Für ägyptische Verhältnisse ein relativ kleines Hotel, eigentlich auch eher eine sehr geschmackvoll angelegte Bungalowanlage. Die Entfernung nach Sekalla beträgt ca. 18km, was beachtlich ist und beim Verhandeln des Taxipreises wenig Spielräume lässt. Im Grunde handelt es sich um eine der südlichsten Anlagen von Hurghada; das heisst, es gibt praktisch keinen Durchgangsverkehr. Das Arreal befindet sich auf einer Landzunge, man kann daher bei klarer Sicht einen großen Teil des Küstenstreifens von Hurghada einsehen. Die Bungalows sind ausnahmslos zum Meer - einen unmittelbaren Meerblick hat man trotzdem nicht in jedem Fall - und nach Norden ausgerichtet. Im Sommer fehlt daher die unmittelbare Sonneneinstrahlung auf die Fensterfronten, was man sich bei Schattentemperaturen von bis zu 45 Grad durchaus als Vorteil vorstellen kann. Die Anlagenbepflanzung haben wir als überdurchschnittlich empfunden, alles wirkte trotz wohl schon fortgeschrittenem Alter der Anlage gut gepflegt. Die Zimmer sind geräumig und die Betten wirklich überdimensional. Die Größe eines Bungalows wäre wohl mit ca. 45qm zu veranschlagen. Die Pflege und der Zimmerservice sind für ein ägyptisches Hotel dieser Kategorie Standard und dementsprechend sauber. Aufgefallen sind uns vor jeder Terasse aufgestellte Mausefallen. Im Bungalow haben wir zu keinem Zeitpunkt Ungeziefer gesehen. Die Anlage war wohl gut besucht und nach Auskunft der Reiseleitung auch ausgebucht. Wegen der enormen Größe des Arreals ist das aber kaum aufgefallen; Liegeplätze am Strand und an den Pools (Süsswasser) waren jederzeit ausreichend verfügbar. Erstaunlicherweise waren am Strand auch Rollstuhlfahrer, und bei näherem Hinsehen kann wohl festgestellt werden, dass die Anlage insgesamt wohl bedingt sogar behindertengerecht ist. Unser Bad war es nicht, aber augenscheinlich könnten bei Nachfrage entsprechende Zimmer zur Verfügung stehen. Die Außenanlagen jedenfalls waren mit Rollstühlen zu befahren und neben jeder Treppe gab es Auffahrrampen, die allerdings teilweise recht steil waren und nur mit Hilfe für Rollifahrer zu bewältigen wären. Der Jahreszeit entsprechend waren nur wenige Kinder unter den Gästen, der überwiegende Teil der Reisenden bestand wohl aus Osteuropäern, was sich in keiner Weise auf unseren Urlaubsgenuss ausgewirkt hat. Die andernorts häufig erwähnten Eskapaden (Sauf- und Fressgelage) können wir nicht berichten. Badeschuhe nicht vergessen - für die Kleinen. Bei Durchfall hilft nur Antinal - die ägyptischen Apotheken wissen schon. Das ganze deutsche Zeug hilft nicht - müsst ihr einfach glauben.
Die Zimmer waren ok. Ich gehe davon aus, dass nicht alle Kühlschränke die gleiche Geräuschkulisse boten wie der in unserem Zimmer. Leichtschläfer hätten sich sicher belästigt gefühlt. Ich denke aber, dass bei einem entsprechenden Hinweis auch Abhilfe geschaffen worden wäre. Der Zimmerservice war nämlich super. Die Jungs waren vollkommen unaufdringlich, aber immer da, wenn man sie brauchte. Handtücher und Bettwäsche wurden täglich gewechselt und waren auch immer schön frisch und sauber. Im Bungalow gab es neben immer gefüllten Seifenspendern auch einen Fön. Der Fernseher funktionierte - es gab offenbar auch reichlich deutsche Sender, für diejenigen, die es ohne Filme aus der Heimat gar nicht aushalten können.
