch mal schäbig. Klingt erst mal nicht einladend. Aber man muß die Zimmer gesehen haben, um sie zu beurteilen: Die Möbel sind zum großen Teil antik und die winzigen Altstadthäuser geben keine größeren Räume her. Und die Bäder? Ich habe schon runtergekommenes gesehen. Dafür sind die Räume fantasievoll gestaltet und ebenfalls mit Unmengen antiker Glaslampen wie 1001 Nacht beleuchtet. Die Betten sind nur 1,40 breit. Wir haben aber sehr gut geschlafen. Zumindest in den beiden Zimmern, die ich kenne, war eine Klimaanlage (die ich allerdings nicht benutzen mußte) und ein kleiner Kühlschrank. Fernsehen gibt es aus Prinzip nicht. Wir haben das kostenfreie Wifi für unsere Informationszwecke verwendet.
Frühstück wird als Buffet gereicht. Nicht vergleichbar mit den Riesenbuffets irgendwelcher Riesenresorts. Es gibt: Standardkaffee und guten Tee, Säfte, Cerealien (wie ich dieses Wort hasse!), Marmeladen (türkisch, also sehr süß), Obst, Weißbrot, etwas Wurst und Käse (auch türkisch, also der Käse schmackhaft, die Wurst für unseren Geschmack seltsam), immer einen guten saftigen Kuchen, eine Tagessuppe (jawoll, zum Frühstück und die war immer lecker), eine Eierspeise und jeden Tag eine wechselne Sorte salzigen warmen Gebäcks (mal waren es salzige Quarkstrudel, mal Eierschecken mit Schinken und Speck, diese Art Gebäck). Wir haben es genossen. Darüber hinaus gibt es ein Café und abends ein Restaurant, in dem man zu gerade noch akzeptablen Preisen ordentlich türkisch essen kann. Hervorzuheben ist der Dachgarten - vermutlich einer der skurrilsten Orte in der ganzen Stadt.
Sehr sehr nett: Alle. Die Besitzer wie auch die Angestellten. Es geht etwas persönlicher zu in diesem Haus, man wird fast beinahe wie ein Freund behandelt. Die Sauberkeit im ganzen Haus war in Ordnung, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vielleicht sollte man besser kein Hygienefanatiker sein ;-). Mit Deutsch siehts nicht so gut aus, aber man muß nicht zwingend Türkisch lernen, denn Englisch sprechen fast alle mehr oder weniger fließend.
Superb: Mitten in Sultanhamed, die Hagia Sofia 5 Fußminuten, die Sultan-Ahmed-Moschee ("Blaue Moschee") 7 Fußminuten, der Topkapi-Palast 10 Fußminuten entfernt. Die Tramway 5 Fußminuten. Die Straße vor dem Haus ist keine Durchgangstraße, also vergleichsweise ruhig. Der Flughafen Atatürk (Achtung, es gibt noch einen zweiten, weit, weit weg) ist theoretisch in 15 Minuten Fahrtzeit erreichbar. Theoretisch, weil der Verkehr in Istanbuls Altstadt manchmal komplett zum Erliegen kommen kann. Bitte einrechnen. Das Hotel arrangiert gerne einen Zubringerservice.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 1 Woche im Mai 2012 |
Reisegrund: | Stadt |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Susanne |
Alter: | 51-55 |
Bewertungen: | 51 |