• Trieli
    Dabei seit: 1225843200000
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    geschrieben 1229007039000

    Danke Dylan!!

    Ich hätte es nicht besser formulieren können. :D

    Für viele aus dem "Habanero-Forum" ist Kuba eben eher eine Art zweiter Heimat und nach dem schrecklichen Jahr 2008 machen sich dort die wenigstens Sorgen um touristische Einrichtungen, sondern eher das es ihren Familien gut geht. Und da sollte man sicherlich Verständnis für haben.

    Ich denke, aber auch dort wird man rekok73 helfen, wenn jemand was weiß!!!

    Meine Familie lebt im Municipal Rafael Freyre, aber ich habe mich persönlich auch noch nie mit der Eisenbahn beschäftigt, obwohl ich sie schon zig mal gesehen habe. Bei meinem nächsten Besuch werde ich das aber mal nachholen.

  • juanito
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    geschrieben 1229007827000

    Hab mich noch bei kubaforen angemeldet und die Frage gestellt. Dort tummeln sich angebliche Kuba-Kenner, aber keiner kann etwas zur Central Rafael Freyre beitragen.

    ++++

    Diese Bemerkung (dieser Vorwurf) ist ein bisschen ungerecht. :(

    Wer noch nicht in der Gegend war, kann natürlich nichts dazu sagen.

    Drüben gibt es ein paar Eisenbahnfreaks. Ich weiss, dass einer die Reparaturwerkstätten abfährt um zu fotografieren.

    En marcha con compañero Fidel en la sierra maestra 1959
  • rekok73
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    geschrieben 1229105828000

    So, nun bin ich aber für meine Bemerkung zurechtgestutzt worden! ;)

    Was ich meinte ist, dass diese Zuckermühle selbst bei hunderten Pauschaltouristen bekannt ist. Und wenn schon dem so ist, sollte es doch auch unter den Kuba-Insidern im anderen Forum ein paar Leute geben, die diese Zuckermühle kennen und ein paar Informationen preisgeben können! Oder?

    Zu der Antwort, dass sich die meisten User im anderen Forum um ihre Familien sorgen (die betroffenen Familien haben mein allergrößtes Mitgefühl - das muss ich klarstellen) und nicht um den Wiederaufbau oder Erhalt von touristischen Einrichtungen muss ich entgegnen: Wieviel Prozent der Menschen in der Gegend von Guardalavaca, Banes oder auch Rafael Freyre leben direkt oder indirekt vom Tourismus. Hat also der Erhalt und Wiederaufbau dieser Einrichtungen nicht die oberste Priorität für die Existenzsicherung der Menschen in dieser Region?? Die Zuckerindustrie (als ehemaliger Hauptarbeitgeber) ist in der Provinz Holguin nahezu zum Erliegen gekommen (und daran war übrigens kein Hurrican schuld). Wovon leben diese Menschen jetzt? Die inoffizielle Arbeitslosenrate soll bei über 30% liegen (offiziell gibt es natürlich keine Arbeitslosen - wie damals in der DDR). Eine Vielzahl der Menschen auf Kuba lebt direkt vom Tourismus; durch Zahlungen von Familienangehörigen, die in diesem Bereich arbeiten und durch Transferzahlungen der Exilkubaner in Florida und sonstwo! Die Zahlungen der Exilkubaner an ihre Familienangehörigen sind nach dem Tourismus das zweitwichtigste wirtschaftliche Standbein des kubanischen Staates. Das ist Realität! Das haben mir auch Kubaner vor Ort - in Rafael Freyre (!) - im Jahr 2006 versichert ... und jetzt wird es nicht besser sein!

    Also sollten die Leute, die sich um ihre Familien und alle anderen Kubaner sorgen, alles dafür tun, dass der Tourismus wieder angekurbelt wird!!!! Und dazu gehört auch die touristische Infrastruktur zum Kennenlernen des Landes - wie zum Beispiel die Schmalspurbahn von Rafael Freyre! Dampfloks ziehen (geldbringende) Touristen an, ob es die Eisenbahnverrückten Briten, Schweizer sind, oder auch die Deutschen! Das sieht man bei uns in Deutschland am Besten bei der dampfbetriebenen Schmalspurbahn im Harz!

    Fazit: Ohne touristische Infrastruktur kein Tourismus; Ohne Tourismus keine Devisen; Ohne Devisen keine Existenzsicherung!

    Und ob es nun passt oder nicht - Ich behaupte: Wer für sich in Anspruch nimmt, ein "Insider" zu sein und diese Zusammenhänge ausblendet, der verhält sich schlich und ergreifend ignorant!

