• Salatan
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    geschrieben 1390856357000

    Mein Einwand bezieht sich nicht auf die Aussagen zu Fair Trade ... da denke ich besonders auch an Kakao - wo es auch nicht wirklich klappt und Kinder pflücken müssen, und nicht zur Schule kommen.

    Frage: Welcher Kaffeebauer liefert gemahlenen Kaffee? Die Aussage musst du auch noch erklären.

    Kaffee ist zwar ein Rohstoff, aber, wie die meisten anderen landwirtschaftlichen Produkte auch als Rohkaffee schon fast am Ende der Wertschöpfungskette angekommen.

    Derzeit haben wir eine enorme Überproduktion an Kaffee - Thailand, Vietnam und Indonesien überschwemmen den Markt. So lange zu viel Kaffee im Markt ist, ist der Preis niedrig. De Facto lohnt es also fast nicht mehr Kaffee anzubauen.

    Selber in Kenia rösten? Warum nicht? Ein großer Trommelröster kostet vieleicht 100.000 € - also durchaus bezahlbar (im Gegensatz zu beisp. einem Stahlwerk, wo man  Erze wirklich "veredeln" kann)

    Was hat man dann gewonnen? Der Anteil des Röstens am Kaffee liegt bei ca. 3 ct pro Pfund - dafür ist das Produkt nach dem Rösten nun erst recht empfindlich und mag den Seeweg im Container gar nicht mehr.

    Welchen Kaffee will man rösten? Bei den großen Röstern werden die Chargen jeden Tag aus verschiedensten Kaffeesorten unterschiedlichster Erzeugerländer so gemischt, dass das Gesamtbild des Kaffees immer gleich bleibt. Der "Feine milde" soll ja jeden Tag gleich schmecken. Da ist nicht nur "Kenia Arabica" drinnen, da kann durchaus auch mal "Vietnam Robusta" dabei sein oder ein Südamerikaner usw.

    Überhaupt, was denkst du, was an Kaffee verdient ist?

    Rohkaffee Kg 1,90 € bis 2,60 € am Spotmarkt

    Frachten aus den Erzeugerländern nach Hamburg ca. 4 % + auf den Warenwert

    Nach dem Rösten fehlen schon 10% Gewicht

    Jetzt wird der Kaffee verpackt

    Pro Kg kommen 2,60 € Kaffeesteuer dazu.

    Wir liegen jetzt bei einem normalen Bohnenkaffe bei einem Preis von 4,50 € fürs Kilo

    Jetzt muss der Röster (Tchibo & Co) noch ein wenig Kosten für Labor, Vertrieb, Arbeiter, usw. rechnen. also 1 €? Darf er doch, braucht er auch, hat er doch immer noch nix verdient.

    Also, einigen wir uns darauf, dass der Einstandspreis bei 3 € fürs Pfund liegt. 

    Für 3,10 € geht der Kaffee an den Handel, der haut 5 ct drauf, das sind dann 3,15 € ... jetzt kommt noch die Mehrwertsteuer dazu, dann sind wir bei den bekannten 3,75 € für eine Packung Jacobs Dröhnung.

    So, und nun bist du wieder dran und erklärst dem geneigten Leser, wie der Kenianer mit "selber rösten" mehr Geld verdienen soll :-)

  • Greno
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    geschrieben 1390936355000

    Wir reden hier vom angeblichen "FairTrade" Kaffee, nicht von deiner Jacobs-Mischung. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    Allein da ist schon ein Grundfehler in deiner Kalkulation drin.

    Aber bleiben wir beim Rest: Der Kaffee von dem wir reden, wird meist von Kleinbauern angebaut. Die schließen sich entweder zu Genossenschaften zusammen oder liefern ihn bei einer Firma ab, die ihm dafür je nach Kilo etwas bezahlt.

    Beide verkaufen ihn dann weiter.

    Du sagst, dass 100.000€ für eine Röstmaschine kein großes Kapital wäre. Erkläre das mal einer Genossenschaft.

    Gehen wir weiter in deiner Kette: Wenn man röstet, muss man natürlich auch entsprechend verpacken - Stichwort Aroma. Solche Maschinen kosten auch Geld, viel Geld.

    Dann zu deinem Seeweg: Die Rosen sind weitaus empfindlicher und werden täglich von Nairobi nach Amsterdam geflogen. In Kenia ist der Strauss 0,10 € wert. Und bei uns? Wenn man etwas verkaufen will, ist die Logistik das kleinste Problem.

    Würden die Länder anfangen, ihre Produkte selbst zu veredeln, würden die Preise für uns steigen. Als wenn wir das wollen würden. Wir sind dazu gar nicht bereit, reden es uns mit irgendwelchen Siegeln schön. Der Kaffepreis sinkt seit Jahren. Natürlich liegt das an der Überproduktion. Es liegt aber auch an den Mogelpackungen (in Arabica ist auch Kaffee aus Südamerika usw.). Und es liegt am Preisdruck, den es gerade bei uns gibt. 

    Dazu würden Arbeitsplätze flöten gehen, wir würden andere Standorte stärken. Unsere Regierungen wären dumm, wenn sie das tun würden. Nicht umsonst haben wir Einfuhrzölle, welche auch immer als Druckmittel benutzt werden.

    Empfehle dir dazu

    - Fairer Handel : Sensibilisierung für Nachhaltigkeit im Konsum von Beat Gröninger"

    - Fair Trade: ein Konzept zum nachhaltigen Handeln von Michael von Hauff.

     

  • Salatan
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    gesperrt
    geschrieben 1390937223000

    OK, du hast wirklich keinerlei Ahnung von Kaffee :-) (Ich sag nur: In Arabica ist auch Kaffee aus Südamerika usw.) Mit so einem Spruch disqualifizierst du dich für alle Zeiten 

    Dazu kommt noch, dass du Veredeln und Vertrieb verwechselst. Dein gesamter Beitrag ist von Anfang bis Ende falsch. Sorry, aber das musst du so akzeptieren, unabhängig davon, ob es sich um Fair Trade oder normalen Kaffee handelt

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