Mecker-Ecke / Speakers Corner
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Früher gings doch auch ohne 1 Eurojobber.Bis vor ca 5 Jahren konnten kleine Familienbetriebe wenigstens noch überleben.Heutzutage gibts doch solche Kleinbetriebe schon garnichtmehr.Ohne Aufträge kommen die Entlassungen, bis dann irgendwann der Konkurs droht und auch eintrifft.
Die Pflege oder der Bau eines Spielplatzes sollte auch weiterhin von einer Landschaftsbaufirma durchgeführt werden,dass diese Mitarbeiter ihre Jobs nicht verlieren.
Man kann doch nicht ein Loch aufreißen um ein anderes damit zu stopfen. -
@ Caribiangirl
Diese Spruche "Vor 5 Jahren gings doch auch ohne....", die liebe ich, ne is klar, Früher war alles besser, früher hatten wir auch nen Kaiser...und jetzt stecken wir lieber weiter den Kopf in den Sand, lassen alles beim alten und machen nur die Augen zu, bis die Karre D. endgültig gegen die Wand gefahren ist.
Die Welt wird immer schnellelbiger und auch globaler und Stillstand ist gleichzeitig Rückstand. Man hätte nicht jetzt erst mit den Reformen anfangen müssen, sondern schon vor 15 - 20 Jahren, wenn die Regierung den Mumm gehabt hätte. Damals war die finanzielle Lage noch nicht so schlimm und die Reformen hätten nicht gravierend für alle ausfallen brauchen, wie es bei der jetzigen finanziellen Lage dringend notwendig geworden ist.Und noch eins, die 1-Euro Jobber nehmen keinen kleinen Handwerksbetriebe die Aufträge weg, weil es sich die Kommunen bei der derzeitgen finanziellen Lage gar nicht mehr leisten können, solche Aufgaben an Fremdfirmen zu vergeben. Schau dir mal die Zahl der Handwerksbetrieb an, die kurz vorm finanziellen Ruin stehen, weil Sie immernoch auf die Bezahlung der Aufträge vom Staat warten. Und die Zahlungsmoral von den Bundesbürgern ist genau so mies, wie die vom Staat.
Des Weiteren geht es den kleinen Handwerksbetrieben so schlecht, dass sie aufgrund der hohen Lohnkosten einen Stundenlohn auf den Rechnungen haben, den sich die meisten heutzutage nicht mehr leisten können. Was zur Folge hat, das entweder die geplante Renovierung verschoben wird, oder man macht es selbst (wir sind ja ein Land der Heimwerker) oder man kauft das Material und läßt es schwarz durchführen.
Frag mal die Leute, wer sich noch einen regulären Handwerker leisten kann?Und wenn ich in einem kleinen Landwirtschaftsbetrieb arbeiten würde, dann würde ich mich über die Gesetze ärgern, soundsoviele deutsche Arbeitssuchende verpflichten zu müssen, anstatt osteuropäische Erntehelfer. Die deutschen kommen entweder gar nicht oder sind nach spätestens einer Woche wieder verschwunden, darüber würde ich mich als Mitarbeiter eines kleinen landwirtschaftlichen Betriebes ärgern. Weil mein Arbeitsplatz deswegen gefährdet ist, weil der Spargel, Edbeeren oder sonst was gar nicht alles verkauft werden kann, weil es gar nicht von den paar osteuropäischen Erntehelfern geschafft wird, alles rechtzeitig zu ernten, damit es verkauft werden kann.
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Frag dich lieber mal, wie es besser werden könnte...
Die einen schreiben "Der Staat braucht nur genügend Arbeitsplätze stellen, dann verringern sich schon die Arbeitslosenzahl..., andere schreiben, "Wer arbeit sucht, der findet auch welche..."
Nur wie, das schreiben sie nicht.
Am dringendsten ist die Politik gefragt, sie müssen mal anfangen, die ganze Bürokratie in D. abzubauen, das fünf Säulen bei den Sozialversicherungen mal richtg und von Grund auf reformieren, so dass die Lohnnebenkosten gesenkt werden und nicht ständig erhöht werden. Die Unternehmen sparen Lohnnebenkosten und die Arbeitnehmer haben mehr Netto in der Tasche. Des Weiteren müßten mal die ganzen Abgaben und Steuern gesenkt werden, so dass der einzelne Bürger wieder mehr Geld in der Tasche hat.
