• gabriela_maier
    Dabei seit: 1224374400000
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    gesperrt
    geschrieben 1288372265000

    Der BGH hat ganz aktuell mit AZ Xa ZR 46/10 einem Reisenden Schadensersatz zugesprochen, der mit einem"Rail & Fly Ticket" in einer Pauschalreise einen Zug benutzt hatte, so das er bei rechtzeitiger Ankunft 2 Stunden vor Abflug zum Einchecken bereit gewesen wäre. Der Zug hatte aber 2 1/2 Stunden verspätet.

    Der RV hatte sich verteidigt, das mit dem Ticket nur eine Kostenersparnis angeboten worden sei, aber damit keine Leistung aus dem Pauschalpaket. Schon das Amts- und das Landgericht Frankfurt hatten dies aber abgelehnt. Begründet hat der BGH das mit einer konkreten Werbeaussage des RV, wonach der Reisende doch bequemer den "Anreise-Service" benutzen sollte. Damit wurde nach Auffassung der Gerichte der Ansicht des RV widersprochen.

    So schön das für den Kläger gewesen sein mag, die RV werden das leicht mit kleineren Änderungen in ihren Werbeaussagen bzw. in ihren AGB abfedern.

    Positiv ist aber, das sie "missverständliche" Angaben oder Aussagen nicht nach Gutsherrenart zu ihren Gunsten auslegen dürfen, und sie zwingt, sich in Zukunft nicht nur darin klarer zu positionieren.

    Gruss Gabriela

  • privacy
    Dabei seit: 1171238400000
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    geschrieben 1288372732000

    Hier die offizielle Pressemitteilung des BGH zum Urteil.

    Gruß privacy

    Wenn alle Experten sich einig sind, ist Vorsicht geboten. Bertrand Russell (1872-1970)
  • Kourion
    Dabei seit: 1216684800000
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    geschrieben 1288390146000

    Na ja, hier geht mein tiefempfundenes Mitleid voll an den RV - egal, was da in dem Informationsblatt, etc. des RV stand und ev. noch steht  :?

     

    Denn jeder - JEDER - der des öfteren mit der DB fährt, weiß, dass man sich nicht gut 2 Stunden vor dem Eincheck-Termin in einen Zug setzen kann / darf.

    Verspätungen bei der DB sind 100%ig vorprogrammiert, so dass ein derartiges Verhalten sozusagen nach "Strafe" schreit  :laughing:

     

    Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden. (Werner von Siemens)
  • mkfpa
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    geschrieben 1288403778000

    Sorry anne49, aber 100% Verspaetung bei der DB deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen.

     

    Denn obwohl ich Bahncard-Kunde bin hatte ich, seit Einfuehrung der Verguetungsregelung fuer Verspaetungen, genau einmal Anspruch auf eine Entschaedigung.

     

    Aber, ohne Frage, Verspaetungen im Bereich von 15 bis 45 Minuten kommen durchaus haeufig vor. Wenn ich aber planmaessig 2 Stunden vor Abflug ankommen sollte dann verpasse ich, wegen 15 bis 45 Minuten Verspaetung, keinen Flug.

     

    Und wenn mir der RV die Bahnanreise auch noch als Werbeargument um die Nase streicht dann erwarte ich, als Ottonormalreisender, nicht dass ich die Verspaetungsstatistik der DB analysieren muss sondern verlasse mich auf die Aussagen des RV.

  • Terrorkruemel73
    Dabei seit: 1273881600000
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    geschrieben 1288426563000

    Meine persönliche Meinung dazu:

    Ich finde die Entscheidung nicht rechtes, da man als Reisender die Verspätung

    eines Zuges mit in die Anreise einkalkulieren muss.

    Wenn ich dann eine Verbindung raussuche, die genau 2 Std. vor Abflug in Köln

    losfährt , dann finde ich das einfach zu knapp, da ja bekannt ist, das die DB nicht die pünklichste ist.

    Ich als Reiseveranstalter würde in Revision gehen, da man die Verbindung

    Köln-Düssedorf, nach bekanntwerden der Verspätung , stressfrei mit einem Taxi hätte zurücklegen können.

    Das hätte max. 70.- gekostet ,hätte keine Richter beschäftigt & es wären schon garkeine hohen Extrakosten entstanden.

     

     

    Sehr geehrte Italiener, Franzosen und Engländer! Der Abflug nach Hause verzögert sich noch etwas, da wir noch auf unsere deutschen Fluggäste warten!
  • Kourion
    Dabei seit: 1216684800000
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    geschrieben 1288431182000

    @mkfpa

     

    Dann bist du zweifelsohne einer der glückhaften DB-Reisenden.

     

    Ich leider nicht  :disappointed:

    Und warum ich bisher nie eine Entschädigung bei der DB beantragt habe ?

     

    1. Weil ich heute immer einen Zug früher losfahre, das heißt, ich wäre bei pünktlicher Ankunft 3 Stunden vor dem Check-In am Flughafen.

    Aber das war ich - wenn ich mich recht erinnere - nur einmal.

     

    2. Wenn es aufgrund der Verspätungen knapp wurde, hatte ich weder Lust noch Zeit, mich mit dem Thema Entschädigung zu befassen. (Hatte ja auch das Zug zum Flug-Ticket... also was soll's)

    Außerdem war ich zu glücklich, trotz der Verspätungs-Misere noch rechtzeitig angekommen zu sein... und bin nur noch geflitzt  :laughing:

     

    Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden. (Werner von Siemens)
  • frieda_1993
    Dabei seit: 1288224000000
    Beiträge: 40
    geschrieben 1288431622000

    Ich finde die Entscheidung nicht rechtens....

