Albatros
Schiffsbewertung Albatros
260 von 276 User (94%) finden diese Bewertung hilfreich.
Alter: 46-50
Reisezeit: im Februar 10
Verreist als: Allein/Single
Kinder: keine
Dauer: 3 Wochen
Reiseart: Kreuzfahrt
Gebucht über: Individual
Weiterempfehlung: Nein
Ø dieser Bewertung: 2
Südseetraum oder die Teutonen Schlacht
Schrift vergrößern A A Schrift verkleinern A ADies war meine erste Kreuzfahrt und ich war bis dato ein äußerst zufriedener, wohlerzogener und großzügiger Mensch.......... Nun, nach Südsee "Down Under" haben sich meine Meinung und Weltbilder von uns Deutschen, Kreuzfahrten und unsere gute Kinderstube um Horizonte verschoben, allerdings in Richtung Erdmittelpunkt. Also zu den Details: Das Schiff ist nett anzusehen, allerdings uralt und ständig ist was kaputt. Aufzüge, Wasserrohrbrüche, ausbrechende Tenderboote usw. Unangenehm wenn man gerade kurz vor der Heimreise steht und mal noch gerade eine Toilette besuchen will. Dann heißt es seit Stunden: Die Wasserzufuhr ist leider zur Zeit abgeschaltet. Allesamt deutschsprachige Gäste aus sämtlichen Provinzen..... Wenige Schweizer und einige Österreicher. Alterdurchschnitt 70 plus. Das Erste was man von mitleidigen Gästen erzählt bekommt ist, dass bereits während der Reise 2 Menschen verstorben sind. Erstmal ein Schock, aber aufgrund der Altersstruktur nachvollziehbar. Das Miteinander im sozialen Kontext war bedauerlicherweise unter jedweder Gürtellinie. Bevorzugte Kampfgebiete, das Promenadendeck bei der Enterung der Liegestühle am 6 Uhr morgens (beliebtes Motto auf beiden Deckseiten schon mal Handtücher auswerfern, denn man weiß ja nie wo die Sonne am meisten scheint), das Büffet am Lidodeck (hopla jetzt bin ich dran, Ellenbogen raus) und die allerseits sehr beliebten Massenlandausflüge (um die besten Plätze im Bus oder in der ersten Fotografiereihe wurden auch schonmal strafrechtlich verfolgbare Verbalnoten verteilt. ) An meinem Tisch im Restaurant gab man sich weltoffen und multikulti, es war bevorzugter Ort auch mal ein wenig Dekatenz herab zulassen:" Habe bereits 14 Weltreisen hinter mir und kenne Sydney, deshalb mach ich keinen Schritt mehr an Land"oder "Was so ein schöner, schneeereicher Winter in Deutschland, wäre ich doch zu Haus geblieben und hätte den genossen". Wer sich sowas an einem wunderbarsten Orte der Welt nämlich in Polynesien oder Australien anhören muss, ist wirklich sehr, sehr arm dran. Leider fehlen auf einem Kreuzfahrtschiff menschenleere Zonen und luftige Skylounges. Es kostet schon Überwindung jeden Morgen sich aus der Kabine herauszulösen und wieder in das Gemetzel hinein zu tauchen. Allerdings wurde es nie langweilig, jeden Tag wurden neue Spielarten zur Diziplinierung mitreisender Zeitgenossen erfunden. Meiner Meinung nach hatte das Schiff mit seinen knapp 800 Gästen im höchsten Maße seine Kapazitäten errreicht und durch die teils desolaten Kabinen (im unteren Bereich knarrte und ächzte es gewaltig oder es roch nach Öl) wurde auch die Stimmung der Gäste stark herunter geschraubt.
KabineMeine war groß und geräumig, habe allerdings dafür für 19 Tage ca. 6000 Euro gezahlt ohne Flug. Also Durchschnittspreis pro Tag also 330 Euro--für so einen Schnäppchenpreis kann man auch sehr schön im "Banyan Tree" auf Bali wohnen. Konnte allerdings nicht warm duschen, wenn ich den Duschhahn aufdrehte, hörte es sich an als wenn gerade die Titanic versinken würde...... Teppichboden alt und abgewetzt, Bad 70ziger Jahre. Matratze gut. Großer Schrank. Schnarch- und Toilettengeräusche aus den Nachtbarkabinen zu hören.
