• rudy68
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    geschrieben 1244803848000

    Hallo,

    ich bin erst seit ein paar Jahren Kanaren-Urlauber und -Fan.

    Traurig bin ich natürlich auch über steigende Restaurantpreise und Bausünden.

    Aber warum dürfen sich die Kanaren nicht mit der Zeit gehen, sich weiter entwickeln und mehr Profit machen ?! Wir fahren ja auch nicht mehr im Käfer rum, obwohl der uns in eine romantische Stimmung versetzt.

    "Zeitreisen" werden halt immer weniger möglich sein - besonders dorthin, wo wir dann auch noch moderne Annehmlichkeiten erwarten. Wo wir heute so etwas noch finden, wird es morgen oder übermorgen auch anders aussehen.

    Gruß,

    Rudy

  • Alika
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    geschrieben 1244805882000

    @maximax sagte:

    Es geht mir im wesentlichen um das "Urlaubsfeeling". ... die Menschen sind einfacher gekleidet, im Straßenverkehr konnte man noch das eine oder andere abenteuerlich umgebaute Vehikel beobachten

    Hallo,

    noch ein Nachtrag: das, was Du als "Urlaubsfeeling" bezeichnest, ist die Armut der Menschen- na toll.

    Wenn der Weg schön ist, lass' uns nicht fragen, wohin er führt!
  • maximax
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    geschrieben 1244805998000

    Ja klar, Rudy, Du siehst das völlig richtig. Die Einheimischen empfinden den gestiegenen Lebensstandard als wohltuend, nehmen dabei eine Anpassung an mitteleuropäische Verhältnisse auf vielen Gebieten gerne in Kauf. Für die Urlauber fällt aber mit der fehlenden Unterscheidung ein gutes Stück Urlaubsgefühl weg. Das hat wirklich nichts damit zu tuen, daß man den Einheimischen ihren besseren Standard nicht gönnt. Aber mit dem verbesserten Standard haben sich nach unserem Eindruck auch die Verhaltensweisen der Menschen geändert, und das nicht im positiven Sinne.

    Während unserer Teneriffa-Jahre hatten wir uns mit einer Gastwirtsfamilie im Westen der Insel angefreundet. Der Sohnemann in einfachstem outfit machte die Bedienung im Lokal, eine der Töchter stand mit einem Kittelchen bekleidet hinter der Theke. Vor der Theke ein buntes Völkchen, normale Touris, Aussteigertypen, Einheimische. Abends spielte die Tochter auf der Timbel, und ein älterer Brite mit Rauschebart unterhielt die Anwesenden mit Liedern zur Laute. Als wir nach Jahren mal wieder dorthin kamen, war die ganze urige Atmosphäre weg. Man hatte das Lokal umgebaut und auf Touristenabspeisung getrimmt. Pedro empfing uns, weil er uns nicht mehr erkannte, Englisch parlierend und in edelstes Kellneroutfit gekleidet. Seine ganze Art erinnerte an nichts mehr von früher. Wir haben es dann vorgezogen, nach dem "Anstandsessen" schnell zu verduften und sind nie mehr hingefahren.

    Nein, Zeitreisen werden immer weniger möglich sein. Aber so lange man noch Ziele mit dem passenden Urlaubsfeeling findet, sollte man sie wahrnehmen.

    Suaviter in modo, fortiter in re.
  • sealord
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    geschrieben 1244848211000

    Nicht alleine die Bausünden sind schuld an der Misere der Kanaren.

    Auch das Verhalten der Einheimischen gegenüber ihrer Gäste lässt sehr zu wünschen übrig.

    Diese sind gleichgültig und fast schon unfreundlich. Geht doch mal in einen Supermarkt und fragt nach irgendetwas, an der Kasse oder eine sonstige Angestellte? Man erhält eine pampige Antwort ohne Inhalt. Ich kann dies beurteilen, denn ich war die letzten Jahre mehrmals als Langzeiturlauber dort. Auch vielen anderen Gäste ging es ebenso. Selbst die deutschen, zwischenzeitlich "Einheimischen" bestätigen dies.

    Als ich einmal wegen eines extrem hohen Preises für ein Produkt nur die Anmerkung darüber machte und sagte, dass sie sich damit doch den eigenen Ast abschneiden würden, erklärte mir der Verkäufer: "das macht doch gar nichts, haben wir doch sowieso zu viele Touristen". Und das, obwohl der Tourismus im letzten Jahr dort um mehr als 20% einbrach. Welch eine Überschätzung und Überheblichkeit.