    Denn Menschen wie ich, die keine Angehörigen auf Kuba haben, aber sich halt für eine kleine Eisenbahn (und somit auch für die Menschen) dort interessieren, verhalten sich nicht interessen- oder teilnahmslos gegenüber dem Schicksal der Menschen vor Ort. Denn auch dieses Interesse für die Eisenbahn schlägt eine Brücke! Auch wenn vielleicht andere Menschen dies als Nebensächlichkeit abtun. Ich kann (auch aus familiären Gründen) momentan nicht nach Kuba in den Urlaub fliegen, habe keine Angehörigen vor Ort und interessiere mich trotzdem für Kuba, seine Menschen ... und die Eisenbahn - bin also nicht ignorant! Das sollte unbedingt klar sein!

    VG René

  • juanito
    Dabei seit: 1115596800000
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    geschrieben 1229111328000

    DIE LEUTE :frowning:

    In Kuba herrscht der Staat. Es gibt keine Privatwirtschaft wie hier.

    Keine Privatperson oder private Firma (gibt es nicht) könnte irgend etwas in Kuba instand setzen.

    Das wird alles zentral von Havanna aus gesteuert und befehligt.

    Nichteinmal die Provinzregierung könnte etwas veranlassen.

    In Trinidad ist am Parque ist das Gebäude des Ayuntamiento. Wird ständig bewacht und es arbeiten Leute drin.

    Da habe ich gefragt wie oft die Abgeordneten, Diputados so zusammentreten?

    (in Berlin z.B. jeden Donnerstag)

    Antwort: 1x pro Jahr! :shock1:

    Daran siehst du Niemand kann etwas entscheiden in Kuba!

    Alles ist zentral gelenkt.

    Wie früher in Ost-Berlin.

    En marcha con compañero Fidel en la sierra maestra 1959
  • Trieli
    Dabei seit: 1225843200000
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    geschrieben 1229125829000

    Tja, da muß ich leider vehement widersprechen. Mein Schwiegervater hat fast sein ganzes Leben in der Zuckerrohrproduktion im Municipal Freyre gearbeitet. Dann war es aus und er Staat kam und sagte: Nun machste in Knoblauch! Also ist jetzt Knoblauch angesagt. Ihm ist es wurscht. Dieses Sentimentalität zu Dingen und Jobs, die wir Europäer oft haben, kennen die Cubis nicht.

    Und eigentlich wäre es dem Staat auch viel lieber die Touristen würden die AI Anlagen überhaupt nicht verlassen. Grundsätzlich sind Kontakte zwischen Touristen und Kubanern vom kubanischen Staat nicht gerne gesehen. An manchen Punkten (Angestellte im Tourismus etc.) muß er sie tolerieren. Sie haben natürlich auch die Notwendigkeit erkannt, den Touristen Ausflugsziele zu bieten. Diese sind aber sehr ausgesucht und auf keinen Fall sollen die Ausländer sich diese selber suchen. Sie könnten ja Kubaner kennen lernen. ;) Aus diesem Grund wird der Individualtourismus auch nicht gefördert.

    Also wurden die Hotels auch mit Hochdruck nach Ike wieder aufgebaut. An den Privathäusern ist so gut wie noch nichts passiert.

    Meine Meinung ist, dass es logisch ist, dass der Tourismus wieder laufen muß um die Einnahmen vieler Familien zu sichern. Aber bevor Ausflugsziele repariert werden, sollten viele andere Einrichtungen wieder instant gesetzt werden.

    Aber um die Einstellung der Leute im Kubaforum zu verstehen, sollte man sich vielleicht etwas mehr mit dem täglichen Leben und Problemen, mit und ohne Hurrikan, der Kubaner auseinandersetzen und der Tatsache, dass dieses Land in vielen Dingen einfach gefühlte 30 Jahre hinter Europa hinter her hinkt, bevor man sich beschwert nicht verstanden zu werden.

    Ich könnte wetten, dass wenn ich meinen Schwiegervater fragen würde, was das für ein Zug war der ihn fast täglich mit genommen hat, dann würde er sowas sagen wie: Na ein Zug halt, auf Schienen und macht TuffTuff. Und damit will ich nicht sagen, dass er doof ist. Es interessiert ihn schlicht und ergreifend nicht. Und es ist Geschichte. Und diese interessiert nun mal nicht, solange sie nix mit der Revolution zu tun hat. ;) Und es wird sicherlich noch etliche Jahre dauern und dazu benötigt es auch viele grundlegende Veränderungen bis die Cubis eine Beziehung zu so was entwickeln können. Ihre täglichen Probleme sind nun mal andere.

