• huambla
    Dabei seit: 1200182400000
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    geschrieben 1200245778000

    Hallo zusammen,

    ich habe gerade dieses Forum gefunden, nachdem ich schon seit Tagen durch das WWW google, auf der Suche nach verlässlichen Angaben bezüglich Höhenkrankheit und Kleinkind.

    :frowning:

    Wir wollen im (deutschen) Sommer nach Peru fliegen und dort die Familie meines Freundes besuchen. Unsere Tochter wird dann ziemlich genau ein Jahr alt sein. Ihre Oma wohnt in Huancayo auf 3250 m Höhe.

    Im Internet habe ich sehr widersprüchliche Informationen gefunden, von:

    "Akklimatisation auf ca. 2500 m für eine Woche - dann kein Problem"

    bis

    "Kinder haben auf Höhen über 1500 m nichts zu suchen"

    Habt ihr diesbezüglich Erfahrungen?

    Ich werde natürlivh auch noch mit dem Kinderarzt sprechen.

    Ergänzen will ich noch: medizinische Versorgung ist gewährleistet, Huancayo ist eine recht große Stadt, dort gibt es für den Ernstfall Krankenhäuser. Verständigung ist auch möglich.

    Meint ihr, es wäre zu verantworten??? Will der Kleinen auf keinen Fall schaden.

    Danke!

    LG huambla

  • fio
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    Zielexperte/in für: Gran Canaria Chile Argentinien
    geschrieben 1200248505000

    Eine schwierige Entscheidung. Ihr werdet wahrscheinlich in Lima landen. Also direkt auf Meereshöhe. Sicherlich werden dann mit dem Wagen die rund 200km nach Huancayo raufgefahren.

    Und da kanns durchaus zu Problemen kommen, da ja eine mehr/minder "langsame" Akklimatisation nicht gemacht wird. Damit meine ich nicht vier oder fünf Stunden sondern ein/zwei Tage.

    War in Peru vor einigen Jahren und hab viele "extranjeros" gesehen, die auch große Schwierigkeiten damit hatten. Flogen von Lima entweder direkt nach Cusco oder nach Puno und wunderten sich dann über die Soroche. Das waren aber Erwachsene und keine Kleinkinder.

    Ich rate dir auf alle Fälle einen Kinderarzt besser noch ´nen Internisten zu konsultieren, der dir definitiv Auskunft geben kann.

    fio

  • huambla
    Dabei seit: 1200182400000
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    geschrieben 1200255346000

    Danke fio!

    Internist ist noch 'ne Idee.

    Wir haben schon vor, nicht direkt von Lima nach Huancayo zu fahren, sondern erst ein paar Tage nach Ayacucho und/oder Cusco (evtl. auch Machu Picchu anschauen) und dann "vollends" hoch.

    In Ayacucho habe ich eine deutsche (Internet-) Bekannte. Sie hatte dort nur anfangs ganz leicht Probleme (Übelkeit und so). Das liegt auf 2.750 m - aber ob noch 500 m mehr dann sehr viel schlimmer sein können - keine Ahnung.

  • fio
    Dabei seit: 1106179200000
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    Zielexperte/in für: Gran Canaria Chile Argentinien
    geschrieben 1200302352000

    Nichts zu danken.

    Wenn überhaupt, dann ein/zwei Tage in Ayacucho. Geht mit der Höhe gerade noch. Cusco auf keinen Fall. Das liegt über 3400 m hoch und das ist zuviel. Ich bin nicht mal sicher, ob die 2750 m schon zu hoch für ´ne Anpassung sind.

    Wir haben uns damals in Arequipa akklimatisiert. Die Stadt liegt um die 2300 m hoch. Waren drei Tage dort. Dann gings weiter nach Puno (3800m), dort erwischte es meine Frau mit der Soroche und sieben Tage später (trotz tagelanger Anpassung) hat´s mich in Sacsayhuamán bei Cusco erwischt. Aber wie. Nach Übelkeit und Atemnot wurde ich kurzzeitig bewusstlos. Nur das schnelle Eingreifen von Peruanern hat mir geholfen. Sie brachten mich sofort weiter runter ins Krankenhaus. Nach einem Tag war mehr oder minder alles vorbei. Geholfen hat meiner Frau und mir auch der überall angebotene Coca-Tee. Nur den kannst du bestimmt nicht einem Kleinkind verabreichen.

    Erkundige dich auf alle Fälle bei einem sehr guten Arzt, der sich mit Hämoglobin und all dem auskennt.

    Evt. kannste Rat auch beim DAV (Deutschen Alpen Verein) einholen. Die haben immer gute Adressen; auch bezüglich der Höhenkrankheit, zur Hand.

    fio

  • huambla
    Dabei seit: 1200182400000
    Beiträge: 16
    geschrieben 1200342813000

    du hast recht, mit Cusco hatte ich was durcheinander gebracht.

    Wir werden uns weiter erkundigen, ich habe auch mal eine Mail an den Alpenverein geschickt, danke für den Tipp. Aber momentan sind wir der Meinung, dass wir nicht nach Huancayo fahren, sondern in Küstennähe bleiben. Es ist mir einfach zu riskant, gerade, wenn ich solche Erfahrungen wie die eueren lese. Evtl. fährt mein Freund zu seiner Mutter und ich bleibe mit der Kleinen bei der Schwester in Lima, mal sehen.

    Mein Freund hat auch gerade mit seiner Schwester in Lima telefoniert und auch sie hat zugegeben, dass sie in Huancayo Probleme hat - wie soll es dann meiner Tochter und mir gehen, wo wir mit solchen Höhen noch völlig unbedarft sind.

