Weiter zum Inhalt
Bei HolidayCheck über 10 Millionen Bewertungen und Bilder für Hotels, Sehenswürdigkeiten und Reiseziele vergleichen und mit Preisvergleich und Tiefpreisgarantie Ihren Urlaub buchen!
  • Einloggen
winnie1178W

winnie1178

@winnie1178
  1. Startseite
  2. Übersicht
  3. winnie1178
  4. Beiträge
Über
Beiträge
275
Themen
7
Geteilt
0
Gruppen
0
Follower
0
Folge ich
0

Beiträge

Aktuell

  • Wie heisst das Hotel ? und Wo kann man " günstig " essen ?
    winnie1178W winnie1178

    Hallo,

    als häufiger Schweizbesucher möchte ich auch mal meine Gedanken zu den Preisen in der Schweiz äussern.

    Ich finde nämlich gar nicht mehr, dass die Schweiz so unverhältnismäßig teuer ist. Früher ist mir der Kontrast zwischen Baden Württemberg (wohne nahe Stuttgart) und der Schweiz (z.B. Zürich) deutlich aufgefallen. Doch bei meinen letzten Besuchen in den letzten zwei Jahren fand ich den Unterschied gar nicht mehr so groß.

    Mag sein dass es die Eurostärke ist, aber bei uns sind die Preise seit der Euroeinführung derart stark gestiegen dass die Unterschiede immer geringer werden. Nur leider hat sich mein Lohn nicht auch verdoppelt... ;).

    Wer als Schweizer den Fehler macht, und sich bei uns in einer Innenstadt in den chicsten Laden sitzt, der könnte unter Umständen sein blaues Wunder erleben. Im oberen Preissegment scheinen mir nämlich gerade die deutschen Restaurantbesitzer dir größten Abzocker zu sein. Auch im mittleren Segment wird bei uns das Leben immer teurer, wer heute z.B. gute Lebensmittel einkaufen möchte der muß viel hinlegen. Klar, die Läden, die solche Lebensmittel im Angebot haben, werden von Tag zu Tag weniger, es boomen bei uns eben die Discounter.

    Kurz gesagt: ich finde, die Schweiz ist fairer zu ihren Bürgern. Beispielsweise kostet das Benzin an fast allen Ecken des Landes in etwa gleich viel, bei uns sind die Abweichungen (nach oben) allerdings viel höher. Durch die starke Präsenz von "Mittelschichtssupermärkten" sind auch gute Lebensmittel erschwinglicher als bei uns (bedenkt man das höhere Gehalt). Man hat in der Schwiez einfach immer das Gefühl, es geht ein bisschen gerechter zu als bei uns.

    Aber das tut es inzwischen fast überall auf der Welt eher als in Deutschland.

    PS: Maribel, Dir gefällt ja Zürich so sehr. Aber ein kleiner Tipp am Rande, nur für den fall dass Du noch nicht weiter gekommen bist als bis nach ZH: Die Schweiz hat noch viel schönere Flecken und Städte. War früher auch immer nur in ZH, und fand es schön. Aber gegen das Mittelland bei Bern, die Zentralschweiz oder das Tessin ist ZH weit unterlegen, wie ich finde. Glaube es gab hier mal ein Thread warum die Deutschen immer nur nach ZH gehen. Eine berechtigte Frage, wie ich finde. Die Schweiz ist viel zu schön, um nur ZH gesehen zu haben ;).

    Schweiz

  • Tipps fuer Spanienrundreise - Valencia, Barcelona und ???
    winnie1178W winnie1178

    Also molineros,

    jetzt mach Ihr doch keine Angst ;). Kalt und nass ist für mich das Wetter im November normalerweise in Deutschland oder noch weiter nördlich, aber nicht in Barcelona.

    War die letzten Jahre öfters im November oder Dezember dort, und von Kälte kann da keine Rede sein. Durchschnittswerte nachts so um die 10 Grad herum, tagsüber um die 20 Grad. Und regnen kann es auch an der Costa Blanca oder in Andalusien, wobei da natürlich die Gefahr in Barcelona schon nochmal ein wenig größer ist, das stimmt.

    Ist halt die Frage ob Sina nach "Strandwetter" sucht oder nicht - ich denke eher nicht, denn sonst wäre sie wohl kaum im November in Ihren Jahresurlaub gegangen. Strandwetter gibt es auch an der Costa Blanca im November höchstens noch für verrückte Engländer ;). Die Spanier sind da schon lange weg vom Strand, da es bei 20 Grad selbst in der Sonne ein wenig zu kalt ist am zugigen Meer, um mit Bikini noch zu liegen.

    Kultururlaub kannst Du aber sowohl in Südspanien sehr gut zu der Zeit machen, wie natürlich auch in Ostspanien und in Nordostspanien. Nur Richtung Landesinnere kann es wirklich schon empfindlich kalt werden zu der Jahreszeit, in Madrid geht da die Temperatur nachts schnell Richtung 0 Grad.

    Guter Tipp molineros, hat uns dort in der Ciudad de las Artes y las ciencas auch sehr gut gefallen. Ist zwar ein wenig teuer, aber es lohnt sich. Valencia ist schon eine tolle Stadt, und zum Urlaub machen bieten sich die tollen Küstenorte dort am Golf von Valencia oder an der Costa Blanca super an. Aber Barcelona hat für einen Kultururlaub sicherlich noch ein bisschen mehr zu bieten.

    Andalusien ebenso, sind schon beeindruckende Städte und Landschaften dort, wenngleich auch ein bisschen trocken und kahl. Gehört zu einer Spanienreise einfach dazu, aber man kann ja nochmals kommen - und nochmals kommen, und nochmals kommen.... ;).

