• r.f.198
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    geschrieben 1219610938000

    Hallo.

    Mache im Nov. eine RR von Hanoi nach Saigon.

    Empfehlungen von div. Webseiten sind mir schon bekannt, aber wie sieht es momentan mit Malaria in Vietnam aus? Impfung, Stand-By oder nichts?

    Wenn ja, welches Mittel ist für Vietnam richtig? Malerone?

  • carstenW.
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    geschrieben 1219611307000

    Hierzu vom die Aussage vom auswärtigen Amt. Ich rate Dir auch einen Arzt oder Tropenmediziner zu konsultieren:

    Malaria

    Jährlich treten 1 Mio Malariafälle mit ca. 5.000 Todesfällen in Vietnam auf.

    Das Risiko besteht ganzjährig, verstärkt in den Regenzeiten und dem Hochland.

    Ein hohes Risiko besteht im Süden in den Provinzen Ca Mau, Bac Lieu und Tay Ninh (im Mekong – Delta sowie in und um HCMC) sowie in den Hochlandprovinzen Dak Lak, Gia Lai und Kon Tum unter 1.500m und südlich des 18. Breitengrades.

    Ein mittleres Risiko, verstärkt in den Regenzeiten, besteht im Mekong-Delta und den auch Norden anschließenden Küstenregionen bis nach Nha Trang, sowie nordwestlich von Hanoi (hier besonders Mai-September).

    Kein oder nur geringes Risiko besteht in den Stadtgebieten, der Küste nördlich von Nha Trang und im Red River-Delta.

    Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft, insbesondere die gefährliche Malaria tropica, bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.

    Je nach Reiseprofil ist deshalb eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) oder eine sog. „stand by-Notfallselbstbehandlung“ sinnvoll. Für die Malariaprophylaxe und die Selbstbehandlung sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone, Doxycyclin, Lariam, Riamet) auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl des Medikamentes und dessen persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten entsprechend dem Reiseprofil (Dauer, Ort und Zeit) unbedingt vor Abreise mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

    Wichtig: Aufgrund der o.g. mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

    körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),

    ganztägig (Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen

    ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

  • Cathrinka
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    geschrieben 1219668682000

    Vergiss die Zahlen vom Auswaertigen Amt. Die sind kompletter Unsinn. Ich frage mich echt, woher die ihre Informationen beziehen.

    Nach offiziellen Angaben der WHO gab es im Jahre 2003 (neuere Zahlen habe ich leider nicht) in Vietnam 37.416 Malariaerkrankungen mit 50 Todesfaellen. Es ist mir schon klar, dass es eine gewisse Dunkelziffer gibt, aber die Angaben vom AA halte ich fuer masslos uebertrieben.

    Fast alle Touristenzentren in Vietnam sind malariafrei. Dazu gehoeren die Grossstaedte, das Delta des Roten Flusses und die uebliche Rennstrecke entlang der Kueste. Im Nordvietnamesischen Bergland kommt Malaria nur in den unmittelbaren Grenzgebieten zu Laos vor. Und das ist eine Region, wo normalerweise keine Touristen hinkommmen.

    Die groesste Ansteckungsgefahr besteht in einigen Provinzen des Zentralen Hochlandes. Aber ein Rundreisender, der eben mal schnell in 7 oder 9 Tagen 2.000km laengs durch das Land hetzt, kommt sowieso nicht in diese Gegenden. Im Mekong Delta sollte man ein bischen aufpassen. Aber nicht nur wegen Malaria, sondern auch wegen Dengue Fieber, gegen das es keine Impfung gibt. Aber ein guter manueller Mueckenschutz reicht meiner Meinung nach aus. Da die europaeischen Mittel oft nicht wirken, empfehle ich vor Ort den Kauf von Soffell. Achtung: Nur das mit Doppel-L ist das echte.

    Der Sinn eines Stand By Mittels erschliesst sich mir auch nicht wirklich. Ich halte die Mitnahme eines Stand By Mittels fuer kompletten Unsinn. So etwas ist nur fuer Reisende, die sich wochenlang fernab jeder medizinischen Versorgung aufhalten. In Vietnam kann man aber im Notfall jederzeit innerhalb weniger Stunden einen Arzt oder ein Krankenhaus erreichen.

    Woher will ein medizinischer Laie eigentlich wissen, ob er sich mit Malaria infiziert hat oder durch eine zu kalt eingestellte Klimaanlage nur eine Grippe geholt hat oder ob er sich gar mit Dengue Fieber angesteckt hat? Unter diesen Voraussetzungen ist eine Selbstmedikation nicht nur falsch, sondern auch gefaehrlich. Man sollte also immer so schnell wie moeglich einen Arzt aufsuchen, der dann die entsprechenden Massnahmen einleitet. Und die Aerzte vor Ort kennen sich mit Sicherheit mit Malaria besser aus als die in Europa.