    Die Städte und die Hotels sind in den 70er Jahren (Lido de Jesolo 1958) stehen geblieben.

    Gibt es auf den Kanaren noch eine Bodega mit spanischer life-Musik????

    Nein.

    Man findet fast ausschliesslich nur noch englische, irische und schottische Pups mit mehreren Fernseher und ganztätig und die gesamte Nacht mit lautem Fußballgetöse.

    Leider.

    Sealord
  • fio
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    Zielexperte/in für: Gran Canaria Chile Argentinien
    geschrieben 1244886378000

    Na so schlimm ist´s nun auch wieder nicht. Und gerade das Verhalten der Einheimischen gegenüber ihren Gästen ist mehr als positiv. Dass es auch Ausnahmen gibt, bestreitet keiner. In der Regel sind sie dann aber gerechtfertigt. Vor allem, wenn Touris, bekleidet nur mit Badehose, Bademütze und Schlappen in Geschäften meckern, dass dies und das falsch sei, es keine deutschen Produkte gäbe, die Bananen noch nicht reif sind oder die fünf Minuten Warterei an der Kasse unmöglich ist.

    Und wer als mehrmaliger Langzeiturlauber hier und heute die rein rhetorische Frage stellt, wo denn die Bodegas sind, gar die canarische Musik, ist sicherlich noch nie dort gewesen, wo die Canarios leben. Nämlich auf dem Land bzw. im Inselinnern oder in Las Palmas, Telde, usw. Aber garantiert nicht in den Tourizonen. Hier unterscheiden sich die Kanarischen Inseln in keinster Weise von anderen Urlaubsgebieten.

    fio

  • maximax
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    geschrieben 1244892126000

    Ich finde, sealord hat das tendenziell schon richtig beschrieben. Man muß allerdings wissen, daß die ganzen Touristen von den Einheimischen nie geliebt, sondern immer schon eher als notwendiges Übel geduldet wurden. Uns haben mehrere Tinerfenos gesagt, sinngemäß...Auf diese ganzen Engländer,

    Skandinavier und Deutschen würden wir mit Kußhand verzichten, aber wir brauchen sie hier auf den Inseln als Geldbringer...Die Arbeitslosigkeit auf den Inseln ist eh schon exorbitant hoch, ohne Touristen träte eine mittlere Katastrophe ein!

    Obschon wir sehr kontaktfreudig sind, ist es uns in den ganzen Jahren nie gelungen, eine haltbare Freundschaft mit Einheimischen aufzubauen. Es war immer eine unsichtbare Mauer vorhanden. Es gibt offenbar ein Ur-Mißtrauen gegenüber den "Eroberern" aus Mittel-Europa.

    Das trägt sicher dazu bei, daß das Verhalten in Geschäften, Restaurants etc. hinsichtlich Freundlichkeit gegenüber den Touristen sehr zu wünschen übrig läßt. Wir haben festgestellt, daß auch in den untouristischen kleinen Orten, wo früher ein Schwätzchen an der Kasse möglich war, inzwischen kalte Sprachlosigkeit eingezogen ist. Es gibt keinen Unterschied mehr, ob ich zu Hause in einem mir unbekannten Edeka oder REWE einkaufe oder auf La Palma etc.

    Suaviter in modo, fortiter in re.
  • gabriel
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    geschrieben 1244897017000

    Warum sollen die Spanier uns lieben? Der durchschnittliche Deutsche verhält sich im Urlaub nicht besonders liebenswert. Warum sollen die Einheimischen so treu-doof sein und sich uns Urlauber unterwerfen? Die haben sich eben auch emanzipiert die letzten 20 Jahre. Wie sollen die uns Touristen auch sonst ertragen? Es ist doch kein dritte Welt Land!

    Ich bin auch regelmäßig auf den Kanaren und finde es herrlich, dass man sich dort so frei bewegen kann. Ich nehme mir einen Mietwagen und wohne in kleinen Appartmentanlagen oder in einer Finca. Mit den Einheimischen hatte ich zwecks Unfreundlichkeit oder Ignoranz noch nie Probleme, ganz im Gegenteil. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mehr die durchschnittlichen Lokale aufsuche und

    das "gehobene" Lokal gerne meide. Nur so kannst du die authentischen Kanaren noch erleben.

