• caribiangirl
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    geschrieben 1154726393000

    Früher gings doch auch ohne 1 Eurojobber.Bis vor ca 5 Jahren konnten kleine Familienbetriebe wenigstens noch überleben.Heutzutage gibts doch solche Kleinbetriebe schon garnichtmehr.Ohne Aufträge kommen die Entlassungen, bis dann irgendwann der Konkurs droht und auch eintrifft.

    Die Pflege oder der Bau eines Spielplatzes sollte auch weiterhin von einer Landschaftsbaufirma durchgeführt werden,dass diese Mitarbeiter ihre Jobs nicht verlieren.

    Man kann doch nicht ein Loch aufreißen um ein anderes damit zu stopfen.

    Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.
  • Harzer
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    geschrieben 1154762685000

    @ Caribiangirl

    Diese Spruche "Vor 5 Jahren gings doch auch ohne....", die liebe ich, ne is klar, Früher war alles besser, früher hatten wir auch nen Kaiser...und jetzt stecken wir lieber weiter den Kopf in den Sand, lassen alles beim alten und machen nur die Augen zu, bis die Karre D. endgültig gegen die Wand gefahren ist.

    Die Welt wird immer schnellelbiger und auch globaler und Stillstand ist gleichzeitig Rückstand. Man hätte nicht jetzt erst mit den Reformen anfangen müssen, sondern schon vor 15 - 20 Jahren, wenn die Regierung den Mumm gehabt hätte. Damals war die finanzielle Lage noch nicht so schlimm und die Reformen hätten nicht gravierend für alle ausfallen brauchen, wie es bei der jetzigen finanziellen Lage dringend notwendig geworden ist.

    Und noch eins, die 1-Euro Jobber nehmen keinen kleinen Handwerksbetriebe die Aufträge weg, weil es sich die Kommunen bei der derzeitgen finanziellen Lage gar nicht mehr leisten können, solche Aufgaben an Fremdfirmen zu vergeben. Schau dir mal die Zahl der Handwerksbetrieb an, die kurz vorm finanziellen Ruin stehen, weil Sie immernoch auf die Bezahlung der Aufträge vom Staat warten. Und die Zahlungsmoral von den Bundesbürgern ist genau so mies, wie die vom Staat.

    Des Weiteren geht es den kleinen Handwerksbetrieben so schlecht, dass sie aufgrund der hohen Lohnkosten einen Stundenlohn auf den Rechnungen haben, den sich die meisten heutzutage nicht mehr leisten können. Was zur Folge hat, das entweder die geplante Renovierung verschoben wird, oder man macht es selbst (wir sind ja ein Land der Heimwerker) oder man kauft das Material und läßt es schwarz durchführen.

    Frag mal die Leute, wer sich noch einen regulären Handwerker leisten kann?

    Und wenn ich in einem kleinen Landwirtschaftsbetrieb arbeiten würde, dann würde ich mich über die Gesetze ärgern, soundsoviele deutsche Arbeitssuchende verpflichten zu müssen, anstatt osteuropäische Erntehelfer. Die deutschen kommen entweder gar nicht oder sind nach spätestens einer Woche wieder verschwunden, darüber würde ich mich als Mitarbeiter eines kleinen landwirtschaftlichen Betriebes ärgern. Weil mein Arbeitsplatz deswegen gefährdet ist, weil der Spargel, Edbeeren oder sonst was gar nicht alles verkauft werden kann, weil es gar nicht von den paar osteuropäischen Erntehelfern geschafft wird, alles rechtzeitig zu ernten, damit es verkauft werden kann.

    Leben und leben lassen!
  • Harzer
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    Zielexperte/in für: Belgien
    geschrieben 1154763718000

    Frag dich lieber mal, wie es besser werden könnte...

    Die einen schreiben "Der Staat braucht nur genügend Arbeitsplätze stellen, dann verringern sich schon die Arbeitslosenzahl..., andere schreiben, "Wer arbeit sucht, der findet auch welche..."

    Nur wie, das schreiben sie nicht.

    Am dringendsten ist die Politik gefragt, sie müssen mal anfangen, die ganze Bürokratie in D. abzubauen, das fünf Säulen bei den Sozialversicherungen mal richtg und von Grund auf reformieren, so dass die Lohnnebenkosten gesenkt werden und nicht ständig erhöht werden. Die Unternehmen sparen Lohnnebenkosten und die Arbeitnehmer haben mehr Netto in der Tasche. Des Weiteren müßten mal die ganzen Abgaben und Steuern gesenkt werden, so dass der einzelne Bürger wieder mehr Geld in der Tasche hat.

