• Bernat
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    Zielexperte/in für: Mallorca
    geschrieben 1346956688000

    Manchmal habe icn das Privileg die GASTKOLUMNE des MALLORCA MAGAZINS zu schreiben. In der heitigen Ausgabe des MM erscheint dieser Gastkommentar:

    ZURÜCK ZUR FREUNDLICHKEIT

    (Auf Link klicken und PDF-Datei herunterladen)

    Sollte dieser Link nicht funktionieren, hier eine Wiedergabe des Inhalts (oder einfach gleich das MALLORCA MAGAZIN kaufen):

    ZURÜCK ZUR FREUNDLICHKEIT

    Die Balearen sind seit Ende der 60er Jahre die spanische Touristendestination schlechthin. Die Urlauber – sowohl die spanischen als auch ganz besonders die ausländischen – haben stets unser Klima, die Landschaft, die erschwinglichen Preise und die Qualität der Dienstleistung zu schätzen gewusst.

     Heute ist Mallorca eine sogenannte “reife” Touristendestination. In den vergangenen Jahrzehnten sind eine Reihe neuer Reiseziele populär geworden (Griechenland, die Türkei, Nordafrika, Asien, die Karibik, andere Regionen Spaniens), die mit uns um die Gunst der Urlauber wetteifern.

     Realistisch betrachtet sind einige unserer ursprünglichen Vorzüge nach und nach verloren gegangen – unwiderbringlich: Die Landschaft ist verschandelt (Ansammlungen von Hotels, Urbanisationen direkt an der Küste, Autobahnen, etc.), die Preise sind erheblich gestiegen (durch die Inflation in Spanien, die Euro-Einführung, die Anpassung ans europäische Preisniveau, etc.) und auch die Qualität der Dienstleistung im Tourismussektor lässt viel zu wünschen übrig.

     Von unseren ursprünglichen Vorzügen bleibt nur das Klima (zum Glück wenigstens dies). Wenig kann man tun, um die Verschandelung der Landschaft rückgängig zu machen und nichts kann man an den Preisen ändern. Aber was ist mit dem Service, den wir unseren Besuchern bieten?

     Mit Wehmut erinnere ich mich an die 70er Jahre. Wir alle, die im Tourismussektor arbeiteten, waren mit Enthusiasmus bei der Sache. Wir waren motoviert, achteten nicht auf unsere Arbeitszeiten, freie Tage oder unser eigener Urlaub waren uns nicht wichtig. Das Verhältnis zu den Touristen war exzellent, sie waren zufrieden und wir folglich auch.

     Es machte uns nichts aus, die Urlauber auch in unserer Freizeit zu begleiten, wenn dies nötig war. Selbst wenn manche keine Fremdsprachen beherrschten, verstanden wir uns doch hervorragend. Die Touristen waren unsere „Freunde“ und entsprechend fühlten sie sich auf Mallorca: wie zu Hause.

     Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle unserer Region. Aber heute scheint es so, als hätten wir unsere Freundlichkeit verloren, als würden die Urlauber geradezu stören, als würden wir ihnen einen Gefallen tun, wenn wir sie bedienen. Die gute Stimmung von früher gibt es nicht mehr: Sie sind diejenigen, die das Geld bringen und wir sind diejenigen, die für eine Dientsleistung kassieren.

     Es scheint, dass uns unsere Forderungen nach Verbesserungen der Arbeitsbedingungen – mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr von allem – wichtiger sind, als der Grad der Zufriedenheit unserer Gäste. Unsere Einstellung hat sich geändert, wir haben unsere Fröhlichkeit verloren, der Tourist ist nur noch ein Kunde und nichts weiter. Wir stehen kurz davor – wenn es nicht schon geschehen ist –, unseren einzigen Standortvorteil zu verspielen, auf den wir alle direkten Einfluss haben.