Dann müßte mal die Regierung einen langfristigen Plan erstellen, anstatt jeden Tag eine andere *** durch Dorf zu treiben. Sie müßten mal Tacheles reden und den Bürgen ehrlich sagen, was in den nächsten Jahren an Kosten auf den einzelnen Bürger zu kommt, damit die doch auch mal planen können. Derzeitig haben viele nicht mehr als das bisherige Netto zum Ausgeben zur Verfügung und die, die noch was haben, sparen es lieber, weil sie gar nicht wissen, welche Erhöhung als nächstes auf sie zukommt.Und wenn der Bürger mehr Netto und auch eine gewisse Planungssicherheit hat, dann kann er ja durch sein Verhalten die Unternehmen dazu zwingen, in D. neue Arbeitsplätze zu produzieren.
Weil derzeitig will doch jeder einerseits mehr Geld, mehr Freizeit (dabei wird in D. schon pro Kopf mit Absatnd am wenigsten gearbeitet, habe noch keinen Amerikaner oder Japaner gesehen, der mehr als zwei Wochen Urlaub am Stück macht), andererseits herrscht doch beim Geld ausgeben die "Geiz ist Geil Mentalität". da werden dann lieber die Produkte gekauft, die günstiger im Ausland hergestellt werden, als die teuren Produkte aus D. Und dann wird sich gewundert, warum die Unternehmen die Arbeitzplätze ins Ausland verlagern. Um die Produkte günstiger herzustellen, damit sie auf dem deutschen Markt noch verkauft werden kann.Vielleicht sollten die Bürger in D., wenn Sie mehr Netto zur Verfügung haben, nur noch Produkte kaufen, die in D. hergestellt werden, in D. Urlaub machen, etc. pepe. Dann produzieren vielleicht die Unternehmen auch wieder in D. anstatt die Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.
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Zum Thema "Rechnungen der Handwerksbetriebe bezahlen" hätte ich auch noch einen:
Ein Tischlermeister aus einem Dorf nahe Lemgo wartete sehr lange Zeit auf die Bezahlung eines längst ausgeführten Auftrags eines Juweliers. Es standen immer noch ca. 10.000 Euro aus. Wisst Ihr, was das für einen kleinen Krauter bedeutet? Das ist richtiges Geld!!
Nachdem alles Mahnen und legale Massnahmen nichts genutzt hatten, fuhr er zum Juweliergeschäft mit einer Kettensäge und zerlegte kurzerhand die von ihm gefertigten Holzbauten.Okay, er wurde danach verknackt, aber ich glaube, sogar der Richter hatte Verständnis für ihn. Leider fällt sowas unter Selbstjustiz und die ist hierzulande nunmal verboten.
Doch dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist der eigentliche Skandal meiner Meinung nach. Wenn ich einen Auftrag ordentlich ausführe, kann ich auch die Bezahlung meiner Arbeit erwarten, oder nicht?
Und da waren keine 1-Euro-Jobber Schuld an der Misere!
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"Barbara R." wrote:
Doch dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist der eigentliche Skandal meiner Meinung nach. Wenn ich einen Auftrag ordentlich ausführe, kann ich auch die Bezahlung meiner Arbeit erwarten, oder nicht?...da hasde Recht! Und das bei den aufrichtigen, ehrlichen Ostwestfalen! Unglaublich! Wenn das bei den unzuverlässigen Rheinländern passiert wäre, würd' ich ja nix sagen...

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@ Harzer
Um 7.41h warst Du schon bedeutend besser drauf als um 7.24. Bei Deinem heutigen Erstlingswerk beschlich mich nicht zum ersten Mal der Gedanke: Wieviel hätte der jetzt im DSF ins Phrasenschwein löhnen müssen?! Ich glaube, da könnten wir beide schon fast Urlaub von machen.

Ich kann nur sagen, laß die Polen ihre Erntearbeit bei den deutschen Bauern machen, die sind das seit Jahren gewohnt, ihre Bandscheiben trotzen den stärksten Anforderungen. Besser so, als irgendwelche deutsche Bürofuzzis in diese Jobs reinzuzwingen, die nach kurzer Zeit aufgeben, weil sie Angst haben, im wahrsten Sinne des Wortes an der Arbeit zu zerbrechen.

Zu 7.41h kann ich nur sagen: Endlich sind wir mal uneingeschränkt einer Meinung. Bürokratie und Lohnnebenkosten müssen gesenkt werden, und...bei den Ausgaben des Staates muß rigide gespart werden. Dann wird's auch wieder was mit den Arbeitsplätzen!
Oder doch nicht? -
Ja ja,die gute Zahlungsmoral.
