• Heike68
    Dabei seit: 1141948800000
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    geschrieben 1210412166000

    Hallo,

    wir waren im November in Kenia und natürlich begeistert...

    Nun haben wir im Hotel beim Servicepersonal eine wirklich sehr nette Frau kennengelernt, die uns als "Dankeschön" für diverse Bekleidung auch mit zu ihrer Famile genommen hat. Die Experten hier haben sicher eine Vorstellung davon, wie die Leute leben....

    Wir haben dann auch für die Familie 100 € dagelassen, da der Kocher defekt war, Schulgeld anstand etc.

    Handy-Nr. wurden ausgetauscht, damit Kontakt bleiben kann...

    Der blieb auch... So haben wir ein Paket mit Bekleidung geschickt (was leider nie ankam) und auch Geld überwiesen. So langsam ufert die Angelegenheit aber aus. Wir sind gerne bereit zu helfen, aber mittlerweile kommt alle 4-6 Wochen die verblümte Mitteilung, dass dringend Geld benötigt würde. Ja, für Kenia sind wir sicher als Europäer vermögend, aber ansonsten nun auch eben nicht. Fühle mich langsam ein wenig "ausgebeutet" und verliere die Lust.

    Könnt Ihr das verstehen? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Lieben Gruß,

    Heike

    Zu wissen, man könnte, ist besser, als zu glauben, man muss...
  • erik e.
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    geschrieben 1210418563000

    Morgen Heike 68

    Schön das Du helfen willst, aber es gibt mir Sicherheit andere Wege als einer einzelnen Familie ständig Geld zu schicken die Du im Urlaub kennengelernt hast. :shock1:

    Entschuldige den folgenen Satz. Ich brauche auch ständig Geld. :shock:

    Schöne Pfingsten

    ... immer erstklassig – egal, in welcher Liga ...
  • Heike68
    Dabei seit: 1141948800000
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    geschrieben 1210423816000

    ;) Haben auch noch ein Patenkind in Äthiopien (über ne entsprechende Organisation) und fördern im Tierschutzbereich...

    Und wer braucht nicht mehr Geld :laughing: ...

    Schöne Pfingstage!

    Zu wissen, man könnte, ist besser, als zu glauben, man muss...
  • Pesche
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    geschrieben 1210424135000

    Halo Heike

    Die gleichen Erfahrungen erlebt man in unzähligen Entwicklungsländern rund um den Globus. Ausgenommen in Ländern und Destinationen die vom Massentourismus (noch) unberührt sind. Auch wir werden auf unseren Trips, bedingt dadurch, dass wir den Kontakt mit der Bevölkerung bewusst suchen, immer wieder zu einem Essen im Familienkreis oder zu einem Fest (Geburtstag, Hochzeit etc.) mit Freunden und Bekannten der Gastfamilie eingeladen. T-Shirt, alte Turnschuhe etc. wechseln bei solchen Gelegenheiten schon mal den Besitzer. Auch den Wunsch: >Wir würden euch gerne mal in eurer Heimat besuchen<, hören wir immer wieder. Dass sämtliche Kosten von den “steinreichen” neuen Freunden übernommen werden, ist für viele, dieser nicht auf der Sonnenseite des Lebens geborenen mehr oder weniger eine Selbstverständlichkeit, die nichts mit reinem Profitdenken und Ausnutzung zu tu hat.

    Hin und wieder halte ich ein kleines Aufklärungs-Seminar. Phase 1: Ich nenne cool einen “Touri” Durchschnitts-Monatsverdienst. Übliche Reaktion: Glänzende Augen und die Bestätigung, dass alle Fremden, die sich hier in den Luxus-Anlagen mit Speis & Trank, von denen Einheimische nur träumen können, die Bäuche voll schlagen, eben steinreich sind.

    Dann erkläre ich weiter. Phase 2: Auslagen pro Monat für: Miete Wohnung oder Abzahlung Eigenheim inkl. Elektrizität, Telefon und Fernsehen, Steuern, Krankenkasse, Arztkosten, Rentenkasse, Lebenshaltungskosten, Pkw, Kleider etc. -- bleibt Ende Monat ein Betrag von Euro ...!

