Aus dem Reich der Mythen und Legenden und wie die Realität siegen könnte...

  • bogusparts
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    Beiträge: 10
    geschrieben 1215954328000

    Guten Morgen zusammen, :kuesse:

    ich möchte in diesem neuen Threat mit einigen Halbwahrheiten, Vorurteilen, und Angst produzierenden Schwachsinn bezüglich Urlaubsflieger, Low Cost, und Linienflügen aufräumen um den Leuten eine Hilfestellung zugeben die statt der gewohnten Airline aus welchen Gründen auch immer eine ihnen völlig unbekannte Airline nutzen werden und sich Gedanken machen ob sie das "überleben" werden oder nicht. Um die schlimmsten Bedenken direkt im Keim zu ersticken muss man bei den Grundlegenden Dinge anfangen und nicht irgendwelche einzelnen Airlines behandeln (es sind einfach zuviele).

    Grundlagen der zivilen Luftfahrt in Europa:

    Ganz zu Beginn sollte man die unbekannte Airline beim Luftfahrtbundesamt (LBA) prüfen. Beim LBA ist eine sogenannte "Schwarze Liste" hinterlegt die zweifelsfrei erkennen läßt inwieweit die jeweilige Airline eingestuft ist bzw. ob ein Einflugverbot vorliegt und/oder Überflugverbot o.ä. etc.

    Dieser Link führt zur "Schwarzen Liste" des LBA (PDF-Datei):

    Europäische Komission "Schwarze Liste" der unsicheren Airlines weltweit

    Als nächstes kommen wir zum Thema der Überwachung sämtlicher relvanter Gebiete auf dem zivilen Luftfahrtsektor. Dafür zuständig

    ist die Joint Aviation Authorities (JAA). Die JAA ist ein Zusammenschluss

    von 34 europäischen zivilen Luftfahrtbehörden und ein technisches Gremium innerhalb der Europäischen Zivilluftfahrt- Konferenz. Die JAA

    Mitgliedsländer sind u.a.: Albanien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Zypern,

    Deutschland, Österreich, Malta, Polen, Rumänien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxenburg, Mazedonien, Moldawien, Niederlande, Monaco, Norwegen, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien,

    Schweiz, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn.

    In Zusammenarbeit aller Länder wurde ein umfassendes Regelwerk entworfen das von den jeweiligen Mitgliedsluftfahrtbehörden zu nationalen

    Recht gemacht wurde und so der staatlichen Überwachung unterliegt. Dieses Regelwerk ist bekannt unter Joint Aviation Reguirements (JAR).

    Diese Vorgaben Regeln die Zulassung von Luftfahrzeugen, Piloten und Crew Lizenzen, Betriebsvorschriften und Wartungsvorgaben für Luftfahrzeuge und den ausführenden Wartungsbetrieben. Es gibt dort einen Vorschriftenkatalog zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit unter

    EASA M der die größe des Romans "Vom Winde verweht" noch sprengen könnte.

    Als Anmerkung sei noch gesagt das viele Regelungen konform zum Regelwerk der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA sind und so eine

    Sicherung mit amerikanischen Airlines auf Transatlantik Flügen ebenso

    gewährleistet ist wie mit europäischen Airlines.

    Die Übersetzung von Fachchinesisch in die deutsche Sprache ist ganz einfach und simpel. Ganz gleich welche Airline in Europa oder Amerika

    eine Betriebserlaubnis bzw. Linienrechte erwerben möchte muss diese

    Vorgaben außnahmslos einhalten und erfüllen (wenn nicht siehe "Schwarze Liste").Dies ist unabhängig von Flugpreisen, Kerosinpreisen, Verpflegung an Bord oder sonstigen individuellen Gepflogenheiten einer

    Airline, welcher auch immer.

    Wir stellen uns nun die Frage: Warum kann zum Beispiel Ryanair Flüge

    zum absoluten Spottpreis anbieten und die Lufthansa nicht?

    Antwort: Bei der Wartung der Flugzeuge wird gespart ebenso an Ersatzteilen!

    Diese Antwort ist leider falsch!!! Der Kandidat hat 0 Punkte. :shock1:

    Diese Aussagen liest man leider viel zu häufig. Irgendwie hat sich dieser

    Unsinn in die Köpfe der Menschen festgebrannt und blind für einige Realitäten gemacht.

