Bulgarien soll touristisch besser vermarktet werden
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Eine breit angelegte und an richtiger Stelle platzierte Werbekampagne steigert immer die Touristenzahlen. Wichtig dabei ist, daß die Leute ganzjährig Bulgarien besuchen und nicht nur von Juni bis September ans Schwarze Meer kommen.
Schade, daß Bulgarien bis jetzt einen sehr verkümmerten Wellness-/Heiltourismusmarkt hat, gerade hier könnte man in nächster Zeit touristisch sehr viel gewinnen.
Zumindest scheinen die Bulgaren ihr Land besser und optimaler im Ausland präsentieren zu wollen als es die Rumänen z.Zt. tun. Dort ist man total zerstritten über das Wann, Wo und Wie von gezielten und guten Imagekampagnen im Ausland.
Gerade Rumänien musste manchen westlichen Touristen in diesem Jahr an Bulgarien abtreten.
Josh -
Josh, es wird dringend Zeit, dass die für den Tourismus Verantwortlichen in Bulgarien endlich aufwachen. Von vielen Bekannten, die Tourismusmessen besuchen, habe ich gehört, dass die Bulgaren offenbar glauben, ihr Land vermarkte sich von selber. Da sind Konkurrenten wie Kroatien, Griechenland usw. bisher viel rühriger gewesen.
Hoffentlich folgen den Ankündigungen auch Taten! Denn Bulgarien hat so viel zu bieten.
Gruß
Manfred
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Hat jemand ein bisschen Kleingeld?
Zu Verkaufen
Passt zwar nicht zu Manfreds Bericht aber deswegen wollte ich keinen neuen Thread aufmachen! -
Sicher werden diese Werbekampagnen kurzfristig Touristen bringen, die größten Chancen für einen nachhaltigen Tourismus sind m.E. bereits mit dem Bauboom im Schwarzmeersand begraben und dem Profit geopfert worden.
Aktuell sehe die die Chancen tatsächlich nur noch im Öko-, Pensionärs- oder Heiltourismus.
Uns kriegen keine drei Pferde mehr in die Massentourismuszentren!Ja, früher war es besser!
Auf einer Fläche von zwei Fußballfeldern stand ein soz. Prunkbau, nicht schön aber typisch und zweckmäßig. Auf die derzeitige Verdichtung hätte man komplett verzichten sollen/müssen. Viele der neuen Häuser sind bereits jetzt wieder mangels Masse pleite und werden von Banken wie Sauerbier angeboten. Momentan läßt sich kaum ein Hotel verkaufen (vergleiche imot.bg). Die Preise falle rapide.Neue Häuser ja, Zersiedelung nein. Dafür einen ordentlichen preisadäquaten Qualitätstourismus. Dazwischen hat sicher auch ein Billighaus Platz aber eben in landestypischer Atmosphäre.
BG - Flair ist in den großen Zentren fast nicht mehr vorhanden. Schade.Vielleicht klappt es mit einem neuen Konzept für das Landesinnere - ich habe da mein Zweifel.
Strohfeuer lodern heftig aber nicht lange.MfG Roland
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@RockRoland:
"BG - Flair ist in den großen Zentren fast nicht mehr vorhanden."
Das ist aber kein bulgarisches Phänomen, das ist in den meisten Touristenzentren so, ob sie sich nun Sonnenstrand, El Arenal oder Maspalomas schimpfen. Daran kann sich auch nicht viel ändern, da das Gros der Touristen gar kein BG-Flair haben möchte. Sonne, Strand und Unterhaltung reicht den meisten, und das zu einem guten Preis - ob sie dabei in BG sind oder Tunesien oder Spanien, ist nebensächlich, merkt ja eh keiner. -
Stichwort "BG - Flair" - was ist das eigentlich?
Ich kann mir z.B. darunter dies vorstellen:- Meer, Sand und warmes Wetter
- kyrillisch
- Tschalga im Radio
- unendlich viele kleine Shops (wie in Varna!)