    Dazu kommt noch, dass die Inkubationszeit im Durchschnitt 12 Tage betraegt, oft noch viel laenger. Der normale Reisende wird also laengst wieder zu Hause sein, wenn sich die Krankheit bemerkbar macht. Auch aus diesem Grund macht fuer mich die Mitnahme von Malarone oder aehnlichen Sachen ueberhaupt keinen Sinn.

    Ich habe in meinem nun schon insgesamt ueber 6-jaehrigem Aufenthalt in Vietnam noch nie diese Chemiebomben geschluckt. Und ich bin wirklich schon in den entlegensten Ecken herumgekrochen. Meiner Meinung nach reicht manueller Mueckenschutz vollkommen aus. Moskitonetze sind auch in den billigsten Unterkuenften vorhanden. Doch das muss letztlich jeder fuer sich selber entscheiden.

    Viele Gruesse

    Cathrin

  • carstenW.
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    geschrieben 1219695534000

    @cathrinka

    da sollte schn ein Mediziner genaueres zu sagen.

    Auch wenn es immer heißt, Gebiet x u. y sind malariafrei, die anderen aber nicht. Wer garantiert mir denn, daß zur gegebenen Zeit, wo ich an gewissen Orten bin, nicht irgendeine Mücke sich dorthin verirrt hat welche dann die Krankheit überbringt? So war u. ist es schon in einigen Gegenden dieser Erde gewesen. Chemiekeule hin oder her, in gewissen Gegenden ist eine Prophylaxe für mich unumgänglich.

  • jucunda
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    geschrieben 1219744972000

    Hallo Zusammen!

    Auch ich werde im Dezember nach Veitnam reisen und habe mir deshalb schon aus eigenem Interesse dazu Gedanken gemacht.

    Ich sehe es ähnlich wie Cathrinka. Es ist eine persönliche Abwägung zwsichen dem Risiko einer Infektion und den Nebenwirkungen der Medizin.

    Vieles hängt auch davon ab, wie man reist, welche Orte man besucht, auch welche Unterkünfte man wählt. Hier eine allgemeine Empfehlung auszusprechen geht eher nicht, dies erkennt man auch an den Empfehlungen fachbezogener Internetseiten. Dies sind alle wage formuliert und können so oder so ausgelegt werden.

    Ich denke, dass ein vernünftiger Mückenschutz die sinnvollste Maßnahme ist, den wer das Übel bereits schon im Vofeld abwehrt, braucht nicht später an den Folgen herumzudoktoren.

    Ein Stand - by Mittel halte ich für einen Laien auch nicht für sinnvoll, denn um es anzuwenden, muss man sicher sein, dass man an Malaria erkrankt ist. Hierfür reicht ein laienhaftes Verständnis der medizinischen Vorgänge im Körper nicht aus. Also wird man bei Verdachtsmomenten einen Arzt vor Ort aufsuchen müssen, der dann entscheidet, welche Mittel man nehmen muss. Als Tourist wird man sicherlich auch über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen, jedes Medikament zu kaufen. Etwas was bei Einheimischen manchmal eher nicht der Fall ist.

    Für mich habe ich entschieden, eine vernünftige Reisekrankenversicherung abzuschließen, ein vernünftiges Mückenschutzmittel zu benutzen und durch mein persönliches Verhalten - etwa nicht in der Dämmerung bei Licht im Zimmer die Fenster oder Türen des Hotelzimmers zu öffnen - die genannten Risiken einer Malaria oder Dengue - Fieber Erkrankung zu minimieren.

    Wer in tropischen Ländern Urlaub macht, muss mit diesem Risiko leben, oder darf diese nicht besuchen. Wo Sonne ist, ist auch Schatten, bei aller Schönheit dieser Länder muss man sich im klaren sein, dass dort für uns unbekannte Krankheiten, Viren ect. auftreten.

    Letztlich bleibt es jedem selber überlassen diese Entscheidung zu treffen, wem es hilft, dass er Mittel nimmt oder bei sich führt, sollte dies machen, denn letztlich spielt auch die Psyche eine entscheidende Rolle bei unserem Gesundheitsempfinden. Wer nur mit Angst im Urlaub rumrennt, erlebt keinen Urlaub.

    Ich wünsche allen einen schönen Urlaub und ein gesundes Nachhausekommen.

    gruß

    Thomas

  • maximax
    Dabei seit: 1118188800000
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    geschrieben 1219752077000

    Cathrinkas und jucundas Beiträge möchte ich unterstützen.