    Dann müßte mal die Regierung einen langfristigen Plan erstellen, anstatt jeden Tag eine andere *** durch Dorf zu treiben. Sie müßten mal Tacheles reden und den Bürgen ehrlich sagen, was in den nächsten Jahren an Kosten auf den einzelnen Bürger zu kommt, damit die doch auch mal planen können. Derzeitig haben viele nicht mehr als das bisherige Netto zum Ausgeben zur Verfügung und die, die noch was haben, sparen es lieber, weil sie gar nicht wissen, welche Erhöhung als nächstes auf sie zukommt.

    Und wenn der Bürger mehr Netto und auch eine gewisse Planungssicherheit hat, dann kann er ja durch sein Verhalten die Unternehmen dazu zwingen, in D. neue Arbeitsplätze zu produzieren.

    Weil derzeitig will doch jeder einerseits mehr Geld, mehr Freizeit (dabei wird in D. schon pro Kopf mit Absatnd am wenigsten gearbeitet, habe noch keinen Amerikaner oder Japaner gesehen, der mehr als zwei Wochen Urlaub am Stück macht), andererseits herrscht doch beim Geld ausgeben die "Geiz ist Geil Mentalität". da werden dann lieber die Produkte gekauft, die günstiger im Ausland hergestellt werden, als die teuren Produkte aus D. Und dann wird sich gewundert, warum die Unternehmen die Arbeitzplätze ins Ausland verlagern. Um die Produkte günstiger herzustellen, damit sie auf dem deutschen Markt noch verkauft werden kann.

    Vielleicht sollten die Bürger in D., wenn Sie mehr Netto zur Verfügung haben, nur noch Produkte kaufen, die in D. hergestellt werden, in D. Urlaub machen, etc. pepe. Dann produzieren vielleicht die Unternehmen auch wieder in D. anstatt die Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.

    Leben und leben lassen!
  • Barbara R.
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    geschrieben 1154767134000

    Zum Thema "Rechnungen der Handwerksbetriebe bezahlen" hätte ich auch noch einen:

    Ein Tischlermeister aus einem Dorf nahe Lemgo wartete sehr lange Zeit auf die Bezahlung eines längst ausgeführten Auftrags eines Juweliers. Es standen immer noch ca. 10.000 Euro aus. Wisst Ihr, was das für einen kleinen Krauter bedeutet? Das ist richtiges Geld!!

    Nachdem alles Mahnen und legale Massnahmen nichts genutzt hatten, fuhr er zum Juweliergeschäft mit einer Kettensäge und zerlegte kurzerhand die von ihm gefertigten Holzbauten.

    Okay, er wurde danach verknackt, aber ich glaube, sogar der Richter hatte Verständnis für ihn. Leider fällt sowas unter Selbstjustiz und die ist hierzulande nunmal verboten.

    Doch dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist der eigentliche Skandal meiner Meinung nach. Wenn ich einen Auftrag ordentlich ausführe, kann ich auch die Bezahlung meiner Arbeit erwarten, oder nicht?

    Und da waren keine 1-Euro-Jobber Schuld an der Misere!

    Barbara R. Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht den gleichen Horizont
  • salvamor41
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    geschrieben 1154776056000

    @'Barbara R.' sagte:

    Doch dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist der eigentliche Skandal meiner Meinung nach. Wenn ich einen Auftrag ordentlich ausführe, kann ich auch die Bezahlung meiner Arbeit erwarten, oder nicht?

    ...da hasde Recht! Und das bei den aufrichtigen, ehrlichen Ostwestfalen! Unglaublich! Wenn das bei den unzuverlässigen Rheinländern passiert wäre, würd' ich ja nix sagen... ;)

    ><o(((°> Don't feed the Trolls <°)))o><
  • salvamor41
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    geschrieben 1154776928000

    @ Harzer

    Um 7.41h warst Du schon bedeutend besser drauf als um 7.24. Bei Deinem heutigen Erstlingswerk beschlich mich nicht zum ersten Mal der Gedanke: Wieviel hätte der jetzt im DSF ins Phrasenschwein löhnen müssen?! Ich glaube, da könnten wir beide schon fast Urlaub von machen. ;)

    Ich kann nur sagen, laß die Polen ihre Erntearbeit bei den deutschen Bauern machen, die sind das seit Jahren gewohnt, ihre Bandscheiben trotzen den stärksten Anforderungen. Besser so, als irgendwelche deutsche Bürofuzzis in diese Jobs reinzuzwingen, die nach kurzer Zeit aufgeben, weil sie Angst haben, im wahrsten Sinne des Wortes an der Arbeit zu zerbrechen. ;)

    Zu 7.41h kann ich nur sagen: Endlich sind wir mal uneingeschränkt einer Meinung. Bürokratie und Lohnnebenkosten müssen gesenkt werden, und...bei den Ausgaben des Staates muß rigide gespart werden. Dann wird's auch wieder was mit den Arbeitsplätzen!

