Mit Gier hat das m.E. gar nichts zu tun. Meistens sind die Käufe Geschenke (ob an sich selbst oder andere) und berechtigter Weise verbunden mit der Hoffnung auf eine Wertanlage.
Die perfide Basis der Methode sind die horrenden Mondpreise, zu denen die Schmuckstücke angeboten werden, um dann mit abenteuerlichen Rabattversprechen Begehrlichkeiten zu wecken.
Ich nehme mal wieder den Autovergleich und das Angebot eines Mercedes mit einem Listenpreis von 100k€, der für 25k zu meinem werden soll. Jeder Interessent würde mutmaßen, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Beim Schmuck hingegen kann der Laie das Gefunkel nicht auf den ersten Blick zwischen echt oder synthetisch unterscheiden und wird eingelullt. Also ergeht der Tipp sich einen Autokauf vorzustellen um den Verstand wieder zu aktivieren. Niemand hat etwas zu verschenken, Rabatte auf eine Wertanlage liegen ganz logischer Weise niemals im Bereich von 50%!
Übrigens sind es grad die Peanuts Menschen, die besonders bedacht darauf sind sich keinen Schmarrn andrehen zu lassen.
Wahre Begebenheit: Ein Paar kaufte Hochzeitsschmuck aus Weißgold mit vermeintlichem Brillanten und Saphir Besatz für 7k€. Bei der Prüfung für den Abschluss einer Versicherung entpuppten sich die Steine als Synthesen (verlieren beständig an Wert), die Herstellung als maschinell und übrig blieb allein der Goldpreis (etwa ein Siebtel des Kaufpreises). Das war vor allem eine emotionale Katastrophe, 10k für den Schmuck waren eh budgetiert.
Daher:
Ein Juwel, das angeblich 10k kostete wird einem "nur heute!" mit einem sagenhaften Rabatt von 50% angeboten - Alarm ein!
Vor der Überlassung muss es noch "gereinigt / angepasst" werden - Alarm ein!
Man kann es nicht gleich mitnehmen und bekommt es ins Hotel geliefert (z.B. "aus Sicherheitsgründen") - Alarm ein!
Nochmal: Man kann durchaus guten und wertbeständigen Schmuck erwerben (Fakt: Ring KP 1.000€, Versicherungsschätzwert 1.500€) aber halt nicht im Vorbeigehen zwischen Hadrian Tor und Wasserfällen. Landet man unverhofft an so einer Funkelbude an entweder mit extrem geschärften Sinnen eintreten oder besser gleich draußen warten! Bisweilen darf man "unhöflich" sein!