Curi hat es gerade schön beschrieben ... Entweder Versetzung oder Bye-Bye - wobei im Falle von sexueller Belästigung das Verfahren eher kurz und schmerzlos ist ... Der Angestellte wird gekündigt und interne Mechanismen sorgen dafür, dass seine Karriere im Tourismus-Sektor in Ägypten auch langfristig und national beendet ist ...
Für die meisten privaten Hotels spielt es daher im Regelfall keine Rolle, wie die Sachlage wirklich ist - der Vorwurf der sexuellen Belästigung reicht, um den Angestellten in die Wüste und unter das ägyptische Existenzminimum zu schicken - selbst wenn anzunehmen ist, das die Schilderung des Touristen nicht so ganz den tatsächlichen Hergängen entspricht ... Bessere Hotels wie die Hilton- oder die Sheraton Hotelkette oder das Four Seasons leiten im Regelfall hingegen eine Untersuchung ein, wohl auch in dem Wissen, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt und manche Gäste Wahrheiten auch recht großzügig interpretieren.
Grundsätzlich bläuen deshalb viele Hotels ihren Angestellten ein, sich auf Freundlichkeiten zu beschränken, aber nicht zu persönlich zu werden ... Einige gehen sogar noch weiter und beschränken den Kontakt mit den Touristen auf ganz bestimmte Linien und Bereiche des Personals ...
Zudem hat es, wenn ich mich recht erinnere, 2009 bis 2010 auch durchaus Kampagnen der ägyptischen Regierung gegeben, um die ägyptische Öffentlichkeit für (aus westlicher Sicht) angemessenes Verhalten gegenüber westlichen Gästen zu sensibilisieren.