• Helga04
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    geschrieben 1269625837000

    Hallo zusammen,

    ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich hier in richtigen Forum bin. Mein Mann würde gerne im Juni/Juli mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau fahren. Hat vielleicht jemand so eine Reise gemacht und kann aus Erfahrung berrichten z.B.: zwecks Reiseveranstalter usw.? ;)

    Danke schon mal im voraus! :laughing:

    LG Helga

    :)
  • Helga04
    Dabei seit: 1177200000000
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    geschrieben 1272045885000

    Hallo nochmal,

    also die Reise ist gebucht aber nun gehts von Moskau nach Peking. Reisezeit von 13.6-28.6.10. Vielleicht kann uns jemand aus Erfahrung berichten. :D

    Schönes Wochenende

    Helga

    :)
  • andhen
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    geschrieben 1272283474000

    Hallo Helga,

     

    ich bin 2006 mal von Moskau nach Irkutsk gefahren. Die Tour war aber reguläre 2. Klasse (4-mann Liegewagen). Dafür könnte ich ein paar Ratschläge geben. Wenn es allerdings eine "Luxusvariante" der Bahnreise sein sollte dann dürften sich die meisten Probleme von selbst klären.

    Schreib mal ein paar Details zu eurer Planung.

     

    Andreas

  • Helga04
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    geschrieben 1272372718000

    Hi Andreas,

    es ist eine Zarengold-Sonderzugreise, im Zug hat er und unser Bekannter ein

    2 Bett Abteil. Ausflugspakete: Schiffsfahrten auf Baikalsee u. Wolga, Freilichtmuseum Irkutsk, Kreml-Innenbesichtigung. Ulaan Baatar. Peking: Besichtigung Große Mauer/Ming Gräber. Den Ausflug in die Mongolische Schweiz sind sie noch nicht sicher, ob sie den mitmachen sollen.

    Grüße

    Helga

    :)
  • Pesche
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    geschrieben 1273283621000

    Hallo Helga

    Meine Frau und ich haben dieses “Reisli”, etwas erweitert vor einigen Jahren unternommen. Genau genommen mit der Bahn von Bern HB via Basel, Frankfurt, Dresden, Warschau, nach Moskau. Ab Moskau mit der Transsib nach Irkutsk, Ulan Ude, Ulan Bator nach Peking. Und ab Peking via Shanghai, Kanton nach Hongkong. Die gesamte Bahnreise von insgesamt 15’000 Bahn-km dauerte mit “Stop-Over” in Moskau, Irkutsk, Ulan Bator, Peking, Hangzhou, Shanghai und Kanton rund fünf Wochen.

    Ab Moskau allerdings nicht mit 5- Sterne Komfort wie du es mit dem “Zarengold” erleben wirst, sondern mit dem 0- Sterne Linienzug “Rossija” von Moskau nach Peking. Gleichwohl stelle ich diesen Erlebnisbericht von Moskau nach Peking in diesen Thread. Wobei der “Rossija” im Mittelpunkt steht. Zwischen dem “Zarengold” und dem “Rossija” bestehen Welten. Und das in jeder Beziehung!

    Bekannte von uns schwärmten damals von dem, zwischen Moskau und Peking verkehrenden Luxus-Sonderzug. Der Sonderzug, resp. die Kreuzfahrt auf Schienen bot jeden erdenklichen Luxus. An Bord standen dem Gast nebst einem privaten Abteil ein umfangreiches Service- und Unterhaltungsprogramm zur Verfügung. Und man ist unter sich! Mit anderen Worten: 99,9% der Gäste sind Touristen aus dem Ausland! Es werden viele Sprachen gesprochen -- nur nicht Russisch!! Der Zug wird während den Stopps in den Bahnhöfen von schwer bewaffneten Polizisten bewacht, die grimmig dafür sorgen, dass keine Einheimischen die Bahnpassagiere in ihrem goldenen Käfig belästigen. Und wer weiß, vielleicht begegnet euch unterwegs der “Rossija” mit seinen etwas illustren Passagieren!

    Wir haben uns bewusst für einen Linienzug / 2. Klasse mit 4-Bett Abteilen entschieden und keine Minute bereut. Unvergesslich die Erlebnisse im “Rossija”. Ein Samowar auf dem Gang lieferte rund um die Uhr heißes Wasser für die Zubereitung von Kaffee oder Tee im Abteil. Viele Einheimische kochten in unserem Wagon in den Nachbarabteilen auch ihre Mahlzeiten. Die frischen Landprodukte aus der Region wurden von Bauernfrauen während den Stopps an den Bahnhöfen den Bahnkunden angeboten. Nur noch ein kleines Problem tauchte auf. In unserem Wagen gab es nur zwei Toiletten. Ein Toilettenraum mit Waschgelegenheit war jedoch geschlossen: Grund: Lagerraum für Schmuggelware! Auch die Sauberkeit in den Waschräumen ließ etwas zu wünschen übrig. Dreimal täglich boten Angestellte im spartanisch eingerichteten Speisewagen den Fahrgästen warme Speisen an. Abenteuerlich auch die täglichen Trips von unserem Wagon in den Speisewagen via die klappernden nicht ganz ungefährlichen Übergänge zwischen den einzelnen Wagons. Die Küche sollte man nicht unbedingt inspizieren! Ein Gourmet-Menu musste man auch nicht erwarten. Ist aber kein Problem: Spätestens in Peking kann man das bei einem exzellenten chinesischen Mehrgang-Essen nachholen. Mit kleinen Geschenken -- Kugelschreiber, Taschenlampen, Taschenmesser, CH-Schokolade (Werbegeschenke meiner Arbeitgeber-Firma) etc. war man König. Fast jeder Wunsch wurde vom freundlichen Bahnpersonal erfüllt. Trotz Alkoholverbot im Speisewagen, erhielt ich jeden Tag ein kühles Bier oder eine Flasche süffigen Wein “als Beilage!” zu den akzeptablen Speisen und nicht zu verachten, anstelle eines eigenen Schlafsackes frische Bettwäsche.

