• she1
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    geschrieben 1236544745000

    Hallo,

    habe mir heute auf ARTE den Beitrag "Dorf der Frauen" in Umoja Nähe Samburu Nationalpark angesehen.

    War vielleicht schon einmal jemand in diesem Dorf gewesen und kann etwas dazu sagen bzw. berichten?

    Gut, der Film hat schon einiges gezeigt, aber ich finde, wenn schon jemand von Euch dort war und berichten kann, wäre dies für mich effektiver.

    Also ich fand das dort Gezeigte sehr interessant und erwäge, bei meinem nächsten Urlaub dort einmal hinzufahren.

    Würde mich sehr freuen, etwas von Euch darüber zu hören. :kuesse:

    LG She1

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    "Folge dem Fluss und finde das Meer"

    - Weisheit der Swahili -

    Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind! (Kurt Tucholsky)
  • Stueppi
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    geschrieben 1236549903000

    Hi she1,

    habe den Beitrag leider nicht gesehen. Würdest Du ein bißchen davon

    erzählen? Wäre super!

    Liebe Grüße

    Stüppi

    Alles was ich mir wünschte war nach Afrika zurück zu kommen. Wir hatten es noch nicht einmal verlassen, und doch war ich wenn ich nachts wach lag und lauschte schon heimwehkrank - E.Hemingway-
  • she1
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    geschrieben 1236554651000

    Hi Stüppi,

    geh einfach ins Netz und gebe Folgendes ein: ARTE Dorf der Frauen, dann kommt an 3. Position - Kenia - Das Dorf der Frauen - ARTE, kicke es an, sodann kannst Du den Bericht komplett lesen. Sehr interessant!

    Gute Nacht

    Liebe Grüße

    she1 :D

    Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind! (Kurt Tucholsky)
  • she1
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    geschrieben 1236555118000

    Hi Stüppi,

    hier ist dieser Bericht (hoffe, ich durfte ihn hier übertragen) ! :frowning:

    Kenia – Das Dorf der Frauen

    Ein Film von Francois de Roubaix

    Am Rande des Samburu-Nationalparks in Kenia liegt Umoja - auf den ersten Blick ein ganz normales Dorf in der afrikanischen Savanne: Einfache Lehmhütten auf trockener roter Erde, Kinder spielen, Ziegen meckern. Und doch ist hier alles anders: In Umoja leben ausschließlich Frauen! Seit 1990 finden sie hier Zuflucht vor Zwangsehe, Männergewalt oder Genitalverstümmelung. Gemeinsam haben sich die Frauen hier eine neue Existenz aufgebaut und übernehmen ganz selbstverständlich auch traditionell männliche Aufgaben wie Viehzucht oder Schlachten. Eine Provokation für die patriarchal geprägte Gesellschaft der Samburu! 360° - Geo Reportage zeigt, wie die Frauen von Umoja ihren Weg zu mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung finden.

    Naporas Geschichte ist beispielhaft für das Schicksal vieler Frauen im Umoja. Bei der Suche nach Feuerholz wurde sie von einem Fremden vergewaltigt. Als sie ihrem Ehemann davon erzählte, schlug und verjagte er sie. Verstoßen und gedemütigt fand sie schließlich in Umoja Zuflucht. Heute bietet ihr die Frauengemeinschaft Sicherheit, doch Naporas seelische wie körperliche Wunden heilen nur langsam.

    Umoja bedeutet „Einheit“ auf Suaheli und das ist es auch, was die Frauen hier finden. Im Gemeinschaftshaus oder unter der großen Akazie im Zentrum des Dorfes kommen sie regelmäßig zusammen, um sich auszutauschen. Gemeinsam versuchen sie, das Schreckliche, was jede einzelne von ihnen erlebt hat, zu verarbeiten. „Wir wollen, miteinander Spaß haben, so vergessen wir den Ärger“, sagt Rebecca Lolosoli, die Gründerin des Dorfes. „Keine Demütigung mehr für diese Frauen. Nur noch Respekt!“ Niemals wieder sollen Frauen missachtet oder misshandelt werden – so ihre Forderung.

