• geli3
    Dabei seit: 1250380800000
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    geschrieben 1295202562000

    Ich weiß, dass meine Sorgen ws viel zu früh sind und es besser wäre, wenn man sich nicht immer soviele Gedanken machen würde, jedoch finde ich es doch beunruhigend, dass immer öfter beim berichten über die aktuelle Situation in Tunesien auch immer wieder der Zusammenhang mit Ägypten genannt wird.

    Ist es jemandem bekannt, wie wahrscheinlich es wirklich ist, dass auch in Ägypten Unruhen entstehen?

    (Wir wären im Juni/Junli dort, Nilkreuzfahrt + Makadi Bay)

     

    Jetzt bieten ja die RV gratis Umbuchen bzw. Stornierung an. Wie verhält es sich da bei einem RV der nur Ägyptenreisen anbietet. (ETI) Es können doch nicht einfach alle Reisen storniert werden?!

     

    Danke schon im Voraus

    Titel geändert

  • MaCor
    Dabei seit: 1208908800000
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    geschrieben 1295203893000

    Natürlich würden bzw. müssten sie dann alle Reisen stornieren!

    ...aber ist irgend etwas in Ägypten passiert was dich beunruhigt :shock1: ich erkenne keinen Zusammenhang! Wenn es dich verunsichert buche doch jetzt noch um!

    Avatar: Koptisch-orthodoxe Kathedrale "Erzengel-Michael" in Assuan.
  • chepri
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    geschrieben 1295207550000

    Na ja, Ägypten hat schon auch ähnliche Probleme wie Tunesien: Ständig gravierend steigende Lebensmittelpreise, kaum Zukunftsperspektiven für junge Leute, immer wieder Berichte über Todesopfer aufgrund polizeilicher und geheimdienstlicher Willkür (Folter bei Verhören), und eine Regierung, die seit Jahren nur mit Hilfe von Notstandgesetzgebung und unter Ausnahmezustand regiert. Die Furcht, dass das Beispiel Tunesien Schule machen könnte ist daher nicht ganz unbegründet. Man kann sich ausmalen was geschehen könnte, wenn die subventionierten Brotrationen verringert werden weil man nicht mehr Getreide auf dem Weltmarkt aufkaufen kann oder wenn Kenia als Fleischlieferant ausfällt. Proteste und Demonstrationen hat es ja schon zur Genüge gegeben, bisher hat das Volk das brutale Vorgehen von Polizei und Miltär noch hingenommen, aber wer weiß schon, was morgen passiert.

  • curiosus
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    geschrieben 1295258680000

    ...unabhängig von der derzeitigen Situation in Tunesien (die sicherlich weitgehende Auswirkung auf die Maghreb und später auch auf die Maschrek-Staaten haben wird), ist in Ägypten durch das totalitäre System unter Mubarak an eine aktuelle/kurzfristige ähnliche Konstellation nicht zu denken.

    Selbst im Falle seine Todes und damit dem möglichen kurzzeitigen erstarken der Muslimbruderschaft würde sich die Lage nicht gravierend ändern, steht doch mit Gamal bereits der Nachfolger fest, der ebenso wie sein Vater, sich auf die Gefolgschaft des Militärs verlassen kann... ;)

  • sayed
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    geschrieben 1295278204000

    Ganz so unproblematisch wie Curiosus sehe ich die Sache nicht. Ich bin wirklich kein ängstlicher Mensch, bin während der Apartheitsunruhen in Südafrika gereist und habe meine Nilkreuzfahrt zwei Wochen nach dem Anschlag in Luxor nicht abgesagt.

    Dennoch gebe ich zu bedenken, dass sie soziale Situation in Ägypten ähnlich wie auch in Algerien und Tunesien ist (also ein vergleichbares Pulverfass). Natürlich hat das ägyptische Regime den Vorteil, dass das Volk noch nie zu Aufständen und Unruhen tendiert hat. Ausserdem gebe ich natürlich Curiosus recht, das Militär stellt schon eine "gute Rückendeckung" dar.