Meine Eltern hatten eine Gärtnerei mit Landschaftsbau.Leider müssen Materialien vom ausführenden Betrieb vorgestreckt werden.Meine Eltern mußten das natürlich auch und mußten auch ständig vors Gericht,weil das Anmahnen der Rechnungen ignoriert wurde.In vielen Fällen waren es aber wohlhabende Leute,die die Fa. beauftragt hatten."Privatleute",die "normal" arbeiteten,beglichen ihre Rechnungen.
Ich hasse es,wenn man selbst nicht am Hungertuch nagt,alles schön haben will und dann einfach nicht bezahlt.
Wenn ich einen Handwerker brauche,lasse ich mir einen Kostenvoranschlag machen.Die günstigste Fa. nehm ich dann logischerweise.Wenn die Arbeit zu meiner Zufriedenheit ausgeführt wurde,muß ich eben auch löhnen.
Durch diese Moral von vielen Menschen,gehen natürlich auch sehr viele Firmen kaputt. -
Silke,
aber heute haben die Betriebe einen gesetzlichen Anspruch auf pünktliche Zahlung (10 oder 14 Tage) und können dann ihren Anspruch eintreiben, statt weiterhin höfliche Mahnungen zu schreiben.
Autowerkstätten haben es da etwas einfacher: wenn ein Kunde erst einmal aufgefallen ist, rücken die das Auto nicht heraus, so lange die Rechnung nicht bezahlt ist.
Ich habe mal gelesen, daß die öffentlichen Auftraggeber die schlechteste Zahlungsmoral haben

Ich mache das wie Du, ich nutze das Zahlungsziel auch nie aus (außer beim Finanzamt!)
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Erika,wie willst denn deinen Anspruch eintreiben?Die Zeiten sind vorbei,wenn der Gerichtsvollzieher zu einem kommt,dass gleich der "Kuckuck" aufgeklebt wird.
Ein Bekannter hat eine kleine Dachdeckerfirma.Der kämpft um jeden Kunden um überleben zu können,zahlt aber oft drauf,da seine Kunden einfach nicht zahlen.Weißte,ständig vors Gericht zu rennen um Recht zu bekommen,zährt an den Nerven.
Gerade dieser Dachdecker hat insgesamt Außenstände von knapp 20 000 Euro.Das ist ein Haufen Geld.Trotz Vollstreckung usw ist seither nichts passiert.Die Existenz steht auf dem Spiel und keine Sonne in Sicht.Viele Leute,die zahlen könnten,finden ein Schlupfloch um Zahlungsunfähig zu sein.Das bricht eben vielen Kleinbetrieben das Genick.LG Silke
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Vielleicht führt das dazu, daß Handwerker und Kleinbetriebe in Zukunft auch erst nach Anzahlung beginnen, und dann nach Fortschritt der Arbeiten? Ich halte das für sinnvoll.
Als wir ein neues Bad einbauen ließen, arbeitete die Firma drei Tage und schickte dann eine Teilrechnung, arbeitete aber weiter. Die habe ich sofort bezahlt, die zweite Teilrechnung ließ dann schon etwas länger auf sich warten, man hat sich wohl davon überzeugt, daß wir keine "faulen" Kunden waren.
Wenn man eine größere Maßnahme vorhat, sollte man das Geld haben. Da ist es mir egal, ob ich das teilweise oder am Ende der Arbeiten zahle. Und der Handwerker hatte sein Geld.
Für die etwas vermögenderen Auftraggeber, die auf ihrem Geld sitzen, statt ihren Handwerker o.a. zu bezahlen, bringe ich kein Verständnis auf.
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"Barbara R." wrote:
Leider fällt sowas unter Selbstjustiz und die ist hierzulande nunmal verboten.Leider? Vollkommen zu Recht!
Auch wenn das Verhalten mancher Zahlungsverweigerer gegen das persönliche Rechtsempfinden spricht, kann das Mittel zur Eintreibung einer Forderung wohl kaum in der subjektiven Entscheidung des Gläubigers liegen. Wie das Wort Zahlungsmoral schon sagt, handelt es sich um eine Frage der Moral des Einzelnen. Die kann man nicht staatlich verordnen oder gesetzlich verankern. Und für diese Fälle, gibt es in einem Rechtsstaat Gerichte.
Ich arbeite in der Automobilbranche und mich amüsiert gerade die Vorstellung, jedem säumigen Kunden, der seine Werkstattrechnung nicht beglichen hat, den Wagen zu zertrümmern oder den frischen Lack vom Kotflügel zu kratzen.
