Die Anlage ist eigentlich recht schön gestaltet und wirkt wie ein kleines Dorf. Das Hotel hat ca. 90 Betten und und dürfte Ende der 80er Jahre gebaut worden sein. Angenehm ist, dass es lediglich zwei Stockwerke gibt und die Anlage durch ihren "Dorfcharakter" nicht wie ein Betonbunker wirkt. Alles in allem ist die Anlage sauber und ordentlich. Soviel wir wissen, kann man sich nur mit Halbpension einmieten. Es gibt zwei Poolbars und eine kleine Snackbar, wo wir aber nie gegessen haben. Das Publikum ist gemischt, besteht aber hauptsächlich aus Holländern, Franzosen und Deutschen. Durch seine abgeschlossene Struktur und die Zimmer mit kleinen Kochnischen bietet sich das Hotel besonders für (junge) Familien an - kinderlose Paare und Singles sind in der absoluten Unterzahl! Die Gäste sind überwiegend jung, zwischen 25 und 45. Unser besonderer Tipp ist, dieses Hotel, wenn es geht, in der Hauptsaison nicht zu buchen, da es IMMER Probleme mit den Zimmern gibt! Hat man dies dennoch vor, so muss man sich auf lange und hartnäckige Verhandlungen an der Rezeption vorbereiten. Dabei empfehlen wir, nicht nachzugeben! Vor allem sollte man auch die Reiseleitung in Deutschland einschalten, da sie nochmal ganz anders Druck machen kann. Bestehen Sie auf Ihre Rechte! Wer einen ruhigen Urlaub ohne Probleme mit dem Hotel sucht, sollte "Castello Village" meiden!! Wir haben jedenfalls daraus gelernt. Ansonsten ist Sissi ein kleiner, ruhiger Ort und für Erholungssuchende passend. Große Familien würden wir eine größere Anlage empfehlen, mit größeren Pools und mehr Spiel- und Liegefläche.
Leider haben wir keines der anderen Zimmer zu Gesicht bekommen. Aus Erzählungen haben wir aber erfahren, dass manche Zimmer recht hellhörig, schmutzig und klein sind, einen sehr lauten Kühlschrank oder eine laute Klimaanlage besitzen, nach Abfluss riechen und eine kleine manchmal sogar gar keine Terrasse besitzen. All das können wir jedoch von unserem Zimmer nicht behaupten. Nach unserem Protest an den ersten beiden Tagen wurde uns eine wunderschöne kleine Junior-Suite zugewiesen, mit großem Balkon und direktem, traumhaften Meerblick. Klimaanlage und Tressor waren inklusive, kosten normalerweise 2 bzw. 4,50 Euro extra pro Tag! Wie jedes Zimmer hatten auch wir eine Miniküche. Ansonsten war das Zimmer schön eingerichtet. Jedoch: das ist nicht die Norm, da dies eine Suite war, die sonst nicht an Pauschaltouristen vermietet wird. Die üblichen Studios und Appartements sind anders - daher nur 3 Sonnen! Probleme hatten wir nur mit dem Bad bzw. der Dusche. Nach mehrmaliger Reklamation wurden diese dann am vorletzten Tag (!) behoben.
Wie schon erwähnt gibt es zwei Poolbars, eine Snackbar und ein großes Restaurant, wo das Frühstücks- und Abendbuffet eingenommen wird. Die Auswahl an Speisen war eigentlich ganz gut, wenngleich man nach 2 Wochen die täglichen Mengen an Spagghetti und Wassermelonen nicht mehr sehen kann. Das Essen war schmackhaft und reichhaltig. Besonders gut fanden wir das Salatbuffet. Schade nur, dass es sowohl morgens als auch abends immer das gleich Weißbrot gab. Zum Frühstück muss gesagt werden, dass es doch sehr englisch ausgelegt war (Rührei, kleine Würstchen und Bohnen). Es gab aber auch Müsli, Trockenobst, Marmelade und Joghurt. Das Servicepersonal im Restaurant war sehr nett und aufmerksam. Die Getränkepreise waren eigentlich moderat.