- ein anderes Straßenbild inkl. dem Verkehr
- die günstigen Preise
Weitere Vorschläge ???
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rotkarrierte Tischdecken (Schottenstoff geht auch)
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Pfauenaugenkeramik / -geschirr (auch wenn ein Ticken Kobalt drinnen ist)
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überwiegend bulgarische Speisen auf der Speisekarte und keinen Schick-Micki-Fraß, den dort eh niemand kochen kann
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traditionelle Begrüßung mit Brot und Salz (scharena sol)
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großzügige, mit Wein überwachsene Freiluftrestaurants
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auch Strandverkäufer aber mit fairen Preisen (ohne Sicherheitsbonus durch/für die freundlichen jungen Herren mit 7er BMW)
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keine Glas- und Betonburgen, sondern Häuser, die dem Wiedergeburtsstil nachempfunden sind
PS: Die UNESCO denkt darüber nach Nessebar den Status des Weltkulturerbes wegen der überschießenden und nicht stilgerechten Bebauung abzuerkennen. TOLL! und ein dickes Kompliment an die Genehmiger derartiger Bauvorhaben.
MfG Roland
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Ich glaube, dass den meisten Strandtouristen ein "Bulgarienflair" völlig egal ist. Sie wollen ein wärmeres und billigeres Deutschland, England usw. mit schönem Badewetter. Für diese Touristen müssen komfortable Hotels mit gutem Service her, und die "Nepper, Schlepper, Bauernfänger" müssen aus den Kurorten entfernt werden (mobile Obstverkäufer, Wechselbuden- und Taxibetrüger). Außerdem sollten die Hoteleigentümer bzw. die Verwaltung ein Gremium schaffen, das die Infrastruktur verbessert, etwa gerade Wege auch von den hinteren Hotel-Reihen zum Strand, eine Dränage usw.
Dann gibt es aber auch Touristen, die sich für die Kultur, Landschaft und Geschichte Bulgariens interessieren. Für die wird meines Erachtens viel zu wenig geboten. Schaut euch mal die angebotenen Ausflüge an! Klar, die sind auf die Strandtouristen zugeschnitten, da soll Masse die Kasse bringen.
Es gibt aber viel zu wenig Rundreisen, bzw. dafür wird viel zu wenig Reklame gemacht. Was würden andere Länder mit Perperikon werben, um nur eine Sehenswürdigkeit zu nennen! Und warum versucht man nicht Wandertouristen für die bulgarischen Gebirge, etwa das Balkangebirge, Strandja oder die Rhodopen zu gewinnen? Natürlich sind da auch erst Investitionen in die Infrastruktur nötig, aber langfristig sollte sich das auszahlen.
Ich habe schon einiges vom wirklichen Bulgarien gesehen, aber fertig bin ich damit noch lange nicht!
Gruß
Manfred
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Zitat entfernt, sonst machen es die Administratoren
von miss_varna @RockRoland @alle
Da muss ich Dir leider Recht geben. Es ist tatsächlich so, dass, würde man im Dunkeln aus einem Hubschrauber abgesetzt werden, man nicht wüsste wo man sich befindet. Kann das das Ziel sein? Ich glaube nicht!
Und BG hatte die Chance einiges anders zu machen, man hat sie vertan. Es ist zwar richtig, dass die Bulgaren eines Tropfens Alkohol nicht abhold sind, muss man deshalb die Schweinestraße neu erfinden. Und selbige finden sich dort leider vermehrt ein.
Alternative wäre gewesen ein Resort massentouristisch und ein anderes landestypisch zu entwickeln. Diese Weiche hätte man über die Baugenehmigungen stellen und steuern können.
