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Heiko (31-35)
DeutschlandAus Deutschland
Verreist als Paar • Juli 2012 • 1-3 Tage • Stadt
Enttäuschung an der Amstel
3,3 / 6

Allgemein
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
    Eher gut

Das Hotel de l'Europe ist eines der beiden Leading Hotels of the World in Amsterdam (und übrigens auch in den gesamten Niederlanden) und wurde seit 2009 umfangreich saniert und renoviert, so dass wir nun, nach Abschluss der Arbeiten, neugierig waren und nach rund dreieinhalb Jahren unser einstiges Lieblingshotel in der Hauptstadt der Niederlande wieder einmal besucht haben. Zunächst der obligatorische geschichtliche Abriss: Auf dem exponierten Gelände an der Amstel, direkt gegenüber dem Münzturm, befand sich bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Hotel. Das heutige Gebäude mit der charakteristischen halbrunden Fassade, das mit seinen spitzen Giebeln, Türmchen und Balustraden stets ein wenig "spooky" wirkt, wurde ab dem Jahr 1895 errichtet, und das Hotel de l'Europe eröffnete schließlich am 23.09.1896 mit 50 Zimmern. Musste man in dem alten Hotel, das sich vorher an derselben Stelle befand, für die tägliche Pflege noch ein gegenüber gelegenes Badehaus aufsuchen, so verfügte das Hotel de l'Europe immerhin schon - neben Gas und Elektrizität - über geräumige Etagenbäder; in den Niederlanden an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein fast unerreichbarer Luxus. Das de l'Europe entwickelte sich schnell zum ersten Haus am Platze in Amsterdam. Kurz bevor für die neutralen Niederlande mit der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg ein düsteres Kapitel anbrach, wurde im Hotel de l'Europe Filmgeschichte geschrieben: Im Jahr 1940 drehte Alfred Hitchcock in dem Gebäude seinen Film "Der Auslandskorrespondent" (Originaltitel: Foreign correspondent). Nach dem Krieg wurde das Hotel einer ersten großen Sanierung unterzogen. Jedes Zimmer erhielt nun ein eigenes Bad, und sämtliche Einrichtungen wurden den modernen technischen Errungenschaft angepasst. Die zweite große Renovierung fand im Jahr 1981 statt. Bemerkenswert ist, dass die Zimmer erst in jenem Jahr mit Fernsehgeräten ausgestattet wurden. Ausgerechnet im 100. Jahr seines Bestehens, 1996, erschien das Hotel de l'Europe erstmals in der Liste der 100 besten Hotels der Welt. Insbesondere die herrliche Lobby mit Böden, Wänden und Säulen aus weißem und rotem Marmor, die goldene Weltzeituhr über der Rezeption und der alte Fahrstuhl mit seinem schmiedeeisernen Gitter waren die Schmuckstücke des Hauses. Wir sind - wohlwissend, dass leider kaum etwas davon die letzte große Sanierung überstanden hat - froh, diese Einrichtung noch bei unseren beiden letzten Besuchen im November 2008 und Januar 2009 zu Gesicht bekommen zu haben. Unsere damaligen Eindrücke haben wir seinerzeit in der Bewertung "Teuer aber empfehlenswert" auf diesem Portal veröffentlicht. Nichtsdestotrotz war nach der Jahrtausendwende langsam aber sicher nicht mehr zu übersehen, dass hier und da Renovierungsbedarf anstand. So wurde im Jahr 2010 das größte Sanierungsprogramm in der Geschichte des Hotels aufgelegt. Zunächst wurde das Hotel um einen neuen Trakt an der Nieuwe Doelenstraat erweitert, der in eben jenem Jahr 2010 als "Dutch Masters Wing" eröffnet wurde und neben einem neuen Wellnessbereich mit Innenpool ausschließlich Suiten enthält, insgesamt 23 an der Zahl. Zeitgleich mit der Eröffnung des "Dutch Masters Wing" wurde das Hauptgebäude ("Rondeel-Building") weitgehend geschlossen und einer umfangreichen Renovierung und Neugestaltung unterzogen. Im Frühjahr 2011 wurde das "Rondeel-Building" schließlich