• plackerer
    Dabei seit: 1188777600000
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    geschrieben 1272402972000

    @curiosus sagte:

    ...irgendwie beschleicht mich das Gefühl, daß ich in einem anderen Ägypten als Alexa und akadas unterwegs bin.

    Das freut mich, denn so habe/n ich/wir meine/unsere Ruhe... ;)

    Nachtrag:

    Wie sieht denn die Statistik in Deutschland bzgl. der "Belästigungen/Übergriffe" aus? Wie die juristische Verfolgung dieser Taten?

    Ein Zitat aus der Berliner Zeitung:

    Die Rache der jungen Männer Ägypten empört sich über einen Fall sexueller Massenbelästigung verschleierter Frauen Julia Gerlach

    You walk like an Egyptian - du gehst wie eine Ägypterin", zischelt es von rechts. Es ist ein ganz alter Spruch, aber der junge Mann am Straßenrand weiß, dass er damit zumindest ein Lächeln bekommt. Das gehört zur alten Schule der Anmacher. Anderen geht es längst nicht mehr darum, Touristinnen zum Kauf von Alabasterkatzen zu verführen. "Ich fahre jeden Tag mit dem Bus zur Uni. Das ist sehr unangenehm. Da sind Männer im Gedränge, die grabschen mich an. Reiben sich an mir", berichtet Huda, eine Studentin an der Kairo-Universität. "Erst seit ich ein unauffälligeres Kopftuch trage, geht es etwas besser."

    Die ägyptische Frauenrechtlerin Nehad Abu Qumsan nennt sexuelle Belästigung ein soziales Krebsgeschwür. In einer Studie ihres Zentrums für Frauenrechte haben 62 Prozent der befragten Männer zugegeben, Frauen auf der Straße zu belästigen. 83 Prozent der einheimischen und 98 Prozent der ausländischen Frauen sagen, sie würden regelmäßig unangenehm angemacht.

    Ständige Belästigung ist ein wichtiger Grund, wieso immer mehr Frauen in Kairo zum Kopftuch greifen. Sie tun es allerdings nur mit geringem Erfolg, wie ein Zwischenfall zeigt, der sich jüngst am Feiertag zum Ende des Ramadan ereignete. Kairos Jugend flanierte, die Stimmung war ausgelassen, doch dann kippte sie. Etwa hundert junge Männer, so erzählen Zeugen, begannen, Frauen zu beschimpfen, sie anzufassen und ihnen die Kleidung vom Leib zu zerren. "Sie wollten mir sogar meinen Gesichtsschleier wegziehen", zitiert die Zeitung Masr Al Yaum eines der Opfer.

    Das Blatt hat mit seinem Bericht eine Welle der Entrüstung ins Rollen gebracht. "Es ist eine dumme Logik", sagt Maya, ebenfalls Studentin an der Kairo-Universität: "Jetzt regen sich alle darüber auf, dass eine vollverschleierte Frau angegriffen wurde. Wenn ich belästigt werde, sagen alle: Das ist doch das, was du willst!" Und demonstrativ schüttelt die Studentin ihre langen Haare. Sie sieht den Grund für die ständigen Belästigungen in der sexuellen Frustration junger Männer: Wer kein Geld hat, kann nicht heiraten, und Sex vor der Ehe ist ein Tabu. "Ich glaube aber, dass es auch ein soziales Problem ist. Unsere Gesellschaft geht immer weiter auseinander, und die jungen Männer aus den armen Vierteln lassen so ihren Ärger an den Mädchen der Mittelklasse aus", sagt Maya.

    Die Ägypter sind empört über die Belästiger, aber auch über den Staat, der nichts tut. Vor zwei Jahren gab es schon einmal einen ähnlichen Vorfall, der für öffentliche Empörung sorgte. Diesmal aber reagierte die Polizei schneller, 38 junge Männer wurden bei dem Angriff auf die Frauen verhaftet. Acht von ihnen stehen seit gestern vor Gericht.

     

    Habana--irgendwie geht alles.
  • 396MHC
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    geschrieben 1272403200000

    Ich glaube schon, dass es in Ägypten als "anders" empfunden wird.

    (Tunesien kann ich nicht beurteilen).

    Das Personal in Ägypten besteht zu 98% aus Männern! Das ist in europäischen Urlaubsgebieten nicht so.

    Ich denke schon, dass dies für viele Frauen schon sehr gewöhnungsbedürftig ist.

    Auch wenn ich nur Positives berichten kann, war es mir anfangs in Ägypten sehr unangenehm, wenn auf der Damentoilette plötzlich ein Mann steht, um dort zu putzen.