    Spanisches Festland

  • Tipps fuer Spanienrundreise - Valencia, Barcelona und ???
    winnie1178W winnie1178

    Hi Sina,

    also Barcelona und Südfrankreich liegen auf der gleichen Strecke, von daher geht da auch beides. Aber Spanien ist viel zu schön, vielseitig, facettenreich, als dass Du in 1 1/2 Wochen unbedingt noch in ein anderes Land müsstest.

    Die Strecke Valencia-Madrid ist in etwa gleich weit wie Valencia-Barcelona, allerdings geht es nach Madrid mautfrei während nach Barcelona Maut bezahlt werden muß.

    Landschaftlich ist es Geschmackssache, ich persönlich halte mich gerne im Umfeld eines Meeres auf und finde daher die Küstenstrasse (AP-7) deutlich reizvoller als durchs Landesinnere. Die AP-7 bedient so ziemlich alle bedeutenden, interessanten Küstenorte der spanischen Mittelmeerküste, und man fährt viele unterschiedliche Gebiete ab. Von der Ferienhochburg bis hin zu unberührter Natur im Ebrodelta, lohnt sich also des öfteren einen Halt einzuplanen.

    Die einfache Strecke nach BCN schaffst Du gut an einem Tag, reine Fahrzeit ca. 5 Stunden. Geht auf den gutausgebauten Autobahnen flott, aber so ab Großraum Barcelona lohnt es sich die kostenpflichtige AP zu verlassen und auf die N-340 zu wechseln. Nicht nur billiger, sondern auch deutlich lukrativer (tolle Blicke aufs Meer!).

    Welche Stadt interessanter ist, nun darüber streiten sich auch die Spanier köstlich... ;). Also mir persönlich gefällt Barcelona mehr, hat einfach dieses mediterrane Flair mit toller Archiketur und Kultur, die Menschen sind ein Tick freundlicher (weil nicht so aufgedreht), man hat eine Unmenge an Möglichkeiten (Sightseeing, Strand, Nachtleben, Kultur, Berge, Ferienorte in der Nähe und und und). Ich würde Barcelona Madrid immer vorziehen, was aber nicht heisst das Madrid nicht schön sei, einfach nur eine andere Art Großstadt.

    Im Umfeld Valencias lohnt sich vielleicht auch noch ein Abstecher an die Costa Blanca, von Barcelona einen Abstecher an die Costa Brava oder an die Costa Daurada (Sitges z.B.). Im November ist die Hochsaison vorbei, dann geht es dort wieder ruhiger zu und Du kannst die Natur voll geniessen. Die spanische Zentralebene fernab der Küsten lohnt sich wenn Du viel Ruhe suchst, dort gibt es nur wenige Städte und dafür ungleich mehr Natur und Bergzüge.

    Aber Du könntest natürlich von Valencia aus auch in den Süden nach Andalusien fahren. Auch dort gibt es tolle Städte (Granada, Sevilla, Cadiz) . Allerdings hat es mir an der Costa Blanca und weiter nach Norden besser gefallen, einfach viel grüner und lebenswerter. Und Barcelona ist so oder so DAS Highlight in Spanien und Europa schlechthin. Müsste ich wählen, würde ich das immer allem anderen tollen in Spanien vorziehen.

    Viel Spaß.

    Spanisches Festland

  • Calabrien so schön wie Sardinien?
    winnie1178W winnie1178

    Reden wir doch am besten über ein Holiday Inn, ein Nethotel, ein Melia oder wegen mir auch gerne um ein in Familienbetrieb geführtes 4-Sterne-Hotel. Also sagen wir Mittelklassehotels für die Allgemeinheit.

    In meinem Holiday Inn in italien jedenfalls gab es keine alten römischen Statuen, mag sein dass diese in Luxushotels stehen. Solche Statuen interessieren mich aber weniger in Hotels, sondern eher in Museen oder am besten gleich an den Originalplätzen.

    Wers Geld hat und wem so etwas wichtig ist, bitte, der soll eben in die von Dir genannten Hotels oder auch in eines der Luxusherbergen in Deutschland oder Spanien.

    Und alle anderen sollen für 150 € die Nacht in brachliegenden, schon seit 30 Jahren nicht mehr renovierten 2-Sterne-Hotels übernachten müssen? Das nenne ich einfach *******.

    Meine Meinung 😉 .

    Italien allgemein

  • Calabrien so schön wie Sardinien?
    winnie1178W winnie1178

    Ja alessandro, nur gibt es dabei ein Problem. Wenn in Italien schon für 3-Sterne-Hotels aus den 60ern Preise von weit über 100 € normal sind, dann können sich eben nur Leute aus besseren Schichten einen Individualurlaub in Italien leisten. Und schon gar nicht z.B. die "ärmeren" Süditaliener, die wie oben geschrieben zum Teil doppelt soviel für einen Urlaub in ihrem Land aufbringen müssten. Das riecht eben einfach alles nach überzogener Touristenabzocke, die da stattfindet.

    Ich frage ich mich nicht ob ich AI oder Individuell reisen möchte, sondern ob ich mir Italien leisten kann oder nicht. Glaube mir, aus eigener Erfahrung weiß ich dass Italien unverhältnismäßig teuer ist, und oft fühlte ich mich auch irgendwie abkassiert weil die Leistung nicht stimmte.

    Ich möchte aber auch nicht AI-Standradtouri sein, ich verabscheue einen Cluburlaub in einer Hotelanlage. Aber wenn mir Italien eben nichts anständiges bieten kann als Kulturreisender, dann gehe ich eben lieber nach Spanien. Dort bin ich bisher immer auf meine Kosten gekommen, in sämtlichen Hotelanlagen der oberen Mittelklasse war auch für mich mit einem etwas engeren Preisbudget was gutes dabei. Genauso tolle Kultur, nette Menschen und Landschaft inklusive.

