Hotelbewertungen sehr schlecht-Kündigung vor Antritt der Reise möglich?
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Hallo,
wir haben schon vor Monaten das Hotel Lindos Princess auf Rhodos gebucht (5-köpfige Familie). Jetzt lesen wir in den Hotelbewertungen nur noch Horrormeldungen (Anbau von Bungalows in zweiter Reihe der Hotelanlage, sprich:Baustelle- sehr schlechtes, teilweise verdorbenes Essen, Schimmel im Zimmer, Ameisenstraßen am Pool, polnisches völlig unmotiviertes Bedienungspersonal (nichts gegen Polen-aber wir fliegen nach Griechenland).
In drei Wochen ist unser geplanter Abflug in das von TUI betreute 4,5 Sterne Hotel. Aufgrund der vielen und wahr klingenden Negativbemerkungen wollen wir nicht mehr fliegen und die Reise stornieren, bzw. kündigen. Hat diesbezüglich jemand Erfahrungen? Wie reagiert TUI? Umbuchung dürfte entfallen, da in der Ferienzeit jetzt so kurzfristig kaum ein Hotel für 5 Personen noch Plätze frei hat...! -
Hallo,
hier gibt es eine ganz klare Rechtsprechung durch Gerichtsurteile:
Nein!
Eine Kündigung wegen Hörensages ist rechtlich nicht möglich. Die einzige Chance wäre wirklich nur eine Umbuchung auf Kulanz, zumal das Hotel immer noch eine recht ordentliche Weiterempfehlungsrate hat.
Soweit bisherige Urteile in Deutschland.
Gruß
Berthold
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Bekannte hat es vor 2 Jahren geschafft, aufgrund der schlechten HC Bewertungen umzubuchen.
Sie ist in ihr Reisebüro und hat es so gesagt, wie es ist. Ihr reisebüro sollte bitte sofort mit ihr die HC bewertungen durchgucken. Nachdem er das getan hatte, hat er alle hebel in Bewegung gesetzt. Und des hat funktioniert.
Red doch mal mit deinem reisebüro.
Ich drück dir die Daumen
LG Mücke -
Schau mal hier:
http://www.holidaycheck.de/view-Reiseforum_Reiserecht-ch_fo-tid_43211.html
Ich würde es einfach versuchen.
Gruß
Schneeglitzern -
Nett gemeint, aber es gibt schlicht und einfach gegenteilige Urteile!
Wo kämen wir denn hin, wenn jeder von seinem gültigen Vertrag zurücktreten könnte, nur weil er etwas nachteiliges gehört oder gelesen hat.Wende diese Logik doch mal auf andere Berufsgruppen wie Bauunternehmer, Architekten, Autoverkäufer und ähnliches an! Dann wird Dir klar werden, daß dies nicht möglich ist.
Gruß
Berthold
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@ Samoht50
AGEdi hat Recht. Die bisherigen Urteile sprechen dagegen, daß Du mit Deinem Verlangen nach kostenloser Stornierung der Reise Erfolg haben wirst.
Aber es gibt den zugegebenermaßen abgedroschenen, aber immer wieder wahren Spruch: "Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand." Jeder Richter hat eine andere Rechtsauffassung, und das Recht ist, wie wir wissen, auslegbar. Deshalb: ausprobieren! Wenn die Rechtsschutzversicherung mit macht, ist das ja auch kein Problem.
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In einem vom Kunden mit dem Reiseveranstalter geschlossenen Reisevertrag wird folgendes vereinbart:
Ich, Reiseveranstalter, verspreche dir, die gebuchten Leistungen wie von mir in den Buchungsunterlagen (z. B. Katalog) zu erbringen.
und:
Ich, Kunde, verspreche dir, gemäß den vereinbarten Zahlungsbedingungen deine Leistungen zu bezahlen.
Erfährt man nun gar Gruseliges VOR der Reise über seinen Urlaub, muss man dem Reiseveranstalter wider allen bösen Gerüchten und Aussagen die Chance geben, seine Leistung wie versprochen, auch zu erbringen.
Das ist deutsches Recht.
Nun wird ja vielleicht der eine oder andere Veranstalter selbst so schlau sein, dass er bei Bekanntwerden gröberer Probleme seine Kunden umbucht. Oder zumindest so viel Schmalz im Hirn haben, wenn er es schon weiß und nicht freiwillig umbucht, dann doch wenigstens auf einen Drohanruf vom Kunden reagiert und sich eine Klage vom Hals hält, die er höchstwahrscheinlich verlieren wird.