    Eine Airline funktioniert im allgemeinen wie eine andere Firma auch. Viel

    Service vor, während und nach dem Flug ist mit sehr hohen Kosten verbunden. Ein Beispiel zum besseren Verständnis:

    Die Airline X bietet Flüge von Düsseldorf Int. Airport nach Barcelona El Prat Int. Airport an zum Preis von 650,00€ Endpreis.

    Die Airline Y bietet den Flug von Düsseldorf Weeze nach Barcelona an

    zum Preis von 180,00€ Endpreis.

    Da fragt sich der mündige Passagier: Was soll das denn für eine *******

    sein bei diesen Preisunterschieden?!

    Aber die Sache ist ganz einfach. Airline X unterhält viele Stadtbüros, bietet

    ihren guten Passagieren darüber hinaus noch eine VIP- Lounge an, die Menüs während des Fluges sind ebenso im Flugpreis enthalten wie sämtliche Getränke und 10 Kilo Übergepäck. Des Weiteren sind die Kosten

    für Landungen, Parkpositionen, Flugsicherung und weiteren Abfertigungskosten für die großen Airports dieser Welt kein günstiges Vergnügen. Die Kosten errechnen sich nach dem Gewicht des Flugzeuges und der Anzahl der zu abfertigenden Passagiere an Bord. Da ein Flugzeug nur in der Luft Geld verdient und auf dem Boden nur Kosten verursacht spielen die Bodenzeiten zwischen Landung und erneutem Start eine wichtige Rolle (dies wird in der Fachsprache auch Turn Around genannt).

    Bei unserer Airline X dauern die Bodenzeiten etwas länger da z.B. Putzkolonnen an Bord kommen müssen um den Unrat des letzten Fluges zu beseitigen. Letzlich hat Airline X so hohe Kosten das die Ticketpreise

    sehr hoch kalkuliert werden müssen um einen relativ annehmbaren Gewinn zu erzielen.

    Bei der Airline Y sind die Kostenstrukturen vollkommen anders angelegt.

    Airline Y hat keine Stadtbüros oder VIP- Lounges o.ä. Die Airline Y geht

    wie folgt vor um diesen günstigen Preis halten zu können: Den Anfang macht das Internet über das die Tickets meistens ausschließlich zu buchen sind. Angeflogen werden meistens kleinere Airports in der Umgebung. Bei unserem Beispiel sind das Düsseldorf- Weeze (bei Kleve) und Barcelona (Girona) ca. 130 KM von Barcelona- City entfernt. Die Landegebühren und Abfertigungskosten reduzieren sich auf ein Minimum im Gegensatz zu den großen Flugplätzen. Speisen und Getränken sind extra zu bezahlen ebenso

    wie Übergepäck oder bei einigen Airlines ist Gepäck pro Person generell extra zu bezahlen (z.B. AerLingus). Ferner kommen beim Turn Around keine Putzkolonnen an Bord sondern dies wird von den Flugbegleitern selbst erledigt was eine enorme Zeitersparniss darstellt. Diese ganzen

    Faktoren zusammen genommen stellen eine so hohe Einsparung an Kosten dar das diese auf die Passagiere umgelegt werden können und dann dieser billige Preis zustande kommt.

    Ich hoffe dieses Fallbeispiel ist gut verständlich! Sollten sich daraus Fragen

    ergeben haben werde ich diese selbstverständlich gerne beantworten sofern mir dies möglich ist!!! ;)

    Außerdem vertrete ich die Meinung das nur gut informierte Leute gute Passagiere sein können. Schließlich ist fliegen keine Hexerei, sondern

    vielmehr fester Bestandteil unseres Lebens in der Gesellschaft. Und

    irgendwelche Schauergeschichten gehören in Bücher oder ins Kino!!!

    Ganz egal wo euch die nächste Reise auch hinführen wird, ich wünsche allen einen guten Flug und Happy Landings.

    Mfg.

    bogusparts :laughing:

  • iranea
    Dabei seit: 1170460800000
    Beiträge: 3212
    geschrieben 1216072851000

    @bogusparts sagte:

    ... Airline X unterhält viele Stadtbüros, bietet

    ihren guten Passagieren darüber hinaus noch eine VIP- Lounge an, die Menüs während des Fluges sind ebenso im Flugpreis enthalten wie sämtliche Getränke und 10 Kilo Übergepäck.....