    Das Zusammenleben im Dorf verläuft nach selbst definierten Regeln: Sämtliche Güter werden geteilt. Außerdem besitzen die Frauen in Umoja Haus und Land, züchten Vieh und schlachten es auch selbst – alles Rechte und Aufgaben, die ihnen außerhalb der Grenzen ihres Dorfes verwehrt bleiben. Denn bei den Samburu geht die Frau mit der Hochzeit traditionell in den Besitz des Mannes über. Dass Frauen selbst Vieh und Land besitzen, ist undenkbar. Die Männer im Nachbarort Archer’s Post fühlen sich durch das neue Selbstbewusstsein der Frauen bedroht. Bei Einkäufen im Ort werden die Frauen aus Umoja mit Argwohn empfangen und bedrängt. Doch sie lassen sich durch die Widerstände nicht beirren, sie engagieren sich politisch auch außerhalb ihres Dorfes für alle Frauen in Kenia.

    Rebecca Lolosoli ist sogar regelmäßig im Ausland unterwegs, um auf die Lage der kenianischen Frauen aufmerksam zu machen. Und sie ist optimistisch: „Die Zukunft sieht besser aus“. Um auch finanziell unabhängiger zu werden, planen die Frauen, ein Touristencamp in Umoja zu errichten – ein weiterer Schritt zu mehr Anerkennung und Selbstbestimmung.

    LG She1 :D

    Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind! (Kurt Tucholsky)
  • she1
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    geschrieben 1236556214000

    Habe noch vergessen zu schreiben, dass es Fahrten dorthin gibt. Quasi als Abstecher, wenn es zum Samburu-Nationalpark geht. In diesem Film wurde dies gezeigt, dass Touris (z.B. Amerikaner) dort waren. Sie haben wunderschönen Perlenschmuck etc. von den Frauen gekauft. Die Kinder dieser Frauen leben ebenfalls dort und werden von einer Samburu-Frau, die bis zu ihrem 12. Lebensjahr auch eine Schule besucht hatte unterrichtet. Laut Bericht dieser Frau, soll in naher Zukunft aber auch eine richtige Lehrerin eingestellt werden.Mittlerweile ist sie ja schon da, denn der Fim ist schon etwas älter. Schade, dass Du den Film nicht gesehen hast, war sehr interessant.

    Wenn ich mich nicht irre, müsste er wieder, am 20.3., wiederholt werden. Bin mir aber nicht sicher. Musste mal reinschauen.

    So, nun wirklich gute Nacht ;)

    LG

    She1

    Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind! (Kurt Tucholsky)
  • she1
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    geschrieben 1236556920000

    Hi Stüppi,

    sorry ich nochmals, habe gerade entdeckt, dass es eine Fortsetzung am Montag gibt( jetzt auch mit der Lehrerin, die ich schon erwähnte) ! :D

    10. Februar 2007, um 21.40 Uhr:

    Kenia – Das Dorf der Frauen

    Kenia – Das Dorf der Frauen

    Internetlinks und Literaturtipps

    Fast drei Wochen verbrachte das ARTE Geo-Team in einem Dorf namens Umoja im Samburu-Nationalpark in Kenia. Umoja ist kein gewöhnliches Dorf, denn hier leben ausschließlich Frauen. Rebecca Lolosoli, die Gründerin des Dorfes, war Opfer einer Vergewaltigung. Doch sie beschloss, ihr Schicksal nicht hinzunehmen, sondern zu kämpfen. Zusammen mit anderen gründete sie einen Ort der Zuflucht für misshandelte Frauen, die wie sie selbst nicht länger bereit sind, Demütigungen hinzunehmen.

    Umoja („Einheit“ auf Suaheli) wurde zum Symbol für die afrikanische Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.

