• ADEgi
    Dabei seit: 1180828800000
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    geschrieben 1201521345000

    Hallo,

    ich möchte hier einmal eine Lanze für die Bahn brechen, da diese, zumindest nach meiner Erfahrung, wesentlich besser ist, als ihr Ruf.

    Nach meiner Einschätzung liegt der Fehler bei vielen Reklamationen am Kunden selbst. Sei es weil er zu knapp plant, einfach falsch organisiert ist oder schlicht und einfach keine Lust hat, sich mit dem Thema Bahn zu beschäftigen, sondern meint diese müsse so funktionieren, wie er sich das vorstellt.

    Besonders anfällig sind hier notorische Autofahrer. Wenn diese eine weite Strecke fahren bereiten sie Ihr Fahrzeug genau vor, suchen sich die beste Strecke und planen oft Tagelang, wie es am günstigsten wäre. Fahren diese jedoch mit der Bahn, gehen sie zwei Minuten vor Abfahrt des Zuges an den Schalter und wundern sich, daß eine Schlange vor diesem steht.

    Ich komme auf dieses Thema, weil ich gerade vorher wieder eine solch schöne Szene miterleben durfte. Ich war gerade dabei meine Werbung am Bahnhof zu tauschen, als sich folgendes ereignet.

    Eine Dame kommt mit Koffer und Tasche dort an. Sie geht zum Automaten und drückt etwas. Nach kurzer Zeit höre ich: "Was nützt ein Automat, wenn er nicht funktioniert. Jetzt muß ich zwei Euro mehr zahlen" (geht zum Schalter). Kommt wieder und versucht sich am Fernverkehrsautomaten. Rechts von mir höre ich dann: "Können Sie mir helfen, meine Karte klemmt?" Ich bedaure, da ich wirklich mit der Bahn nichts zu tun habe. Ich habe ja nur Werbeflächen angemietet und auch noch nie einen Fernverkehrsautomaten benutzt. Die Karte wird wieder ausgespuckt. Gleichzeitig beginnt es am Bahnübergang zu klingeln. Kommentar: "Ach was mache ich jetzt? Jetzt kommt ja der Zug." Die Dame rennt nach einer kurzen Überlegung wieder zum Schalter, kommt aber sofort wieder (der Zug ist auch schon da) und steigt in diesen ein. Beim Einsteigen höre ich noch "Ach ist denn hier keiner...." Ich denke der Zugbegleiter war hier gemeint. Es fährt aber definitiv einer in diesem Zug mit und ich denke, daß er sich auch noch vorstellen wird. ;)

    Woran das Ganze jetzt lag kann ich nicht sagen. Fakt ist aber, daß die Automaten wegen einfallender Sonne nur schlecht lesbar sind. Bei uns gibt es zwei Gleise. Auf dem einen stehen drei und auf dem anderen zwei Automaten (diese dann auch im Schatten) Grundsätzlich wäre es auch nicht weiter verwunderlich wenn der Automat einfach nicht wechseln konnte, da bei uns im Ort am Wochenende recht viel los war, wegen eines Fasnachtsumzuges. Der Schalter ist im Übrigen geöffnet. Es gab keine Schlange und wir haben bei uns auch Samstags und Sonntags lange Öffnungszeiten.

    Jetzt zum eigentlichen Punkt.

    Diese Dame wird ziemlich sicher Probleme bekommen, wegen Schwarzfahrens. Sollte die Bahn kulant sein, so bleibt immer noch ein höherer Fahrpreis, da nach meinem Wissensstand Ländertickets (das wollte die Dame vermutlich lösen) nicht im Zug verkauft werden. Sie wird sicher völlig unzufrieden sein und auf die böse Bahn schimpfen, doch nach meiner Meinung hat Sie an allem selbst Schuld.

    Wenn ich zur Bahn gehe und direkt fahren möchte, dann plane ich doch etwas mehr Zeit ein als nur 5 Minuten. Dann hätte ich Zeit, zur Not auch noch die Seite zum anderen Automat zu wechseln, so ich denn unbedingt sparen möchte. Ansonsten reicht es mir ja auch noch gemütlich am Schalter eine Fahrkarte zu bekommen. Außerdem will ich mal unterstellen, daß die Reise eher langfristig geplant war, denn sicher gehen nur wenige kurzfristig, mit ausgiebigem Gepäck, auf Reisen.

    Bin ich hier zu streng oder wie seht Ihr das?

    Fairerweise muß ich sagen, daß ich sehr häufiger Bahnfahrer bin. Ich kann mich aber nicht daran erinnern jemals einen Zug oder Umstieg verpasst zu haben. Verspätungen gab es sicher schon aber diese lagen meist bei Dingen die die Bahn nicht zu verantworten hatte. Also ich bin mit der derzeitigen Bahn sehr zufrieden. Das einzige was ich mir wünsche wären noch häufigere Verbindungen in alle Regionen, speziell auch während der Nacht.