    Es kommt darauf an, wo man urlaubt in Vietnam. Die großen Städte und der Küstenstreifen, den Cathrinka "Rennstrecke" nennt, gelten als malariafrei. Wir waren im November '07 in HCMC und Phan Thiet und haben nicht eine einzige Mücke gesehen, das nur nebenbei.

    Natürlich, Carsten, kann man jedes Risiko ausschließen und trotzdem eine Prophylaxe machen. Die Risikoabwägung spricht aber eindeutig dagegen. Wir haben uns im Nov. mit vielen Urlaubern über das Thema unterhalten, ebenso bei unserem ersten Urlaub dort vor zwei Jahren. Nicht ein einziger hatte eine Prophylaxe genommen.

    Suaviter in modo, fortiter in re.
  • bumblebee
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    geschrieben 1219754514000

    Ich denke ebenso. Was bringt es mir, wenn ich eine Prophylaxe einnehme (diese bietet auch nie 100%igen Schutz!), zwar dann kein Malaria bekomme, dafür aber erhebliche Nebenwirkungen habe. Bonbons sind das nicht. Und mir Mückenschutzmittel muss ich mich sowieso einschmieren, da auch andere Krankheiten übertragen werden können.

    Bezüglich Thailand (ich denke das ist in etwa vergleichbar, da auch dort die Touristenzentren Malariafrei sind, es aber im Dschungel durchaus noch vorkommt), raten viele Tropenmediziner inzwischen sogar aus genannten Gründen von einer Chemoprophylaxe ab. Noch dazu um Resistenzbildungen zu verringern.

    Für Stand-by Medikamente wäre mir das Geld zu schade, wenn ich eine gute Auslandskrankenversicherung habe und in Gebieten bin, wo ich jederzeit einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen kann, reicht mir das. Auch mit Stand-by-Medikament muss man auf jeden Fall schnellstmöglich zum Arzt. Das spart man sich damit auch nicht.

    :D

    Viele Grüße, bumblebee 01.04.09 - 17.04.09 Vietnam (Süd-Nord-Tour) 17.04.09 - 12.05.09 Bangkok, Krabi und Umgebung, Koh Phangan / Koh Tao, Chiang Mai u.v.m *freu*
  • carstenW.
    Dabei seit: 1139875200000
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    geschrieben 1219767089000

    @maximax u. bumbelbee

    daher ist es ja wichtig zu wissen, wo genau die Malaria Gebiete sind u. ob der Reisende (Threaderöffner) damit in Kontakt kommt, er macht schließlich eine Rundreise. Auf Aussagen irgendwelcher Touristen, die meinen was nicht nehmen zu müssen, gebe ich nichts, erst recht nicht wenn es Laien in Gesundheitsfragen sind. Sicherlich sind diese Prophylaxen nicht ungefährlich u. man soll seinen Körper nicht unnötig mit Chemie vollpumpen (andere Medikamente, die genommen werden, sollte man im Vergleich auch nicht ausser Acht lassen, zumal sich viele Menschen heut zu Tage mit genug Giften wie Alkohol, Nicotin usw. ihrer Gesundheit schaden), jedoch sollte da der Reisende genau wissen, ob er durch gewisse Regionen betroffen ist oder nicht. Wenn doch, nehme ich solche Prophylaxen gerne in Kauf, bevor es mir unter Umständen durch einen dummen Zufall meine Gesundheit oder Leben kosten kann.

  • bumblebee
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    geschrieben 1219847972000

    Das kannst du natürlich machen wie du magst. Aber wie gesagt, raten auch schon einige "Profi's", nämlich Tropenmediziner von der Chemoprophylaxe ab.

    Und ein Laie in Gesundheitsfragen bin ich nicht ;)

    LG

    Viele Grüße, bumblebee 01.04.09 - 17.04.09 Vietnam (Süd-Nord-Tour) 17.04.09 - 12.05.09 Bangkok, Krabi und Umgebung, Koh Phangan / Koh Tao, Chiang Mai u.v.m *freu*
  • carstenW.
    Dabei seit: 1139875200000
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    geschrieben 1219856779000

    @bumblebee

    selbst die Meinungen der Profis, gehen leider oft auseinander. 5 Ärzt = 6 Meinungen. Habe Dich auch nicht als Laien hier bezeichnen wollen, sondern andere Urlauber, die soetwas mal schnell daher sagen.

    P. S. Ein Laie in Gesundheitsfragen bin ich ebenfalls nicht ;)

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