feierlich wieder in Betrieb genommen. Heute bietet das Hotel de l'Europe im Hauptgebäude 88 Zimmer in den Kategorien Superior, Deluxe und Premium Deluxe sowie Junior Suiten und Suiten. Im "Dutch Masters Wing" sind, wie bereits erwähnt, 23 weitere Suiten und der neue Spa-Bereich angesiedelt. Insbesondere die Lobby ist nach der Renovierung nicht mehr wieder zu erkennen. Über Geschmack soll man ja bekanntlich nicht streiten, aber dass man die herrliche historische Marmor-Empfangshalle mit den opulenten Stuckdecken einfach herausgerissen und durch eine moderne Einrichtung ersetzt hat, grenzt an Kulturbolschewismus. Zwar sind sowohl die blau-weißen Delfter Kacheln an der Rezeption als auch die übergroßen Portraits alter niederländischer Meister durchaus originell und verbreiten Lokalkolorit, und auch die herrlichen Lüster haben die Modernisierung Gott sei Dank überstanden, aber nichtsdestotrotz versprühte die neue Empfangshalle in unseren Augen nicht halb so viel Grand-Hotel-Flair wie die alte. Wieso muss eine Renovierung in vielen Hotels immer bedeuten, dass man auf Teufel komm raus mit seiner eigenen Tradition bricht? Und apropos: Ikea-Sofas (oder Sofas, die zumindest ganz genauso aussehen; wir hatten leider keine Möglichkeit, das Etikett zu checken) haben in der Lobby eines 5-Sterne-Hotels nun mal überhaupt nichts verloren. Wir mochten es zunächst kaum glauben. Das Hotel de l'Europe ist ein Haus mit unglaublich viel Potenzial, das jedoch leider weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Die Mängel, die wir erfahren mussten, kann man in einem günstigen Mittelklassehotel noch durchgehen lassen. Für ein Hotel jedoch, das offen für sich in Anspruch nimmt, zu den führenden Häusern der Niederlande zu gehören und Mitglied der Leading Hotels of the World ist, kamen zu viele Unzulänglichkeiten zusammen. Daher die Gesamtbewertung "nicht empfehlenswert".


Zimmer
  • Eher gut
  • Wir erhielten bei unserem Besuch im Hotel de l'Europe das Zimmer 132. Laut Aussage des Rezeptionisten beim Check-In handelt es sich um ein Zimmer der Kategorie Premium Deluxe, mithin der höchsten Kategorie unterhalb der Suiten. Der sehr asymetrisch, fast dreieckig, geschnittene Raum im 1. Obergeschoss misst geschätzt knappe 40 qm, wobei jedoch das Bad fast so groß ist wie das eigentliche Zimmer. Optisch wirkt dieses jedoch durch den ungleichmäßigen Schnitt, viele Ecken und spitze Winkel und auch die flächendeckend eingesetzte sehr kräftige blaue Farbe (sogar die Decke und der Teppich sind blau) erheblich beengter. Die blaue Tapete mit asiatischen Landschaftsmotiven ist zwar hübsch anzusehen, passt aber nicht wirklich zu Amsterdam. Durch die beiden fast raumhohen Fenster wirkt das Zimmer hell und freundlich, was ihm dennoch nur bedingt etwas von der Enge nehmen kann, die es ausstrahlt. Der Blick geht hinaus auf die Amstel und das lebendige Treiben der City rund um den Münzturm. Sogar ein kleiner Balkon mit einem Tisch und zwei Stühlen ist vorhanden. Direkt darunter befindet sich jedoch die Terrasse des Restaurants, was neben quietschenden Straßenbahnen, knatternden Motorrollern und hupenden Booten für eine entsprechende Geräuschkulisse sorgt. Auch bei geschlossenen Fenstern herrscht keine vollständige Ruhe. Das wuchtige Kingsize-Bett mit seinem ausladenden, aber ebenfalls durchaus ansehnlichen Kopfteil aus Holz und blauem Polster ist zwar sehr bequem, aber zwei Nummern zu groß für das ungewöhnlich geschnittene Zimmer. Kissen in zwei verschiedenen Härtegraden sorgen für angenehmes Liegen, während die dicke, schwere, durchgehende Bettdecke eher für die kalte Winterzeit anstatt für den Juli geeignet