Nur Schelme behaupten, dass es manche Reiseveranstalter gäbe, die dies mit List und Trug wissen und nix tun

meint
Peter -
Ich bin so ein Schelm, mosaik!
Nach allem, was man so hört und liest, lassen es die Veranstalter gerne mal darauf ankommen und reagieren auf solche Einwände wie die von Samoht50 nicht, zumal die AGB (da hammer se wieder mal!) auf ihrer Seite ist und die bisher gefällten Gerichtsurteile, die zu Gunsten der Veranstalter ausfielen, auch nichts Negatives befürchten lassen.Deine Einschätzung, mein lieber mosaik, scheint mir deshalb sehr optimistisch zu Gunsten des Urlaubers ausgefallen sein.
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Hallo,
die Frage ist doch einfach einmal: Worüber diskutieren wir eigentlich?
Das Hotel hat eine Weiterempfehlungsrate von 74%, hat einen Klassifizierung des Veranstalters von 4,5 Sternen und einen Bewertungsschnitt von 4,5 Sonnen!!!!!!!!!!!!!!!!!!
So gesehen ist dies eigentlich eine Perfekte Punktlandung. Ob jetzt tatsächlich die zum Teil wirklich schlechten Kritiken recht haben wird man einfach ausprobieren müssen. Einer der Hauptkritikpunkte ist ja anscheinend das Essen. Wenn man jetzt von den negativen Kritiken die abzieht, die immer noch nicht wissen, daß ein original griechisches Essen nie, und zwar absolut nie heiß, sondern immer lauwarm auf den Tisch kommt, dann verbessert sich auch dies leicht.
Sollte das Essen aber tatsächlich schlecht sein - ich kenne das Hotel nicht und kann es nicht behaupten - so wird von umliegenden Tavernen gesprochen. Zwar nicht eigentlicher Sinn der Sache, aber ein Fehler, der den Urlaub zumindest nicht unerträglich erscheinen lässt.
Es gibt also nur zwei Lösungen: Entweder ausprobieren, oder auf Kulanz eine Umbuchung anfragen.
Eines muß ich auch sagen. Wenn ich in Reklamationen lese, daß die wirklich guten Cocktails mit den Markenspirituosen nicht AI wären, dann kann ich das nur als lächerlich bezeichnen, wenn das dann als Negativpunkt angeführt wird. Genau so steht es im Katalog.
Ich will auch nichts krampfhaft schönreden, aber wenn man bei manchen Bewertungen genau hinsieht findet man schon einige Wiedersprüche. Auch die Tatsache, daß einer unterstellt, der Hotelier würde Bewertungen selbst schreiben kann ich nicht nachvollziehen, da alle guten Bewertungen, die ich im Schnellüberblick gelesen habe sehr differenziert erscheinen.
Gruß
Berthold
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Vielen Dank für die bislang gemachten Einträge.
2-3 Anmerkungen seien mir erlaubt. Wenn ich im November 2006 ein Hotel für 5 Personen für den Juli 2007 buche (muss ich da Ferienzeit und für 5 Personen ist es ohnehin schwer ein Hotel zu finden) und dem Veranstalter als Anzahlung 800 Euro überweise, ohne dass er mir irgendeine Leistung (bis auf die Buchungsbestätigung) bringt, ist das doch schon einmal eine große Vorschuss-Vertrauensleistung...Machen Sie das auch bei Handwerkern ADEgi?! Also habe ich Vertrauen in TUI, dass Sie mir ein Hotel anbieten, dass der Katalogbeschreibung entspricht. Wenn ich dann über ein Forum wie dieses in den Hotelbewertungen lese, dass zwei Wochen vor unserer Abreise sich eine große Baustelle auf dem Gelände befindet, das Essen katastrophal ist, Gäste wegen der hygienischen Verhältnisse an Darmbakterien erkranken ist dies für mich mehr als ein Warnzeichen, dass etwas nicht stimmt.
Ich nehme dann Kontakt mit den Gästen auf und erfahre noch mehr konkretes.Ist das kein Grund von einer gebuchten Reise zurück zu treten? Von welcher Seite findet denn bitteschön der Vertrauensbruch statt?
Soll ich die Reise mit diesem Wissen (und auch erhaltenen Bildern) mit drei kleinen Kindern trotzdem antreten? Nach dem Motto schwarz oder rot? Nein!