     Wir müssen unser Einstellung ändern. Wir müssen die Berufsausbildung verbessern, indem wir unsere Haltung gegenüber unseren „Freunden“ zu einem Teil von ihr machen. Der Service ist das wichtigste Gut unserer touristischen Unternehmen und dieses gilt es zu hüten.

     Wir müssen unsere Freundlichkeit und die gute Stimmung zurückgewinnen, wir müssen die Bedeutung der Touristen für unsere Inseln wieder zu schätzen wissen. Nur so können wir unsere eigene Zukunft sichern. Wir alle müssen dies verinnerlichen: Hoteliers, Kellner, Reiseleiter, Taxi- und Busfahrer, Apotheker, Verkäufer, alle.

     Andere Urlaubsdestinationen haben eine bessere und modernere touristische Infrastruktur. Viele bieten obendrein die früher typisch mallorquinische und spanische Freundlichkeit, die uns verloren gegangen zu sein scheint. Auch die Leute in Touristendestinationen anderer spanischer Regionen, wie etwa an der andalusischen Costa de la Luz, begegnen den Besuchern mit Freundlichkeit und ihrem einzigartigen Charakter und hängen uns auf diese Weise allmählich ab. Die Touristen sind immer anspruchsvoller und nehmen die Unterschiede sehr genau wahr. Für ihren Urlaub wählen sie das Reiseziel, das ihnen am besten passt und an dem sie sich am wohlsten fühlen.

     Es kann nicht sein, dass wir vor so vielen Bäumen den Wald nicht sehen. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass unser Verhalten den Urlaubern gegenüber ganz fundamentale Bedeutung für unsere Zukunft hat. Wir dürfen nicht zulassen, dass der einzige unserer ursprünglichen Vorzüge verloren geht, der von niemand anderem abhängt als von uns selbst.

    Es ist besser zu schweigen und als Idiot verdächtigt zu werden, als zu reden und dadurch alle Zweifel zu beseitigen (Abraham Lincoln)
  • Armin
    Dabei seit: 1093132800000
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    geschrieben 1346958246000

    Hallo Bernat,

    mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen..und ich muß sagen, so drastisch, wie Du es schilderst, empfinde ich es nicht. Seit 1983 bin ich regelmäßig zu Gast auf der Insel, war insgesamt wohl schon im 3-stelligen Bereich zu Gast...ich bin eigentlich meistens mit Freundlichkeit behandelt worden, natürlich auch abhängig vom eigenen Verhalten. Es gibt natürlich gewisse Auswüchse, vor allem im Bereich der PdP. Es scheint mir aber wesentlich sicherer geworden zu sein durch die enorme Polizeipräsenz.

    Außerdem hat sich das Verhalten der Urlauber auch geändert, leider ist vielen der Respekt vor anderen Ländern, Kulturen und Menschen verloren gegangen und ich weiß nicht ob ich freundlich bleiben würde wenn ich von meinen Gästen angepöbelt werde.(selbst als Zeuge erlebt).

    Ich bin sicher daß ich stellvertretend für viele Mallefans genau weiß warum ich immer gern wiederkomme..die Menschen dort hatten und haben einen großen Anteil..für mich hat sich da diesbezüglich seit 1983 kaum was verändert. Gewisse "Entwicklungen" finden sich leider inzwischen in allen westlichen Gesellschaften wieder. So ist Malle für mich eben ein Spiegelbild der allgemeinen Entwicklungen.

    Gruß Armin

  • Bernat
    Dabei seit: 1214956800000
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    Zielexperte/in für: Mallorca
    geschrieben 1346959083000

    Das könnte auch ich - genau wie Du - so unterschreiben. Die Entwichklung bleibt (leider ?) hier noch sonst irgendwo stehen, und in Spanie. hat man es heutzutage bestimmt alles andere als einfach.