ist. Zwei punktgenau justierbare LED-Spots erlauben bequemes abendliches Lesen im Bett. Die beiden Nachttische bieten angenehm viel Ablagefläche, was ein häufiges Manko in vielen anderen Hotelzimmern ist. Ebenso ein durchdachtes Feature: Das Telefon auf dem Nachttisch bietet eine - selbstverständlich blaue - Zeitanzeige, die auch im Dunkeln gut lesbar ist, ohne zu blenden, und kann daher gleichzeitig als Wecker benutzt werden. Auf Grund des großen Bettes wäre für eine Sitzecke eigentlich gar kein Platz mehr gewesen. Dennoch hat man an das Fußende des Bettes noch einen runden Tisch und zwei - natürlich ebenfalls blaue - Sessel gequetscht, wodurch das Zimmer vollends zugestellt ist. Ein schöner kleiner Blumenstrauß aus Flieder bringt etwas Sommerfrische in den Raum. Der relativ kleine Schreibtisch ist mindestens genauso interessant und ungewöhnlich geformt wie das Zimmer und wurde in einem hübschen Erker mit Blick auf die Amstel platziert. Schön, dass man hier auf die in vielen moderneren Hotels verbreiteten grässlichen Bürostühle verzichtet und einen - natürlich blauen - kommoden Polsterstuhl gewählt hat. Die obligaten Notizzettel und Kugelschreiber stehen sowohl am Schreibtisch als auch am Bett in eleganten Ledermäppchen bereit. Auch die Steckdosen am Schreibtisch sind bequem in Griffhöhe angebracht. Der nicht allzu große Flachbildfernseher befindet sich zusammen mit einer Bose-Soundanlage mit iPod-Docking-Station auf einem Rollständer. Die Bildqualität in HD ist exzellent. Aus Deutschland können RTL, RTL 2, Super RTL, Sat 1, Vox, Pro Sieben, WDR und N 24 empfangen werden. Darüber hinaus sind neben niederländischen Kanälen Sender aus allen umliegenden europäischen Staaten sowie russische und arabische Programme empfangbar. Weder haben wir eine Kanalübersicht noch ein Programmheft gefunden. Der große sechstürige Kleiderschrank bietet neben einer festen Kofferablage ausreichend Platz sowohl für Liegendes als auch Hängendes, es fehlt jedoch, wie so oft, an Schubladen. Ebenso sind die gut bestückte Minibar samt Wein-, Bier-, Sekt- und Wassergläser, der Safe und eine Nespresso-Kaffeemaschine mit sechs kostenfreien Kapseln - übrigens alles in angenehmer Höhe - in den Kleiderschrank integriert. Problematisch ist leider die Beleuchtungssituation, denn diese kann nur als unzureichend beschrieben werden. Die großen Nachttischlampen und eine indirekte Beleuchtung an der Zimmerdecke geben zwar ein warmes, weiches Licht, sind jedoch zu schwach, um den Raum bei Dunkelheit ausreichend zu erhellen. Ist die Sonne untergegangen, ist es auch im Zimmer bei voll aktivierter Beleuchtung nur noch schummrig. Interessant und in dieser Form selten zu finden ist jedoch ein mit Bewegungsmeldern ausgestattetes Nachtlicht am Bett und im Bad, das sich automatisch einschaltet, wenn man nachts aufsteht. So wird der schlafende Partner bei einem nächtlichen Gang ins Badezimmer nicht gestört. Hier hat wirklich mal jemand mitgedacht. Begrüßt werden wir zunächst nur maschinell auf dem Fernseher. Eine handschriftlich auf Englisch verfasste Begrüßungskarte der Guest-Relation-Managerin nebst einem riesigen Schokoladentaler bringt erst das Zimmermädchen mit dem Turndown-Service (der übrigens gegen 21.15 Uhr und damit recht spät stattfindet). Es macht einen besseren Eindruck, wenn sich solche Aufmerksamkeiten schon beim Erstbezug auf dem Zimmer befinden. Zeit genug hierfür wäre gewesen. Immerhin stehen jedoch zwei 0,5-Liter-Fläschen stilles Wasser auf den Nachttischen kostenfrei bereit. Weiterhin bringt ein Etagenkellner kurz nach unserer Ankunft eine Flasche Spumante im Sektkühler mit zwei Gläsern (wir hatten im Vorfeld