• haribol
    Dabei seit: 1130544000000
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    geschrieben 1230921070000

    Hallo Leute,

    bei unserem letzten Flug (Sint Maarten-Paris mit Air France am 15/16 Oktober) ist und Folgendes passiert:

    Medizinischer Notfall - es wird um Arzt gebeten - es waren genug da - trotz Reanimationsversuche und Defibrillation kein Erfolg. Der Patient stirbt. Dies spielte sich ab irgendwo über der Atlantik. Kurz vor La Coruna (schon fast über Spanien) macht der Flieger Kurs nach den Azoren (1000km zurück :disappointed: ), und landete dann in Puenta Delgado.

    Ganz viele Formalitäten, eine trauernde Witwe, ganz viel Aufenthalt, und ein Toter, der ziemlich pietätlos aus dem Flieger abtransportiert wurde. Schrecklich, das ganze. Ich hoffe es nie mehr zu erleben.

    Meine Fragen:

    - Ist einem/r von euch auch mal so was passiert?

    - Warum sind sie nicht weiter geflogen (Lissabon, Porto oder la Coruna waren viel näher)? aber erst 1000km zurück?

    - Weiter noch die Anmerkung, dass ich Arzt von einer Flugbegleiterin nicht "erlaubt"

    wurde mich an der Reanimation zu beteiligen, weil ich keinen Arztausweis vor legen konnte (der lag zu Hause). Ich habe da nur meinen Kopf geschüttelt über so viel Dummheit, und weiter nichts unternommen, weil schon andere da waren.

    Harry

  • privacy
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    geschrieben 1230923802000

    Nicht in der Luft, aber auf einem Fußgängerüberweg ist vor Jahren ein älterer

    Mitbürger vor uns einfach umgefallen. Trotz sofortiger Hilfe ist man da schon geschockt, zumal es auch dort keinen guten Ausgang nahm.

    Als Arzt solltest Du solche Situationen gut kennen. Immer tragisch

    als Einzelfall, gehört das Sterben irgendwo zum Leben dazu.

    Die Reaktion der Stewardess ist aus meiner Sicht verständlich. Da spielen rechtliche Aspekte und ggf. Haftungsfragen herein. Sie konnte auch gar nicht anders entscheiden, zumal ja auch Ärzte mit Legitimation sofort zur Stelle waren.

    Es steht mir nicht zu, den zu Hause vergessenen Ausweis deinerseits zu kritisieren, aber in der geschilderten Situation war das dann ausschlaggebend.

    Ein Fehler in der Behandlung des Patienten wird von Dir ja auch nicht angemerkt.

    Die Entscheidung über die Route des Fluges liegt alleine in der Verantwortung

    der Flugzeugführer. Da wird man Gründe gehabt haben, die für Fluggäste

    sicherlich Fragen aufwerfen. Vielleicht auch, weil die Landegebühren dort

    niedriger waren und das so mit der Einsatzleitung der Airline abgestimmt war ...

    Gruß privacy

    Wenn alle Experten sich einig sind, ist Vorsicht geboten. Bertrand Russell (1872-1970)
  • ADEgi
    Dabei seit: 1180828800000
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    geschrieben 1230925264000

    Hallo,

    also ich könnte mir als Ursache eher denken, daß nach der Landung ein Wechsel der Crew erfolgen musste. (Dienstzeitüberschreitung) Eine passende Crew war aber vielleicht schneller auf den Azoren verfügbar, da die anderen Ziele der Air France in Portugal vermutlich mit anderem Fluggerät angeflogen werden.

    Ob die Vermutung stimmt, kann aber nur der TE beantworten, da der Crewwechsel (Piloten) aufgefallen sein müsste.

    Somit würde der Umweg Sinn machen. An höhere Landegebühren mag ich eher nicht glauben. Hier müssten schon sehr extreme Unterschiede vorhanden gewesen sein um einen großen Umweg zu rechtfertigen.

    Gruß

    Berthold

  • maximax
    Dabei seit: 1118188800000
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    geschrieben 1230925826000

    Im Flieger nicht, aber am Strand in Brasilien (Jacuma, Paraiba) hatten wir vor drei Jahren ein ähnlich traumatisches Erlebnis. Wir wollten mit einem deutschen Ehepaar, das wir in unserer Pousada kennen gelernt hatten, einen Strandspaziergang machen und trafen uns an einer Strandbar zu einem Bierchen, als unser Miturlauber am Tisch plötzlich zusammenbrach, heftig zu zittern begann und dann die Besinnung verlor. Eine zufällig anwesende brasilianische Ärztin versuchte mit Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung, ihn zu reanimieren. Leider vergeblich. Der sofort bestellte Rettungswagen aus Joao Pessoa traf nach ca. 20 Minuten in der Pousada ein, wohin man ihn zwischenzeitlich gebracht hatte.