  • juanito
    Dabei seit: 1115596800000
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    geschrieben 1229162032000

    Grundsätzlich sind Kontakte zwischen Touristen und Kubanern vom kubanischen Staat nicht gerne gesehen.

    .....und auf keinen Fall sollen die Ausländer sich diese selber suchen.

    Sie könnten ja Kubaner kennen lernen. :D

    +++++

    Aber du hast dich ja nicht darum gekümmert :laughing:

    sondern :kuesse:

    ;) :p

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  • Trieli
    Dabei seit: 1225843200000
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    geschrieben 1229184041000

    Das stimmt. :D Nur wissen wir beide ja auch warum. Und mit einer Eisenbahn oder anderen touristischen Einrichtungen hatte das nun wirklich nix zu tun.

    :laughing: :rofl: :rofl: :rofl:

    Wir sind übrigens heute immer noch sehr gut befreundet. Was aber auch daran liegt, dass ich viele kubanische Eigenheiten als Fakt angenommen habe und nicht auf Gedeih und Verderb versuche sie zu ändern.

    Das meinte ich für rekok. Man sollte erstmal versuchen Land und Leute zu verstehen. Dann versteht man auch, warum für Cubis und dem kubanischen Staat Eisenbahnen oder vergleichbare touristische Einrichtungen eher nur eine Gelddruckmaschine sind und mit historischem Interesse garnichts zu tun haben.

    So traurig das ist. Wird sich aber auch sicherlich nur ganz langsam ändern.

  • Dylan
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    geschrieben 1229187139000

    Der Kubaner denkt an das Heute – maximal noch an das Morgen.

    Jedoch darüber hinaus – an das Übermorgen, an die Zukunft – denkt der Kubaner nicht.

    Dies ist mein persönlicher Eindruck oder meine persönliche Meinung oder meine persönliche Erfahrung und muss nicht mit den Eindrücken oder den Meinungen oder den Erfahrungen anderer Personen übereinstimmen oder entsprechen.
  • juanito
    Dabei seit: 1115596800000
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    geschrieben 1229192954000

    Mit 20 centavos kannst du nicht weit planen. :(

    Wie oft habe ich die cubanitas gefragt. Wieviel Geld hast du in der Tasche?

    Das maximalste waren oft 20 centavos für den Bus nach Hause.

    Planen können die casavermieter. z.b. meiner in Trinidad. Baut eine neue casa am Strand. Playa la boca. Gibt zwar schon 15 casas dort, aber ist im Aufschwung.

    Wenn sich alles ändert, wird er Millionario.

    Ok. vorher bei diesen Zuständen vielleicht nur Centionär :D

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  • rekok73
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    geschrieben 1229253074000

    Danke für die konstruktive Diskussion. Leider habe ich natürlich nicht die Möglichkeit Land und Leute so gut kennenzulernen, wie Jemand der Leute vor Ort kennt. Ich hatte ja darauf hingewiesen, das es mir momentan nicht möglich ist, nach Kuba zu fliegen. Auch meine Situation lässt es nicht zu, dass ich mal eben so einen Kuba-Trip machen könnte. Das ist SCHADE - aber auch Realität in Deutschland!

    Ich kenne nur die Informationen aus Berichten und die Erfahrungen aus den zwei Urlauben 2000 und 2006 (wobei innerhalb dieser Zeit schon ein riesiger Rückschritt zu verzeichnen war)!

    Allerdings finde ich es bedenklich, wenn hier geschrieben wird, dass ALLES (!!) in Kuba von Oben gesteuert wird. Das die Leute sich nur über Sachen Gedanken machen und ihre Interessen darauf beschränken, was von Havanna diktiert wird. Ich bin in der DDR aufgewachsen, auch da wurde viel von Oben diktiert. Aber NIEMAND aus meinem Verwandten- und Bekanntenkreis hat sich seine Gedanken und Interessen vorschreiben lassen!

    Übrigens: Kuba ist nicht gefühlte 30 Jahre gegenüber Europa zurück. Kuba befindet sich momentan auf dem Weg in die Zeit vor der Industrialisierung in Mitteleuropa - und die liegt weit mehr als 100 Jahre zurück. Wenn die Industrie platt gemacht wird, damit man "in Knoblauch machen kann" (womit nun wirklich kein Blumentopf zu gewinnen ist), dann dauert es noch ein paar Jahre und die Kubaner sind wieder auf dem Weg zu den Jägern und Sammlern! ... Die haben sich übrigens auch keine Gedanken über das Morgen gemacht, sondern nur an die gegenwärtige Situation gedacht!

    WER NUR AN HEUTE DENKT, DEM GEHÖRT DIE ZUKUNFT NICHT!

    VG René

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