    Die Fahrt inmitten von den aufgestellten Einheimischen und die Kontakte zu mitreisenden Mongolen und Chinesen war ein einmaliges Erlebnis. Wir wurden praktisch permanent zu unseren russischen Mitreisenden eingeladen und erlebten eine unglaubliche Gastfreundschaft. Für Abstinenten allerdings nicht zu empfehlen! Nebst deutsch, englisch (zu später Stunde auch “Mattenenglisch!" und manchmal auch etwas französisch oder spanisch, haben wir uns mit Händen und Füssen verständigt. Und mit Wodka anstoßen kann man in jeder Sprache!

    Ich habe viele Fotos aus dem fahrenden Zug geschossen. Leider waren die Wagonfenster immer wieder stark verschmutzt. Schmunzelnd haben unsere einheimischen Mitpassagiere zugeschaut, wie ich, bewaffnet mit einer kleinen Leiter aus dem Zug und einem Schwamm, jeweils an den Bahnhöfen unser Abteilfenster von außen reinigte!

    Die Mongolei mit ihren stolzen Bewohnern hat uns beeindruckt. Dieses herrliche Land würden wir gerne einmal während einigen Wochen bereisen. Ich glaube, bevor die Kinder laufen lernen, beherrschen sie bereits das Reiten. Lediglich mit der angebotenen Stutenmilch bei einer Nomadenfamilie in einer Yurte hatte ich einige Mühe. Aber die Gastfreundschaft ist heilig -- also Augen zu und runter damit!

    An der Grenze zwischen der Mongolei und China war für uns der Wechsel der Fahrgestelle, bedingt durch den Spurwechsel ein Highlight. Unglaublich welche Schwerarbeit die zierlichen chinesischen Arbeiterinnen leisteten. Lediglich die Grenzformalitäten bereiteten uns etwas Mühe. Ich weiß nicht mehr wie viele Dokumente wir ausfüllen mussten. Das ganze Prozedere dauerte etwa zehn Stunden. Streckte man mal den Kopf aus dem Abteil, wurden wir von den sonst so freundlichen Provodnitsas (Zugbegleiterinnen), jetzt nervös, unterstützt von noch nervöseren Grenzbeamten hässig angeschnauzt. Dann, nach einer endlosen Zeit, Gelächter im und um unseren Wagon. Die Provodnitsas und die Beamten genehmigten sich einen Drink und luden uns dazu ein. Des Rätsels Lösung: Der Deal mit der Schmugglerware im geschlossenen Waschraum war zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen. Und einer Weiterfahrt nach Peking stand nichts mehr im Wege. Doch, kurz vor Peking blieben wir auf offener Strecke für einige Stunden stecken. Nichts ging mehr. Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass in China Güterzüge mit erster Priorität behandelt werden.

    Die abenteuerliche Weiterfahrt mit den Chinesischen Bahnen von Peking nach Hongkong habe ich auch noch in bester Erinnerung, aber das ist eine andere Geschichte!

    Ich wünsche euch ein erlebnisreiches Bahnreisli, das auch im “Zarengold” mit Sicherheit nie langweilig wird.

    Gruß

    Pesche

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon!
  • Helga04
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    Hallo zusammen,

    so nun sind mein Mann und unser Bekannter seit einigen Wochen wieder im Lande.

    Die Reise war ein besonderes Erlebnis, Reiseveranstalter war top,Organisation bestens.

    Die Highlights waren der Baikalsee mit einem tollen Picknick, Peking, Chinesische Mauer. Die Fahrt an sich ist ja schon ein riesen Hammer, vor allem die Wodka/Kaviarprobe.

    Das Personal im Zug ist sehr zuvorkommend, sowie alle Personen die wir in den drei Ländern kennenlernten. Auch in Sachen Kultur kamen wir voll auf unsere Kosten 

    z.B.: Besuch einer russischen Musikschule, Mongolisches Nationaltheater, Theater in Peking.

    Von schwer bewaffneten Polizisten, die den Zug bewachen haben sie nichts bemerkt.Nach Meinung meines Mannes sollte man so eine Reise nur organisiert unternehem.

    Für mehr Infos könnt ihr gerne eine PN schicken.

     

    LG Helga :laughing:

    :)
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