GastronomieDie Küche war sehr gut, allerdings durch das Gedränge und die engen Plätze, dem hohen Geräuschpegel im Restaurant nicht zu genießen. Habe höchstens 5 mal im Restaurant gegessen es war mir zu eng. Hervorzuheben sind an Lido Deck ab zu mal die Grillabende. Es gab wunderbare Steaks oder frischen Thunfisch.
Bilder/Videos zur Schiffsbewertung (Zur Vergrößerung einfach auf die Bilder klicken!)
Ganz großer Pluspunkt die immer lachenden und gut gelaunten Asiaten des Services und des Housekeeepings. Excellente Reinigung. Sehr hilfsbereit und kompetent. Die Mitarbeiter der Rezeption waren leider nicht sehr freundlich, wundert mich aber auch nicht, die mußten sich jeden Ärger anhören. Teils sehr lautstark.
Sport UnterhaltungMinipool und zu heißer Whirlpool. Künstler drittklassig und zu süßlich, selbst Tony Marshall konnte mich da nicht umstimmen. Einziger Lichtblick am Ende des Sülztunnel "Just 4 Fun" die Dixieland Band, mit dem auch international bekannten Trompeter Herbert Christ, spielte öfter mal auf und hebte die Stimmung enorm. Bordkino schöne neue Filme, vorsicht im Kino sind es nur 15 Grad.
LandausflügeEs wurden unterschiedliche Häfen angelaufen angefangen von vollkommmen unattraktiven z. B. PangoPango oder Vanuatu (nur 4 Std. Zeit) Inseln bis zu den Höhepunkten Ille de Pins auf Neukaledonien (völlig kostenloser Landaufenthalt) oder Sydney (Liegeplatz direkt an der Oper). So auch das Ausflugsangebot: Massenabfertigung und Schlachten um Sitzplätze und Büffet, dreckiger Strand nicht zum Schwimmen geeingnet(habe giftige Seeschlange gesehen und fotografiert) auf Fidji "Robinson Crousoe Island" oder auch ganz anders die kleine feine Insel Huahine mit seiner unglaublich schönen Lagune und den freundlichen Menschen. Allerdings waren dort nur 50 Gäste zugelassen, die anderen 750 mußten sich an einer unattraktiveren Seite der Insel amüsieren. Nach welchen Kriterien bei diesen VIP Ausflügen selektiert wurde, war nicht nach zu vollziehen.
Sonstige Tipps & EmpfehlungenSehr gutgefallen hat mir der gute Teamgeist der Manschaft und die immer zu hörende Loyalität zu Kapitän Hansen. Der sich selbst auch nicht zu schade ist mal Müll an Deck aufzusammmeln und zu entsorgen. Die Reiseleitung unter Kreuzfahrtdirektor Herr Gruschka hat sich sehr viel Mühe gegeben und hat stets mit viel pädagogischen Geschick auf die Einhaltung von gepflegten Umgangsformen, guter Erziehung und respektvollem Umgang miteinander hingearbeitet. Leider oft ohne Gehör zu finden und tatsächlich fragt man sich wo viele Menschen ihr Herz und ihr Hirn gelassen haben. Vielen Dank auch Anne aus Norwegen für Ihre stets gute Laune und Ihre Aufmerksamkeit. Und ganz besonders an Kionie (wurde so auf Huahine umgetauft) die über ein unglaubliches Maß an künstlerischem Talent und über eine wahnsinns Ausstrahlung verfügt. Also mein Resümee: Entweder man liebt die Albatros oder man nimmt Abstand oder besser Abschied, denn lange macht Sie es nicht mehr...........
Zusatzangaben zur Schiffsbewertung
| In welchem Gewässer fand die Reise statt? | Südsee |
| Wie war die Sprache an Bord? | Deutsch |
| Entsprach das Schiff der Veranstalterbeschreibung? | Nein, schlechter |
| Sind die Anzahl der Sterne des Schiffs berechtigt? | Nein, schlechter |
| Waren Sie mit der Reiseleitung zufrieden? | Ja |
| Wie wurde das Preis/Leistungsverhältnis empfunden? | sehr schlecht |
| Wo wurde die Schiffsreise gebucht? | Individual |
| Wann wurde die Schiffsreise gebucht? | langfristig (> 3 Monate vor Reiseantritt) |
| Wohin soll die nächste Urlaubsreise gehen? | Malaysia |
| Wie oft wird im Jahr verreist? | 3-4 mal |




















