@curiosus sagte:
...irgendwie beschleicht mich das Gefühl, daß ich in einem anderen Ägypten als Alexa und akadas unterwegs bin.
Das freut mich, denn so habe/n ich/wir meine/unsere Ruhe...
![]()
Nachtrag:
Wie sieht denn die Statistik in Deutschland bzgl. der "Belästigungen/Übergriffe" aus? Wie die juristische Verfolgung dieser Taten?
Ein Zitat aus der Berliner Zeitung:
Die Rache der jungen Männer Ägypten empört sich über einen Fall sexueller Massenbelästigung verschleierter Frauen Julia Gerlach
You walk like an Egyptian - du gehst wie eine Ägypterin", zischelt es von rechts. Es ist ein ganz alter Spruch, aber der junge Mann am Straßenrand weiß, dass er damit zumindest ein Lächeln bekommt. Das gehört zur alten Schule der Anmacher. Anderen geht es längst nicht mehr darum, Touristinnen zum Kauf von Alabasterkatzen zu verführen. "Ich fahre jeden Tag mit dem Bus zur Uni. Das ist sehr unangenehm. Da sind Männer im Gedränge, die grabschen mich an. Reiben sich an mir", berichtet Huda, eine Studentin an der Kairo-Universität. "Erst seit ich ein unauffälligeres Kopftuch trage, geht es etwas besser."
Die ägyptische Frauenrechtlerin Nehad Abu Qumsan nennt sexuelle Belästigung ein soziales Krebsgeschwür. In einer Studie ihres Zentrums für Frauenrechte haben 62 Prozent der befragten Männer zugegeben, Frauen auf der Straße zu belästigen. 83 Prozent der einheimischen und 98 Prozent der ausländischen Frauen sagen, sie würden regelmäßig unangenehm angemacht.
Ständige Belästigung ist ein wichtiger Grund, wieso immer mehr Frauen in Kairo zum Kopftuch greifen. Sie tun es allerdings nur mit geringem Erfolg, wie ein Zwischenfall zeigt, der sich jüngst am Feiertag zum Ende des Ramadan ereignete. Kairos Jugend flanierte, die Stimmung war ausgelassen, doch dann kippte sie. Etwa hundert junge Männer, so erzählen Zeugen, begannen, Frauen zu beschimpfen, sie anzufassen und ihnen die Kleidung vom Leib zu zerren. "Sie wollten mir sogar meinen Gesichtsschleier wegziehen", zitiert die Zeitung Masr Al Yaum eines der Opfer.
Das Blatt hat mit seinem Bericht eine Welle der Entrüstung ins Rollen gebracht. "Es ist eine dumme Logik", sagt Maya, ebenfalls Studentin an der Kairo-Universität: "Jetzt regen sich alle darüber auf, dass eine vollverschleierte Frau angegriffen wurde. Wenn ich belästigt werde, sagen alle: Das ist doch das, was du willst!" Und demonstrativ schüttelt die Studentin ihre langen Haare. Sie sieht den Grund für die ständigen Belästigungen in der sexuellen Frustration junger Männer: Wer kein Geld hat, kann nicht heiraten, und Sex vor der Ehe ist ein Tabu. "Ich glaube aber, dass es auch ein soziales Problem ist. Unsere Gesellschaft geht immer weiter auseinander, und die jungen Männer aus den armen Vierteln lassen so ihren Ärger an den Mädchen der Mittelklasse aus", sagt Maya.
Die Ägypter sind empört über die Belästiger, aber auch über den Staat, der nichts tut. Vor zwei Jahren gab es schon einmal einen ähnlichen Vorfall, der für öffentliche Empörung sorgte. Diesmal aber reagierte die Polizei schneller, 38 junge Männer wurden bei dem Angriff auf die Frauen verhaftet. Acht von ihnen stehen seit gestern vor Gericht.