    Italien allgemein

  • Calabrien so schön wie Sardinien?
    winnie1178W winnie1178

    Ich fand z.B. Sardinien extrem teuer. Klar, es wird so schön verkauft als "kein Billigreiseziel, eben nur was für bessere Schichten". Aber was mir da verkauft wurde für viel Geld war alles andere als sein Geld wert, sondern einfach zu teuer. Nur für das Image möchte ich nicht viel mehr Geld ausgeben als nötig.

    PS: Möchte das eben auch mal mit Zahlen stützen. Laut dem HPI-Index gab es im 2.Quartal 2007 folgenden Durchschnittswert für Hotelübernachtungen, in Klammern mal zum Vergleich das Bruttonatinaleinkommen 2005 je Einwohner in US-Dollar.

    Durchschnitt-EU15 132 €
    Schweiz 151 € (55 320)
    Italien 148 € (30 250)
    Norwegen 148 € (60 890)
    Österreich 133 € (37 190)
    Spanien 120 € (26 000)
    Deutschland 105 € (30 690).

    D.h. zB. dass ein Italiener selber von seinem Einkommen doppelt soviel ausgeben müsste als ein Norweger, um sich eine Nacht in einem seiner Hotels leisten zu können. Angebot und Nachfrage alleine kann es hierbei auch nicht sein, denn dann müssten etwas "ärmere" Länder wie Spanien, Portugal oder Griechenland eher noch mehr verlangen pro Nacht als Italien, immerhin stehen diese Länder mit auf der Liste der beliebtesten Reiseländer der Welt.

    Was in dieser Statistik nicht berücksichtigt wurde ist das Investionsvolumen der Hotels. So bin ich mir sicher dass die Hotels in Italien deutlich älter sind als die Hotels in Spanien z.B., ganz klar. Oder auch in Deutschland wurde mehr modernisiert oder neu gebaut. Das Durchschnittsalter der italienischen Hotels liegt sicher bei 30 Jahren, dass der deutschen vielleicht bei gefühlten 15,20 Jahren und der spanischen bei 10 Jahren. Also ist nicht nur der Preis deutlich teurer sondern auch die gebotene Leistung deutlich niedriger.

    Gleiche Preisvergleiche könnte man sicherlich auch bei Mietfahrzeugen und anderen Tourismusdientleistungen wie Restaurants etc. anstellen Aber egal, Image verkauft sich ja schließlich auch. Nur dumm dass manche es inzwischen gemerkt haben....

    Italien allgemein

  • Calabrien so schön wie Sardinien?
    winnie1178W winnie1178

    Nochmal, es geht mir hierbei nicht um das subjektive Empfinden das natürlich jeder anders hat. Mir geht es um die objektive Einschätzung ob das Preis-/ Leistungsverhältnis gerechtfertigt ist. Und ich ziehe dabei Vergleiche mit ähnlichen westlichen (Reise-) Ländern wie Spanien, Deutschland, Österreich, etc. und nicht mit Billigreiseländern wie Türkei, Ägypten, etc..

    Und nur dort habe ich festgestellt dass Italien relativ wenig investiert in ihren Fremdenverkehr, aber beim kassieren vielleicht mit Frankreich ganz oben steht. Man verkauft Emotionen und die Geschichte, aber zu einem völlig überzogenen Preis was Hotelqualität, Infrastruktur und ähnliches angeht. Das kritisiere ich, und nicht das Italien an sich kein schönes Land wäre.

    Die Polemik, nach Italien gehen nur Leute mit Anstand und Geld, während nach Spanien nur die Putzfrau und der arme Ballermanntourist geht, kam nicht von mir....

    Italien allgemein

  • Calabrien so schön wie Sardinien?
    winnie1178W winnie1178

    @ alessandro: Also jetzt lenkst Du ab, sorry. Ich bin bestimmt kein Pauschaltourist, ich genieße total die Individualität und ziehe immer z.B. einen Landtourismus einem Massentourismus vor, aber darum ging es doch gar nicht. Es geht einfach um eine Kette an einzelnen Punkten.

    Glaub mir, wenn Italien die Möglichkeit sehen würde, nochmals solche Massen ins Land holen zu können wie das in den 60ern möglich war, dann würden sie es sofort tun. In den 60ern waren die Menschen einfach nicht so mobil wie heute, mit dem Auto über den Brenner war ein Abenteuer, ab in die südliche Sonne. Doch nach und nach wurde das Flugzeug massenkompatibel, und plötzlich bekam Italien Konkurrenz.

    Du schreibst, Süditalien ist einfach nicht für "jeden" geeignet. Okay, ich akzeptiere dass Italien ein anderes Konzept verfolgt und nicht die ganze Küste zubetoniert hat. Na ja, gibt natürlich auch Orte wie Rimini oder Jesolo, das geht auch in die Richtung. Oder in Venedig (übrigens eine tolle Stadt) werden regelmäßig Massen abgefertigt und oft auch abgezockt. Ist Venedig nicht die meistbesuchteste Stadt Europas oder gar der Welt? Habe noch nirgends soviel billigen (teuren) Kitsch gesehen wie in Venedig, und noch nirgends soviel für ein Mineralwasser gezahlt wie dort (haben die exklusiveres Wasser als andere Orte? Keine Ahnung).

    Dennoch steht Italien im Wettbewerb mit vielen, vielen anderen Ländern der Welt, die nicht nur auf Massentouristen setzen sondern sehr wohl auch Individualtouristen anlocken wollen. Wenn Du Individualtoursiten nur gleich setzt mit Leuten, die in der Kohle schwimmen und nicht mehr das Preis/Leistungsverhältnis hinterfragen, dann zeugt das nur von Ignoranz.