mitgeteilt, dass wir an dem Wochenende unseres Besuchs ein besonderes, privates Ereignis begehen werden). Allerdings gehört es sich, auch hier eine Grußkarte dazu zu bringen, damit der Gast die Aufmerksamkeit zuordnen kann (es könnte ja theoretisch sein, dass der Spumante zum Standard-Service in allen Zimmern gehört). Das Gästeverzeichnis steht im Hotel de l'Europe nicht mehr, wie in den meisten anderen Hotels, in gedruckter Form zur Verfügung, sondern befindet sich als App auf einem iPad, das in jedem Zimmer ausliegt. Die ausschließlich auf Englisch abgefassten Hotelinformationen sind jedoch in elektronischer Form sehr unübersichtlich. Die Unterteilung erfolgt nach Kategorien, nicht nach A-Z. Es dauert viel zu lange, bis der Gast über alle wichtigen Dinge informiert und halbwegs orientiert ist. Wichtige Angaben, wie zum Beispiel die Abreisezeit, fehlen ganz. Auch die Speisekarte für den Etagenservice liegt in elektronischer Form auf dem iPad vor. Bestellungen können wie beim Online-Einkauf ebenfalls direkt über das Tablet aufgegeben werden. Für Gäste, die mit der modernen Technik nicht so viel anfangen können, steht die Room-Service-Karte auch nochmals gedruckt parat, und Order können wie üblich telefonisch erfolgen. Das Zimmer wurde gut gelüftet, aber leider unzureichend gereinigt übergeben. So schön der Blick aus den Fenstern auch ist - geputzt wurden diese offenbar schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Man hat das Gefühl, als habe sich der Staub und Dreck der vergangenen Jahrzehnte dort abgelagert. Im Zimmer zieht sich ebenfalls eine dicke Staubschicht über alle Ablagen, die beiden Telefone, den Fernseher (insbesondere die Rückseite), Lampenfüße, Leisten, Lichtschalter und Steckdosen. Der Holzfußboden ist von kleinen weißen Sprenkeln, Schrammen und Kratzern übersäht, was sehr ungepflegt aussieht. Dafür, dass das Zimmer erst rund ein Jahr alt ist, wirkt es an manchen Ecken schon sehr abgestoßen. Eine teilweise aus der Schiene gerissene Gardine und Laufmaschen im Teppich zeugen bereits von einer beginnenden Vernachlässigung. Das helle, geräumige Bad macht einen erheblich besseren Eindruck als das Zimmer. Der in weißen Marmor verkleidete Raum verfügt über ein Fenster mit schönem Blick auf die Amstel und wirkt dadurch elegant und lichtdurchflutet. Auch die formschönen, auf antik gemachten Armaturen tragen zur ansprechenden Optik bei. Neben einer geräumigen Badewanne, aus der der Blick aus dem Fenster genossen werden kann, steht eine großzügige separate Duschkabine zur Verfügung. Leider fehlt ein Bidet, das in den alten Bädern noch vorhanden war. Die Guest supplies stammen aus der exklusiv für das Hotel de l'Europe produzierten Pflegelinie "Blaise Mautin" und werden sehr großzügig in üppigen 80 ml-Flacons eingesetzt. Neben Duschgel, Seife, Bodylotion, Shampoo und Conditioner stehen Badesalz, Peeling und Handcrème bereit. Der Geruch ist dezent und gleichzeitig elegant. Beim Abendservice platziert das Zimmermädchen noch zwei Tuben Entspannungsgel für müde Beine auf dem Nachttisch. Nach einem anstrengenden Stadtbesichtigungstag eine individuelle und schöne Idee. Das Bad wurde besser gereinigt übergeben als das eigentliche Zimmer. Unschön fällt allerdings ein langer roter Strich in der Badewanne auf, der aussieht, als habe sich dort ein Kind mit Wachsmalfarbe verewigt. Was für ein Schmuckstück könnte Zimmer 132 mit ein wenig mehr Pflege und Fürsorge sein. In dem Zustand, in dem wir es vorgefunden haben, bleibt aber der Wow-Effekt aus und ein schaler Nachgeschmack zurück. Auch der schöne Ausblick und das ansprechende Bad können den Gesamteindruck letztlich nicht mehr retten.