    Ein Dorf nur für Frauen, die hierher geflüchtet sind, um einer Zwangsheirat, Genitalverstümmelungen, Männergewalt und Ächtung zu entgehen. Umoja ist ihre Zuflucht und Rebecca Lolosoli ihr Leitbild, eine Kämpferin für die Rechte der Frau. Im Laufe der Jahre hat sich das Dorf vergrößert. Die Frauen bauten eine Schule, in der Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet werden. Margaret, die Lehrerin, bringt ihnen gegenseitige Achtung und Respekt bei. Erziehung und Bildung sind für die Zukunft entscheidend. Die Frauen stellen unter der Anleitung von Lisa und Damaris Gegenstände her, die sie an Touristen verkaufen. Maîna, die Baumeisterin, ist für die Errichtung der Hütten zuständig. Jede Dorfbewohnerin hat eine feste Aufgabe.

    Das Dorf ist eine männerfreie Zone, beschützt von 3 Massai, die außerhalb ihre Runden drehen. In vier Jahren hat Rebecca bereits mehrere Morddrohungen erhalten. Sie stört, weil sie die alte Ordnung infrage stellt. Die Frauen von Umoja sind finanziell unabhängig. Sie produzieren Kunsthandwerk und planen sogar, ein Touristencamp einzurichten. Dieses jüngste Projekt ist der ganze Stolz der „Rebellinnen“. Die Frauen von Umoja haben sich Anerkennung und Respekt verschafft. Frauen, die missachtet, misshandelt oder von ihren Männern verstoßen werden, suchen ihren Rat. Rebecca ist sogar im Ausland unterwegs. Sie sprach schon vor den Vereinten Nationen, um auf die Lage der kenianischen Frauen aufmerksam zu machen. Sie verkörpert eine „neue Generation afrikanischer Frauen“. Die Männer im Nachbarort Archer’s Post einige hundert Meter weiter fühlen sich durch das neue Selbstbewusstsein der Frauen bedroht. Sie wollten es den Frauen gleichtun und sich das Wohlwollen der Internationalen Institutionen sichern, doch das ist ihnen misslungen. Inzwischen sind die meisten von diesem Gedanken abgerückt.

    Umoja und Rebecca Lolosoli sind Leitbilder. Im Norden wie im Süden steht Umoja für ein neues Lebensmodell, eine neue Kultur. Davon zeugen auch die 300 Frauen, die aus allen Teilen der Welt zum Internationalen Frauentag in das Stammesgebiet der Samburu gekommen sind.

    Die Begegnung mit den Frauen von Umoja war für die Männer und Frauen des Drehteams eine außergewöhnliche Erfahrung, die sie die Hitze, den Wind und die lästigen Fliegen vergessen ließ. Eine Lektion in Demut und Toleranz. Die Qualen, die diese Frauen in ihrem früheren Leben erdulden mussten, lassen den alltäglichen Ärger und die Sorgen eines wohlbehüteten Daseins in Europa verblassen. Die Frauen von Umoja haben kein leichtes Leben. Doch sie sind unabhängig. Was sie besitzen, gehört ihnen. Sie leben frei und selbstbestimmt. Sie sorgen für ihren Lebensunterhalt und, was besonders schön ist, sie können es sich sogar leisten, Fleisch zu essen. Das Wort „Glück“ bekommt wieder einen Sinn. Für einige Frauen und ihre Kinder ist Umoja der Start in ein neues Leben.

    LG

    She1 :D

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  • Gerd Wagner
    Dabei seit: 1143676800000
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    geschrieben 1236600980000

    Jambo sana,

    wir waren im September 2007 in diesem Dorf.

    Es liegt zwischen Archers Post und dem Archers Post Gate, abseits der „Hauptstrasse“.

    Damals kannte kein Fahrer das Dorf.

    Möglich, dass es heute Fahrten von den Camps oder Lodges dahin gibt, wie man ja auch in „normale“ Samburudörfer fahren kann.

    Wir haben damals auch Rebecca kennengelernt und sie hat uns über Entstehung und Sinn dieses Dorfes einiges berichtet. Auch über einige tragische Erlebnisse, die Frauen haben’s nicht leicht. Aber glücklich scheinen sie trotzdem zu sein und natürlich stolz auf ihr bisher Erreichtes. Es wurde damals auch schon von einem geplanten Touristencamp erzählt, aber wie bei so vielem in Kenya, es geht einfach nicht voran.