    Also vergleich doch einfach mal die gebotene Leistung für den gleichen Typus Urlauber in allen Reiseländern Europas, und Du wirst feststellen dass eigentlich nur noch Leute den derzeitigen Stand Italiens gut finden könne welche sich gerne abzocken lassen wollen. Vielleicht ist es nur meine subjektive Meinung, aber ich stehe oft vor Szenarien, wo ich schon grübel.

    Mal folgende typische Situation. Ich möchte für 4 Tage einen Kurzurlaub machen. Dabei interessiere ich mich für Italien und Spanien. Beide Länder, aber auch viele andere, bieten tolle Orte, geschichtsträchtige Städte, faszinierende Natur. Ich bin kein Pauschaltourist, ich möchte Kultur, Land und Leute erleben, und in einem Hotel weilen, welches ein ordentliches Preis/Leistungsverhältnis hat (und das hat mit Geiz überhaupt nichts zu tun, sondern ist die Urforderung einer wohlhabenden Marktwirtschaft). Ich wähle ja auch bewusst nicht BILLIG, denn gute Leistung soll auch einen fairen preis haben, keine Frage.

    In Italien finde ich zumeist Angebote welche mit Sicherheit übertrieben sind. Ich sehe einfach nicht den Sinn, warum ich für eine alte 2-Sterne-Bude 100 € oder mehr die Nacht zahlen soll. Ist das etwa Dein Verständis für einen Normalpreis, sozusagen als Eingangspreis damit nur die Leute ins Land kommen welche 5.000 € netto im Monat verdienen?

    In Spanien finde ich zumeist in den tollsten Orten und Regionen moderne, komfortable 4-Sterne-Hotels in mindestens genauso faszinierenden Regionen für 100 € die Nacht. Ich wurde bisher in keinem Hotel in Spanien, egal ob im Norden, Osten oder Süden, enttäuscht worden. Alle waren immer top und mein Geld hat für die gebotene Leistung gerne den Besitzer gewechselt.

    In Italien wurde ich oft enttäuscht. Da gab es minikleine, heruntergewohnte Zimmer für einen exorbitanten Preis.

    Oder mieten wir ein Auto an. Die schlimmsten Mietwägen bisher bekam ich leider immer in Italien. Die Preise waren immer 40,50 Prozent über den spanischen, die Konditionen bedeutend problematischer, und die Autos älter und defekter. Über die Strassenzustände möchte ich hier nicht schreiben, dass ginge zu weit.

    Ich weiß nicht was das alles damit zu tun hat, dass dort hin nur die Massentouristen (Spanien) gehen sollen und dorthin die wohlhabenden (Italien). In beiden Ländern gibt es eine derartige Vielfalt an verschiedenen Urlaubsmöglichkeiten, und als Individualtourist stellt sich eh nur ein direkter Vergleich in der Sparte und nicht in Vorurteilen. Spanien besteht nämlich garantiert nicht nur aus Torremolino, Estepona oder Magaluf. Dorthin bekommst Du mich mit Sicherheit auch nicht!

    Ich glaube Du kannst nicht anders und darfst nichts kritisieren was Italien angeht, alessandro. Aus welchen Gründen auch immer. Aber Du hast mit Sicherheit auch schon einige, objektive Berichte gelesen oder Augenzeugen gehört welche die darbende Infrastruktur auch für "Normalurlauber" kritisieren. Und da gibt es eben nur zwei Möglichkeiten, wie man drauf reagiert: Entweder man stellt sich beleidigt in die Ecke oder man ändert etwas. Italien soll ruhig weiter auf "hochwertigen Tourismus" setzen, aber es spricht doch nichts dagegen alte Hotels zu renovieren oder neue gut überlegt zu bauen, und sie auch für Normalsterbliche erschwinglich machen. Es spricht auch nichts dagegen ein wenig mehr für den Strassenbau zu tun, es spricht nichts dagegen alte Baracken abzureissen oder zu renovieren, und auch nichts dagegen, den Müll organisiert wegzutragen. Wenn man dies macht, dann wird aus Italien ja nicht gleich ein Billigreiseland, oder?

    Zu Malaga: Ich war dort bisher nur am Flughafen, keine Ahnung wie "heruntergekommen" es dort ist. Ich kenne Südspanien und vorallem Ost- und Nordostspanien sehr gut. Auch dort ist garantiert nicht alles purer Sonnenschein, wo ist das schon? Aber ich erkenne auch Jahr für Jahr Fortschritte und Bemühen. Ich glaube die Leute dort haben begriffen dass sie ihre Melkkühe (Touristen) nicht nur melken dürfen, sondern sie müssen ihnen auch was bieten. Neue Strassen, aber auch urspüngliche Häuser die gepflegt werden, das alles ist doch was positives. Was soll denn bitte an dem "urspünglichen" gut sein, wenn es nur aus Not und Elend der Menschen so ist? Glaubst Du etwa manche Südspanier oder Süditaliener, aber auch manche Deutsche hier in Betonghettos, leben dort weil sie es toll und urspünglich finden? In so reichen Ländern wie Italien oder Deutschland? Ich denke die meisten kotzt das eher tierisch an, niemand möchte dort reich werden und sich eine A380 kaufen. Aber einen guten Lebensstandard mit renovierten Häusern und eienr funktionierenden Müllabfuhr, das möchte mit Sicherheit jeder. Bis auf der "tolle mitteleuropäische" Tourist wie es scheint....

