Trinkgeld und Geschenke
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Hallo,
mit Kenia haben wir bisher noch nicht Bekanntschaft geschlossen - das soll sich im September ändern.
Wer kann uns Tipps geben hinsichtlich der Erwartungshaltung der Einheimischen. Von Ägypten her kennen wir, dass sich Hotel- und Tourismusbedienstete, aber auch Kinder, über Kugelschreiber und Feuerzeuge freuen und man damit mehr Freude bereitet als mit dem kassischen Bakschisch. Wie ist das in Kenia am Meer und auf Safari? Wie verhält man sich ggü. den Massai, die vorm Zelt Wache halten oder bei Kontakt in den Dörfern? Mein Bruder hatte ein sehr unangenehmes Erlebnis in dieser Hinsicht, er war völlig unvorbereitet in einem Massai-Dorf und umringt von bettelnden Kindern. Das möchten wir vermeiden. Was kann man als kleinen give aways mitnehmen?Benötigt man ausser Taschenlampe und Insekteneinreibung noch nützliche Reisebegleiter auf Safari?
Ich sag schon mal Danke für die sicher hilfreichen Infos, Ute
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Das sind sehr viele Fragen auf einmal.
Zu dem Thema Trinkgelder gibt es schon Infos hier im Forum. Schau dort bitte . Und auch das Thema Geschenke wurde schon mal angesprochen.
Ich finde auch das muss immer jeder für sich entscheiden wie man sich verhällt wenn man irgendwo hällt und es kommen Kinder oder Masai.
Kenia ist ein armes Land. Das Erlebniss ist kein unangenehmes Erlebniss, sondern das ist Kenia und wird dir immer überall passieren.
Ich denke einfach auf einen zukommen lassen und dann sehen wie die Situation sich ergibt. Wenn du was gibst an kleinen Geschenken glaube nicht das sie dich in Ruhe lassen ..dann kommen noch mehr Kinder oder auch Erwachsene.
Was soll man da für Tips geben. Warum sollte man sich anders verhalten?
Es sind genau so Menschen wie wir auch.
LG Jasmin
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Kugelschreiber sind nie verkehrt, genauso wenig wie ein kleines Trinkgeld für den Wachmann vorm Zelt und die Mitarbeiter in den Unterkünften allgemein.
Diese typischen Massai-Dorf Touren sind ein reiner Touristennapp, natürlich betteln die Kinder, weil sie wissen in den meisten Fällen bekommen sie auch etwas. Meistens gibt die Reiseleitung auch einen dezenten Hinweis darauf ein paar Bonbons einzustecken.
Bonbons in der Tasche zu haben ist nie ganz verkehrt,aber wenn Ihr auf Biegen und Brechen in ein Massai Dorf wollt nehmt vielleicht anstatt dessen lieber Buntstifte, etc. mit.
Bei kleinen Kindern in Kenia sind Seifenblasen auch sehr beliebt, viele kennen sie nicht.
Die Kinder in diesen Dörfern werden von den Touristen mit Bonbons zugeschmissen. -
Thema Bonbons:
Wenn man in eine Schule geht, die eher selten besucht wird, ist das i.O. Genauso wenn man unterwegs ist und in eher abgelegenen Orten diese Süßigkeiten verteilt.
Aber bitte nicht in den Massai-Dörfern oder den Schulen an der Küste. Die Kinder haben enorme Zahnprobleme, Karies ist sehr verbreitet. Auch weil sie mit den Bonbons zugeschmissen werden.Kauf lieber ein Seifenblasen, einen Ball, ein Malbuch, Zeichenblock, Buntstifte, Kugelschreiber (gerne auch Werbegeschenke) usw. Damit hilfst du viel mehr und die Kinder freuen sich trotzdem.
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Bei den Massaidörfern müsst Ihr auch kein schlechtes Gewissen haben, denn sie verlangen i.a. auch Eintritt, wir haben vor ein paar Jahren 10 € pro Person (!) gezahlt, der Preis kann inzwischen auch schon höher sein ! Und dann versuchen die Frauen ja auch noch Schmuck zu verkaufen, allerdings sind die Preise überteuert und zum Handeln fehlt die Zeit.
Bonbons geben wir grundsätzlich keine mehr, Stifte, Kulis sind besser.
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Jambo,
wir haben die Erfahrung gemacht, dass alte Laptops oder auch Handys gern gesehen wären. Also jetzt nicht unterwegs zum Verteilen an Personen, die man nur 5 Minuten sieht. Sondern an Personal, mit denen man länger zu tun hat und auch ins Gespräch kommt.