    Jetzt folgt die abschließende Phase 3: Ich nenne die Durchschnittskosten eines Ferien-Pauschalangebotes. Erstauntes Kopfschütteln und die Feststellung: >Für einen Urlaub in unserem Land muss ja lange gespart werden<. >So ist es, antworte ich cool -- in der Regel ein Jahr!<

    Gruß

    Pesche

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon!
  • juanito
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    geschrieben 1210425039000

    Aber leider "verstehen" sie es trotzdem nicht.

    Die Summen, wieviel hier hier verdienen und unsere Ausgaben, sind für sie nicht nachvollziehbar.

    In Kuba, z.B. verdient ein Arbeiter 250 Pesos. Die Miete kostet 1 Peso monatlich.

    Wenn ich sage ich bezahle 500 EUR Miete, fragen sie "im Jahr"?

    Nein, im Monat - und ich arbeite 1 Woche nur für die Miete!

    Das können sie nicht glauben. Und oft habe ich das Gefühl sie glauben mir wirklich nicht.

    Wir sind für sie unheimlich Reich, da wir für 1 Nacht schlafen mehr bezahlen als sie in 2 Monaten verdienen.

    (250 Pesos sind 10 Dollar umgerechnet)

    En marcha con compañero Fidel en la sierra maestra 1959
  • kaydog
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    geschrieben 1210425623000

    Hallo Heike68

    Schön dass Du den Leuten dort helfen willst, aber dies könnte sich als Fass ohne Boden erweisen. Es bringt nichts Dich ausgenützt zu fühlen, aber es hilft wenn Du den Kontakt freundlich aber bestimmt abbrichst.

    Ich habe vor einiger Jahren monateweise in Nairobi gearbeitet und durfte die Kenianer kennenlernen. Es ist im Grunde genommen ein sehr liebenswertes Volk, aber meist sind es eben doch Schlitzohren. Auch meine Mutter hat dass bei einem ihrer Besuche am eigenen Leib erfahren. Gibst Du ihnen den kleinen Finger wollen sie am liebsten die ganze Hand. Angsichts ihrer Lebensumstände ja auch oft verständlich, aber es ist trotzdem nicht gerade schön ausgenutzt zu werden, oder???

    Ich habe es dann immer so gehalten, dass ich während meines Aufenthaltes etwas gespendet habe (meinst in Form von Kleidern, Schulheften, Stiften und dergleichen), aber von Zuhause aus habe ich nie Geld geschickt. Genau aus dem Grund wie es Dir, und auch meiner Mutter, ergangen ist.

    Lass Dir Kenia aber trotzdem nicht als Reiseland vergraulen.

    Grüsse

    Iris

  • pittpatt01
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    geschrieben 1210427061000

    es gibt doch den Spruch:

    Gib einem armen einen Fisch und er hat einen Tag zu essen.

    Gib ihm eine Angel und er hat jeden Tag was.

  • Stueppi
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    geschrieben 1210434074000

    Hallo Heike,

    kann Dich verstehen, Du willst helfen und wenn dann alle paar Wochen

    Fragen nach Geld kommen kommt man sich schon etwas ausgenutzt vor.

    Ich denke es ist wirklich besser es bei der Hilfe vor Ort zu belassen.

    Pakete nach Kenya sind unheimlich teuer und meist stehen die Portokosten

    in keiner Relation zu den Kosten der Kleidung vor Ort. Geschweige denn,

    dass die Pakete so oft nicht ankommen. Ich denke auch jedesmal drüber

    nach wenn ich Klamotten aussortiere und das schlechte Gewissen kommt

    gleich wieder hoch...aber es hilft nichts. Ein paar der Sachen sammel ich

    dann einfach, beim nächsten Kenya Urlaub wird Spendengepäck beantragt

    und dann ist es gut. Man kann nicht allen helfen und oft ist es wirklich so,

    wenn Du einen Finger reichst greifen sie gleich nach der ganzen Hand,

    gerade dann wenn man die Leute nicht wirklich kennt...