    Übrigens, ich finde das "urspüngliche" auch toll und weiß sehr wohl, dass oftmals die Menschen die nicht soviel haben symphatischer sein können als reichere Schichten. Aber soziale Probleme einfach so als Flair abwerten, dass ist wirklich Polemik.

    Italien allgemein

  • Calabrien so schön wie Sardinien?
    winnie1178W winnie1178

    Hi kaot,

    weiß genau was Du meinst. Ich fand es auch immer sehr erschreckend wie heruntergekommen es zum Teil in Süditalien ist. Ich bedenke bei meiner Kritik natürlich auch immer dass der Süden ärmer ist als der Norden, aber es ist schon so viel Geld von Nord und EU nach Süd geflossen, und irgendwie sieht es immernoch aus wie in Afrika.

    Ich vergleich immer Süditalien mit Südspanien, Andalusien ist ja ähnlich "arm" wie Kalabrien oder Sizilien, aber von der Sauberkeit, Infrastruktur und der öffentlichen Ordnung ist Andalusien deutlich weiter. Woran das liegt? Keine Ahnung, es irgendwie auf die Mentalität zu schieben klingt viel zu einfach.

    Was mir aber schon auffällt ist dass z.B. die Menschen in Andalusien zum Teil mit großem Eifer ihr Örtchen "sauber" halten, es gehört dort schon fast zum gängigen Alltagsbild das morgens die spanischen "Omis" den Besen schwingen und die Strasse fegen, und alle Jahre wird das kleine alte Häuschen wieder mit neuer Farbe bestrichen. Ähnliches habe ich in Italien nicht gesehen, dort hofft man wohl ähnlich wie in Deutschland darauf dass der Staat das ganze richtet. Nur dieser ist dort zu schwach, die organisierte Kriminalität zu stark. Und die interessiert sich gerade für die Alltagssorgen der Bevölkerung kein Stück, höchstens für ein paar Urlaubsanlagen für Pauschaltouristen.

    Aber sind alles Mutmassungen, auf jeden Fall gebe ich Dir recht, die Gegend dort ist schon erstmal für einen Mitteleuropäer "anders". Ich persönlich empfinde Italien eh nicht mehr als das Nonplusultra für Urlaube, das Preisverhältnis ist hoch (z.B. mit die teuersten Hotels in ganz Europa), aber die Leistung wird Jahr für Jahr dürftiger (kaputte Strassen, in die Jahre gekommene Hotelanlagen, heruntergekommene Orte). Da tun die Spanier z.B. schon mehr für ihre Touristen.

    Italien allgemein

  • Palmen/Zitrusbäume/Mediterrane Pflanzen kaufen in Italien - Wo und wie teuer?
    winnie1178W winnie1178

    Hallo,

    habe für nächstes Frühjahr geplant, bei einem Kurztrip in Norditalien bei einem dieser vielen Pflanzenverkäufer an den Strassen einige mediterrane Pflanzen, Palmen und Zitrusbäume zu kaufen, in Zimmergröße bis Balkongröße.

    Diese sind bei unseren Gartenhändlern ja immer zumeist recht teuer, so kostet eine Zwergdattelpalme in größerer Ausführung schnell 100 € und mehr. In Itaien gibt es immer viele große Gartenmärkte wo massenweise solche Pflanzen verkauft werden - allerdings habe ich keine richtige Preisvorstellung wie viel es dort kostet.

    Hat da jemand schon Erfahrungen gemacht oder weiß was? Vielleicht sogar ein Tipp in den Regionen Lago Maggiore, Lago di Garda, im Veneto allgemein oder bis maximal runter in die Toskana?

    Vielen Dank schon mal vorab.

    Italien allgemein

  • Wer kennt ein tolles Hotel in Cala Ratjada?
    winnie1178W winnie1178

    Möchte Euch vom Parque Nereida eher abraten. Waren dort in der Vorsaison - und das war schon schlimm genug.

    Das Hotel ist an sich gepflegt, ABER von der Atmosphäre her sowas von unauthentisch! Jeden Abend Schunkelveranstaltungen, den ganzen Tag über deutsche Touristen auf Schritt und Tritt. Die Anlage ist eben eine Urlaubsverbunkerung, egal ob gepflegt oder nicht.

    Uns hat es jeden Abend nach einem ereignisreichen Tag voller Ausflüge durch "das andere Mallorca", durch die tolle Natur und die netten Menschen dort, immer wieder enttäuscht. Ihr könnt das Flair Eures Urlaubsland nicht in Euer "temporäres" Zuhause mitnehmen.

    Sucht Euch lieber ein Hotel wo die ganze Konzeption eher großräumiger und internationaler ausgerichtet ist, und wo vielleicht auch Spanier Urlaub machen. Z.b. das Viva Cala Mesquida nur wenige Kilometer von Cala Ratjada hat auf uns schon einen besseren Eindruck gemacht. Aber auch dieses Hotel kann eine authentische Finka oder ein Haus nicht ersetzen.

    Cala Ratjada habe ich als durchschnittlich-attraktiven Urlaubsort empfunden. Die Buchten sind schön, manche Ecken auch. Aber im großen und ganzen doch zu laut und zu überlaufen. Wer es gerne ruhiger und authentischer mag sollte sich eher Richtung Norden oder Südosten der Insel orientieren.

    Mallorca

  • Teilorte von Moraira?
    winnie1178W winnie1178

    Hi curlysue81,

    Cumbre del Sol ist eine Siedlung/Urbanisation, die zu Benitachell gehört. Da sie zwischen beiden Orten liegt (Benitachell und Moraira) ist das aber schnell zu verwechseln.