Wir hatten auch Bonbons für unterwegs dabei, die wir gar nicht losgeworden sind, da wir auf die typischen Besuche von Massai Dörfern verzichtet haben. Die Bonbons haben wir dann auch den Angestellten für ihre eigenen Kinder mitgegeben.
Unterwegs in den Andenkenshops wurden wir häufiger nach Kugelschreibern gefragt. Von den fliegenden Händlern an der Küste wurden wir merkwürdigerweise nach Socken gefragt.
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Hallo Ute u. Micha!
Kugelschreiber sind immer ein nettes Geschenk für Mitarbeiter in den Hotels, wenn ihr eine Quelle für Werbekulis habt, nehmt sie mit. Allerdings denke ich, dass sich die Leute über kleines Trinkgeld mehr freuen, zur Zeit ist echt Not an allem und Bares ist eben Wahres.
Feuerzeuge - lasst sie daheim. Hab schon gesehen, dass am Flughafen in MUC die Feuerzeuge aus dem Koffer raus mussten. Ich glaub es ist verboten sie mitzunehmen. Weiß jemand, ist das noch so?
Für die Kinder: wir haben immer einen sehr lieben Chauffeur bei der Safari, der bleibt immer stehen, wenn wir den Kindern Zuckerl geben möchten, während der Tour. Es gibt ja nur kurze Strecken, auf denen wirklich die Kinder an der Straße stehen und winken. Und wenn man zuerst auch nur drei Kinder sieht, im Nu sind 10 da. Unser Fahrer hat immer gefragt, habt ihr noch genug? Ich glaube das Zahnproblem ist vernachlässigbar - so ein Kind freut sich mal über was Süßes, die bekommen bei weitem nicht die Naschereien ab, die wir daheim zu uns nehmen!
Allerdings hat uns dann ein Mädchen konkret nach Bleistiften gefragt. Und wir haben das dann im nächsten Jahr so gemacht: es ist unwahrscheinlich wieviele Bleistifte, Farbstifte, Spitzer (!!!!!), Radiergummi in Haushalten rumliegen, wo z. B. die Kinder groß geworden sind. Fragt mal unter Freunden, Kollegen usw.. Es ist unglaublich - wir hatten im nu 8 kg Stifte zusammen! Wir haben dann im Nakumat noch Schulhefte dazu gekauft und ca. 200 kleine Packerl gemacht in Säckchen, verschiedene Farben Stifte, Bleistifte, Spitzer, Radiergummi und die haben wir dann mit ein paar Bonbons verteilt. Es war für uns ein sehr schönes Erlebnis.
Heuer in Watamu haben wir das Ganze noch mal gestartet, diesmal haben wir aber die ganzen Hefte und Stifte gesammelt in einer kleinen Schule abgegeben. Die Kinder haben uns was vorgesungen und es war wieder sehr rührend für uns.Noch eine Sache wären Sonnenbrillen, Kapperl für die Beachboys, die freuen sich auch. Allerdings lasst euch am Strand nicht einreden, dass ihr eine Schnitzerei gegen Socken tauschen könnt. Socken werden dann zwar genommen, aber die Schnitzerei müsst ihr trotzdem zahlen.
Es gibt auch noch in Kwale die Augenklinik, die können auch immer wieder ungeschliffene Sonnenbrillen brauchen, weil sie ja viele Operationen gegen grauen Star machen. Alte Sonnenbrillen kann man auch gut bei Freunden u. Bekannten einsammeln, da liegen auch oft viele in den Laden rum.
Ansonsten bin ich immer noch der Meinung: wir fahren mit 8 kg Stiften runter und mit 8 kg Schnitzereien, Strandtüchern usw... wieder heim.
Am besten ist es Geschäfte zu machen, man kann sich ja schon ein bißchen für Weihnachten eindecken oder hat nette Freunde, die sich über einen geschnitzten Brieföffner freuen, oder Elefanten sammeln, es gibt Schmuck, sehr schöne Dinge aus Speckstein (ganze Schachbretter!) usw.. Es gibt auch sehr guten Tee zu kaufen, viele kleine nette Geschenkideen. Aber unbedingt handeln!!!!! Und so ein schöner großer Elefant macht sich herrlich auf den Schreibtisch!!!! Meiner lacht mich grad an.