    Schöne Pfingsten!

    Viele Grüße

    Stüppi

    Alles was ich mir wünschte war nach Afrika zurück zu kommen. Wir hatten es noch nicht einmal verlassen, und doch war ich wenn ich nachts wach lag und lauschte schon heimwehkrank - E.Hemingway-
  • Yeiyo
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    geschrieben 1210452682000

    Jambo Heike,

    Du bist hier wirklich kein Einzelfall. Auch wir wurden in den ersten Jahren unserer Kenia-Besuche ähnlich "ausgenutzt". Mittlerweile sind wir aber mit einer Massai-Familie so befreundet, dass wir dieser wirklich "eine Angel zum Fischen" beschafft haben, die Schule der Kinder finanzieren und eben helfen soweit es in unseren Möglichkeiten steht. Aber nie nach Anfrage oder Bitten - das haben wir gleich zu Beginn unserer Freundschaft klargestellt und man hält sich daran.

    Ich würde dir raten, wirklich mal klipp und klar zu sagen, dass eine weitere Hilfe von dir nicht mehr möglich ist. Dann wird sich herausstellen, ob es sich um eine echte Freundin handelt.

    Eine (nun) amüsante Geschichte haben wir beim ersten Hotelaufenthalt in Kenia auch erlebt:

    Ein Gärtner nahm uns mit zu sich nach Hause und zeigte uns seine Shamba, stellte uns seiner Familie vor und wir verlebten einen interessanten Nachmittag im "Busch". Weil er angeblich so weit zur Arbeit ins Hotel zu Fuß gehen musste, hab ich ihm versprochen, ein Fahrrad zu kaufen. Dies ist dann auch geschehen. Beim nächsten Aufenthalt wollte er schon, dass ich ihm einen Nissan kaufe, denn dann könnten wir zusammen mittels Taxi-Fahrten gute Geschäfte machen. Wir haben ihm zu verstehen gegeben, dass wir diese Forderung doch als etwas unverschämt ansehen - er lachte nur und war weiterhin viele Jahre höflich und freundlich zu uns. Um weitere Hilfe hat er nie mehr gebeten.

    Wegen Paketsendungen nach Kenia musst du auch bedenken, dass die Empfänger oft hohe Gebühren und Zölle und nicht zuletzt "Schmiergelder" an die Beamten bezahlen sollen, meist können solche Beträge nicht aufgebracht werden und die Pakete kommen eben dann nicht an.

    Gruß Yeiyo

    Alles was ich will, ist immerwieder nach Kenya zu kommen!
  • Dubhe
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    geschrieben 1210517431000

    Jambo Heike,

    kann mich Yeiyo nur anschließen. Haben auch einen Freund mit Familie in Kenya, denen wir schon diverses an Sachen mitgebracht haben. Allerdings habe auch ihm gleich zu Anfang gesagt, dass ich entscheiden werde, was wir "geben" wollen. Bisher hat es da nie Probleme gegeben und er hat noch nie etwas verlangt. Wir halten netten SMS- und Telefonkontakt und bei nächsten Besuchen ist auch sicher wieder etwas für ihn und seine Familie im Koffer dabei.

    Witzig war auch eine Begegnung in diesem Jahr in einem Curio Shop: ein Verkäufer bat uns höflich, uns doch mal in seinem Laden umzuschauen, wären alles guuute Preise..... Ich ließ nur die Bemerkung fallen, dass ich nicht zum ersten Mal in Kenya bin und sofort fing er über beide Ohren an zu grinsen :laughing: Mehr musste nicht gesagt werden.... ;)

    In diesem Sinne: rede "Tacheles" mit der Frau und du wirst sehn, was passiert. Aber lass dir "durch so etwas" nicht die Freude an den Menschen und an Kenya nehmen!!!

    LG Dubhe

    LG Dubhe **** "Die schnellste Verbindung zwischen 2 Menschen ist ein Lächeln" ****
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