    Airline Y hat keine Stadtbüros oder VIP- Lounges o.ä. ....... Speisen und Getränken sind extra zu bezahlen ebenso

    wie Übergepäck oder bei einigen Airlines ist Gepäck pro Person generell extra zu bezahlen (z.B. AerLingus).

    ......

    bogusparts :laughing:

    Hi boguspart,

    Klingt äußerst interessant, wie kommt es dann, dass die teuren Airlines, die lt. deinen Aussagen so oder so 10 kg Mehrgewicht der Koffer einkalkulieren, trotzdem für Übergepäck zumindest teilweise und Tages- bzw. Mitarbeiter-abhängig die Passagiere zur Kassa bitten :frowning: .

    Lg Christine

    "Waren wir gestern noch lange?" - "Nööö, aber zum Blamieren hat's gereicht!"
  • Stew
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    Beiträge: 294
    geschrieben 1216109399000

    @bogusparts

    Dein Beitrag ist ausführlich und für Laien mit vielen Details auch sehr interessant.

    Dennoch ist es nicht so einfach, zumindest wird jeder Airliner das so sehen. Es gibt einfach viel mehr Faktoren warum Tickets teurer oder billiger sind und warum Airlines sicherer oder unsicherer sind.

    Schwarze Liste schön und gut. Aber ich würde mit einigen Airlines die dort nicht aufgeführt sind auch nicht unbedingt fliegen wollen. LBA hin -

    JAR-Ops her, genauso spielen auch Tarifverträge oder Personalvertretungen eine Rolle wie das Flugpersonal eingesetzt wird. Nämlich immer nur gesetzliche Mindestruhezeit oder auch großzügigere Freizeitmodelle bestimmen wie ausgeruht man ist.

    Oder auch die in der Airline gelebte Hierarchie kann die Sicherheit beeinflussen. Wird die Cockpitbesatzung in anderen (besseren) Hotels als die Kabinenbesatzung untergebracht und darf man als "einfacher" Flugbegleiter nur über den Chef-Steward das Cockpit kontaktieren? Dann hat man vielleicht Hemmungen, ungewöhnliche Geräusche, Gerüche im Heck der Kabine ans Cockpit zu melden. Im LH-Konzern wird immer wieder die Kommunikation hervorgerufen und dass jeder jederzeit das Cockpit anrufen/betreten kann/soll.

    Thema Kosten: Fliege ich mit einer Airline die viele Gäste in First und Business hat und auch noch jede Menge Fracht transportiert, so fließt das auch in die Gesamtkostenkalkulation für eine bestimmte Strecke mit ein und es springen schon eher günstige Eco-Tickets raus. Dann fliegt man sogar von und zu den Hauptflughäfen und der Service und Meilen sind auch inkludiert.

    Das sind nur ein paar Beispiele...

  • bogusparts
    Dabei seit: 1214870400000
    Beiträge: 10
    geschrieben 1258715142000

    @iranea sagte:

     

    Hi boguspart,

    Klingt äußerst interessant, wie kommt es dann, dass die teuren Airlines, die lt. deinen Aussagen so oder so 10 kg Mehrgewicht der Koffer einkalkulieren, trotzdem für Übergepäck zumindest teilweise und Tages- bzw. Mitarbeiter-abhängig die Passagiere zur Kassa bitten :frowning: .

    Lg Christine

                   

    Hallo Christine, :D

    es tut mir Leid das ich mich erst jetzt melde aber ich hab das Forum mal wieder übel vernachlässigt.  Aber besser spät als nie!!! Es ist also so das sämtliche Airlines variieren

    mit ihren Freigepäckvorgaben auch die teureren Airlines. Es liegt im Ermessen des

    jeweiligen Check- In Mitarbeiters dir die zusätzlichen Kilos mit 4,00€ pro mehr Kilo

    zu berechnen oder auch nicht. Wenn der Mitarbeiter nett ist und "Gnade" walten lässt

    okay! Wenn nicht muss du halt bezahlen ohne das geringste dagegen tun zu können. :disappointed:

    Doch in der Regel wird die Sache bei Linienflügen genauer gehandhabt (außer First und

    HON Passagier) als bei Charterflügen nach z.B. Antalya, Las Palmas oder Malle!!!