    Die Shopbesitzer, Bedienungen in Lokalen, selbst auf den Straßen Hurghadas hauptsächlich Männer!

    Vielleicht sehen viele Frauen allein darin schon etwas Unangenehmes, Fremdes, "Bedrohliches".

    Und bei Unsicherheit passiert bekanntlich auch meist etwas ... wie der Hund, der plötzlich beißt, weil er merkt, dass man Angst hat ...

    Diese Unsicherheit und diese Vorurteile sollte man einfach abbauen, dann ist es diesbezüglich genauso wie in vielen anderen Urlaubsregionen.

  • curiosus
    Dabei seit: 1469923200000
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    gesperrt
    geschrieben 1272403792000

    @plackerer:

    Und was soll mir der Artikel sagen? Wie ist es denn hierzulande und besonders eben bei Festivitäten? Ist es wirklich ein typisches ägyptischen Phänomen?

    Mag sich jeder sein eigenes Urteil dazu bilden.

  • Sylvia69
    Dabei seit: 1212019200000
    Beiträge: 175
    geschrieben 1272405838000

    @ curi

     

    Natürlich ist das nicht nur ein ägyptisches Problem. Solche Dinge gibt es nun mal überall auf der Welt und man regt sich auf überall auf de Welt darüber auf. Auch natürlich hier in Deutschland ist man mehr als geschockt, dass wenn gerade bei einem in der Nähe so was passiert.

     

    Ich glaube, was es gerade in einem Land wie Ägypten zu so einem Aufreger macht ist, dass immer wieder von Moral gesprochen wird, die Frauen sollen sich bedecken, den Blick senken und am besten mit keinen fremden Männern reden. Auf der anderen Seite haben die männlichen Bewohner nichts besseres zu tun, als Frauen auf eine Art und Weise zu behandeln, die nicht mal ansatzweise in dieses "Moralbild" reinpaßt. Das ist "scheinheilig". ... und das läßt sich auch nicht schön reden !

     

    Dementsprechend ist es natürlich für gerade alleinreisende Frauen natürlich nicht immer ganz einfach. Man weiß nicht genau, wie man sich verhalten soll. Auf eine Art und Weise möchte man natürlich wie zu Hause auf höflich sein, andersherum weiß man aber auch, dass man nicht zu höflich sein darf, weil ein für uns ganz normales Verhalten schon wieder falsch verstanden werden kann.  Da muß man schon genau abwägen, und versuchen sein Gegenüber ein bißchen einzuschätzen. So viele Gedanken macht man sich sicherlich hier in Deutschland nicht, weil man einfach davon ausgeht, das das Gegenüber schon versteht wie man etwas meint. Auch das kann sicherlich in die Hose gehen, aber man macht sich einfach nicht so viele Gedanken.

     

    Ich denke aber auch, dass die Frauen, denen das so richtig gegen den Strich geht sicherlich ihren Urlaub beim nächsten Mal woanders verbringen werden und die Frauen, die diese Erfahrungen entweder nicht gemacht haben oder einen Weg gefunden haben damit umzugehen weiterhin ihre Reisen in dieses schöne Land buchen.

     

    ... aber es ist wohl auch so, dass man sich manchmal mehr Gedanken über "Probleme" im Urlaubsland macht als bei sich zu Hause .. denn Mißstände haben wir hier bei uns auch mehr als genug!

     

    Gruß

    Sylvia

  • arkadas
    Dabei seit: 1154908800000
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    geschrieben 1272405868000

    @curiosus sagte:

    Ist es wirklich ein typisches ägyptischen Phänomen?

    Nein curi, es ist m. E. ein Islam-Arabisches!

     

    Du schreibst: ...irgendwie beschleicht mich das Gefühl, daß ich in einem anderen Ägypten als Alexa und akadas unterwegs bin.

     

    Das kann gut sein.

     

    alexa 33 ist ne Frau und ich auch (was uns unterscheide ist ggf. das Alter) - mehr sag ich erstmal nicht. Ich selbst hab es Jahrelang nicht wahrhaben wollen ...........

  • Ahotep
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    Administrator Zielexperte/in für: Nilkreuzfahrten Nil-Region
    geschrieben 1272408034000

    Ich bin weder unsicher, noch habe ich irgendwelche Vorurteile gegenüber Männern aus Ägypten. Gut, ich reise nicht alleine, sondern immer mit Ehemann. Trotzdem ist man ja nicht ständig zusammen, ich bin auch alleine unterwegs.