Als Verbraucher/Kunde habe ich Rechte. Und wenn ich einen Vertrag abschließe und erkenne, dass die Leistung von der anderen Seite nicht erfüllt werden kann und ich ja meine bereits teilweise mit einer Anzahlung erbracht habe, muss es sehr wohl mein Recht sein von einem Vertrag zurück zu treten. Nebenbei erwähnt besteht TUI auf eine 35%-ige Stornogebühr (ca. 1600 Euro)...vielleicht sollte man es auch einmal von dieser Seite sehen.
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Samoth,
Du hast nicht geschrieben, wann Deine Familie fährt.
Natürlich hast Du Rechte. Wenn gravierende Mängel wie diese Baustelle und ggf. in diesem Zusammenhang verschiedene Einrichtungen nicht genutzt werden können, müsste der Veranstalter Dich vor Antritt der Reise informieren.
Wenn die zu erwartenden Mängel während Deiner Reisezeit Deinen Urlaub sehr stark beeinträchtigen, hast Du auch ein kostenloses Rücktrittsrecht. Aber die Mängel müssen erst einmal festgestellt werden.
Schlechte Bewertungen/Hörensagen allein beinhalten kein Rücktrittsrecht.
Der einfachste und beste Weg wäre der, dass Du Dich mit Ausdrucken dieser schlechten HC-Bewertungen mit Deinem Reisebüro oder direkt mit dem Veranstalter in Verbindung setzt und detaillierte Auskunft einforderst. Nicht nur im Hinblick auf die Bauarbeiten, sondern vor allem unter dem Aspekt der möglichen gesundheitlichen Gefährdung Deiner Familie.
Vielleicht weiß der Veranstalter von diesen Umständen noch gar nichts...
So, wie Du das schilderst, würde ich selbst jedenfalls nicht ganz ruhig abwarten und alles auf mich zukommen lassen.
edit:
Anfang Juli - jetzt habe ich es gesehen; da hast Du nicht mehr viel Zeit zum Handeln...
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Hallo,
trotz aller Bedenken muß ich Erika zustimmen. Um aber bei dem Handwerkerbeispiel zu bleiben:
Wenn ich bei einem Handwerker etwas bestelle, daß paßgenau nur für mich angefertigt wird und nicht anderweitig weiterverkauft werden kann, so kann es sein, daß ich sehrwohl eine Vorleistung zu tätigen habe. Die Erbrachte Leistung wäre hier die Beförderungszusage und die sicher auch schon zum Teil, vorab zu bezahlten Flugplätze.
Zur Baustelle kann ich leider nichts sagen, zum Essen habe ich mich schon geäußert.
Zum Thema mit den Darmbakterien ist nur soviel zu sagen: Es ist natürlich immer das Hotel. Ich habe noch nie eine Kritik gelesen in der dies anders behauptet wurde. Klar kann es sein, ich weß aber zum Beispiel auch vom Grand Beach in Hurghada, daß dort wegen einer Infektionswelle vor einigen Jahren das Hotel kurzfristig eine Woche geschlossen hatte, alles desinfiziert wurde und danach wieder bis heute ohne Probleme geöffnet hat!
Es wäre also möglich diesen Mangel zu beheben. Oder um nochmals auf das Handwerkerbeispiel zurückzukommen. Nur weil eine Firma irgendwo gepfuscht hat, bedeutet das doch nicht, daß dies beim neuen Auftrag ebenso sein muß. Falls ich trotzdem kurzfristig absage kann es auch hier sein, daß ich Ausfälle zu bezahlen habe.
Ich verstehe die Bedenken schon, doch hier geht es schließlich vor allem um die Rechtslage, und die sieht wohl nicht so rosig für Dich aus.
Gruß
Berthold
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Ich würde auf die Bewertungen nicht all zu viel geben....die meisten sind unqualifiziert und oft ungerecht...
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@ Thorben-Hendrik
Das würde ich so nicht stehen lassen wollen. Freilich gibt es ungerechte und unqualifizierte Einzel-Bewertungen. Ohne Frage!
Aber generell alle Bewertungen so einzustufen, halte ich für verfehlt. Jede Bewertung gibt die subjektive Meinung eines Urlaubers wieder, aber deshalb muß sie nicht zwangsläufig ungerecht und unqualifiziert sein. Es kommt darauf an, Bewrertungen intelligent zu lesen und zu verarbeiten. Eine Einzelbewertung ist nicht viel wert, aber wenn z.B. zehn Bewerter tendenziell zu einer positiven bzw. negativen Einschätzung kommen, dann sagt das schon eine ganze Menge darüber aus, was mich in dem betreffenden Hotel erwartet. -
"salvamor41" wrote:
@ Thorben-HendrikEs kommt darauf an, Bewrertungen intelligent zu lesen und zu verarbeiten. .
welche auf der anderen Seite die gleiche Intelligenz voraussetzt und da ist es nicht immer zum Besten bestellt.
