Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!

  • weißnix221
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    geschrieben 1206956544000

    kann ich so akzeptieren!

  • noki
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    geschrieben 1206979104000

    Hallo Sina und weißnix,

    eigentlich freue ich mich über die Kritik von weißnix, und natürlich auch über Sina's Kommentare.

    Kritik, so sie sachlich ist, kann doch nur positiv sein, bzw. eine ebensolche Wirkung haben?!

    Drehen wir den Spieß doch einfach mal um. Kritik regt mich zum näheren Nachdenken über mein 'Geschreibsel' an, und auch über den Kritiker selbst aus seiner Sicht. Insofern kann sie doch eigentlich recht konstruktiv sein?!

    Das alles nur subjektiv sein kann, liegt in der Natur der Sache selbst. Wir können halt unser Gehirn nicht einfach abschalten. Objektiv kann doch nur etwas sein, was keinerlei Empfindungen unterlegen ist, und das können nur seelenlose Maschinen.

    Solange und wirklich auch nur dort ist eine Diskussion doch ein Meinungsaustausch konträrer Ansichten über das gleiche Objekt.

    So sehe ich das für mich!

    Gruß

    Dieter

    Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!
  • gkaiserrompf
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    geschrieben 1206985613000

    Hallo Dieter, es ist auch mal schön etwas außer Hotelkritiken und dem Üblichen zu lesen. Vieleicht kannst du mir eine Antwort auf folgende Frage geben: Wir sind ja oft in Puerto und kennen viele Kellner schon länger, leider ist es sehr selten das einige mal lächeln. Mir kommt es vor als wenn es unhöflich ist einen Gast lächelnt zu empfangen. Die Kellner wirken oft steiff und verkrampft. Auch im Hotel ist nur das alte Stammpersonal recht locker, die neuen sind sehr angespannt Wir sind sehr nette Gäste die es nie eilig haben und das Personal unter Druck setzen. Wir sind selber Arbeitnehmer und außerdem im Urlaub.

    Ich würde mich über eine Antwort freuen.

    Gruß Gudrun

  • noki
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    geschrieben 1206989698000

    Hallo Gudrun,

    das ist eine Frage die schierig zu beantworten ist! Ist dieses Verhalten Euch erst in der letzten Zeit aufgefallen?

    Dass das Stammpersonal sich lockerer gibt ist leicht zu beantworten. Die wissen, dass "ihr" Hotel ohne sie nicht recht funktionieren würde, im Gegensatz zu den jungen Mitarbeitern. Mit verkrampft hasr Du schon den rechten Ausdruck gefunden.

    Es ist doch so: Auf Teneriffa gibt es im Vergleich zu der Anzahl der jungen Menschen wenig Industrie oder andere Arbeitsplätze oder Verdienstmöglichkeiten. Ganz anders als bei uns. Der Haupterwerbszweig ist und bleibt auf längere Sicht das Hotel-und Gaststättengewerbe und die Landwirtschaft. Außerdem sind die schulischen Ausbildungsmöglichkeiten recht begrenzt.

    Daraus folgt, dass jeder sich um einen Job in der Gastronomie bemüht. Es ist also ein Überangebot in diesem Bereich vorhanden, was wiederum zur Folge hat, dass der/diejenigen, die einen Job haben, sich sehr anstrengen müssen um diesen zu behalten. Sie stehen also unter ständigem Stress auch alles perfekt und zum Wohle des Gastes zu machen. Und es gibt sehr stressige Gäste!. Habt Ihr es einmal erlebt, wenn die eigenen Landsleute, also die Spanier, ein Hotel mit Beschlag legen? Da wundert Euch gar nichts mehr!

    Die Bezahlung des Personals ist mehr als dürftig, und von oben her wird jeder Schritt beobachtet und registriert. Außerdem kommt noch diese AI-Geschichte dazu. Es gibt kaum noch Trinkgelder, und wenn, dann landen sie in einem großen Topf dessen Verteilung mehr als dubios ist. Sehr vile Angestellte kommen täglich von weit her zu ihrer Arbeit und müssen dann auch um Mitternacht wieder zurück.

    Ein Lächeln würde gewiss nicht schaden, aber es könnte aus der Sicht der Hotelleitung falsch gedeutet werden. Nach dem Motto: Gemauschel und Kumpanei mit den Gästen! Das ist zwar widersinnig, aber der Abstand muß gewahrt bleiben.

    Das sind so ein paar mögliche Antworten dazu. Wie gesagt, dieses Phänomen ist mir auch in letzter Zeit begegnet, und nicht nur auf Teneriffa.

