• hema2812
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    geschrieben 1224781436000

    Deutsche und Engländer wissen voneinander nicht viel.

    Und so bedienen sie sich gerne Klischees, die von den Boulevardzeitungen genüsslich geliefert und verstärkt werden, sei es vor Fussballspielen oder bei Begegnungen im Urlaub. Die Geschichte mit Marko ist noch bestens bekannt.

    Das trägt natürlich "Früchte", was man auch hier im Forum in so manchen Beiträgen lesen kann. Viele Deutsche meiden im Urlaub Engländer.

    Einige verlangen sogar Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden, wenn im Hotel zu viele Engländer sind. Wahrscheinlich machen das einige Engländer auch so.

    Damit es keine Probleme gibt, sind in den Urlaubsländern, wie Spanien, Portugal, englische und deutsche Hotels und Urlaubsorte entstanden.

    Nun diese Situation lässt sich nicht oder nicht auf die Schnelle beheben, wahrscheinlich will das auch keiner.

    Die meisten Menschen, die nach England fahren und dort Urlaub machen, hegen wohl weniger oder keine Vorurteile gegenüber Engländer. Viele lieben sogar englische Lebensart.

    Wer dann noch über ausreichende Englischkenntnisse verfügt und sich mit den Eigenheiten des Landes vertraut gemacht hat, kommt wirklich als Gast in England an und wird von den "Gastgebern" entsprechend herzlich empfangen.

    Wir haben auf unserer langen Englandreise zumindest keine deutschfeindlichen Ressentiments gespürt. Im Gegenteil, als Deutsche genossen wir großes Interesse und großes Ansehen.

    Gilt der alte Spruch also noch immer?

    "Wie ich komm gegangen, so werd ich auch empfangen."

    Ich freue mich auf eure Beiträge. Enttäuscht mich nicht!

  • chriwi
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    geschrieben 1224783735000

    @hema2812 sagte:

    Deutsche und Engländer wissen voneinander nicht viel.

    Dabei wär's so leicht. Es gibt ein paar hervorragende Bücher, die erklären, warum die Engländer so sind wie sie sind. Z.B.: "Typisch englisch - Wie die Briten wurden, was sie sind" Verlag Beck'sche Reihe.

    Ich bin mit den Engländern bisher immer gut klar gekommen. Ich mag die zurückhaltende, höfliche Mentalität. Sie sind freundlich, aber nicht herzlich oder aufdringlich. Wer in Irland und England war, wird den Unterschied kennen.

    Ich hab ja eine Zeit lang Bootsurlaube auf den Binnengewässern in Norfolk gemacht. Da sind fast ausschließlich Engländer unterwegs. Und abends legt man in kleinen Hafenbecken an und hat meist links und rechts einen "Nachbarn".

    Meine prägendsten Erlebnisse betreffen den Britischen Humor. Ich musste einmal ein paar Wochen vor Reiseantritt ein Formular ausfüllen und nach England schicken. Der Bootsvermieter wollte allerhand von mir wissen. Das ganze war ziemlich nervig. Eine Frage hat mir dann den Rest gegeben. Nehmen sie ein Haustier mit? Ich hab "Alligator" hingekrixelt.

    Als wir dort angekommen sind, hat man uns das Boot gezeigt. Wir gingen an Bord und sahen uns um. Irgendwas war seltsam. Dann ist mir aufgefallen, dass am Essplatz statt eines Tisches eine riesige Plastiktonne stand, bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Auf der Tonne stand mit schwarzem Faserschreiber: "Alligator pond". :shock1:

    The adventures of an ordinary man at war with the everyday world.
  • soedergren
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    geschrieben 1224785596000

    Hallo hema,

    auch wenn wir insbesondere beim Thema "Reiserecht" nicht immer auf einen Nenner kommen, den Spruch "Wie ich komm gegangen, so werd ich auch empfangen" unterschreib ich dir jederzeit.