    Ansonsten bin ich so gemein und kann solche Szenen richtig geniessen! :laughing:

    Gruß

    Berthold

  • holzwurm
    Dabei seit: 1087084800000
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    geschrieben 1201527176000

    Hallo berthold,

    100 Prozent zustimm.

    Jeder macht sich doch selber das Leben schwer, wenn er meint es reicht auf den letzten Drücker.

    Man könnte sich das Ticket ja sogar am Automaten bereits 1 bis 2 Tage vor der eigentlichen Reise ohne Stress und in aller Gemütlichkeit beschaffen. Dazu muß man nur das mit Reisedatum angeben.

    LG

    holzwurm

  • krabel
    Dabei seit: 1100131200000
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    geschrieben 1201527386000

    Tja, da haben wir dann bisher immer Pech gehabt. Wir fliegen jedes Jahr - meistens ab Frankfurt - in den Urlaub. Da meistens Fernziel, bleibt uns nichts anderes übrig. Und bisher war keiner der Züge auch nur annähernd pünktlich. Gut, wir planen immer so, dass wir einen Zug früher nehmen, falls mal was passiert. Aber dieses "falls mal was passiert" hatten wir bis jetzt jedes Mal. Und die Verspätungen lagen nicht im Minutenbereich.

    Grüße Ute

  • ADEgi
    Dabei seit: 1180828800000
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    geschrieben 1201535232000

    Hallo Ute,

    genau das meine ich ja. So wie Du das machst ist es eigentlich auch richtig. Bei allem was ich planen kann, setze ich doch eine gewisse Reserve. Mach ich ja auch, wenn ich mit dem Auto Anreise. Hier muß ich doch auch einen Stau einkalkulieren.

    Auch ich habe immer mal wieder verspätete Züge gehabt, aber dank guter Planung nie etwas Wichtiges verpasst.

    Gruß

    Berthold

  • krabel
    Dabei seit: 1100131200000
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    geschrieben 1201535788000

    Hallo Berthold,

    ich hätte mich aber trotzdem gefreut, wenn wenigstens einer der Züge mal pünktlich gewesen wäre. Wir hatten schon öfters mitten auf der Strecke einen längeren Halt, ohne ersichtlichen Grund. Es hieß dann meistens: es gibt Schwierigkeiten auf der Strecke, mit den Weichen etc. Einmal standen wir so lange, dass Reisende, die noch pünktlich ihren Flug bekommen wollten, mitten auf der Strecke ausgestriegen sind und mit dem Taxi weiter, dass war vielleicht ein Theater.

    Ist ja auch menschlich, wenn mal Fehler, Verspätungen oder sonstiges passiert. Aber so oft? Selbst die Verbraucherzentrale hat dies neulich moniert.

    Grüße Ute

  • santamarinello
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    gesperrt
    geschrieben 1201537250000

    Das eine ist die Unerfahrenheit der Kunden mit den Automaten - OK wenn ichs halt nicht weiß muss ich Zeit mitbringen, keine Frage, Kundenfehler.

    Das andere ist aber wenn die Bahn die Umsteigeverbindungen zu 40 % nicht einhält - und das sind ja keine Verbindungen die der Kunde selbst wählt sondern die die Bahn im Reiseplan selbst vorschlägt. Und wer das Pech hat eine Strecke mit 2-Stunden-Takt benutzen zu müssen der sieht u.U. ganz schön alt aus.

  • Netty3103
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    geschrieben 1201552082000

    Hallo,

    ich war bis vor knapp 4 Monaten Bahnpendler und habe dann aber wegen ständigem Ärger mit der Bahn mein Abo-Ticket nicht mehr verlängert, weil ich es einfach leid war...

    Zu den Automaten: es ist sicherlich so, dass ein Großteil der Reisenden mit den Dingern hoffnungslos überfordert ist und dann die eingeplante Zeit oft nicht ausreicht, um sich in Ruhe schlau zu machen. Allerdings muss man sich als Anbieter schon fragen lassen, wie kundenfreundlich die Automaten sind - und dabei muss man auch berücksichtigen, dass es eben auch einfach gestricktere Leute gibt... Bei unserem Bahnhof (Kleinstadt mit 8000 Einwohnern, 1 Fernverkehrsautomat, 1 Automat Verkehrsverbund, KEIN Schalter und seit diesem Jahr auch keine DB-Agentur mehr) kommt es immer mal wieder vor, dass einer dieser Automaten kaputt ist. Und dann fängt der Heckmeck an: dies dem Schaffner erklären, erstmal zum erhöhten Preis und ggf. + 40 Euro löhnen, die prüfen dann ob die Maschine wirklich defekt war etc. - das Procedere nervt. Und komischerweise gibt es Privatbahnen, wie z.B. die UBB auf Usedom, bei der man ganz regulär im Zug sein Ticket kaufen kann ohne einen Aufpreis zu zahlen.