    Oder doch nicht?

    ><o(((°> Don't feed the Trolls <°)))o><
  • caribiangirl
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    geschrieben 1155068179000

    @Erika

    Ja ja,die gute Zahlungsmoral.

    Meine Eltern hatten eine Gärtnerei mit Landschaftsbau.Leider müssen Materialien vom ausführenden Betrieb vorgestreckt werden.Meine Eltern mußten das natürlich auch und mußten auch ständig vors Gericht,weil das Anmahnen der Rechnungen ignoriert wurde.In vielen Fällen waren es aber wohlhabende Leute,die die Fa. beauftragt hatten."Privatleute",die "normal" arbeiteten,beglichen ihre Rechnungen.

    Ich hasse es,wenn man selbst nicht am Hungertuch nagt,alles schön haben will und dann einfach nicht bezahlt.

    Wenn ich einen Handwerker brauche,lasse ich mir einen Kostenvoranschlag machen.Die günstigste Fa. nehm ich dann logischerweise.Wenn die Arbeit zu meiner Zufriedenheit ausgeführt wurde,muß ich eben auch löhnen.

    Durch diese Moral von vielen Menschen,gehen natürlich auch sehr viele Firmen kaputt.

    Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.
  • Erika1
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    geschrieben 1155069132000

    Silke,

    aber heute haben die Betriebe einen gesetzlichen Anspruch auf pünktliche Zahlung (10 oder 14 Tage) und können dann ihren Anspruch eintreiben, statt weiterhin höfliche Mahnungen zu schreiben.

    Autowerkstätten haben es da etwas einfacher: wenn ein Kunde erst einmal aufgefallen ist, rücken die das Auto nicht heraus, so lange die Rechnung nicht bezahlt ist.

    Ich habe mal gelesen, daß die öffentlichen Auftraggeber die schlechteste Zahlungsmoral haben :shock1:

    Ich mache das wie Du, ich nutze das Zahlungsziel auch nie aus (außer beim Finanzamt!)

  • caribiangirl
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    geschrieben 1155072718000

    Erika,wie willst denn deinen Anspruch eintreiben?Die Zeiten sind vorbei,wenn der Gerichtsvollzieher zu einem kommt,dass gleich der "Kuckuck" aufgeklebt wird.

    Ein Bekannter hat eine kleine Dachdeckerfirma.Der kämpft um jeden Kunden um überleben zu können,zahlt aber oft drauf,da seine Kunden einfach nicht zahlen.Weißte,ständig vors Gericht zu rennen um Recht zu bekommen,zährt an den Nerven.

    Gerade dieser Dachdecker hat insgesamt Außenstände von knapp 20 000 Euro.Das ist ein Haufen Geld.Trotz Vollstreckung usw ist seither nichts passiert.Die Existenz steht auf dem Spiel und keine Sonne in Sicht.Viele Leute,die zahlen könnten,finden ein Schlupfloch um Zahlungsunfähig zu sein.Das bricht eben vielen Kleinbetrieben das Genick.

    LG Silke

    Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.
  • Erika1
    Dabei seit: 1088985600000
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    geschrieben 1155074884000

    Vielleicht führt das dazu, daß Handwerker und Kleinbetriebe in Zukunft auch erst nach Anzahlung beginnen, und dann nach Fortschritt der Arbeiten? Ich halte das für sinnvoll.

    Als wir ein neues Bad einbauen ließen, arbeitete die Firma drei Tage und schickte dann eine Teilrechnung, arbeitete aber weiter. Die habe ich sofort bezahlt, die zweite Teilrechnung ließ dann schon etwas länger auf sich warten, man hat sich wohl davon überzeugt, daß wir keine "faulen" Kunden waren.

    Wenn man eine größere Maßnahme vorhat, sollte man das Geld haben. Da ist es mir egal, ob ich das teilweise oder am Ende der Arbeiten zahle. Und der Handwerker hatte sein Geld.

    Für die etwas vermögenderen Auftraggeber, die auf ihrem Geld sitzen, statt ihren Handwerker o.a. zu bezahlen, bringe ich kein Verständnis auf.

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