     

    Hast du die Urteilsbegründung gelesen? Kann ich mir schlecht vorstellen, denn deine Urteilsschelte richtet sich an den zwei Stunden aus, die auch die Gerichte überprüft haben. Anders gesagt: Der Kunde hat genauso gehandelt, wie der RV es ihm geschrieben hat, dass er handeln soll. Dass er das getan hat dürfte vollkommen unstreitig sein. Der kasus knaxus war die Frage, welchen Rechtscharakter im Zusammenhang mit einer Pauschalreise das rail&fly hat. Und das haben die Richter aller Instanzen meiner Meinung nach völlig richtig gesehen. Es kann nicht angehen, dass in vielen Belangen der Kunde nur das Objekt ist und der RV sich in seinen AGB´s viele Rechte zusichert, andrerseits der Kunde aber, wenn er nach den Richtlinien des RV vorgeht wieder der Dumme sein soll. Hier hat eindeutig die Werbeabreilung oder wer auch immer dafür verantwortlich ist des RV versagt und schlichtweg nicht daran gedacht, was passieren kann. Ich bin mir sicher, die entsprechenden Hinweise werden ganz schnell überprüft und geändert, wenn dies nicht bereits seit langem geschehen ist. Schließlich mußte man ja damit rechnen, den Prozess zu verlieren und hätte so evtl. in der Zwischenzeit bereits neu anhängige Verfahren auch gleich verloren bzw. viel schlechtere Aussichten gehabt diese erfolgreich zu bestreiten.

    Außerdem bin ich der Meinung, dass man mit der Aussage "Dieses Urteil ist falsch" oftmals viel zu schnell bei der Hand ist. Richter überlegen im allgemeinen sehr genau warum sie was so und so beurteilen. Dass hierzu verschiedene Ansichten denkbar und möglich sind, ist natürlich auch klar.

    "Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher." (A. Einstein)
  • Lexilexi
    Dabei seit: 1091059200000
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    geschrieben 1288433944000

    @frieda

    ich gebe dir einerseits recht. der rv darf nicht einfach alle erdenklichen risiken auf den kunden abwälzen. nach dem motto: biste selber schuld, sieh zu, wie du damit kalr kommst.

     

    auf der anderen seite wundere ich mich aber manchmal sehr.

    einerseits wollen wir menschen gerne aufgeklärt sein, wissen über vieles bescheid, machen uns unter umständen im internet kundig. uns kann so schnell keiner was erzählen.

    wir sind eigenständig und wollen nicht gegängelt werden.

    mitdenken ist also durchaus erlaubt und ist auch erwünscht.

    auf der anderen seite übergeben wir die verantwortung - wenn es mal schief geht - gerne in andere hände.

     

    für mich persönlich hätte die "zug zum flug" anreise den rechtscharakter, wie das gericht es aufgefasst hat, wenn der kunde dafür nochmal extra was bezahlt hätte.

    da dieser service in den meisten reisen im preis inbegriffen ist, sehe ich das ein bißchen anders.

     

    organisiert man seine anreise mit einem pkw, würde man selber nie auf die idee kommen, so kurz vor knapp die anreise zu wählen.

    man würde immer einen evtl. stau, reifenpanne, autobahnsperrung, etc. mit einkalkulieren.

     

    wie gesagt: ich finde das urteil richtig.

    aber es stempelt den durchschnittstouristen mal wieder als unmündigen, "denkfreien" und völlig unselbständigen menschen ab.

    Das "F" in Montag steht für Freude.
  • mosaik
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    geschrieben 1288434394000

    Ich kann wieder einmal alle beruhigen - die Befürworter des Urteils und die Gegner. Denn - wie so oft - liegt im Detail der Untschied. Und mitnichten ist dieses Urteil für alle Rail & Fly Angebote gültig!!!!

    Zitat aus der Urteilsbegründung:

    ...

    Die Beklagte hat aus der maßgeblichen Sicht eines durchschnittlichen Reisenden mit ihrem Gesamtverhalten den Eindruck vermittelt, dass sie den Bahntransfer als eigene Leistung anbiete und für den Erfolg einstehen wolle.

    ...

    Bei jeder Flugbuchung aus diesem Katalog ist das ‚MEIER"S WELTREISEN Rail & Fly Ticket"

     ...

    Weil in diesem konkreten Fall der Rail & Fly Gutschein auf mit der Inschrift Meiers Weltreisen den Unterlagen beilag und im Gutscheinheft integriert! Aus diesem Grunde hat der BGH die Auffassung vertreten, dass die Bahnfahrt sehr wohl ein Teil der Leistungen darstellt, die Meiers Weltreisen als Veranstalter anbietet.

    Nicht haftet ein Veranstalter, wenn er separate Gutscheine ausgibt bzw. im Gesamtauftreten dieser einen Leistungen nicht als Veranstalter auftritt!

    Natürlich gibt es auch in dieser Sichtweise bereits Urteile erklärt gerne

    Peter

  • Lexilexi
    Dabei seit: 1091059200000
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    geschrieben 1288434788000

    @mosaik

    ist schon eine weile her, dass ich so ein ticketheftchen für pauschalreisen in der ahnd hielt.

    aber früher war das doch immer so.

    erst ticket für hinreisen, dann flugticket, dann hotelvoucher, dann rückflugticket und zu guter letzt ticket für die rückreise. und alles hübsch eingebunden mit dem namen des gebuchten veranstalters.

    ist das jetzt nicht mehr so.

    Das "F" in Montag steht für Freude.
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