Michael (36-40)
Verreist als FamilieJuli 20222 Wochen Strand

Griech. Hotel ohne griech. Flair am tollen Strand

4,0 / 6
Unauffälliges Halbpension-Hotel mit kinderfreundlichem Sandstrand, internationalem (nicht griechischem) Essen und fehlendem griechischen Flair bei ausbaufähigem Service hinsichtlich Zimmersauberkeit und Bedienung.

Lage & Umgebung
3,0
Die Anfahrt (Lord Travel Busse, die für min. 10 Veranstalter fahren) dauerte zweieinhalb Stunden, da bestimmt 15 Hotels angefahren wurden; Personen mit Reisekrankheit sollten Vomex dabei haben (Bergpässe!); das Hotel liegt verkehrsungünstig hinter einem Berg am Strand; zur nächsten Bus-/Taxistation muss man etwa am Meer entlang 15 Minuten nach Roda laufen (nur bedingt für Kinderwagen geeignet.) Der Hotelstrand ist gut bemessen, man findet immer Platz. Dieser wird aber nicht gereinigt (Seegras). An Ausflusgzielen bietet sich eine zweistündige Bootstour zum Cape d´Amour an (Ionian Boat Tours, 35€ p.P., vermittelt über die Taverne, die 50m neben dem Hotel liegt.). Ansonsten sitzt man im Nirgendwo...

Zimmer
2,0
Die Appartements (4 Personen) sind groß und bestehen aus einem Wohn- und Schlafzimmer, getrennt durch zwei Schiebetüren. Die Betten haben keine Lattenroste, sondern zirka 4cm dicke Holzbretter ohne Federwirkung; die Matratzen sind maximal 15cm dick. Aufgrund eine Bandscheibenvorfalls bekamen wir Topper an der Rezeption (nach Nachhaken der DER-Touristikdame). Die Klimaanlage war defekt und klackerte alle 15 Minuten. Die Nächte waren demensprechend bei etwa 28Grad. Tipp: Nicht auf den Balkon gehen: Hier kriechen Geckos herum, die gerne einmal im Zimmer landen (bei uns 2...). Die ersten 5 Nächte waren grauenvoll, danach ging es. Die Reinigung ist quasi nicht vorhanden: Es wird durchgefet (Sand) und Handtücher werden gewechselt. Diese wiesen bei uns anfangs Blutspuren auf und waren des öferen gelb verfärbt.
Kurzum: Wenn die Klimaanlage besser dimensioniert wäre und man in gescheite Matratzen investierte, wären die Zimmer tadellos.

Service
3,0
Dies war unsere erste Begegnung mit Griechenland und man hatte uns schon vorgewarnt, dass manches Vorurteil hinsichtlich der Geschäftstüchtigkeit wohl wahr sei.
Wir kamen an und wurden von einer lustlosen Englisch sprechenden Dame begrüßt, die uns den Schlüssel für das Zimmer gab. Es gab keine Informtionsbroschüre, es gibt keine Seife auf dem Zimmer. Um die Topper (siehe oben) kümmerte sich die DER-Dame, die anmerkte, das Hotel habe sich da erst "etwas angestellt". Nach 5 Tagen (dienstags) merkte ich an, dass zirka 1x1,5m unseres Balkons voller Vogelkot sei. Die Antwort (der einzigen Deutsch sprechenden Rezeptionistin) war, dass man das eventuell übermorgen säubern könne. ;-) Generell hat man den Eindruck, dass alle sehr nett lächeln, aber tunlichst vermeiden wollten, mit den Gästen zu interagieren. Übrigens: Das einzige Mal, dass mich jemand mit "Calimera" begrüßte, war am Abreisetag (Busfahrer); man spricht leidlich Englisch (und wahrscheinlich Albanisch). Deutsch meist Fehlanzeige, obwohl gefühlt 75% der Gäste aus Deutschland kamen. Der Kellner sprach mit dem Personal ab und an auch Englisch.

Gastronomie
3,0
Vorab: Das Essen ist durchweg genießbar und man kann unbesorgt alles essen, ohne Angst haben zu müssen, dass Montezumas Rache zuschlägt. Die Desserts sind sehr gut und abwechslungsreich. Die Salatbar ist gut. Die Hauptspeisen sind noch befriedigend: Es gab an einem Tag Gyros, an einem Tag Lendenspieße. Ansonsten - mit Ausnahme des Tzatzikis keine griechische Küche; Beispieltag: Kartoffeln, Reis, Pommes, Spaghetti Bolognese, Karotten (Diese Dinge gibt es jeden Tag); evtl. eine Fischsorte, Sauerbraten. Eher eine schlechtere Kantine. Das Flair ist auch so: Alle tragen kurze Hosen (trotz Wunsch des Hotels, dies nicht zu tun); die Aussicht ist grandios, aber die Lautstärke unerträglich (Dabei könnte man leicht schallisolierende Maßnahmen integrieren); zwei Leute nehmen Getränkebestellungen auf, etwa 5 bedienen; es sind so wenige, dass sich die Teller jeden Abend auf den Tischen stapelten und man nur 1x etwas bestellen konnte. Dazu fehlten häufig Tassen oder Gläser, vor allem beim Frühstück, das an sich gut ist (English Breakfast); die Kinder fanden die Pancakes toll, aber die gab es nur an einem einzigen Tag. Die Beachbar ist befriedigend; auch hier würde nie jemand auf die Idee kommen, von sich aus nachzufragen, ob man etwas möchte. Kurios: Am Tag der Fußball-WM der Frauen saßen etwa 65 Leute in der Lobby-Bar, die aber nicht geöffnet wurde. Stattdessen standen 3 Kellner in der Beach-Bar und betreuten etwa 8 Personen, sodass nur wenige den 30m-Fußmarsch antraten, um etwas zu bestellen - und zu warten, bis sie es mitnehmen können, denn die Kellner wollten nicht rüberlaufen. Geschäftssinn sieht anders aus!

Sport & Unterhaltung
3,0
Das Hotel bietet einen Billardtisch (2€ pro Spiel; in der Taverne gegenüber kostenlos) und einen kostenpflichtigen Kicker. Dazu existiert ein Volleyballfeld. Die Pools sind total überchlort (Kinder haben knallrote Augen) und werden abends nicht gesäubert (Poolroboter o.ä. gibt es nicht.), sodass der am Strand eher grünlich schimmerte. Leider waren die Kinder nicht herauszubekommen, weil alle Kinder dort planschten, anstatt in das tolle Meer zu gehen (bestimmt auf die ersten 50m maximal 80cm tief; toll für Kleinkinder! Es gibt kein Entertainment, aber das wollten wir auch nicht. Es gibt keinen Fitnessbereich, aber einen Spa-Bereich. Die Preise sind i.O., aber werden wohl nicht viel nachgefragt, was wohl auch am Publikum (Familien) liegt. Die arme Dame vom Spa stand in einer Art OP-Kleidung jeden Abend vor dem Restaurant und ht QR-Codes mit Infos verteilt.

Hotel
4,0

Preis-Leistungs-Verhältnis: Angemessen
Infos zur Reise
Verreist als:Familie
Kinder:2
Dauer:2 Wochen im Juli 2022
Reisegrund:Strand
Infos zum Bewerter
Vorname:Michael
Alter:36-40
Bewertungen:1