    Restaurant & Bars
  • Sehr schlecht
  • Wir haben bei unserem Besuch nur das Frühstück im Hotel de l'Europe eingenommen und können uns daher auch nur darüber äußern. Diesmal ließen wir uns das kontinentale Frühstück für immerhin 24,00 Euro pro Person auf dem Zimmer servieren. Laut Beschreibung auf der Bestellkarte (alternativ wäre auch, wie bereits beschrieben, eine Bestellung über das iPad möglich gewesen) sollten ein Brotkorb, Butter, Honig, Konfitüre, Marmelade, Obstsalat, Joghurt, eine Wurst- und Käseauswahl, Cornflakes sowie wahlweise Kaffee, Tee oder heiße Schokolade enthalten sein. Das wurde uns dann zwar auch alles serviert, allerdings in einer Qualität, die für ein 5-Sterne-Hotel beschämend ist. Zwar sind die Niederlande nicht unbedingt als Land des feinen Essens bekannt, aber trotzdem müssen in einem Luxushotel gewisse Standards gelten. Schon der Trolley an sich war wenig liebevoll hergerichtet; auf Blumenschmuck hat man gänzlich verzichtet und das kreuz und quer auf den Wagen gestapelte Geschirr wurde wo gerade Platz war ohne erkennbares System hingeklatscht. Der Kaffee und die frisch gepressten Säfte (wobei der Orangensaft jedoch unangenehm säuerlich und der Apfelsaft wie Direktsaft schmeckte) waren in Ordnung, aber schon der Earl Grey Tee in Form eines Teebeutels simpelster Machart aus dem Supermarkt war eines Top-Hotels mehr als unwürdig. Der Brotkorb bestand aus einer völlig überdimensionierten Anzahl an pappigen, aufgebackenen Körnerbrötchen (teils mit Kümmel, was nun wirklich nicht jedermanns Geschmack ist) und ebenso laschem Weiß- und Graubrot. Am besten waren noch die beiden Schokoladen-Muffins, ein kleines Croissant und ein noch kleineres Schokoladenbrötchen. Die Krönung stellte jedoch die Wurst- und Käseauswahl dar: Je vier Scheiben gekochter Schinken der simpelsten Machart und vier Scheiben mittelalter Gouda, bei dem sich bereits die Ränder nach oben bogen. Mir kam unweigerlich ein Lied in den Sinn, das ich mal früher im Kinder-Kirchenchor gesungen habe, und das den Titel trug: "Eile, Gott, mich zu erretten!". Mehr muss man wohl dazu nicht sagen. Dass man in anderen Ländern weniger üppig frühstückt als in Deutschland, ist völlig in Ordnung. Dass man jedoch in einem Leading Hotel of the World eine derart unterirdische Qualität vorgesetzt bekommt, ist überhaupt nicht in Ordnung. Gott sei Dank war das Frühstück in unserer Buchung enthalten, denn 24,00 Euro pro Person hätten wir für das Gebotene nicht bezahlt.


    Service
  • Schlecht
  • Guter Service beginnt nicht erst beim Check-In, sondern bereits davor. Die persönliche Betreuung des Gastes im Vorfeld ist ebenso wie das Beschwerdemanagement im Nachhinein mindestens genauso wichtig wie der Aufenthalt selbst. In diesem Sinne begann der Besuch im Hotel de l'Europe zunächst sehr verheißungsvoll: Sämtliche Anfragen, die wir vor unserer Anreise per e-Mail an das Hotel richteten, wurden zügig, freundlich und verbindlich in der Sache beantwortet. Vier Tage vor unserer Ankunft übersandte uns ferner die Guest-Relation-Abteilung unaufgefordert ein umfangreiches Formular, in dem wir von der Lage und Ausstattung des Zimmers über die voraussichtliche Ankunfts- und Abreisezeit bis zur gewünschten Raumtemperatur unsere Wünsche und Vorlieben für den Aufenthalt mitteilen konnten. Diese in der internationalen Spitzenhotellerie übliche Geste ließ uns unserem Besuch umso freudiger entgegen sehen. Leider hielt die Realität, die wir dann im Hotel de l'Europe erlebten, den vorher geweckten Erwartungen nicht annähernd stand: Schon vor dem Eingang herrschte Hektik und Chaos, Taxis, Busse und sonstige Fahrzeuge schoben sich Stoßstange