    ABER ... wenn ich das allgemeine Verhalten der Angestellten der Touristkbranche mit jenem von vor ein paar Jahrzehnten vergleiche bekomme ich leichte Probleme. Und wenn ich dann noch sehe und weiss wie sich das Kollektiv der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern verhält (Beispiel: die Streiks bzw. die Streikdrohungen und Forderungen der letzten Monate/Jahre) kann ich das nur schwer nachvollziehen. Und die 'Leidtragenden' sind, IMMER, unsere Besucher.

    Natürlich ist 'verallgemeinern' nie gut, genauso wie es nicht 'gesund' ist wenn man "die Hand die einen füttert, beisst" (ein spansiches Sprichwort).

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  • Armin
    Dabei seit: 1093132800000
    Beiträge: 1532
    geschrieben 1346959776000

    Wie gesagt, mir ist besonders aufgefallen daß sich das Verhalten vieler Urlauber mehr geändert hat als das der Mallorquiner..vor allem die Erwartungshaltung vieler, vor allem sehr junger Touristen ist extrem gestiegen. dazu kommt natürlich noch, wie Du schon schreibst, die verstärkte Konkurrenz der anderen Urlaubsdestinationen hinzu. Mir ist aufgefallen daß sich das Malle-Klientel sehr geändert hat..viele, die noch in den 90-igern regelmäßig kamen bleiben nun fort. Dafür kommen andere, aber eben weniger. Extrem verschärft wurde das Ganze seit der Euro-Einführung, da hat sich meiner meinung nach (nicht nur) dort auf Malle vieles verändert.

    Ich werde auf jeden Fall bis auf Weiteres Malle treu bleiben, im Winter ziehts mich wetterbedingt aber eher nach Ägypten ;)

  • Feuermännin
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    gesperrt
    geschrieben 1346961980000

    Interessanter Beitrag.

    Dieses Problem (wenn es denn wirklich eines ist) betrifft aber nicht nur Mallorca.

    Zunächst möchte ich aber sagen, daß wir in den letzten paar Jahren sehr oft auf Mallorca waren und eigentlich immer nett und freundlich behandelt wurden.

    Natürlich trifft da der alte Spruch "Wie man in den Wald hineinruft....) voll zu.

    Aber auch in anderen Ländern wie Italien oder das für seine sprichwörtliche Gastfreundschaft bekannte Griechenland haben diesbezüglich Federn gelassen.

    Diese ältere Generation der gastfreundlichen Menschen stirbt langsam aus und wird durch eine gewinnorientierte jüngere Gesellschaft ersetzt.

    Damit muß man leben, finde es persönlich aber nicht drastisch.

    LG

    Bernd

    Es gibt zwei Dinge, die sind unendlich. Das Universum und die Dummheit der Menschen. Wobei ich mir bei Ersterem nicht sicher bin. Albert Einstein
  • Bernat
    Dabei seit: 1214956800000
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    Zielexperte/in für: Mallorca
    geschrieben 1346963808000

    Der Ausgangspunkt meines Kommentars ist eigentlich: was kann 'Mallorca' unternehmen um die Gunst der Besucher 'zurückzugewinnen' (immer im Vergleich der Zeit des zum ursprünglichen Boom in den 70-er Jahren)?

    Die Küsten (mit Strand) sind 'zugebaut', die Preise sind in den Himmel geschossen (allein der Wechselkurs der DM waren die die Peseta-Preise - dank Wertverlust der Peseta - immer billig) so dass diese damaligen Wettbewerbsvorteile nicht wieder gut zu machen sind. Bleibt quasi nur noch der 'Service' an dem etwas verbessert (zurückgeholt?) werden kann (denn die Konkurrenz schläft nicht).

    Zu diesen 'Service-Leistungsträgern' gehören nicht nur die im Tourismus Beschäftigten, sondern auch die verantwortlichen Politiker die scheinbar immer noch nicht richtig zu schätzen wissen dass Mallorca (bzw. die Balearen) vom Tourismus lebt.