    War erst dieses Jahr dort, ist eine sehr feine Siedlung mit TRAUMHAFTEN Blicken aufs Meer, Javea, Cabo del la Nou bis nach Calpe zum Ifach und zumeist tollen Häusern. Im Sommer sind es die jüngeren Touristen die Leben in die Siedlung bringen, im Winter findest Du fast nur Rentner im Ort.

    Super schön ist die Fahrt hoch auf den Berg, auf dem die Funktürme stehen. Der Blick ist gigantisch! Aber Vorsicht, uns sind dort mehrere Schlangen freilaufend fast vors Auto gekrochen ;).

    Cumbre del Sol ist sehr sauber und fein, keine ganz billige Wohngegend. Aber als Ausgangsbasis für weitere Ausflüge an der Costa Blanca wirklich super.

    Hat Dir Denia nicht gefallen? Find ich im Hochsommer auch schrecklich, total überlaufen. Aber in der Nachsaison ist es dort schon schön. Moraira ist in der Tat schön, wenn da nicht so viel einzig und alleine auf deutsche und engliche Touristen ausgelegt wäre.. Aber kann man wohl leider nicht ändern.

    Gruß

    Spanisches Festland

  • Costa Blanca Urlaub
    winnie1178W winnie1178

    Kann mich molineros nur anschliessen: Wenn ihr vor habt, dorthin auszuwandern dann geht nicht ins Hotel. Das Leben dort hat mit dem "richtigen Residentendasein" nichts zu tun. Viel authentischer ist ein Aufenthalt in einer Siedlung. Wollt ihr dort Euren Lebensabend verbringen, oder versuchen Arbeit zu finden? Ist eine Tourigegend, im Sommer gibt es viel zu tun, im Winter ist tote Hose. Als Rentner schätzt man diese Zeit erst richtig.

    Seit ihr noch nie an der Costa Blanca gewesen?

    Ob der Norden wirklich teurer ist als der Süden weiß ich nicht - woran machst Du das fest, Molineros? An Immobilienpreise? Lebenshaltungskosten? Hotelpreise?

    Auf jeden Fall finde ich den Norden landschaftlich reizvoller als den Süden. Im Süden gibt es zwar das schöne Mar Menor, aber es ist dort eine sehr flache Angelegenheit. Im Norden ist es viel gebirgiger, mit zahlreichen Felsen bis zum Meer: traumhaft! Die Orte von Molineros sind in der Tat mit die schönsten, aber auch in Calpe (trotz Hochhäuser und Sommertrubel) oder in Altea lässt es sich gut leben, dort gibt es einige nette Siedlungen mit traumhaften Häusern und Ausblicken.

    Auf jeden Fall ist es eine sehr reizvolle Gegend, ich gehe dort auch sehr gerne fast jeden Sommer in den Urlaub. Viel Spaß dort!

    Spanisches Festland

  • November am Golf von Almeria
    winnie1178W winnie1178

    Hallo Klaus,

    wenn sonst keiner antwortet, dann schreib ich etwas dazu. Ich war zwar noch nie im November an der Costa Almeria, dafür aber regelmäßig wenige hundert Kilometer weiter östlich an der Costa Blanca. In Roquetas war ich erst vor wenigen Wochen.

    Das Wetter ist im November unberechenbar da es durchaus mal richtig heftig schütten kann. Das zieht zwar meist schnell vorbei und einen Tag ganz ohne Sonne wirst Du wahrscheinlich nie erleben, aber im November gibt es normalerweise mit die höchsten Niederschlagsmengen in Spanien. Temperaturen tagsüber um die 20 Grad, nachts um die 10 Grad, also angenehm. Gegen Mittags wird es meist sehr stürmisch da die Strasse von Gibraltar nicht weit ist und der Wasseraustausch zwischen Mittelmeer und Atlantik viel Wind mitbringt. Kein Badewetter mehr, das Meer kühlt sich doch rasch ab und die Luft wird nicht mehr so heiss dass man noch baden gehen will. Die Strände dort sind eh Geschmackssache, es gibt keinen Sandstrand sondern nur Kiesel.

    Aber dafür bleibt reichlich Zeit für Strandspaziergänge und Ausflüge. In Roquetas kann man sogar vom Strand aus mit ein bisschen Glück Delfine und Wale beobachten.

    Roquetas ist ja ein reiner Ferienort, ausser ein paar Residenten dürfte da nicht mehr viel los sein. Umso mehr Betrieb herrscht im November dann in den unzähligen Gewächshäusern um den Ort herum, da beginnt die Hochsaison der plastic cultura. Und Roquetas liegt mittendrin, sobald man seine schöne Urlaubswelt verlässt steht man mittendrin im Gewühl zwischen Unmengen an verkommenen Treibhäusern und donnernden LKWs.

    Als Ausflugsziele gibt es:

    Almeria. Hat mir jetzt nicht so toll gefallen, aber ist mit Sicherheit mehr los im November weil da eben das normale Leben fernab des Tourismus weiter geht.

    Sierra de Tabernas. Nördlich von Roquetas aus eine interessante Landschaft, die einzigste echte Wüste Europas. Sieht schon beeindruckend aus wenn man sich der Gegend mit dem Auto nähert. Ob sich die Wild-West-Themenparks lohnen? War schon mal in Mini Hollywood, schon ganz lustig gemacht aber auch total überteuert!

    Gabo de Gata. Tolle Ausblicke von Klippen runter zum Meer, und menschenleere Strände in der Nebensaison. Aber auch total ausgetrocknet und staubig alles, da dürfte auch im November nicht viel blühen. Überhaupt ist die ganze Region total staubig und mit der Zeit schlägt das schnell aufs Gemüt. Da merkt man schon warum Gegenden wie die Costa Blanca beliebter sind, blüht dort doch im Gegensatz zur Costa Almeria einiges.