    Bevorzugt in Luxor und Umgebung. Hier habe ich so meine "Erfahrungen" und "Beobachtungen" gesammelt, was das Begrabschen angeht.

    Vorweg möchte ich betonen, die meisten Ägypter die ich/wir kennengelernt habe, sind höflich und respektvoll mir gegenüber. Man kennt sich drüben auf der Westbank, grüsst sich, hält ein Schwätzchen, trinkt einen Tee oder wird eingeladen. Unbehelligt kann ich dort im Dunkeln durch die unbeleuchteten Gassen laufen.

    Es gibt aber auch Ausnahmen. Drüben auf der Corniche, wo die Nilschiffe liegen. Abends belebt und voller Menschen. Hier sind es die Heranwachsenden, die sich in Gruppen bei den Bänken aufhalten. Da kommt es durchaus vor, dass man bedrängt und begrabscht wird. Bei meinem Vorfall musste ich ein paar Backpfeifen verteilen. Nicht gerade Damenhaft, aber die einzige Möglichkeit um sich Respekt zu verschaffen. Ich wurde festgehalten und von mehreren begrabscht. Alleine würden sie sich dies nicht trauen.

    Angst oder Bedenken habe ich trotzdem keine in Ägypten. Ganz im Gegenteil zu Deutschland. Hier habe ich durchaus extremere Erfahrungen machen müssen.

    Es kann also durchaus passieren. Ich bewerte es auch nicht über, dulde es aber auch nicht, egal wo. Hier sollte Frau taff und selbstbewusst sein, um solche Kerlchen in ihre Schranken zu verweisen.

  • kiba76
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    geschrieben 1272441899000

    @ahotep

    dem stimme ich einfach mal ganz, und ohne vorbehalte zu.

    trifft dem nagel auf dem kopf.

    vg angie

  • Dahabfan
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    geschrieben 1272452143000

    Bezogen auf junge ägyptische Männer muss doch ganz klar ein Unterschied zu Deutschland gesehen werden:

    Sie haben kaum Chancen, wie bei uns zwanglos in Schule, Freizeit, Disco etc. jungen ägyptischen Frauen zu begegnen und wie bei uns mit dem anschwellenden Hormonpegel etwas anzufangen. Bleiben also nur entweder Kontakte zu den Touristinnen oder andere Praktiken (die hier nicht hingehören).

    Es dürfte unstrittig sein, dass muslimische Jungs oft vom Vater zum Pascha und Macho erzogen werden, muslimische Mädchen dagegen zum Dienen und Tolerieren.

    Also verlegen sich die jungen Männer nicht nur in Ägypten auf Grabsch- und Anmachestrategien, die sie untereinander per "Buschfunk" oder Handy austauschen und perfektiionieren. Ebenso werden an Freunde Tipps weitergegeben zu erfolgversprechenden Bezness-Chancen.

    Der Ohrfeigen-Tipp von Ahotep ist sicherlich richtig, aber viele Touristinnen trauen sich nicht, wegen ihrer guten Erziehung so etwas auch in die Tat umzusetzen.

  • Ahotep
    Dabei seit: 1096243200000
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    Administrator Zielexperte/in für: Nilkreuzfahrten Nil-Region
    geschrieben 1272453537000

    Hallo Dahabfan,

    in dem Moment, wo ich körperlich angegriffen werde, vergesse ich meine erstklassige Erziehung und verliere meine Contenance ;)

    Die Backpfeife gilt natürlich nur für Notsituationen, wenn weitergehen und ignorieren nicht möglich ist.

    Sabine

  • bebe88
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    geschrieben 1272456539000

    Sehr schön zu lesen von Ahotep und arkadas, ...eben ganz weltanschaulich und realistisch. Die Kultur des Landes, Ihre Traditionen und lange anwährenden Praktiken passen nicht zu der offenen weltlichen, westlichen Kultur mit der sie durch den Tourismus konfrontiert werden. Und, es sind leider nicht nur Heranwachsende, die sich unsittlich Frauen gegenüber benehmen. In anderen Treads bereits berichtet, sieht man oft Männer/Ladenbesitzer, die sich in der Nähe von Frauen an Ihren .......... reiben ...! Eine Frau zählt in Ihrer Kultur nicht sehr viel... leider...

    Mglw. lebt und reist C. ja allein und kann somit die Praktiken so Einiger gar nicht einschätzen, bzw. miterleben. Eben typischer Beitrag von ihm-hätte man anders auch nicht erwartet ;)

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