    Lg. Gruss zurück

    bogusparts

  • vonschmeling
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    geschrieben 1258752137000

    Mythos und Legende:

    Es liegt im Ermessen des Check-In-Agents, über deine Berechtigung kostenlos Overweight zu befördern zu entscheiden.

    Wahrheit:

    Es gibt stringente Vorgaben und faktisch keinen Ermessenspielraum.

    Klaus A. am Schalter von Blue Eyes Airlines muss der durchaus modelwürdigen Grazie Anna W. aus M. leider trotz ihres atemberaubenden Augenaufschlags ca. 32€ für ihr aufgegebenes Beauty-Case berechnen - hart, aber herzlich!

    Für ihn eine Win-Win-Situation: Er genießt den Augenaufschlag, eine folgende längere Debatte UND behält seinen Job!

    ;)

    (Szenendetails: Anna W. fliegt als Economy Gast ohne besondere Karte der Blue-Eyes Airline für 14 Tage nach Malle.)

    Gerne rate ich auch an dieser Stelle noch einmal von "Overweight-Challenges" bei allen Airlines ab. Es ist überdies wiederum ein Mythos, dass Linien Gepäckgewichte genauer kontrollieren würden, als Charter- oder Low-Budget-Airlines.

    Generell kann man die AGB´s der Gesellschaften auf deren Homepage einsehen und ist gut beraten, alle sich daraus ergebenden Regeln einzuhalten. Man vermeidet damit nämlich, dass Jürgen M. samt Gattin Hannelore auf Pos. 2 am Check-In unbotmäßig lang durch Debatten aufgehalten wird und einen in der Folge als "nervige Zicke" in Erinnerung behält!

    :p

    Grundsätzlich entnehme ich deinem Beitrag, dass ein Zusammenhang zwischen Sicherheit und Ticketpreis, bzw. dem gefühlten Service an Bord ("LH hat auch miesen Kaffee und mürbe Wecken!") etc. zunächst nicht besteht, und dem stimme ich zu.

    Bitte lass mich feststellen, dass dein Beitrag viele wertvolle Informationen sehr kompakt wiedergibt, um "verbraucherrelevante" Transparenz zu erzielen m.E. jedoch zu viele!

    :?

    Letzlich gibt es dienstleistungs- oder budgetorientierte Verbraucher; i.e. dem einen sind kurzwegige Anlaufstellen und persönlicher Service jeden Euro wert, der andere bevorzugt für ein recht simples Arrangement eben das Web und verzichtet für einen "guten" Preis auf den evtl. guten Rat eines Fachmannes.

    Mein Fazit:

    Es ist realtiv einfach geworden, sich Informationen auch über Details zu verschaffen.

    Die Tücke liegt nach meiner Erfahrung in ihrer Komplexität und dem fehlenden Wissen um die Zusammenhänge!

    Dies - wie auch immer ambitioniert! - aufarbeiten zu wollen, bleibt für mich Illusion!

    Enthüllung: Zucker enthält viel zu viel Zucker!
  • serramanna
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    Beiträge: 869
    geschrieben 1258782973000

    Toll, wenn es allgemeinverbindliche Vorschriften gibt. Daraus aber ableiten zu wollen, dass grundsätzlich der Sicherheitsstandard bei allen Airlines erst mal gleich ist halte ich für falsch. Papier ist geduldig- es geht darum, was Airlines über diese Mindestanforderungen hinaus tun bzw. wie und ob vorhandene Schlupflöcher der Vorschriften genutzt werden.

    Die Aussage, daß zwischen Ticketpreis und Sicherheit kein Zusammenhang besteht, teile ich deshalb nicht.

    Wo unter extremem Kostendruck gearbeitet wird, passieren einfach mehr Fehler- das ist normal und menschlich. Guckst Du z.B. hier bez Ryanair:

    http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,464938,00.html

    Unter hohem Kostendruck wird man sich auch bei der Teile/Equipment -Beschaffung oft für LCR-Ware entscheiden (Low Cost Region, m.a.W. "China/Usbekistan-Schrott" ) , die um Einiges preisgünstiger ist.