Die häufigste Ursache für das Nichtzahlen von Werkstattrechnungen in der Kfz-Branche sind übrigens Qualitätsmängel bei den ausgeführten Arbeiten. In anderen Branchen des Handwerks wird dies nicht gravierend anders sein. Eine Tatsache, die um das Geschrei der fehlenden Zahlungsmoral gern verschwiegen wird.
Sicher gibt es genügend vorsätzliche Zahlungsverweigerer, die manchem Kleinbetrieb das Leben schwer machen oder gar in den Ruin treiben. Aber wie immer gibt es auch hier zwei Seiten zu beleuchten.
Grüße von Effi
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effi,
was diese Art von Selbstjustiz angeht, kann ich mich Dir anschließen.
Bei einer Forderung handelt es sich nicht um eine moralische Verpflichtung, sondern um eine Schuld. Schuldverhältnisse sind im BGB klar definiert und damit gesetzlich verankert. Einem Rechtsverfahren muß ein entsprechendes Gesetz zugrunde liegen. Ein Gericht urteilt nicht über Moral. Die ist allein Sache der Persönlichkeit.
Wie caribiangirl schreibt: auch mit Hilfe eines Gerichtes sind Forderungen nicht immer einzutreiben. Der Schuldner hat de Möglichkeit der Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung. Der Gläubiger guckt mangels Masse in den Mond.
Bezüglich Deiner Bemerkungen wegen des Nichtzahlens von Werkstattrechnungen bewundere ich Deine Offenheit: die Kunden zahlen wegen Qualitätsmängeln nicht. Sie mögen an äußeren Reparaturen Mängel feststellen können - wie ist das bei Inspektionen?
Wenn das tatsächlich der häufigste Grund für - berechtigte -Zahlungsverweigerung ist, frage ich mich, warum nicht gründlicher gearbeitet wird.
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Sowohl die Handwerker oder Baufirmen haben Ihre Probleme mit zahlungsunwilligen Kunden. Und wie bereits erwähnt, der Staat geht mit großen negativen Beispiel voran.
Und dann gehören auf einmal die ganzen Besitztümer nicht den zahlungsunwilligen Kunden, sondern seiner Frau, mit der er Gütertrennung hat. Tja und einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen.
Die wohnen weiterhin in Saus und Braus und der kleine handwerker guckt dumm aus der Wäsche und bleibt auf der Rechnung sitzen.Das hat auch nichts mit Moral zu tun, der eine erbringt seine Leistung und wenn die in Ordnung ist, dann hat er auch sein Geld dafür zu bekommen.
Allerdings möchte ich heutzutage auch nicht mehr bauen wollen oder größere Anbauten machen lassen. Die Angst, dass man entweder schon Bauschnittsabweise bezahlt und wenn die Baufirme das Geld hat, den Kunden mit seiner halbfertigen Baute im Regen stehen zu lassen. oder man stellt zig gravierende Mängel fest und die Baufirma bessert nicht aus. Bei den Summen, um was da geht, stehen viele Familien vor dem fianaziellen Ruin.
Und heutzutage vor gericht Recht zu bekommen, egal ob das der Handwerker ist, der noch Geld bekommt oder der Kunde, der seine Mängel ausgebessert haben will, das dauert und es kostet auch richtig Geld.
Deswegen spielt ja die finanzstärkere Partei immer auf Zeit bis der Gegenpartei das Geld ausgeht. Oder wenn der Kunde mal sein Recht vor Gericht bekommt, dann meldet die Baufirma doch einfach Insolvenz an und macht woanders unter anderem namen wieder neu auf. Und der Kunde jann sich mit seinem Gerichtsurteil den ...abwischen.Ich glaub, wenn ich bauen müßte, nur durchgehend mit einem Bausachverständigen, weil ich gar keine Ahnung von diesen bauarbeiten habe. Und das Geld würde ich ein "treuhänderkonto" bei der Bank hinterlegen und wenn der Bau ordnungsgemäß abgenommen wurde, gibt die Bank das Geld frei für das Unternehmen.
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In der heutigen Zeit zu bauen,ist wirklich mit sehr viel Risiko für den Bauherren behaftet.Gestern abend kamen auf RTL2 Reportagen über geneppte Bauherren,deren Häuser zu Bauruinen wurden.Wie Harzer schon sagte,ist man als Bauherr der geneppte,falls Mängel am Bau festgestellt werden.Die Baufirma stoppt einfach den Bau,falls man als Bauherr die weiteren Zahlungen einstellt,weil man eine Ausbesserung wünscht.