    Letztes Jahr war ich auch auf La Palma und war einfach nur begeistert. Ich hatte drei verschiedene Unterkünfte, die ersten beiden klein und ländlich. Gespeist wurde in wunderbaren, urigen Lokalen. Die Bedienungen dort waren so, wie du es wahrscheinlich gewollt hättest. Ziemlich unperfekt, aber die hatten untereinander den größten Spaß, was natürlich auch auf die Gäste übersprang. Das letzte Hotel sollte als Highlight, zwecks Wellnessbereich, das Teneguia Princess mit 700 Zimmer sein. Als ich da ankam bekam ich einen Kulturschock! Nörgelnde Touristen waren gerade im Gespräch versunken und machten sich gegenseitig heiß, weil der Pool nicht die richtige Temperatur hätte. Mich wollten die auch noch gleich mitreinziehen. Nein danke - ich war schon zu relaxed von meinen vorhergehenden Urlaubstagen. Was ich eigentlich damit sagen will, irgendwie bekommt jeder das, was er verdient. Vor der Heimreise wollten wir uns noch ein paar Bananen in einer Markthalle kaufen, der Verkauf begann aber erst in einer halben Stunde, teilte uns eine Verkäuferin mit und reichte uns mit einem großzügigen Lächeln eine ganze Staude und meinte, die wolle sie uns schenken. Es gibt sie also durchaus, die liebenswerten Einheimischen und ich habe noch nie einen getroffen, von dem ich mich schlecht behandelt gefühlt hätte. Wie war das nochmal: Wie man in den Wald hinein ruft, .....

  • fio
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    Zielexperte/in für: Gran Canaria Chile Argentinien
    geschrieben 1244898660000

    @ Gabriel

    Volle Zustimmung.

    fio

  • fio
    Dabei seit: 1106179200000
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    Zielexperte/in für: Gran Canaria Chile Argentinien
    geschrieben 1244898826000

    @maximax sagte:

    Obschon wir sehr kontaktfreudig sind, ist es uns in den ganzen Jahren nie gelungen, eine haltbare Freundschaft mit Einheimischen aufzubauen. Es war immer eine unsichtbare Mauer vorhanden. Es gibt offenbar ein Ur-Mißtrauen gegenüber den "Eroberern" aus Mittel-Europa.

    Das ist bei uns umgekehrt. "Haltbare" Freundschaften mit Canarios haben wir auf GC mehr als mit deutschen Residenten. Gut, wir sprechen die Sprache vor allem aber sind wir auch mit der Mentalität dieser Leute vertraut. Und da hapert es bei sehr vielen unserer Landsleute. Ein "Urmisstrauen" gegenüber uns haben wir noch nie feststellen können.

    @maximax sagte:

    Das trägt sicher dazu bei, daß das Verhalten in Geschäften, Restaurants etc. hinsichtlich Freundlichkeit gegenüber den Touristen sehr zu wünschen übrig läßt.

    Kann ich auch nicht bestätigen. Natürlich gibts immer Ausnahmen. Und es gibt sicherlich auch canarische Angestellte, die (mal) keine Freundlichkeit kennen. Dies aber zu pauschalieren?

    @maximax sagte:

    Wir haben festgestellt, daß auch in den untouristischen kleinen Orten, wo früher ein Schwätzchen an der Kasse möglich war, inzwischen kalte Sprachlosigkeit eingezogen ist. .......

    Das versteh ich am allerwenigsten. Ob nun in den "ultramarinos" oder "ferreterias". Egal in welchem Geschäft wir einkaufen. Freundlichkeit, meist Herzlichkeit pur, die ihresgleichen sucht.

    Und das auf Gran Canaria. Dass es heute auf La Palma oder Gomera anders aussieht, wage ich zu bezweifeln.

    fio

  • maximax
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    geschrieben 1244902391000

    fio, Gabriel,

    Eure Meinung akzeptiere ich natürlich. Vielleicht fehlen Euch aber die Vergleichsmöglichkeiten zu früher, das heißt zu den 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Es hat sich seitdem schon eine Menge verändert dort, und wie wir finden, ausschließlich negativ. Sorry für Euch Kanarenfreunde!

    Suaviter in modo, fortiter in re.
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