Ja - die Gastronomie!! Also das Essen war immer hervorragend zubereitet und auch bei den Desserts hat es endlich mal ein arabischer Bäcker geschafft, Gebäck herzustellen, das nicht noch süßer war als Zucker. Die Auswahl bei den Speisen war ausreichend. Bei zwei Wochen Aufenthalt hätte aber möglicherweise schon etwas der Spannungsbogen gefehlt und drei Wochen Aufenhalt wären wohl für einen normalen Mitteleuropäer schon bedenklich. Kein wirklicher Grund zu klagen, aber im Vergleich der mir bekannten Hotels in Ägypten (natürlich vergleichbarer Kategorie) muss ich dem Coral Beach leider die Rote Laterne verpassen. Vielleicht ein Spleen von uns, aber dennoch sofort ins Auge gesprungen ist die Tatsache, dass es verschiedentlich zu den Mahlzeiten - also auch morgens - keine Tomaten oder Gurken gab, oder diese, wenn einmal eine Schüssel geleert war, nicht mehr aufgefüllt wurden. Das ist für mich, als würde mir jemand während eines Aufenthalts in Italien andeuten, es gäbe dort ab sofort keine Pasta mehr. Davon gab es allerdings im Coral Beach dann reichlich. Und zwar jeden Abend - und zwar fast ausschließlich. Andere warme Speisen gab es praktisch nicht. Wobei ein Italiener mit dem Koch heftigst ins diskutieren geriet, weil er, was er sah und schmeckte weder für Pasta noch für warm hielt. So kräftig würde ich das nicht ausdrücken, aber ich bin ja auch kein Italiener. Das Beilagenbüffet hingegen war dann wieder recht ordentlich. Es gab meistens eine Fleisch- und Fischsorte, wobei man bei den Fischen aufgrund ihrer (geringen) Größe selten auf das Abenteuer einer fein säuberlichen und zeitlich aufwändigen Sezierung verzichten musste. Obwohl ausgesprochender Fischliebhaber und im Gebrauch der entsprechenden Tischwerkzeuge nach eigener Einschätzung überdurchschnittlich geübt, habe ich mir irgendwann den Genuss dieser Leckereien versagt. Ein Blick in die auch gegen Ende der Mahlzeiten noch gut gefüllten Behältnisse zeigte dann auch oft, dass ich mich meiner fehlenden Energieleistung nicht schämen musste, weil vor mir bereits 90% der Gäste an der gleichen Aufgabe verzagt waren. Leider waren dementsprechend die anderen Beilagen ratz-fatz abgeräumt und vor den Thermobehältern bildeten sich dann auch schon mal längere Schlangen. Durch diese zitterte sich dann alleweil ein unterdrückter kollektiver Seufzer, derweil der Koch just in diesem Augenblick freudestrahlend den noch zu 3/4 gefüllten Fisch-Thermo-Behälter gegen einen frisch gefüllten austauschte, während der - sagen wir mal - Überbackene-Tomaten-Behälter - in dessen gähnende Leere die Meute seit geraumer Zeit starrte, für weitere 20 Minuten nur eine still ruhende, glänzende Öllache anzubieten hatte. Das Publikum war aber sehr freundlich. Die Qualität der all-incl.-Leistung entsprach nicht dem mir Bekannten. Es war zwar jederzeit möglich, Getränke zu erhalten, aber mitunter musste man dafür richtige Strandspaziergänge unternehmen (eigentlich ja gar nicht schlecht, oder?) Von den offensichtlich tatsächlich vorhandenen Bars war - trotz voller Auslastung des Hotels - lediglich ein Teil geöffnet. Aber es ging schon. Ein Witz war hingegen die Versorgung mit Essen im Strandbereich. Nach meiner Auffassung diente das dort tatsächlich Angebotene lediglich formal dem Anspruch an eine entsprechende Versorgung. Für ca. 100-150 Gäste waren dort genau 3 Thermobehälter aufgebaut, die jeden Tag das gleiche enthielten. 1. Angewärmte Weissbrötchen mit Kräuterquark 2. geraspelte Möhren 3. geraspelte Gurken (wofür eigentlich Thermobehälter?) Ich bin der Meinung, wenn ein Hotelier glaubt, sich ein Verpflegungsangebot wie All-incl. eigentlich gar nicht leisten zu können, dann sollte er darauf verzichten, statt eine derartige Form des Verarmungswahns zur Schau zu stellen und ein eigentlich recht nettes Hotel auf diese Weise ins Off zu katapultieren. Bei der Möhrchen-Gurken-Nummer fühlten sich einige Gäste wirklich auf den Arm genommen.
Wir haben uns eigentlich ganz gut aufgehoben gefühlt. Das Personal war immer bemüht kleinere Schwächen im organisatorischen Ablauf durch persönliche Initiative zu kompensieren. Die Zimmerreinigung war 1a. Wir hatten keinen Grund uns zu beschweren, daher kann hier auch nichts über das Beschwerdemanagement gesagt werden. Alle Formalien waren schnell und reibungslos erledigt. Die deutschsprachige Verständigung war etwas mühselig, aber mit englisch kommt man auf jeden Fall 100%ig zurecht. Nicht wirklich lästig aber bemerkenswert war die Tatsache, dass der Eindeckservice deutliche Schwierigkeiten hatte. Es konnte schon eine geraume Zeit vergehen, bevor ein Kellner bemerkte, dass am Tisch Bestecke und Geschirr fehlt. Wenn es mal länger als eine Viertelstunde dauerte, haben wir uns am Board halt selbst bedient. Manche Gäste fanden das aber nicht so lustig.