War die bisherige Bewertung des Hotels noch recht positiv gehalten, so muss nun ein anderer Ton angeschlagen werden. Der Service, damit meinen wir die Kompetenz, die Check-In Abfertigung, den Umgang mit Beschwerden und die Hilfsbereitschaft des Personals sind katastrophal!!! Was wir zu Anfang unseres Urlaubs selbst erlebt und später von anderen Gästen sowie unserer Reiseleitung erzählt bekommen haben, kann man beinahe nicht in Worte fassen. An diesem Punkt eine Sonne vergeben zu müssen ist schon fast übertrieben. Alle (!!) Gäste, die wir getroffen und kennengelernt haben, hatten Probleme beim Einchecken oder mit ihren zugeteilten Zimmern. Wir selbst wurden, nach unserer Ankunft um Mitternacht, für 2 Tage in eine Pension umgebucht, da das Hotel anscheinend überbucht war. Nachdem wir mehr geschimpft und diskutiert hatten, als uns eigentlich lieb war, bekamen wir ein wirklich schönes Zimmer - jedoch erst nach den 2 Nächten im Übergangsquartier und nach einem ziemlich versauten ersten Urlaubstag, da es nur Ärger gab. Andere Gäste hatten das gleiche Problem und waren bis zu 5 (!!) Nächte ausquartiert worden. Einer Frau, die sich lautstark dagegen wehrte und (ausnahmsweise) den Hotelmanager sprechen konnte, wurde sogar mit der Ausweisung aus dem Hotel gedroht, sollte sie sich weiterhin beschweren. Eine solche Anhäufung an Unverfrohrenheit, Respektlosigkeit aber vor allem Inkompetenz ist uns (und den uns bekannten Gästen) noch nie zuvor begegnet!! Diese Erfahrungen vom Anfang lagen wie ein dunkler Schatten über unserem restlichen Aufenthalt, obwohl dieser dann noch recht angenehm war. Ansonsten ist zu sagen, dass der Zimmerservice bei uns täglich "geputzt" hat, wobei es sich hierbei mehr um eine Schmutzverteilung handelte. Alle zwei Tage wurden jedoch die Handtücher gewechselt! Dieser Service sowie das tägliche Putzen ist allerdings nicht üblich. Anscheinend hatten wir durch unseren Protest zu Beginn Eindruck bei den Bediensteten hinterlassen... Im Allgemeinen muss jedoch gesagt werden, dass das übrige Personal (von der Rezeption einmal abgesehen) freundlich und hilfsbereit war. Ihnen gebührt die vergebene Sonne!
Sissi ist ein kleiner Ort, der in Bezug auf Massentourismus wohl noch in den Kinderschuhen steckt, hält man das nahe Malia zum Vergleich daneben. Im und um den Ort haben sich einige Hotels angesiedelt, jedoch fehlen große All Inclusive-Anlagen fast völlig. In Sissi geht es noch recht ruhig zu, obschon sich am Hafen Tavernen und Souvenierläden aneinanderreihen. Der Ort bietet alles, was man so braucht. Es gibt kleinere Supermärkte, Geschäfte, Autovermietungen, Reiseagenturen für Ausflüge, viele Tavernen, aber wenige Bars. Wer das Nachtleben sucht und mit vielen Gleichgesinnten bis in die frühen Morgenstunden feiern will, der ist in Sissi am falschen Ort! Malia, keine 10 Minuten mit dem Auto von Sissi entfernt, ist das Partyzentrum Kretas. Hier reiht sich ein Club an den Anderen; selbst morgens um 7 Uhr werden noch Bier und Cocktails an bereits ziemlich schwankende Gäste ausgeschenkt. Malia, das nur nebenbei, ist der "Ballermann" für Engländer - was damit gemeint ist, kann sich jeder/jede selbst denken. In Sissi merkt man davon allerdings überhaupt nichts. Castello Village liegt am Ortsrand von Sissi. Die Anlage zieht sich von einer kleinen Straße hinunter zum Meer. Schade ist nur, dass das Hotel keinen eigenen Strand besitz und es keinen Zugang zum Meer gibt. Will man im Meer baden, so muß man über mehrere Felsen klettern (nicht gerade einfach!), um zur nächsten kleinen Bucht zu kommen. Einen recht schönen Strand gibt es bei einem nahegelegenen Hotel, einfach noch ein paar Felsen weiterklettern! Von Hiraklion aus erreicht man das Hotel in etwa 45 Minuten, jedoch nicht mit den Zubringerbussen, da diese zuvor viele andere Hotels ansteuern. Unsere Anreise dauerte knapp 2 Stunden.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der Sport im Hotel fand hauptsächlich an den beiden Pools, vor allem am oberen Hauptpool, statt. Die Anlage wird "bereichert" durch ein 4-köpfiges Animationsteam, das täglich Volleyball, Wasserball, Wassergymnastik, Dart, Minidisco sowie ein Showprogramm anbietet. Alles erscheint jedoch recht unstrukturiert, teilweise lustlos und nicht gerade professionell (das zeigt sich bereits an den schlechten Englischkenntnissen des Hauptanimateurs; immerhin macht er das, nach eigenen Angaben, schon das neunte Jahr!). Das Positive jedoch ist, dass die Animation nicht aufdringlich ist. Abends war die Musik teilweise schon sehr laut, jedoch ab 23 Uhr war Ruhe - also gut für Familien! An den Pools sind Liegen und Sonnenschirme vorhanden, jedoch muss man (nach deutscher Manier) schon früh sein Handtuch auf eine Liege legen, will man noch einen Platz an dem recht sparsam Bemessenen Poolbereich haben. Die Pools sind beide recht klein - bei vielen Kindern wird es da schon mal eng. Für Kinder gibt es täglich den "Miniclub", eine Art Kindergarten, jedoch nur 2 Stunden morgens und 2 Stunden nachmittags. Sehr beliebt bei den Kindern war allerdings die allabendliche Minidisco mit zwei Animateuren. Neben der Animation und den Pools gibt es noch einen Billardtisch, einen Fitnessraum mit einer spartanischen Ausstattung sowie eine Sauna (wer braucht das, bei 35 Grad??). Wie oben bereits erwähnt verfügt die Anlage über keinen direkten Meerzugang.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2005 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | David & Katrin |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 3 |