an Stoßstange vor das kleine Portal, und wie aufgescheucht herumrennende Doormen und Pagen versuchten irgendwie, der Menge an an- und abreisenden Gästen Herr zu werden. In dieser Stimmung war dann für einen Gruß oder die Abnahme unseres Gepäcks (wir kamen zu Fuß von der nahen Metro-Station) kein Raum. Vermutlich wurden wir noch nicht einmal registriert. Dieser Zustand setzte sich dann in der Lobby nahtlos fort: An der Rezeption drängten sich die Gäste in Viererreihen, während überall aufgestapeltes Gepäck einen Anblick wie in der Bahnhofshalle bot. Alle Sitzgelegenheiten in der Hotelhalle waren ebenfalls belegt oder mit Gepäck und Garderobe belagert. Rezeptionist E., der uns eincheckte, bemühte sich zwar um Höflichkeit, wirkte jedoch reichlich gestresst und kurz angebunden. Neben dem üblichen Standard war offensichtlich keine Zeit für Höflichkeitsfloskeln oder sonstige Kommunikation. Immerhin bemühte sich E., nachdem er uns als Deutsche identifiziert hatte, Deutsch zu sprechen, was wir als nette Geste empfunden haben. Ansonsten kommt man im Hotel (wie generell in Amsterdam) mit Englisch problemlos weiter. Deutlich vernehmbar teilte uns der Rezeptionist mit, dass wir auf Grund unserer Mitgliedschaft im Leaders Club ein "schönes Upgrade" auf die Premium-Deluxe-Kategorie mit Amstelblick bekommen hätten. Das ist zwar erfreulich, jedoch gehört so etwas mit Diskretion behandelt, schon allein, um nicht den Unmut anderer Gäste zu wecken. Obwohl wir unsere Ankunft im Vorfeld avisiert hatten, war unser Zimmer beim Check-In noch nicht bezugsfertig, was man an der Rezeption mit einem ausgebuchten Haus entschuldigte. Das ist jedoch nachweislich nicht wahr, denn wir haben vor unserer Anreise die Verfügbarkeit im Internet auf allen gängigen Buchungsportalen und der Hotelhomepage sowohl für den Vortag als auch den Tag unserer Anreise geprüft. Es waren noch ausreichend Zimmer in nahezu allen Kategorien zu haben. Wir wissen nicht, wie es anderen Gästen geht, aber wir jedenfalls lassen uns nicht gerne anlügen. Nun denn. Allerdings war leider auch zur offiziellen Anreisezeit um 14.00 Uhr unser Zimmer nicht fertig. Zweimal wurden wir von der Rezeption mit dem sinngemäßen Satz "nur noch fünf Minuten, ihr Zimmer wird mit der höchsten Priorität fertig gemacht" hingehalten. Aus fünf Minuten wurden dann weitere fünfzig Minuten (womit die Rezeption dann ihr letztes Fünkchen Glaubwürdigkeit verloren hatte), bis wir endlich von einem höflichen, aber sehr unterkühlt wirkenden Mitarbeiter auf unser Zimmer begleitet wurden. Weder wurde uns während der Wartezeit ein Getränk angeboten noch kamen sonstige Gesten oder zumindest eine Entschuldigung zum Einsatz. Auch bei zahlreichen anderen Gästen, die nach dem Check-In in der vollen Lobby "geparkt" wurden und auf ihre Zimmer warteten, haben wir dies beobachtet. Nicht nur an der Rezeption, sondern auch beim Housekeeping schien man während unseres Besuchs auf Grund der etwas volleren (aber, wie gesagt, nicht ganz vollen) Belegung rettungslos überfordert zu sein. Hektik, Oberflächlichkeit und Schludrigkeit (siehe auch unter "Zimmer") wohin man schaut. Da überraschte es schon fast nicht mehr, dass ein Zimmermädchen am nächsten Morgen an unserer Tür Sturm klingelte, obwohl wir "do not disturb" aktiviert hatten. Es mag sein, dass das Hotel de l'Europe an dem Wochenende unseres Besuchs mit einem erhöhten Gästeaufkommen zu kämpfen hatte und es deshalb oder aus welchen Gründen auch immer hinter den Kulissen brodelte. Davon darf der Gast jedoch keinesfalls etwas mitbekommen. Insgesamt war die Leistung im Bereich Service für ein Leading Hotel of the World durchgehend zu schwach.