    Ach ja, und noch ein Tipp: Fahre mal die westliche Nationalstrasse Richtung Malaga. Dort gibt es sensationelle Ausblicke weil die Strasse immer wieder einen Berg hochschlingelt. Wirklich beeindruckend!

    Vielleicht weißt Du das ja alles schon, hoffe trotzdem Dir ein paar Infos gegeben zu haben. Viel Spaß in Andalucia.

    Spanisches Festland

  • ein Nachmittag in Neapel
    winnie1178W winnie1178

    Dennoch, Ihr zwei: Es schadet doch nie auch mal detailierter über die soziökonomische, kulturelle, politische und geschichtliche Dimension von Urlaubszielen zu reden, oder?

    Ich denke Leute die nach Neapel reisen sind eher Individualisten und damit aufgeschlossen über den Tellerrand von Pizza und Cafe con late hinaus zu denken. Alle schön bunt hier, sowas gibt es schon genug in Reisebroschüren und Reise-TV-Sendern.

    Es wurde ja auch gezielt zum Thema "ein Nachmittag in Neapel" nach der Sicherheitslage gefragt. Und da sind wir eben, vielleicht auch weil es so spannend in Neapel ist, ein wenig ins Detail gekommen. Jetzt weiß der Fragesteller wenigstens wer ihn beklaut, wenn er sich denn mit der Rolex am Arm Richtung Bahnhofsplatz begibt oder meint er müsste sich in Secondigliano herumtreiben.

    Übrigens, es gibt ja auch genug Abenteuertouristen, und für die dürften gerade die Vororte von Neapel interessant sein - wahrscheinlich werden sie dann aber doch enttäuscht sein weil nichts passiert ;).

    Grüße

    Italien allgemein

  • ein Nachmittag in Neapel
    winnie1178W winnie1178

    Mit Verlaub Kruemel, Barcelona ist sicher keine Stadt die frei ist von solchen Problemen und gerade Touristen müssen dort auch aufpassen wie Du selber gemerkt hast. Aber mit Neapel zu vergleichen passt nicht, die ganze soziale Struktur Barcelonas ist nicht mit der von Neapel zu vergleichen.

    Barcelona hat keine Mafiaorganisation, die als größter Arbeitgeber der Stadt fungiert. Barcelona ist der Wirtschaftsmotor der spanischen Wirtschaft und liegt mit seinem Wohlstand weit über dem EU-Schnitt, und natürlich meilenweit über dem von Neapel.

    Kleinkriminelle und osteuropäische Banden gibt es überall. Aber Barcelona ist eine Stadt mit Zukunft und Lebensqualität, während Neapel für viele fast schon verloren ist. Nichtsdestotrotz, natürlich eine schöne Stadt. Nur in Barcelona könnte ich mir vorstellen zu leben, in Neapel nie und nimmer.

    Italien allgemein

  • ein Nachmittag in Neapel
    winnie1178W winnie1178

    @ Greta99:

    Na, ********** geht es genauso in Deutschland zu, aber überdramatisieren braucht man ja auch nicht.

    Ich finde in Europa kann man noch sehr friedlich leben und das Leben genießen. In Italien oder Spanien z.B. sind die Kriminalitätsraten nicht höher als in Deutschland, auch wenn das Vorurteil gerne was anderes sieht. Selbst in "ärmeren" Ländern Europas wie Tschechien oder Ungarn muß die Kriminalität nicht zwangsweise höher sein, wobei dort sicher die Dunkelziffer deutlich höher ist als in den westlichen Staaten und Statistiken nie das ganze Bild liefern können.

    Frankfurt und Berlin beziehen in Deutschland die Stellung als gefährlichste Großstädte, Neapel hat diesen Kontext in Italien. In manchen Gegenden Berlins würde ich mich genaus unwohl fühlen wie in manchen Gegenden Neapels, und doch ist die Kriminalitätsart nicht vergleichbar.

    Ich persönlich war noch nie Freund von Großstädten, auch wenn sie kulturell interessant sind. Besuchen ja, aber leben dort lieber nicht. Wobei, es gibt schon noch größere Städte die zumindest gefühlt sicher sind. Alles eben sehr subjektiv.

    Italien allgemein

  • ein Nachmittag in Neapel
    winnie1178W winnie1178

    Noch ein paar Zitate, die zumeist von Journalisten oder Menschen des öffentlichen Leben vor Ort gefällt wurden.

    "Neapel stirbt: im Müll erstickend, der nicht mehr abgefahren wird, von einer nicht enden wollenden sozialen Krise heimgesucht, der organisierten Kriminalität ausgeliefert... Die Zöglinge der Paten, die durch Kokainhandel reich geworden sind, bedienen sich extremer Gewalt, um Einfluss zu erlangen. Und Blut verlangt Blut."

    "Die soziale Krise, die Arbeitslosigkeit, die Profanisierung von Gewalt, das Ausbleiben rechtlicher Schritte: in all diesen Punkten muss gehandelt werden. Die Gewalt hat ein nie gekanntes Ausmaß erreicht und zerstört alle sozialen Bezüge. Wir müssen alles wieder aufbauen."

    [Paolo Mancuso, Richter in Neapel]

    "Im Moment hat die Kriminalität gesiegt. Neapel ist am Boden. Es hat die Grenze erreicht, jenseits derer ein Miteinander nicht mehr möglich ist. Neapel hat etwas, das die meisten italienischen Städte nicht haben: den Plebs, wie in Alexandria, Calcutta oder Bombay, wo unzählige arme Menschen eher überleben als leben. Wo sich täglich riesige Menschenmassen in Bewegung setzen, um ihr Überleben zu sichern, ohne zu wissen wie. In Mailand oder Turin gibt es Arme, aber in Neapel ist es der Plebs, der natürliche Verbündete der Kriminalität..."