Unabhängig davon, dass auch 1o Bewertungen mit der gleichen Kernaussage grundsätzlich anzuzweifeln sind:
Begründung: ein Urlaub wir immer subjektiv betrachtet, also jeder hat seine eigene Meinung, haben aber 10 Bewerter die gleiche Meinung, wurden die nachgestellten von den vorangegangenen beeinflußt; nach dem Motto: ach ja, das könnte auch bei mir so gewesen sein und macht sich so die andere Meinung zu Eigen.Drum trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast

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Ja Bewertungen, wir diskutierten schon mal darüber, wie viele, eigentlich wie wenige Prozente 12, 50, 100 oder 300 Meinungen von einem Hotel sein können, wenn man 300 Zimmer mal einer möglichen Belegung an 300 Tagen hochmultipiziert und 7 oder 14 Aufhaltstage dividiert - das ergäbe dann 12.857 mögliche Meinungen - da nehmen sich dann 300 Meinungen grad mal mit 2,3 Prozent aus...
Auch ist es ein Phänomen, dass man seiner Unlust seiner Beschwerde gleich mal Luft macht, seiner Zufriedenheit aber nur gaanz selten (1:10? 1:100? ...).
Ich hatte mal als Reiseleiter eine Gruppe aus 28 Personen: 14 beurteilten Reise und Reiseleiter zwischen 1 und 2 und 14 beurteilten die Reise und Reiseleiter zwischen 4 und 5. Wir waren alle im selben Bus und in den selben Hotels gewesen, wir hatten das gleiche Essen und das selbe Wetter - und doch: 50 Prozent (!) waren sehr unzufrieden mit der Reise gewesen.
Der Grund? Falsche Erwartungshaltungen... Ich habe geglaubt... aber nicht gelesen oder es war nicht versprochen, was da so an nicht erfüllten Erwartungen heraus kam.
Also, was sind Bewertungen...
fragt sich
Peter -
Richtig Thorben-Hendrik. Selbstverständlich habe ich mich nicht nur auf die Bewertungen verlassen sondern die einzelnen Bewerter persönlich angeschrieben. Überwältigend war die Resonanz. Ich habe jetzt Adressen, Urlaubsdaten, Bilder, Briefverkehr zwischen TUI und den unzufriedenen Gästen. Namen von Reiseleitern denen die Zustände im Hotel bekannt sind. Ich fühle mich jetzt erst recht bestätigt die Reise gekündigt zu haben. Es gibt nämlich bei der Tui in deren Reisebedingungen den Punkt 12.3 wonach der Kunde kündigen kann wenn ihm die Reise nicht zuzumuten ist. Jetzt stellt sich die Frage ob nach dem in wenigen Tagen gesammelten "Beweismaterial" es mir jetzt noch zuzumuten ist in ein Hotel zu gehen in dem u.a. gebaut wird und ich hierüber nicht informiert worden bin.
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OK, Du hast also gut recherchiert und Dir Mühe gemacht - gut so

Hoffe die TUI hat ein einsehen, Viel Glück
Zum Thema Bewertungen, die taugen schon zur groben Info, mehr aber auch nicht....manch hochgelobtes und HC ausgezeichnetes Hotel ist da aus meiner Sicht nicht so toll und gerade Mittelmaß .....andere kommen deutlich zu schlecht weg, das ist zumindest meine Erfahrung.
Liegt eben auch immer daran, dass bestimmte Hotels bestimmte Urlauber anziehen....das aus den Bewertungen heraus zu lesen ist oft recht schwer und wird durch relativ unqualifizierte "Auszeichnungen" a la HC (auch HC User und vor allem deren Bewertungen sind ja nicht repräsentativ) auch noch verwischt....denn was dem einen sin Uhl..... -
Ich habe auch gerade eine Reise hinter mir wo das Hotel mitten im Urlaub auf einmal zur Baustelle wurde.
Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich das Hotel nicht gebucht.
Wer will denn in seinem Jahresurlaub Gedröhne von elektrischen Bohrhämmern und Baustellenstaub ? Das war eine geplante Baumassnahme-wie kann man den Veranstalter darüber nicht informieren?
Ich finde das eine Frechheit! Keiner hat verdient, während seines Jahresurlaubs eine Baustelle im Hotel zu haben. Wenn der Mangel schon vorher bekannt ist und auch bekannt ist, dass der nicht abzustellen ist, sollte der Veranstalter so kulant sein und umbuchen lassen.