    Gruß

    Dieter

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  • Sina1
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    geschrieben 1207003322000

    Stimmt - hinzu kommt, daß (anders als vor einigen Jahren) von vielen Hotels mittlerweile auch häufig "billige", ungelernte Arbeitskräfte (z. B. aus Marokko) eingestellt werden, die für ein deutlich kleineres Gehalt arbeiten als die spanischen. Die Lebensbedingungen dieser Arbeitskräfte, die manchmal auch keine Aufenthaltsgenehmigung etc. besitzen, sind in etwa vergleichbar mit ähnlichen Beispielen aus Deutschland (Erntehelfer, Schwarzarbeiter auf dem Bau, etc.)... Daß da die Stimmung nicht gerade überschwänglich ist, kann ich persönlich nachvollziehen. Nicht jeder Kellner, der einem im Hotel bedient, ist zwangsläufig auch ein Canario oder Festlandspanier. Und nicht jeder hat den Beruf wirklich gelernt bzw. identifiziert sich mit ihm. Auch ein wichtiger Punkt - nur, wer seinen Job liebt und durch den Arbeitgeber und/oder die täglichen Aufgaben bzw. Gäste motiviert wird, wird ihn auch gut machen.

    Außerdem sparen viele Hotels zunehmend am Personal - mußte früher ein Kellner 15 Tische im Restaurant bedienen, umfasst seine "Station" mittlerweile durchaus mal 30 Tische...

    Aber dennoch - ein paar Brocken Spanisch reichen meist, um ein Lächeln auf die Gesichter zu zaubern und guten Service zu bekommen. Und sei es nur das bekannte "Una cerveza, por favor" und "Muchas gracias"...

  • noki
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    geschrieben 1207036825000

    Guten Mrgen!

    Das, was Sina hier ausführte, kommt noch hinzu, und ist wirklich ein größeres Problem! Gewissermaßen ein Damoklesschwert, das zusätzlich noch über den dienstbaren Geistern und allen anderen schwebt. Nur nicht über den vielen "Direktoren", die ein großes Hotel nun einmal hat. Bei uns würde man das als den Wasserkopf "Geschäftsleitung" bezeichnen. Oftmal ist es sogar ein Missverhältnis zwischen der Anzahl derer die in der Direcion tätig sind und denen die die manuellen Dienstleistungen erbringen.

    Das schafft nicht gerade ein harmonisches Verhältnis!

    Aber , wie Sina schon andeutete, über die "Zauberworte", Buenas dias, Gracia, por favor, und noch einige mehr, freut man sich dort genauso, wie wenn man hier bei uns einem höflichen Menschen begegnet. Das habe ich bisher überall erleben können.

    Das sind die garantierten Auslöser für ein Lächeln!

    Ein klein wenig Anerkennung hat noch nie und niemandem geschadet!

    Ein Kellner ist nicht mein Slave oder mein Leibeigener; er hat die für uns sehr angenehme und durchaus anerkennenswerte Aufgabe uns all das abzunehmen, was wir sonst selbst erledigen müßten, und das in einem uns weitgehenst unbekannten Land in dem wir Gast sind.

    Euch allen einen schönen Tag mit freundlichen und höflichen Menschen!

    Gruß

    Dieter

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  • noki
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    geschrieben 1207041364000

    Wassergewinnung und -Suche auf kanarische Art.

    Teneriffa ist reich an Wasser, leider aber überwiegend in dem Lavagestein.

    Komischerweise ist die Oberfläche der Lava sehr glatt, nicht porös und hat auch keinen definierten Bruch, wenn man sie spaltet, wie etwa ein anderes kristallines Gestein oder Mineral.

    Und trotzdem sind die Stollen, die man in diese Felsmassive treibt stets sehr wasserführend. Auch ohne unterirdische große Kavernen oder Seen, wie ich es schon in einem anderen Thread beschrieb.

    Das ist doch merkwürdig! Wie dringt das Wasser dort ein?

    Bewußt werden besonders im Westen und teilweise auch Nordosten der Insel Stollen in die Felsen getrieben. Schon nach kurzer Zeit sammelt sich Wasser in ihnen, das durch große und lange Rohrleitungen nach außerhalb in Becken geleitet wird. Ist dieser Abschnitt eines solchen Stollens dann nach längerer Zeit erschöpft, verlängert man ihn, und schon fließt wieder Wasser. Solche Stollen gibt es ganz besonders in den Massiver von Los Gigantes.

    Durch feine Spannungsrisse in der Lava dringt das Wasser ein, aber nur in die Risse, und sammelt sich dort an. Weiter tiefer kann es nicht, wie bei einem porösen Gestein, versickern. Das hat man untersucht und macht es sich zu Nutze.

    Es ist spaßigerweise so, wie es der Maulwurf in unseren heimischen Rasenbeeten macht. Er gräbt sich einen Laufstollen in den sein Futter, die Regenwürmer, eindringen. Täglich läuft er diesen Futterstollen mehrmals ab. Ist er "erschöpft", gräbt er ihn weiter, oder er legt einen neuen an. Und schon ist sein Futter wieder da.

    Natürlich hinkt dieser Vergleich!

    In diesem Zusammenhang passt auch die Frage: Warum werden so weniige Häuser aus dieser Lava gebaut? Dabei ist Lava ein sehr guter Wärme-Isolator mit großer Speicherkapazität.

    Nicht etwa weil die tief dunkle Farbe wenig ansehlich wäre. Das könte man ja ändern. Und dabei liegt das wertvolle Baumaterial doch überall vor der Tür!