Am sichersten ist es,glaub ich,wenn man alles selbst in die Hand nimmt,vorausgesetzt man ist handwerklich begabt.Oder wenn der ein oder andere aus dem Freundeskreis sich in punkto Bauerei auskennt.Man bezahlt praktisch nur das Material und zieht das Haus eigenhändig hoch.
Wir hätten zb die Möglichkeit,mit Hilfe von Freunden,selbst zu bauen.Leider fehlt aber das nötige Kleingeld
LG
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Erika1@
Eine Forderung ist eine Schuld, das ist richtig und unstrittig. Die Frage der (Zahlungs-) Moral ist dabei, ob ich als Schuldner die Rechnung innerhalb der vorgeschriebenen Frist zahle oder die Zahlung noch 3 Wochen oder gar 2 Monate hinaus schiebe. Dies ist doch das eigentliche Problem.
Unter den Begriff Qualitätsmangel fallen in der Kfz-Branche nicht nur fehlerhafte Arbeiten am Fahrzeug selbst, sondern auch fehlende Kommunikation mit dem Kunden, unklare Absprachen bei der Eröffnung von Werkstattaufträgen usw.
Der Kunde ist sauer, wenn ohne vorherige Absprache ein Verschleißteil ausgewechselt wurde, wenn er nicht über den Preis des teuren Motoröls informiert wurde, wenn für eine Reparatur die Kulanzentscheidung des Herstellers zu seinen Ungunsten ausgefallen ist oder ein vermeintlicher Garantieanspruch abgelehnt wurde. Und darauf reagiert er vorerst mit Zahlungsverweigerung. Ob es sich um einen tatsächlichen Mangel handelt, muss auch hier oft von den Gerichten entschieden werden.In der immer wieder erwähnten Baubranche sieht die Situation sicher nicht anders aus. Wie Harzer schon schrieb, klagen die Baufirmen über mangelnde Zahlungsmoral und bleiben auf Ihren Rechnungen sitzen und auf der Gegenseite reklamiert der Bauherr (ob vorerst berechtigt oder nicht) und behält die Zahlung ein. So sollte man diese Problematik von beiden Seiten aus betrachten. Nicht jeder Handwerker ist ein Pfuscher und nicht jeder Kunde ein vorsätzlicher Zahlungsunwilliger.
"Erika1" wrote:
effi,
Der Schuldner hat de Möglichkeit der Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung.Kaum ein Mensch wird diese Möglichkeit heute noch freiwillig und leichtsinnig in Erwägung ziehen, da die Konsequenzen eine gravierende Einschränkung im persönlichen Lebensbereich bedeuten. Diese Fälle liegen, jedenfalls in meiner fast 10-jährigen Berufserfahrung in dieser Branche, im Promille-Bereich.
"Erika1" wrote:
Der Gläubiger guckt mangels Masse in den Mond.Wer soll denn sonst für die Forderung aufkommen?
Der Staat oder der Steuerzahler ? Oder soll der Schuldner zur Zwangsarbeit verpflichtet werden ? Der Ausfall einer Forderung ist ein unternehmerisches Risiko und jeder Unternehmer hat die Möglichkeit dieses Risiko so gering wie möglich zu halten.Grüße von Effi
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effi,
Du hast mehrere meiner Beiträge gemischt.
Die fehlende Kommunikation würde ich weniger dem Kunden anlasten, als dem jeweiligen Betrieb. Im Unternehmen sitzen die Fachleute, die die Kunden beraten und aufklären sollten. Der Laie weiß ja zunächst mal gar nicht, wonach er überhaupt fragen soll.
Die Eidesstattliche Versicherung; das sehe ich anders: seit der Privatmann seinen Bankrott erklären kann, haben die EV zugenommen. Sicher hat er erhebliche Auflagen/Verpflichtungen zu erfüllen, er braucht dieses Forum nicht, weil er ohnehin nicht verreisen kann. Seine Schulden sind ihm nicht erlassen, er muß schon noch zahlen - soweit es ihm möglich ist. Eine Belastung und Einschränkung über viele Jahre, in denen er unter ständiger Beobachtung steht.
Der Gläubiger guckt mangels Masse in den Mond.