    In der jetzigen Situation haben sich aber sogar die Religionsführer des Landes zu Wort gemeldet und das Volk zum "Ungehorsam" ermutigt. Sie vertreten den Standpunkt, dass der Koran einem Aufbegehren zustimmt, wenn z.B. Korruption durch die Staatsmacht geduldet wird (durch die diese wahrscheinlich erst an die Macht gekommen ist).

    Ein interessanter Beitrag zu diesem Thema war heute (und ist noch im Internet) auf WDR 2 zu hören.

  • curiosus
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    geschrieben 1295280676000

    ...nicht daß ich falsch verstanden werde: Unproblematisch ist die Situation ganz sicherlich nicht. Allerdings gebe ich zu bedenken, daß in Ägypten eben (noch) gänzlich andere Rahmenbedingungen vorherrschen, als dieses in Tunesien der Fall war. Daher ja meine Formulierung "aktuelle/kurzfristige" in Bezug auf vergleichbare Konstellationen Bevölkerung-Staatsmacht... ;)

  • MaCor
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    geschrieben 1295281929000

    Ich habe kürzlich einen sehr reichen Ägypter (Kopte) getroffen der seine Häuser in Kairo und El-Gouna verkauft hat und jetzt in Deutschland lebt.. und es "sollen" etliche mehr sein die gegangen sind. Sie würden dem ganzen nicht mehr trauen!

    Auf der anderen Seite Mubarak ist ja noch da und hat einen Nachfolger, man scheint sich aber nicht mehr so sicher zu sein.. gut aber eigentlich alles kein neues Problem!

    Wer sich allerdings richtig Sorgen macht sollte wirklich einen Bogen um diese Länder, in diesem Fall Ägypten, machen. Hätte er sich dann allerdings auch schon länger machen müssen. nur was bleibt dann noch, kein Urlaub mehr?

    ... und @curi sich nicht nur auf die Gefolgschaft des Militärs sondern auch auf die US Dollars und Hilfen verlassen kann. Wer jetzt erschreckt ist hat sich vorher nicht damit beschäftigt!

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  • chepri
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    geschrieben 1295283643000

    Na ja, Angst nach Ägypten zu fahren hätte ich jetzt auch nicht, aber ob der Einfluss aus den USA noch so groß ist? Hillary Clinton fordert vehement Reformen in den arabischen Staaten und Präsident Obama lobt den Mut der tunesischen Bevölkerung.

  • seventh_son
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    geschrieben 1295284078000

    Das Problem in den Maghreb-Staaten sehe ich vor allem in der sehr jungen Bevölkerungsstruktur. Junge Menschen lassen sich eher weniger gefallen und tendieren dazu, aufzubegehren wenn sie Ungerechtigkeiten sehen. Und wenn dann genug zusammen kommen trauen sie sich auch irgendwann, dies öffentlich zu tun, auch in autoritären Systemen. Diese wütenden jungen Menschen, die trotz teils sehr guter Ausbildung in ihren Heimatländern in der Sackgasse stecken und sozial nicht weiter kommen, sind meiner Meinung nach schon sowas wie ein Pulverfass für die Machthaber.

    Wie schnell sowas gehen kann, sieht man ja jetzt in Tunesien, wobei natürlich die Rahmenbedingungen in jedem Land anders sind. Aber eine latente Gefahr besteht schon, und das wird sich in Zukunft eher verschärfen. Ob man jetzt davor Angst haben muss, ist eine andere Frage. Die Tunesienurlauber haben in ihren Resorts sicher nicht viel davon mitbekommen, außer dass sie eben zu ihrer eigenen Sicherheit in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren.

  • MaCor
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    geschrieben 1295285136000

    Anders wird es aussehen wenn Du irgendwo in Luxor auf der Westbank oder mitten in Kairo, oder irgendwo dazwischen, bist und eben nicht in einem Resort.

    Ich durfte im Dez 2007 einiges davon miterleben was passieren kann wenn man einfach Häuser einreist, in diesem Fall in Sheik Abd el-Qurna und in Geziret el-Beirat.

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