    Die Besatzung konnte nur noch den Tod durch Herzinfarkt feststellen.

    Suaviter in modo, fortiter in re.
  • haribol
    Dabei seit: 1130544000000
    Beiträge: 202
    geschrieben 1230927013000

    @ Privacy - ich habe nirgendwo so viel Bürokratie erlebt wie bei der Air France. Ich bin schon 26 Jahre Arzt, habe noch nie irgendwo einen Arztausweis vorlegen müssen, and hätte falls kein Kollege an Bord war sicher heftig protestiert, wobei jetzt schon einige Kommunikation dadurch erschwert wurde, dass mein Französisch und das Englisch der Saftschubse nicht besonders gut waren.

    @ Adegi - die Flugbegleiter waren vor und nach Zwischenlandung die gleichen. Ob die Piloten gewechselt haben, konnte ich nicht mit Sicherheit sehen; wahrscheinlich nicht. Es war mehr als zweiundeinhalb Stunden Flug von kurz vor der Spanischen Küste zurück zu den Azoren und nach den vielen Formalitäten wieder zurück.

    Und dann muß ich nicht daran denken, was die arme Witwe noch alles für Papierkram zu erledigen bekommen würde auf den Azoren.

    Hätte man nicht besser mit einem Toten an Bord nach Paris weiter fliegen können?

    Insgasamt hat uns der ganze Vorfall fast 5 Stunden Verspätung beschert und 2 verpasste Anschlußflüge. AirFrance gab dafür Verzehrgutscheine (10 € pro Person).

    Gruß,

    Harry

  • bernhard707
    Dabei seit: 1195948800000
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    geschrieben 1230927903000

    Ging es Dir bei Deinem Thread alleine um den letzten Absatz? :shock1:

    Poor!

    Life is too short to limit your vision ... indeed
  • chepri
    Dabei seit: 1148342400000
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    gesperrt
    geschrieben 1230928207000

    es wird um Arzt gebeten - es waren genug da

    Na also, und da soll die Flugbegleiterin (den Ausdruck "Saftschubse" finde ich höchst arrogant) noch einen Helfer, der sich nicht mal ausweisen kann, hinzuziehen?

    Aber ich würde mal nachfragen, ob hier nicht noch ein kleiner "Nachschlag" drin ist, 10€ in Form von Verzehrgutscheinen bie 5 stunden Verspätung und den Unannehmlichkeiten wegen der verpassten Anschlußflüge ist schon sehr knauserig

  • brujera
    Dabei seit: 1147651200000
    Beiträge: 3918
    geschrieben 1230929113000

    So wie ich den Beitrag verstanden habe ging es dem Threadöffener auch darum, dass die lange Flugdauer auch für die Angehörige sehr belastend ist.

    Habt ihr schon mal an die Witwe gedacht? Ihr Mann stirbt im Flugzeug. Das fliegt erst mal stundenlang zurück. Zum Schock und der Trauer kommt jetzt ein ungeheurer Formularkrieg noch dazu. Es wäre menschlicher gewesen bis Spanien zu fliegen, das ist ein EU-Land und es wäre der armen Frau wahrscheinlich viel erspart geblieben. Die Trauer kann ihr keiner nehmen aber der zusätzliche Papierkram trägt auch nicht gerade zum Seelenfrieden bei.

    Fange jetzt an zu leben und zähle jeden Tag als ein Leben für sich (Seneca, römischer Philosoph)
  • juanito
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    geschrieben 1230929641000

    Trotz ihrer vergleichsweise weiten Entfernung vom europäischen Festland sind die Azoren als Teil Portugals der Europäischen Union zugehörig.

    wikipedia

    Sint Maarten gehört auch zur EG. (Niederlande)

    En marcha con compañero Fidel en la sierra maestra 1959
  • Wanderin
    Dabei seit: 1197417600000
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    geschrieben 1230929804000

    Hallo Zusammen...

    Vor einigen Jahren ist mein Cousin mit 16 JAHREN in Griechenland

    am Strand gestorben..

    Mein Onkel und meine Tante haben ein Institut für die Überführung beauftragt

    und sind mit einer Reisegesellschaft im Bus zurückgefahren..

    Als sie daheim ankamen stand der Sarg vor der Haustüre, obwohl sie

    die Adresse vom Pfarrer in der Ortschaft angegeben hatten.

    Das ist makaber....

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