Obwohl das Hotel praktisch außerhalb von Hurghada liegt, kann die Transferzeit vom Flughafen eigentlich vernachlässigt werden. Die Entfern ung nach Sekalla beträgt ca. 18km, in unmittelbarer Umgebung der Anlage gibt es nichts, was zum Bummeln einladen könnte. Man ist daher immer auf einen Shuttleservice angeiwesen oder auf eine Taxi. Beim letzteren sind die Preise für ägyptische Verhältnisse allerdings gesalzen; sie liegen bei etwa 10€ pro Fahrt. Trotz langjähriger Ägyptenerfahrung hat hier auch kein Verhandlungsgeschick genutzt. Das ist wohl auf die Lage des Hotels zurück zu führen: Ein Taxi musste oft eigens angefordert werden, weil es keinen Durchgangsverkehr gab und somit auch keine leerfahrenden Taxen, die mal eben an einem zusätzlichen Fahrgast die Kosten einer Leerfahrt reduzieren wollten. An der Nordseite der Anlage wird eifrig an einer neuen Anlage gebaut, was aber weder zu einer besonderen Lärm- noch Dreckbelästigung geführt hat. Die Baustelle war auch durch einen Sichtschutz großzügig abgeschautet, man hätte schon über die flächigen Bambus- und Strohmatten schauen müssen, um sich belästigt fühlen zu dürfen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Da wir uns ansonsten eher im Hochsommer in Ägypten aufhalten kann es sein, dass mir bei früheren Gelegenheit ein ähnlich mit Sport- und Spielplätzen ausgestattetes Hotel noch nicht aufgefallen war. Tatsache ist: Im Coral Beach waren üppige Sport- und Spielmöglichkeiten gegeben. Und das Tollste: Die Anlagen wirkten sehr gepflegt und gebrauchsfähig. Selbst der Volleyballplatz schien über genügend Sand zu verfügen, an den Benutzern waren jedensfalls die typischen Spuren klassischer ägyptischer Beachvolleyballplätze nicht zu entdecken. Was heißt, das die Sandschicht über dem Felsboden wohl ausnahmsweise mal mehr als die üblichen 6mm betragen haben muss. Die Tennisplätze wurden regelmäßig bewässert und sahen tatsächlich so aus, als seien sie auch einigermaßen vernüftig zu bespielen. Selbst ein Sandfussballplatz mit echten Toren war zu entdecken. Am Strand befindet sich ein Schnorchelgeräteverleih, den man nutzen sollte, wenn man selbst ohne angereist ist. Das Coral Beach kann nämlich mit Stolz auf ein vorgelagertes Hausriff verweisen, das sich hinter dem des Arabia Beach nicht verstecken muss. Leider (oder Gott sei Dank) ist das aber nur zu erreichen, wenn man für den Weg dahin eine Schwimmstrecke von 75-100m in Kauf nimmt. Der Vorteil: Obwohl sich immer noch einige Dummköpfe finden, die bei Ebbe übers Riffdach laufen, ist deren Zahl gegenüber Riffpiraten in anderen Anlagen deutlich geringer. Daneben bietet das Coral Beach auch einen nach meinem Dafürhalten ungewöhlich breiten und flach ins Meer abfallenden Strandabschnitt, was besonders für Familien mit kleineren Kindern interessant sein dürfte. Trotzdem sind Badeschuhe auch dort unerlässlich. Was die Unterhaltung angeht dürften Party- und Animationsjunkies wohl eher enttäuscht werden. Dem Augenschein nach beschäftigt das Coral Beach wohl 2, vielleich auch 3 Animateure. Die Armen waren von frühmorgens bis spätabends (-nachts?) permanent präsent und konnten selbst zu später Stunde noch lächeln. Das Programm selber wies dann allerdings schon nach wenigen Tagen eine deutliche Verarmung an Varianten in der Choreografie auf und korrelierte insofern eindeutig mit den Entfaltungsmöglichkeiten der Küche. Mir war´s egal, so war jedenfalls eine ausreichende Portion Schlaf zu erhalten, gegen 23. 30 allerspätestens war nämlich Schluss mit lustig und da es in der Anlage selbst nur einen aus 3-4 Läden bestehenden Pseudobasar gab, konnte man sich im Anschluss daran sofort zur Ruhe begeben, zumal auch der Strom an alkoholischen, aber natürlich auch an nichtalkoholischen, Getränken etwa zur gleichen Zeit versiegte.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Oktober 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Harald |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 4 |