Und im Winter nehm ich so ein Strandtuch auch gerne als Schal und hab die Wärme Kenias um mich.Nützliche Reisebegleiter: ein dünnes Tuch, oder altes Hemd, dass man während der Safari immer schnell mal über die Spiegelrefelxkamera legen kann, damit man sie nicht immer dem Staub aussetzt und nicht immer wieder wegpacken muss. Ja und ein Hut, den man umbinden kann, gegen Sonne, Wind und Staub sehr nützlich. Kann man aber in vielen Shops in Kenia kaufen. Und Strohhut für den Strand.
LG Sabine
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Schöner Beitrag Sabine - dem kann ich mich voll anschließen! So bzw. ähnlich handhaben wir das auch.
Massaidörfer besuchen wir eh nicht mehr, und in entlegenen Gebieten wird das Bonbon nicht gleich Schäden hinterlassen. Aber Stifte, Hefte & Co. haben wir auch schon verteilt.
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Jambo,
wenn es das Gepäck Limit hergibt und Ihr in Deutschland die Möglichkeit habt Kinderschuhe, gute Kinderkleidung etc zu bekommen, das wird immer gebraucht. Stifte, Schulmaterial ist in Kenia so billig, da kann man vor Ort kaufen, ebenso die Süßigkeiten.
wir haben im Oktober 40kg Luft , ich freue mich jetzt schon auf die leuchtenden Kinderaugen, die können sich noch richtig freuen.
Gabi 2001 ( Franz )
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Es kommt darauf an, in welchen Verhältnissen die "Hausfrau" lebt.
Wir gehen gern auch mal mit unseren einheimischen Freunden in einen Supermarkt und kaufen ganz alltägliche Dinge ein, die sich die Familie (die nicht im Tourismus arbeitet) sonst nicht leisten kann. Ihr werdet erstaunt sein, über was man sich alles freut:
Hygieneartikel (ja,auch Toilettenpapier !), Öl, Tee, Zucker, Kaffee, Schokodrink, Gewürze, Obst, Spaghetti, Softdrinks oder auch mal ein Bier. Viele Selbstverständlichkeiten, denen wir Europäer keinerlei Beachtung mehr schenken, werden in Kenia hoch geschätzt.
Mit Einkäufen vor Ort seid Ihr beim Freigepäck nicht eingeschränkt, gebt den örtlichen Händlern etwas Business und macht die Leute glücklich.Manchmal ist es einfacher, als man denkt......
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Das ist eine gute Idee, danke!
Wir möchten aber auch gerne etwas aus Deutschland mitnehmen. Etwas persönliches ... Mit Anziehsachen, Tüchern, oder sonstwas, was man in Deutschland einer Frau Freude machen wurde, ist est schwer... Haushaltwaren oder Geschirr kann man auch vergessen. Schmuck? Kosmetik? Ich weiß es nicht . -
Die Leute brauchen derzeit Geld. Ist es denn so schwer mal eben ein paar Kenia Shillings zu tauschen? Kugelschreiber etc. kann man nicht essen.
LG Christina -
Nun, wenn es eure FREUNDE sind, solltet ihr ja wissen was sie mögen und worüber sie sich freuen, dann müsste man hier ja nicht fragen. Ganz einfach.
De Facto ist die Armut in diesem Land so gross, unbeschreiblich (klammern wir mal einige aus) das kein Kellner, kein Safariführer etc. seine Familie von Kugelschreibern oder gebrauchten Hemden ernähren kann. Meine Meinung.
Aaaaaaber, das bleibt natürlich jedem überlassen.LG Christina
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Ohne Deine Freunde zu kennen oder ihnen zu nahe treten zu wollen:
Wenn Du etwas "Schönes" nach deutscher Auffassung schenken möchtest - vergiss es ! Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass diese Dinge nach kurzer Zeit zu Geld gemacht werden. Schöne Dinge machen in Kenia niemanden satt.
Frag doch die Hausfrau, was sie sich schon lange wünscht und kaufe es ihr vor Ort.
Die Damen in den Hotels freuen sich immer über Parfümproben - mit diesen kann die kenianische Hausfrau nix anfangen, sie wird versuchen, sie auf dem Markt in Ukunda zu verkaufen. So sieht es sehr warscheinlich auch mit anderen Dingen aus. -
Denkt vielleicht einfach auch mal über einen Marktbesuch nach. Grundnahrungsmittel zu kaufen macht oft mehr Sinn als irgendwelche Geschenke aus Deutschland oder auch
Bargeld. Es kommt immer auf die Situation an und natürlich auch darauf welche Beziehung Ihr zu den Leuten habt. Und wenn es wirklich "Freunde" sind (kann ein gefährliches Wort in Kenia sein
), dann wisst Ihr sicher was das Beste ist.