MfG Roland
@ Manfred Dein Beitrag ist reingeflattert als ich beim Schreiben war. Glaubst Du nicht, dass noch etliche andere so wie wir ähnlich denken und ihr Geld lieber in ein landestypisches Resort tragen würden? Ich bin davon überzeugt. -
Roland,
ich glaube dass einige von den "Bestandstouristen" auch so denken wie wir. Aber ich meine, dass Bulgarien mit seiner Landschaft und seinen Sehenswürdigkeiten auch zusätzliche Touristen anlocken kann, die nicht unbedingt nur ans Meer wollen.
Gruß
Manfred
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Äh, die Schweinestrasse ist doch aber nicht für die Bulgaren gemacht, sondern für die Touristen aus Deutschland, England und Skandinavien (u.a.). Da gab es einen windigen "Geschäftsmann", der den Slogan Ballermann am Balkan erfunden hat und anfing, Partyurlaube zu organisieren, so etwas kann ein Ministerium leider schlecht reglementieren. Letztendlich hat er dadurch viel Touristen und somit Geld ins Land gebracht - der Ruf hat natürlich gelitten und es wird schwierig sein, dies wieder rückgängig zu machen.
Man könnte ketzerisch sagen, die Touristen kriegen das, was sie verdient haben. Der Ruf der ausländischen Touristen ist in Bulgarien, vorsichtig ausgedrückt, nicht der beste. Man sagt, dass nur die kommen, die sich einen Urlaub anderswo nicht leisten können (es gibt auch dumme, hartnäckige Gerüchte, dass der Urlaub vom Arbeits- oder Sozialamt bezahlt wird
). Bulgarien wird immer teurer, ohne dass sich für den Urlauber daraus ein Mehrwert ergibt. Und solange die Infrastruktur so ist, wie sie ist, wird es schwierig werden, Urlauber anzulocken, wenn selbst schon die Einheimischen immer mehr ins benachbarte Ausland fahren, als an die heimische Küste.Landestypische Resorts.....nun, da gibt es zum Beispiel Chiflika Chukurovo. Wie viele von Euch, die sich mehr landestypisches wünschen, haben denn ihren Urlaub schon dort verbracht?
Umsatz wird nun einmal über die Masse generiert, und wenn die Masse lieber Döner oder Pizza isst statt Kavarma, dann wird es halt mehr Pizzerien und Dönerbuden geben. Das ist leider überall so, ich bin vor ein paar Tagen aus der Türkei wiedergekommen, wo die türkischen Gerichte beim Büffet links liegen gelassen wurden zugunsten der Schnitzel, Pommes und Chicken McNuggets :? Die Freundin meines Vaters ist F&B-Manager in einem großen Hotel in Sveti Konstantin, ein sehr gutes Hotel, aber ratet mal was die Gäste dort am liebsten essen
Landestypisch ist nicht gefragt, dafür reicht maximal ein organisierter Ausflug in ein entsprechendes Lokal. -
Sehe ich fast alles genau so, vielleicht noch etwas drastischer.
Lediglich ein ABER zu:
Die Freundin meines Vaters ist F&B-Manager in einem großen Hotel in Sveti Konstantin, ein sehr gutes Hotel, aber ratet mal was die Gäste dort am liebsten essen? Landestypisch ist nicht gefragt, dafür reicht maximal ein organisierter Ausflug in ein entsprechendes Lokal.Landestypische Speisen muss man den Touris "verkaufen", damit meine ich nicht gegen Geld sondern mit werbenden und erklärenden Worten, manchmal reicht auch nur ein kleines Schildchen, auf dem die Speise erklärt ist.
Wir sind keine Pauschaltouristen mehr, das wisst Ihr, dennoch macht es mir Riesenspaß (und in den letzten Jahren ist es mir auch gelungen) z.B. während unseres kommenden 2-Tage AI - Aufenthaltes in einem ***** Hotel den Gästen die bulgarischen Speisen zu erläutern. Und sie greifen zu. Böse Worte musste ich mir deshalb bisher noch nicht anhören. Auch das gehört für mich zu den Dienstleistungen in einem Hotel!