    Das hat einen ganz anderen Grund! Nämlich den, dass sich die glatte und unporöse Oberfläche kaum kleben oder mit Beton verbinden lässt. Beton oder auch Kunststoffkleber haften einfach nicht! Der Stein müßte dann schon richtig eingebunden sein. Es ist verteufelt, wenn man einmal versucht zwei Steine nur mit jeweil einer Fläche zu verbinden; das hält nicht! Sie haften einfach nicht aneinander oder an dem Verbinder!

    Was doch ein einfacher Lavastein für Eigenarten hat?!

    Gruß Dieter

    Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!
  • Andyg60
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    geschrieben 1207055756000

    Hallo Dieter,

    ich habe gerade deine Berichte über Teneriffa gelesen. Große Klasse.

    Bitte schreibe mehr solche Berichte.

    Gruß Andreas

  • fischerman79
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    Zielexperte/in für: Teneriffa Nord
    geschrieben 1207059467000

    Hallo..

    Ich habe Dieters Beiträge sehr aufmerksam gelesen und finde es immer wieder toll neue Infos über meine Lieblingsinsel zu bekommen.

    Werden dieses Jahr das 13.te mal nach Teneriffa fliegen.

    Durch die Häufigkeit unserer Besuche haben auch wir irgendwann begonnen uns über die reinen Touristenattraktionen mit der Insel zu beschäftigen und stellten fest, das die Insel wohl noch für weitere zahlreiche Besuche "gut" ist ;)

    Letztes Jahr hatten wir für die kompletten zwei Wochen einen Mietwagen und sind an drei Tagen einfach mal nur losgefahren und haben einen Strand nach dem anderen, die auf den meisten Karten verzeichnet sind abgefahren und wirklich seeehr schöne Strände entdeckt, von denen wir vorher nie gehört oder in Reiseführern gelesen hatten.

    Dieses Jahr gehts im September wieder hin und wenn wir dann die Strände mal hinter uns haben suchen wir uns was Neues zu erkunden..

    Kann mir auch sehr gut vorstellen meinen Lebensabend mal irgendwann dort zu verbringen..

    Danke Dieter, für die ausführlichen Berichte.. WEITER SO..

    LG Kai

  • noki
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    geschrieben 1207078849000

    Der Baustil alter Herrenhäuser oder auch der einheimischen alten Bauten!

    Ausgenommen bei dieser Betrachtung sind die neuzeitlichen Privathäuser und natürlich die Hotels, wo immer sie auch sind. Auf Ausnahmen werde ich hinweisen.

    Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon einmal bei einer "Überlandfahrt" aufgefallen, das die alten Bauten jeweils von Etage zu Etage in der Grundfläche kleiner werden. Das sieht dann bei drei bis vier Stockwerken schon recht wie eine grobstufige Pyramide aus. Nicht nur , dass Spanier allüberall Treppen lieben, daran liegt es nicht.

    Betrachten wir einmal ein typisches Herrenhaus, das schon viele Jahrzehnte steht. Wie sieht es von außen, ohne Details, aus?

    Die Basis, also das Erdgeschoß, nimmt die größte Grundfläche ein; möglichst noch mit einem Innenhof, auf den die Besitzer sehr stolz sind, und der bis ins Kleinste gepflegt wird. Darauf schließt sich symmetrisch und mittig ein erstes Obergeschoß an, das aber nur ca. 2/3 der Basisgrundfäche ausmacht. Das restliche Drittel ist Dach über den verbleibenden Unterstand, des darunterliegenden Geschosses. Und so geht es weiter fort, je nach Reichtum der Bauherren. Bis ganz oben als Abschluß ein kleines Türmchen, meistens nur eine kleine Plattform übrigbleibt. Das kann man auch auf dem Festland und vorwiegend den Balearen sehen.

    Was hatte das früher für einen Sinn in diesem abgestuften Stil zu bauen?

    Die Erklärung ist einfach das warme Klima! Es gab noch keine Klimaanlagen, also mußte dafür gesorgt werden, dass alle Räume möglichst gut und optimal durchlüftet werden konnten. Und das gelingt nicht, wenn man alle Etagen senkrecht von der Basis-Außenmauer einfach hochzieht. Dann nämlich gibt die nächst höhere Etage ihre Wärme auch nach unten hin ab, denn sie wird ja von oben ständig aufgeheizt.

    Das ist auch einer der Gründe für die Innenhöfe, die dann eine Kaminwirkung haben. Das ganze System kann sehr wirkungsvoll sein, je nach Können des Architekten.

    Eigentlich ist das doch trivial und leicht einzusehen, aber bei den heutigen Preisen der Grundstücke längst nicht mehr optimal. So viel Wohnraum als möglich auf kleinster Grundfläche, das ist doch in. Aber nur weil es heute vollautomatische Klimaanlagen gibt, die aber längst nicht die Ansprüche erfüllen, die an sie gestellt werden!

    Das hat auch Eingang in die terrassenförmigen Hotelbauten gefunden!

    Auch dort ist meistens nur die sonnenabgewandte Seite gerade hochgezogen.

    Soviel über die alten Stufengebäude.

    Gruß Dieter

    P.S. Diesen Zusammenhang hat mir ein Historiker erklärt.

    Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!
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