    Schmuck haben wir auch bei ihnen gekauft, sehr schön, so wie man ihn auch in anderen Samburudörfern zu kaufen kriegt. Hier bleibt der Erlöss allerdings im Besitz der Frauen, hat ja auch sein Gutes. Natürlich wurde uns zu ehren auch gesungen.

    Ich kann jedem nur empfehlen mal hinzufahren, wenn man sowieso im Samburu oder Shaba ist.

    Sie haben auch eine eigene Seite:

    http://www.umojawomen.org

    kwaheri ja kuonana

    Gerd

  • she1
    Dabei seit: 1233273600000
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    geschrieben 1236623077000

    Hallo Gerd,

    vielen Dank für Deine Mitteilung. Werde mir auf jeden Fall dieses Dorf einmal anschauen, wenn ich in Kenia bin.

    Hatte gestern ja mitgeteilt, das am 10.03. eine Fortsetzung des Berichtes gezeigt wird. Habe nunn einmal in meiner Fernsehzeitung nachgeschaut, da steht nichts von einer Fortsetzung des gestrigen Berichtes drin. Im Internet stehts allerdings. Ich war wieder einmal total blind :? , die Sendung wurde ja schon am 10.02. gezeigt und nicht, wie ich Blindfisch meinte, 10.03. :laughing: :rofl: Sorry auch an Stüppi. Ich glaube, ich muß zum Optiker :D

    Ahsante sana!

    Tutaonana mara nyingine!

    she1

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  • Stueppi
    Dabei seit: 1182470400000
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    geschrieben 1236633263000

    Hallo Ihr beiden!

    Vielen Dank für die Beiträge, ist sehr interessant zu lesen!

    Liebe Grüße

    Stüppi

    Alles was ich mir wünschte war nach Afrika zurück zu kommen. Wir hatten es noch nicht einmal verlassen, und doch war ich wenn ich nachts wach lag und lauschte schon heimwehkrank - E.Hemingway-
  • she1
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    geschrieben 1236634937000

    Jambo,

    hier noch zwei demnächst in der Glotze interessante und informative Sendungen über Kenia :D : Diesesmal war ich kein Blindfisch ;), habe nämlich eine Lesebrille aufgesetzt :D .Sind zwar Sendezeiten, wo der Normalo noch schläft oder gerade aufsteht oder mitten in der Arbeit steckt. Ich weiß allerdings nicht, ob ich diese Info in den richtigen Thread gesetzt habe :question:

    Auf Phoenix am Montag,16.3.09 um 04:15 Uhr

    "Bis zum letzten Tropfen" (1/4) Kenia - Die feindliche Oase

    Im Norden Kenias beginnt zu jeder Trockenzeit erneut der Kampf um die Wasserquellen der Region.

    Die verschiedenen Nomadenvölker machen sich gegenseitig den Zugang zu den wenigen nicht versiegenden Brunnen streitig, die bis zu 60 Meter tief sind. Auch um das Wasser des Turkana-Sees wird gestritten. Die Turkana-Nomaden teilen weder Wasser noch Weiden und andere Nomaden treiben ihre Tiere nur dorthin, wenn sie um die eigenen Wasserstellen keine Nahrung mehr finden.

    Da, wo durch Entwicklungshilfe eine dauerhafte Versorgung möglich wurde, siedeln sich die Nomaden an. Aber oft wartet dort schon die nächste Katastrophe. Wo die Nomaden sesshaft sind, vermehren sich die Herden, so dass das Gras bald nicht mehr reicht. Überweidung zerstört die Natur. Mit der nächsten großen Dürre kommt dann neben dem Durst auch der Hunger für Tiere und Menschen.

    und auf

    BR Alpha am 17.3.09 um 13:45 Uhr: (bekomme diesen Sender leider nicht rein)

    "Die Kamelkarawane" – Durch das Land der Massai

    Nach der Regenzeit ziehen Kamelherden durch die Wildnis Afrikas, um neue Weideplätze zu finden. Der zwölfjährige Massai Koperi darf mit den Männern seines Stammes zum ersten Mal dabei sein.

    LG she1

    Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind! (Kurt Tucholsky)
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