Genau so ist es, denn niemand - weder Steuerzahler, ergo Staat, haften für die Verpflichtungen des Schuldners. Warum auch?Auf das unternehmerische Risiko bin ich mit meiner Antwort auf Silkes Beitrag eingegangen: Anzahlung, Zahlung Zug um Zug/nach Baufortschritt oder das Beispiel der Autowerkstatt, die den Wagen nach erfolgter Reparatur/Inspektion erst dann an den Kunden herausgibt, wenn die Zahlung erfolgt ist. Richtig, der Unternehmer trägt das Risiko und kann handeln.
Wie gering das Einkommen eines Einzelnen auch sein mag, in der Regel besitzt er ein Fernsehgerät und sieht in der Werbung, wie einfach das Konsumieren ist. Er sieht die Werbung der Banken, Elektromärkte, Kauf- und Versandhäuser: JETZT kaufen - später bezahlen. Die Daten der Schuldnerberatungen und Verbraucherzentralen zeigen den Erfolg dieser Werbung: zunehmend geraten Verbraucher in die Schuldenfalle, haben Verpflichtungen bei mehreren Unternehmen, die sie nicht mehr erfüllen können.
Das muß noch nicht einmal an der Dummheit der Leute liegen, Zahlungsverpflichtungen die sie eingegangen sind, können nach dem Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht mehr erfüllt werden, zuvor mag es kein Problem gewesen sein.
Ein wirklich vielschichtiges Thema!
Grüße von Erika
edit:
Tippfehler entdeckt!
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Hallo Erika, schön, dass Du noch wach bist,
"Erika1" wrote:
effi,Die fehlende Kommunikation würde ich weniger dem Kunden anlasten, als dem jeweiligen Betrieb. Im Unternehmen sitzen die Fachleute, die die Kunden beraten und aufklären sollten. Der Laie weiß ja zunächst mal gar nicht, wonach er überhaupt fragen soll.
Bei diesen von mir beschrieben Fällen, handelt es ich immer um Ausnahmen. Bei 40 Werkstattdurchgängen/Tag gibt es immer wieder einen Fall, wo Mißverständnisse aufkommen und diese müssen nicht immer im Verschulden des Autohauses liegen. Wobei auch hier Fehler begangen werden, schließlich arbeiten hier auch nur Menschen.
"Erika1" wrote:
Sicher hat er erhebliche Auflagen/Verpflichtungen zu erfüllen, er braucht dieses Forum nicht, weil er ohnehin nicht verreisen kann. Seine Schulden sind ihm nicht erlassen, er muß schon noch zahlen - soweit es ihm möglich ist. Eine Belastung und Einschränkung über viele Jahre, in denen er unter ständiger Beobachtung steht.Eben. Es klang im letzten Beitrag für mich so, als wäre dieser Weg die einfachste Lösung um seinen Verpflichtungen davon zu kommen.
"Erika1" wrote:
Seit der Privatmann seinen Bankrott erklären kann, haben die EV zugenommen.Diese Meinung teile ich nicht. Die Privatinsolvenzen wurden doch erst durch dieses Gesetz für die Öffentlichkeit sichtbar. Vorher gab es diese Möglichkeit überhaupt nicht und verschuldete Privathaushalte hat es schon immer gegeben.
Aber wie Du schon sagtest, ein vielschichtiges Thema...!
Gute Nacht
Effi
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Ich finde die Möglichkeit der Privatinsolvenz gerechtfertigt.Sehr viele Menschen sind unverschuldet (Arbeitslosigkeit,Krankheit usw) in einen Schuldenberg geraten,den sie niemals zu Lebzeiten abbezahlen könnten.
Durch die Privatinsolvens hat man immerhin die Möglichkeit binnen 6 Jahren schuldenfrei zu sein,vorrausgesetzt man bezahlt die vereinbarte Rate.Auch wenn diese Rate nur zb 15 € im Monat beträgt.Das wird ja vom monatlichen Nettoeinkommen abhängig gemacht.
Für manche ist dieses System natürlich auch ein gefundenes *******,sich absichtlich zu verschulden.Katalogbestellungen,Handyverträge vorne weg.Jeder weiß ja,dass er mit ner kleineren Rate in 6 Jahren wieder kreditwürdig ist.
Müßte ich Privatinsolvens anmelden,würde ich mich nicht davor scheuen.....LG
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Arme Niknak!
Als Hausmittelchen fällt mir da nur ein: heißes Bad, ein steifer Grog, Wärmflasche, ins Bett und richtig schwitzen, zusätzlich ein oder zwei Aspirin.
Vielleicht haben andere User auch noch einen Rat.
Gute Besserung!
Ich wünsche Dir trotzdem einen zauberhaften Urlaub