Kleine Anekdote: Einem älteren Herren der Kriegsgeneration habe ich die Pileshka Supa zuerst als Shkembe Chorba erklärt. Er war dann richtig enttäuscht, dass es keine Kutteln waren.
MfG Roland -
Du, das ist auch erklärt, in der Türkei auch. Nur was der Bauer nicht kennt...... :? Auf den Kanaren haben wir ein junges Pärchen kennengelernt, Ende 20, er war Koch, und hat uns einen Abend stolz erzählt, wie er bei einem Ausflug dann endlich mal ein Jägerschnitzel gegessen hat (wohlgemerkt, während einer 1wöchigen Reise). Solch Leuten, die leider in der Überzahl sind, kann man die Speisen noch so erklären, zugreifen werden sie trotzdem nicht....

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Zwischendurch mal was zur Auflockerung:
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Na jetzt bin ich aber ganz außer Puste.
Haide, haide prijateli.
Folgende begleitende innerbulgarische Maßnahme habe ich bei NovOstinfo dazu gefunden:
Niedrigerer Mehrwertsteuersatz für Tourismusunternehmen? (nov-ost.info) Bulgarische Tourismusunternehmen und Gewerkschaften haben sich hinter einen Vorschlag der Regierung gestellt, für den Tourismussektor einen reduzierten Mehrwertsteuersatz von 9% einzuführen.
Mfg Roland
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Es muß aber auch mal die Frage erlaubt sein, was wäre wenn die "Billig"-Touristen und nicht landestypisch speisenden Urlauber fern bleiben würden?
Und mal ganz davon abgesehen, nach den vielen Jahren Bulgarien lerne ich jedes Jahr was neues dazu. Wie soll sich jemand, der das 1. mal in BG ist, zurechtfinden. Was aber allerdings Fakt ist, es war 2010 mein letzter Urlaub als Pauschtouri. Plane schon fürs nächste Jahr und werde einige von Euch bezüglich Tips für Reisen ohne div. Veranstalter nerven.
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Wir waren vor 3 Jahren auch in Bulgarien, aber wenn ich ehrlich bin, so richtig hat es mir nicht gefallen. Es war im Hotel und überall am Sonnenstrand wo wir waren sauber, waren trotz AI (oder auch deswegen
) auch einige Male außerhalb essen - war alles ok. Auch Nessebar haben wir mehrmals "unsicher" gemacht. Ich könnte nicht mal genau sagen was mich gestört hat, es war nur ein "Bauchgefühl". Aber was mich jetzt im Moment von Bulgarien abhält das weiß ich ziemlich genau: ich bin kein Typ der den ganzen Tag am Pool, und damit am Sonnenstrand auf dem Präsentierteller sprich unmittelbar an den Strassen, liegt sondern mit Mann und Kind(damals noch Kindern) am Strand, und da schlagen die Preise für Liegen und Sonenschirme doch ganz schön ein. Denn den ganzen Tag im Sand ist auch nicht das Wahre. Tja und bei ständig steigenden Preisen in den Schulferien bekomme ich für das gleiche Geld auch Ägypten, Tunesien, Türkei und einiges mehr. Und die Weiterempfehlungsraten sprechen für mich eine deutliche Sprache.Birgit
PS. Sprachprobleme (oder besser Leseprobleme
) haben wir eigentlich kaum - 15 Jahre Schulrussisch reichen um Ortsangaben und dgl. zu entziffern .... und auch um ab und zu "dumme" Fragen zu stellen wenn was unklar ist. -
Ich kann Dich gut verstehen, Birgit. Für mich stellt sich der Business Case auch nicht. Wenn sogar die Bulgaren, die im Tourismus tätig sind schon zugeben, dass die Türken ihnen um Lichtjahre voraus sind....... :?
Leider vergißt man im Laufe der Jahre viel. Mir waren in Bulgarien die Pools immer viel zu kalt ( "moroschoja woda
)