    Für 19,99 pro Ticket ist keine Airline zu betreiben. Langsam scheint auch Ryanair dahinter zu kommen. Habe eben mal gescannt, zu welchen Preisen ich im kommenden Oktober mit dieser Airline von Weeze nach Stansted fliegen könnte. Kein Return -Flug unter 100 € zu haben. Die 1€ Ticket Marketingkiste geht wohl auch dort langfristig zu Ende.....

    Gruß Serramanna

    To be is to do (Sokrates) To do is to be (Sartre) Do be do be do (Sinatra)
  • vonschmeling
    Dabei seit: 1102896000000
    Beiträge: 42346
    geschrieben 1258796907000

    @serramanna

    Auch deiner Darstellung stimme ich zu - daher schrieb ich "zunächst kein Zusammenhang" besteht ... damit bezog ich mich weniger auf die 0,09Cent Flüge der Vergangenheit (auch ich hatte einige!), sondern auf die Kampfpreise renommierter Airlines. Vermehrt kann man auch bei der LH ein 99€ Ticket schießen und liegt damit oft noch unter dem Preis  der LCC.

    Auf die Sicherheits- und Servicestandards der LH wirkt sich das jedoch nicht aus.

    Im Vergleich preiswerter Charter ist der Kostendruck für den Pax oft direkt beim Service spürbar, und zwar nicht im Vorfeld bei Buchung oder gar Beratung, sondern durch unpopuläre (daher billigere) Start- und Landezeiten und die oft sehr rudimentären Dienste am Fluggast in der Kabine. Gut möglich, dass auch so manche Schraube oder Hydraulik nur russisch oder chinesisch spricht, nur das kriegt der Pax ja zuerstmal nicht mit.

    Enthüllung: Zucker enthält viel zu viel Zucker!
  • iamsiggi
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    Beiträge: 304
    gesperrt
    geschrieben 1258889939000

    @serramanna sagte:

    Für 19,99 pro Ticket ist keine Airline zu betreiben.

    Sicher nicht.

    Ein voll ausgelastetes Mittelstreckenflugzeug Flugzeug schlägt sich für die erste Flugstunde mit Kosten einer Größenordnung von 20-80 Euro / Pax (je nach Kostestruktur der Airline und der benützten Flughäfen) zu Buche.  Jede weitere Flugstunde so 1/3 weniger.

    Die Fluglinien stehen in harter Konkurenz. Man darf bei den "Billigtickets" - die es bei rechtzeitiger Buchung fast überall auch nicht vergessen: Jeden Sitzplatz, den ich zunächst mal nicht kostendeckend verkaufe, bezw. meine ansonsten freien Sitzplätze auffülle entziehe ich der Konkurenz.

    Wie sich welcher Flugzeugtyp im Preisgefüge darstellt, ist auch sehr stark Airlinespezifisch.

    Es gibt da nicht "das beste Flugzeug" - vor allem nicht, wenn man bereits über eine Flotte verfügt.

    Schlechtere Karten haben jedenfalls die Airlines, welchen es bisher nicht gelang, die Flotte auf neueste Generation umzustellen und nicht oder nur ungenügend mit der Flugzeuggröße auf die aktuellen Pax Zahlen eingehen zu können.

    Daneben müssen aber auch noch die Verwaltungsstrukturen entsprechenb gestrafft werden - mitunter wesentlich schwieriger durchführbar, als auf eine neues sparsameres Flugzeug umzustellen.

    Man kann auch nicht einfach sein Netz auf die besten Destinationen zusammenstreichen - denn damit fehlt die Attraktivität auf Umsteigerflüge im eigenen Netzwerk.

    Die verzwickte Aufgabe der Manager ist jetzt, all die Faktoren so in Harmonie zu bringen, dass am Ende Kein Verlust rausschaut.

    Kein Verlust bedeutet aber nicht unbedingt, keine Verlust pro Flug,Strecke sondern mitunter alles zusammen am Ende des Quartales/Jahresetc.

    Letzten Endes haben Fluglinien den geringsten Kostendruck (von seitenProduktionskosten), die auch noch über das sparsamste und am bestengeeignete Fluggerät zur passenden Passagierzahl einsetzen können. Undderen Verwaltung sehr straff ist.

    Siegfried

    Siegfried, "Wenn die Klügeren immer nachgeben, siegt die Dummheit"
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