    [Giorgio Bocca, Journalist]

    Wer nicht konsumiert, ist draußen. Armut ist heute ein Grund, sich zu schämen. Aus Verzweiflung hat Familie Di Vaio einen leerstehenden Laden besetzt. Denn ohne Geld, ohne Arbeit oder ohne Beziehung zur Camorra gibt es keine Wohnung. Dabei wäre es doch so einfach, sich dem Clan anzuschließen, als Dealer genug zu verdienen, um mithalten zu können. Doch nur wenige Menschen haben wie Gaetano den kulturellen Hintergrund, um sich dem wachsenden Terror und den neuen Verhaltensmustern zu widersetzen.
    "Diese andauernde Bombardierung führt dazu, dass sich die Menschen die Dinge einfach nehmen, wie im Wilden Westen", sagt Gaetano Di Vaio. "Oder sie machen Schulden, um endlich ihrem Sohn ein Motorino kaufen zu können. Wenn ich sage, 'du bist doch verrückt', dann kommt als Antwort, 'wenn ich es nicht kaufe, dann zieht er doch los, klaut und vielleicht stirbt dabei einer', das alles nur, um sich das richtige Moped zu kaufen."

    Der Staat zieht sich immer mehr zurück. Bei fast 60 Prozent Arbeitslosigkeit bleiben da genau drei Möglichkeiten: entweder Maurer zu werden, drogenabhängiger Krimineller oder Camorrista. Camorrista-Sein bedeutet immerhin Respekt, eine Rolex und schicke Kleider.

    [Quelle: 3sat Kulturzeit]

    Solche oder ähnliche Berichte gibt es von gut-recherchierten Medien zu Hauf, weil sie etwas beschreiben was auch wirklich da ist. Inzwischen setzt die Polizei sogar schon Eskorten für Touristenbusse ein, wie ich gelesen habe. An anderer Stelle wird behauptet, man solle sich nicht aufregen, die Kriminalität ist noch nicht so hoch wie in Los Angeles oder New York. Für ein europäisches Land nicht gerade eine Auszeichnung.

    Hoffentlich wird der Kampf der rechtschaffenden Bürger, der Regierung und der Wirtschaft bald von Erfolg gekrönt sein.

    Italien allgemein

  • ein Nachmittag in Neapel
    winnie1178W winnie1178

    Kruemel, es geht doch hier weniger um Angst haben oder keine Angst haben.

    Es geht eigentlich nur um eine Zustandsbeschreibung, und nachdem ja eh jeder Situationen ganz unterschiedlich einschätzt wegen eigenen Erfahrungen, muß man manchmal eben mehrere Faktoren zusammenzählen.

    Erster Faktor: Eigene Erfahrung. Bei meinem Besuch in Neapel wurde ich nicht beklaut. Ich verhalte mich aber auch nicht wie ein typischer Tourist, vielleicht hatte ich auch nur Glück, vielleicht wird es wirklich übertrieben. Wirklich wohl habe ich mich in Neapel allerdings nicht gefühlt, die Verschmutzung der Stadt ist überall zu sehen, in vielen Strassenzügen hat man im Gegensatz zu anderen, ebenso nicht geraden reichen Städten einfach das Gefühl, die eigenen Bürger haben ihre Stadt schon aufgegeben. Nochmals, Flair und Geschichte hin oder her, eine intakte Stadt muß auch immer lebenswert sein, sprich die Infrastruktur muß stimmen, alte Häuser saniert werden, eine öffentliche Ordnung hergestellt sein.

    Zweiter Faktor: Andere Erfahrungen. Meine italienischen Freunde berichten mir einfach immer wieder die Schattenseiten fernab der "touristischen Brille", wobei ich Dir nicht unterstelle dass Du sie auf hast. Aber Neapel hat unter Italienern keinen guten Ruf, und das mag was heissen, immerhin geben Italiener selten auch mal negative Seiten Ihres Landes preis.

    Dritter Faktor: Statistiken. Neapel ist in allen Statistiken seit Jahren DIE gefährlichste Stadt Italiens. Und vorallem die Dunkelziffer ist in einer Stadt, wo noch nicht mal die genaue Einwohnerzahl bestimmbar ist, sehr hoch. Egal ob Mord, Diebstahl oder natürlich das organisierte Verbrechen. Von einer Verharmlosung dieses Tatbestandes lebt übrigens auch die Camorra gut - und von der "Romantisierung" noch viel mehr.

    Nochmals, es geht nicht darum die Stadt madig zu machen oder irgendwelche Phantasien auszuleben. Es geht einzig und alleine darum, die Lage wirklich einzuschätzen. Ansonsten leben wir in einem freien Land, und jeder kann dorthin reisen und als seinen schönsten Ort der Erde bezeichnen, wo er will.

    Italien allgemein

  • ein Nachmittag in Neapel
    winnie1178W winnie1178

    Hallo,

    auch wenns ein bisschen OT ist und nichts mit der Gefahr, die wir hier für Touristen an sich diskutiert haben, zu tun hat, habe ich einen Buchtipp für alle welche sich tiefergehend für Neapel und die Schattenwirtschaft interessieren:

    Roberto Saviano - Gomorrha. Ein wirklich spannendes Buch.

    Gruß

    winnie1178

    Italien allgemein
  • 1
  • 2
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 13
  • 14
  • 8 von 14

  • Inhalte melden
  • Veranstalter AGB
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutz
  • Privatsphäre-Einstellungen
  • AGB
  • Impressum
© 1999 - 2026 HolidayCheck AG. Alle Rechte vorbehalten.
  • Erster Beitrag
    Letzter Beitrag