    Ich war das erste Mal so etwa 1983/84 in England und seit 2000 regelmäßig jedes Jahr mehrere Wochen bis Monate. Und in all der Zeit hatte ich noch nie Probleme. Im Gegenteil, einige meiner besten Freunde wohnen dort drüben.

    Die Abkapselung von anderen Nationen scheint mir allerdings auch kein rein deutsch-englisches Problem zu sein; zu oft lese ich auch hier bei HC Berichte, in denen dann sinngemäß etwas steht wie "im Hotel waren zu viele Franzosen, lärmende Spanier und arrogante Russen" o.ä.

    Wer dann noch über ausreichende Englischkenntnisse verfügt und sich mit den Eigenheiten des Landes vertraut gemacht hat, kommt wirklich als Gast in England an ...

    Na ja, und das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber leider gibt's ja auch hier viele, die sich darüber beschweren, dass z.B. die Spanier nur spanisch sprechen ;)

    Gruß,

    soedergren

  • Evil_Eva
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    geschrieben 1224794820000

    Ich reise und gern und regelmäßig nach England. Habe viermal für je 3-4 Wochen dort in Gastfamilien gelebt und auch einmal drei Monate in einem Houseshare verbracht, habe also nicht nur "touristische Erfahrung". Ich habe nur positive Erfahrungen und nur freundliche, zuvorkommende und humorvolle Menschen kennen gelernt. Mir gefällt die englische Höflichkeit, der Humor, davon würde ich mir in Deutschland auch ein wenig mehr wünschen... Einen Buchtipp habe ich auch: "Watching the English - The hidden rules of English behaviour" von Kate Fox.

  • chriwi
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    geschrieben 1224795316000

    @Evil_Eva sagte:

    "Watching the English - The hidden rules of English behaviour" von Kate Fox.

    Danke für den Tipp. Hab's soeben bestellt. :D

    The adventures of an ordinary man at war with the everyday world.
  • dreckbacke
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    geschrieben 1224797757000

    Hallole Hema,

    es freut mich immer hier etwas über die Insel zu lesen. ;)

    Wie einige hier schon wissen reise ich seit einigen Jahren regelmäßig in den Norden der Britischen Insel um sowohl meinen Bruder in Manchester zu besuchen als auch ab und an eine Motorradtour durch Schottland zu machen.

    Mir selbst ist in England und Schottland speziell die Aufgeschlossenheit der Menschen gegenüber Fremden sehr positiv aufgefallen. Dies kann einem sowohl in einem ganz abgelegenen Pub in den Scottisch Lowlands als auch in der Innenstadt von Manchester oder Edinburgh passieren dass man von „Einheimischen“ angesprochen wird was man hier in England so macht und wie das lokale Bier so schmeckt. Oder auch in den schönen alten Gutsherren - B&B´s abends mit einem Landlord im Kaminzimmer zu sitzen und über die aktuelle Politik und das Weltgeschehen zu diskutieren – ich finde das ist in Europa relativ einzigartig.

    @Chriwi :ich werde morgen abend ein gutes Newcastle Brown Ale zu mir nehmen und meine Bilder vom letzten Urlaub sortieren. :laughing: :rofl:

    Und mein Buchtip: vom AA - Verlag:Exploring Britain - hat dort wunderbare Tourenvorschläge zum Wandern und Erleben des Landes.

    Grüßle Ralf

    Meine aktuelle Flugstatistik: 706 838 km oder 936 h Flugzeit bei 241 Flügen
  • hema2812
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    geschrieben 1224810489000

    Es gibt Badische und unnsümmbahdische (Badisches Sprichwort)

    ----------------------------------

    Was die Badenser immer gegen die Schwaben haben.

    Ich fühl mich nicht betroffen.

  • Evil_Eva
    Dabei seit: 1152748800000
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    geschrieben 1224852182000

    Was mir in England auch bei meinen letzten Besuchen (positiv) aufgefallen ist, ist das dort Information einen wesentlich größeren Stellenwert einnimmt. Das fängt in der Londoner Tube detaillierten Störungsinfos oder "Good service in operation" an.