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  • poly3
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    geschrieben 1346964479000

    Hi Bernat, schöner Bericht!  Allerdings sollte der in eine spanische Zeitung, denn

    das MallorcaMagazin wird ja fast ausschließlich von Deutschen gelesen. Die die

    Du mit Deinem Artikel etwas aufrütteln willst, sprechen halt fast ausschließlich spanisch

    und lesen glaube ich weniger das MallorcaMagazin.

    Gruß Gerhard

  • Feuermännin
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    gesperrt
    geschrieben 1346965897000

    Bernat:

    Der Ausgangspunkt meines Kommentars ist eigentlich: was kann 'Mallorca' unternehmen um die Gunst der Besucher 'zurückzugewinnen' (immer im Vergleich der Zeit des zum ursprünglichen Boom in den 70-er Jahren)?

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Wenig.

    Die Küsten sind nun mal zugebaut auf Grund immer mehr Menschen, die sich dazu auch noch immer mehr Urlaub leisten können.

    Die Preise sind nun mal hoch, daran wird sich sicher auch nichts ändern.

    Und der Service ist meiner Meinung nach ok, kostet aber auch seinen Preis.

    Ich denke halt, daß in den Massentourigebieten (Playa de Palma, Cala Millor ect)

    einfach gewisse Probleme mit dem Ansturm der vielen Touristen entstehen,

    die nicht so ohne weiteres gelöst werden können.

    Ein Zurück in die 70ziger gibt es eh nicht mehr.

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  • Heimchenfänger
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    gesperrt
    geschrieben 1346967205000

    Wir fahren auch seit über 35 Jahren nach Spanien auch nach  Mallorca. Ich meine vor 10 Jahren merkte man eine gewisse Müdigkeit den Touristen gegenüber. Was auch zu  verstehen ist. Seit ein paar Jahren konnten wir aber eine stetig wachsende Gastfreundlichkeit und auch  proffessionelleren Umgang mit den Gästen beobachten.

    Wir fühlten uns früher unnd heute noch sehr wohl auf Malle!

    Annerose

  • Siggi 55
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    geschrieben 1346973723000

    Vielleicht sollten die vielen 2 und 3 Sterne-Hotels mal langsam anfangen,

    Ihre Hotels zu renovieren und vor allem das Mobilar mal auszutauschen.

    Auf Mallorca gibt es noch sehr viele Hotels,

    die schon seit Urzeiten nicht renoviert worden sind.

    Es wäre auch schön, wenn die Polizei das Problem mit den Blinki-Blinki-Verkäufern und den Massagefrauen in den Griff bekommen könnte, die sind nämlich echt nervig.

    Ansonsten komme ich mit den Mallorquinern sehr gut aus,

    ich versuche allerdings auch immer ein bisschen spanisch zu sprechen

    und werde die Sprache auch irgendwann mal richtig erlernen.

    Es kommt auch darauf an, zu welcher Jahreszeit man nach Mallorca fliegt.

    Ein Beispiel: Vor 2 jahren war ich im Oktober in einem 2Sterne-Hotel

    und es gefiel mir sehr gut dort. Die Angestellten waren sehr nett, das Hotel war sauber und das Essen war für 2Sterne echt super.

    1 Jahr später war ich wieder in demselben Hotel, allerdings Ende Juni

    und das war ein  Unterschied wie Tag und Nacht.

    Die Angestellten waren nur gestresst und man wartete abends ewig, bis mal ein

    Kellner kam. Die zimmer wurden nur notdürftig gereinigt

    und das Essen war echt grenzwertig und ich bin wirklich nicht anspruchsvoll.

    Also, steht für mich fest:

    2Sterne nur noch in der Nebensaison, aber vielleicht kann man das auch nicht so verallgemeinern.

    Dieses Jahr hatte ich mir dann doch 3,5 Sterne gegönnt. ;-)

    Side 18.10.- 25.10.16
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