    Lage & Umgebung
  • Sehr gut
  • Die Lage des Hotel de l'Europe gehört zu den größten Vorzügen des Hauses und könnte kaum besser sein. Man befindet sich inmitten der turbulenten Innenstadt von Amsterdam am Ufer der Amstel gegenüber vom Münzturm, so dass alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, Restaurants jeglicher Couleur, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten fußläufig bequem zu erreichen sind. In der niederländischen Hauptstadt gibt es kaum etwas, das es nicht gibt, so dass garantiert keine Langeweile aufkommt. Einfach aus der Hoteltür raus und man ist mitten drin im Gewühl. Zum Hauptbahnhof (Centraal Station) mit direktem Anschluss zum Flughafen Schiphol sind es etwa 10 Gehminuten oder zwei Haltestellen mit der Straßenbahn. Die nächste Metrostation "Waterlooplein" ist gute fünf Gehminuten entfernt, die Straßenbahnhaltestelle "Muntplein" befindet sich schräg gegenüber vom Hotel. Einen Transfer vom Flughafen zum Hotel lässt sich das de l'Europe mit 105,00 Euro im Sedan, 125,00 Euro im Minivan und 155,00 Euro in der Stretch-Limousine bezahlen. Der absolute Knaller sind dann aber die Preise für die hoteleigene Parkgarage (nur über Valet Parking zu nutzen): 24 Stunden werden hier mit astronomischen 57,50 Euro (!) berechnet. Das lassen wir jetzt mal unkommentiert so stehen. Schon allein wegen dieser Preise sollte man es vermeiden, mit dem Auto bis zum Hotel zu fahren; davon abgesehen, dass man in der Amsterdamer City kein Auto braucht. Wir möchten an dieser Stelle unseren Tipp aus dem Jahr 2008 wiederholen, der sich bislang bei jedem unserer regelmäßigen Besuche in Amsterdam bestens bewährt hat: Es besteht die Möglichkeit, sein Auto vor den Toren der Innenstadt in der großen, rund um die Uhr bewachten Park and Ride Anlage "Transferium" an der Bijlmer Arena abzustellen (ins Navi eingeben: Burgemeester Stramanweg 130, 1101 Amsterdam). Hier kosten 24 Stunden parken 8,00 Euro (Stand Juli 2012), und man erhält zusätzlich gratis bis zu fünf Fahrkarten für die Metro pro Fahrzeug dazu (gelten nur für die Fahrt vom Transferium in die Innenstadt und zurück, nicht für weitere Fahrten in Amsterdam selbst). Die Metrostation "Bijlmer Arena" liegt direkt neben dem Parkhaus (ist alles gut ausgeschildert, auch auf Deutsch), von dort sind es ca. 15 Minuten mit der Metro-Linie 54 bis zum Hauptbahnhof (Centraal Station). Auf der Rückfahrt nimmt man ebenfalls die Linie 54 Richtung "Gein".


    Aktivitäten
  • Eher schlecht
  • Beliebte Aktivitäten

    • Kultur & Erlebnis
    • Ausgehen & Nightlife

    Das Hotel de l'Europe verfügt über einen Innenpool und einen Fitnessbereich im Anbau "Dutch Masters Wing". Der Weg vom Hauptgebäude "Rondeel" ist schlecht beschildert, lang und umständlich. Aber eigentlich ist das sogar ganz gut so, denn der Wellnessbereich eignet sich eh nicht für einen längeren Besuch. Der Innenpool ist ein besseres Tauchbecken von ca. 5 x 5 Metern Größe mit integrierter Whirlpoolecke. Bei unserem Besuch waren sowohl der Pool an sich als auch die vier Stühlchen drum herum von Horden von Kindern mit ihren Eltern belagert, so dass wir nach ein paar Minuten wieder reißaus nahmen. Erholung und Entspannung? Fehlanzeige! Noch etwas Lustiges zum Schluss: Die vor dem Schwimmen zu benutzende Dusche bestand aus einem Brausekopf, der ohne irgendeine Markierung oder Abgrenzung an der Raumdecke am Poolrand befestigt war und durch einen Bewegungssensor aktiviert wurde. Wenn man also arglos am Rand des Beckens entlang geht und den Duschkopf an der Decke nicht bemerkt, bekommt man auf einmal einen unvermittelten Guss von oben (so geschehen bei einer Dame, die fröhlich am Pool entlang lief und sich wegen der plötzlich einsetzenden Dusche fast zu Tode erschrack). Immerhin: Der Schwimmbadbereich ist sehr sauber und ansprechend gestaltet.


    Preis-Leistungs-Verhältnis: AngemessenHotel ist schlechter als in der KatalogbeschreibungHotel wirkt schlechter als angegebene Hotelsterne
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    Infos zur Reise
    Verreist als:Paar
    Dauer:1-3 Tage im Juli 2012
    Reisegrund:Stadt
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Heiko
    Alter:31-35
    Bewertungen:52