    Vor einigen Monaten war ich in einem Pub in Manchester auf der (nicht ganz dem neusten Stand entsprechenden, aber durchaus annehmbaren) Toilette. Dort war an der Tür ein großer, handgeschriebener, blümchenverzierter Zettel angebracht, auf dem (sinngemäß) zu lesen war:

    "Verehrte Gäste,

    wir sind uns bewusst, dass unser Toilettenbereich eine Zumutung darstellt. Wir bedauern sehr ihnen hier derzeit keinen besseren Standard anbieten zu können. Wir hatten den festen Vorsatz die Renovierung dieser Toilette schon vor einem halben Jahr abgeschlossen zu haben, aber dann hatten wir durch ein Unwetter Schäden am Dach und mussten uns daher erst um wichtigere Reparaturen kümmern. Wir bitten daher um ihr Verständnis und hoffen, dass sie uns trotzdem als Kunden treu bleiben. Wir versprechen Ihnen, dass Sie hier spätestens im März eine saubere, top-moderne Toilette vorfinden werden. Sollten Sie bis dahin irgendwelche Anregungen oder Wünsche zur anstehenden Toiletten-Renovierung haben, wird unser Thekenpersonal diese jederzeit gerne aufnehmen. Herzlichst, Ihr Pub-Team. "

  • chriwi
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    geschrieben 1224852888000

    @Evil_Eva: Großartig! Und - soweit ich das beurteilen kann - typisch britisch.

    Was mir auch immer wieder auffällt, ist das Sicherheitsdenken. Auf einer englischen Baustelle läuft so gut wie kein Bauarbeiter ohne Warnweste und Schutzhelm rum.

    In England sind Hundeleinen für Kinder und Schwimmwesten für Hunde sehr beliebt,...

    The adventures of an ordinary man at war with the everyday world.
  • Mina_Dawn
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    geschrieben 1224875546000

    Ja und die entschuldigen sich für ihre Baustellen auch ;-) Das gefällt mir auch - nicht wie hier wo das größte Glück ein Danke für ihr Verständnis ist ;)

    Ich mag England, wir sind mal mit Bekannten meiner Oma im local footballclub gelandet, und das war einfach toll wie selbstverständlich man da aufgenommen wurde - ich erinnere mich noch an ein sehr gebrochenes Gespräch mit einem der Jungs da, über Fußball - ich konnte zwar damals schon ganz gut Englisch, aber natürlich kein Wort zum Thema Fußball, ich weiss selbst auf Deutsch nicht wie man über Fußball redet, aber wir hatten fun.

    Und mir wurde gezeigt wie man pool billiard spielt.

    Auch auf der nächsten Reise hat man uns wieder in nen 'Club' mitgenommen, diesmal Royal League, wieder halt mit den Freunden meiner Oma, und wieder wurde es ein netter fröhlicher Abend. Nicht so schön wie die Gartenparty mit Cocktails den nächsten Tag ...

    Auch mit den B&B Gastgebern kommt man oft in nette Unterhaltungen, Leute gehen eher auf einen zu auch wenn das erste was man hört wenn man unterwegs oft doch das Wetter ist.

    Und ich liebe es, dass das Anstehen klappt und es nicht so Trauben und Gedrängel gibt wie hier - allerdings muss man das wissen, man macht sich echt unbeliebt da, wenn man drängelt, was hier völlig normal ist.

    Und ich liebe es da Auto zu fahren. Nicht nur, dass mir die Straßen und das Linksfahren ungemein Spass machen, die Fahrweise ist auch zumeist viel angenehmer als hier und es wird lang nicht so schnell gedrängelt und gehupt und wild geflucht oder gestikuliert, so viel entspannter. Auch wenn der LKW den nächsten passing place nimmt, damit alle an ihm vorbei fahren können, wenn sich Autos hinter ihm sammeln.

    Ist sehr cool, obwohl das eine Mal wäre ich gern hinter LKW geblieben, die Strecke war etwas unberechenbar und da war jemand der vorweg fährt ganz angenehm.

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