    Kannst du mir vielleicht ein paar Tipps geben, was man in tieferen Lagen/Küstennähe und erreichbar von Lima alles anschauen sollte? Auf alle Fälle werden wir noch einen Bruder in Chiclayo besuchen, das ist ja auch an der Küste.

    Danke dir nochmal recht herzlich!

    LG Chris

  • gobo0101
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    geschrieben 1200349322000

    Also, mit Kleinkind kann wirklich nur ein Fachmann dir Ratschläge geben, aber bitte denkt auch an euch. Diese Höhen sind für uns Europäer das absolute Gift. Auf alle Fälle würde ich mir einen Ort zum akklimatisieren aussuchen der um die 2000 m liegt. aber soll ja ein Traumland sein, also viel Spaß

    Dont worry be happy----denk nicht darüber nach, sei einfach glücklich
  • huambla
    Dabei seit: 1200182400000
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    geschrieben 1200765252000

    Danke Gobo, habe deine Antwort jetzt erst gesehen.

    Meine Frage war u. a. auch, wo ich so einen Fachmann finde, der mir verlässlich Auskunft geben kann. Fios Tipp mit dem Alpenverein war da schon hilfreich.

    Spaß werden wir sicher haben, gestern haben wir gebucht. Fünf ganze Wochen geht's nach Peru. Ich habe aber noch ein halbes Jahr Zeit, zu "recherchieren". Das Vertrackte ist wirklich, dass man drei Leute fragt und fünf Meinungen hat. ;)

    Die Familie meines Freundes nimmt aber entgegen meinen Befürchtungen meine Sorge sehr ernst und wird sich auch bei Kinderärzten & Co. vor Ort erkundigen.

    Gerade war dort angeblich Verwandtschaft aus Frankreich mit 4 Monate altem Säugling zu Besuch und es ging alles gut. Genaueres zur Akklimatisation und so weiß ich allerdings noch nicht.

    Vom Alpenverein habe ich mittlerweile auch Antwort bekommen: Kinder seien im Allgemeinen nicht anfälliger als Erwachsene, mit vernünftiger Akklimatisation vorher sollte es gehen.

    Notfalls bleiben wir an der Küste.

    LG an euch!

    Chris

  • fio
    Dabei seit: 1106179200000
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    Zielexperte/in für: Gran Canaria Chile Argentinien
    geschrieben 1200824933000

    @huambla sagte:

    ................ Antwort bekommen: Kinder seien im Allgemeinen nicht anfälliger als Erwachsene, mit vernünftiger Akklimatisation vorher sollte es gehen. Notfalls bleiben wir an der Küste.

    LG an euch!

    Chris

    Mit dem hast du sicher recht. Das Risiko einer Soroche kann bei keinem Menschen ausgeschlossen werden. Aber bei Kleinkindern kann der Verlauf dieser Höhenkrankheit wesentlich dramatischer ausfallen als bei Erwachsenen.

    Trotzdem auf alle Fälle einen schönen Urlaub. Peru bietet soviel zum Anschauen, dass es auch schade wäre nur an der Küste zu bleiben.

    fio

  • Delfo
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    geschrieben 1200864305000

    Guten Abend zusammen. Ich habe sowohl mit einem Mediziner aus unserem Haus gesprochen und noch ein bisschen im WWW recherchiert.

    Beide kamen ganz unabhängig voneinander zur gleichen Aussage:

    "Die Höhenkrankheit ist für Kinder nicht gefährlicher als für Erwachsen."

    Sonderfälle bilden wohl Kinder, welche an Trisomie 21 leiden und Kinder, welche in großen Höhen aufwachsen, für kurze Zeit ins Flachland gehen und dann wieder nach Hause kommen. Diese beiden Gruppen scheinen anfälliger für Lungenödeme zu sein.

    Problematisch ist bei Kindern bis +/- acht Jahren, dass diese Schmerzen nicht oder den falschen körperregionen zuordnen. Das heisst es ist sehr schwer bei kleinen Kindern überhaupt zu bemerken, worin das Problem besteht.

    Auf Wunsch sende ich den Artikel gerne per Mail weiter. Einfach eine PM an mich schicken mit Deiner/eurer Mailaddi.

    Grüssle

    Delfo

  • huambla
    Dabei seit: 1200182400000
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    geschrieben 1200864662000

    Ich danke euch!

    Ein bisschen beruhigt bin ich nun doch, auch, was die anderen Krankheiten angeht.

    Delfo: genau das habe ich auch gelesen, der Alpenverein hat mir netterweise so einen Artikel per Post zugeschickt, das dürfte der gleiche sein. Man muss die Kleine wohl einfach genauestens beobachten und wenn man irgendwelche Veränderungen feststellt, sofort weiter runter.

    Vielen Dank fürs Recherchieren.

    Fio: da hast du wohl recht, dass es schade wäre, nur an der Küste zu bleiben. In Huancayo ist zu der Zeit ein großes Fest - Santiago. Wäre schon schön, wenn wir dabei sein könnten.

    Hach, so langsam steigt die Vorfreude nun doch und überwiegt über die vielen Sorgen. Bin halt ein Schisser, wenn es "nur" um mich gehen würde, wäre alles nicht so schlimm (Unkraut vergeht nicht ;) ) Aber ich würde es mir nie verzeihen, wenn meine Kleine irgendwelchen Schaden davontragen würde.

    Gut's Nächtle

    Chris

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