    Auf unserer Strecke wurden in den vergangenen Jahren mehrere Züge gestrichen, obwohl die Strecken von der Kundschaft genutzt wurden. Früher bin ich um ca. 5.50 Uhr abgefahren; Arbeitsbeginn bei mir ab 6.30 Uhr ; Fahrzeit ca. 30 Minuten - war super. Vor zwei Jahren wurde der Zug gestrichen, musste dann den früheren Zug um 5.32 Uhr nehmen - naja. Seit letztem Fahrplanwechsel wurde dieser auf 5.19 Uhr vorverlegt - da hatte ich keinen Nerv mehr drauf.

    Ich denke, wenn man irgendwo in einer Großstadt wohnt und nach Großstadt B will, ist das alles prima mit der Bahn. Aber auf dem Lande sind die Verbindungen bei uns hundsmiserabel. Der letzte Zug kommt hier um 21.15 aus unserer Kreisstadt an. Na, da muss ich abends nicht den Zug nehmen. Will ich zum nächsten Flughafen in Stuttgart, bin ich per Bahn 2,5 Std. unterwegs - Verbindung aber nur alle 2 Stunden. Mit dem Auto brauche ich 1 h!

    Auf der Strecke wird das älteste Wagenmaterial eingesetzt, es ist an der Tagesordnung, dass WCs nicht benutzbar sind, Türen nicht zu öffnen sind, die Heizung nicht geht und man im Winter frierend im Mantel im Zug hockt, von Sitzkomfort usw. gar keine Rede.

    Verspätungen sind keine Seltenheit - und was daran am meisten nervt: keine Durchsagen dazu, keine Informationen, nix.

    Das alles in der Summe hat mich so sehr genervt, dass ich nun kein Kunde der Bahn mehr bin, sondern mit dem Auto zur Arbeit fahre :?

    Liebe Grüße, Netty

    Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen. Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
  • santamarinello
    Dabei seit: 1182124800000
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    gesperrt
    geschrieben 1201596845000

    Hallo Netty,

    deiner Beschreibung nach entnehme ich dass es sich um die Strecke zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg handeln müsste ... die ist in der Tat kein Paradestück der Bahn! Daran Schuld hat aber in dem Fall nur zum Teil die Bahn, sondern mehr das Land Baden-Württemberg das die gekürzten Regionalisierungsmittel des Bundes für den Regionalverkehr nicht, wie andere Länder, aus dem eigenen Haushalt auffängt und weniger Züge als bislang bestellt hat. Der Regionalverkehr ist inzwischen Ländersache, die Länder bestellen bei der Bahn nur die Verbindungen. Das hat die Folge dass es der Bahn weitgehend egal ist wie die Auslastung der Züge nun ist - das Land bezahlt ja eh einen Festpreis für jede bestellte Zugfahrt.

    Ein grundlegender, aber politisch gewollter Fehler im System.

    Wie das auch anders geht beweist tagtäglich die Albtal-Verkehrsgesellschaft aus Karlsruhe, die sehr kundenfreundlich (z.B. mit bedienfreundlichen Fahrkartenautomaten in den Zügen und attraktiven Tageskartenangeboten) den Nahverkehr in dem sehr großen Bereich zwischen Freudenstadt, Karlsruhe, Pforzhaim, Heilbronn bis nach Öhringen (und demnächst auch nach Mosbach) betreibt.

    Was die Automaten anbelant - die sind besser als ihr Ruf. Ein durchschnittlich intelligenter Mensch der des Lesens einigermaßen mächtig ist sollte damit klar kommen.

  • Netty3103
    Dabei seit: 1180396800000
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    geschrieben 1201612950000

    Hallo Santamarinello,

    Volltreffer - genau die Strecke ist es, die mich so verärgert!

    :laughing: :rofl: :rofl: :rofl:

    Bist Du ein Bahn-Insider oder war die Beschreibung so zutreffend oder ist das die einzige Katastrophenstrecke in Bawü, die jeder kennt ;) ???

    Natürlich stimmt es, dass die Bahn nur einer der Spieler in dem Spiel ist und das Land es war, das die Gelder gekürzt hat. Richtig ist auch, dass es beispielsweise von Heilbronn nach Öhringen oder auch Richtung Eppingen prima Verbindungen gibt und das von früh morgens bis spät abends, in schönen Zügen....

    Es war auch mal in der Diskussion, die Stadtbahn ins Jagsttal hinaus fahren zu lassen. Aber davon hört man schon lange nichts mehr. Ein Problem auf unserer Strecke ist wohl auch, dass es einen kurzen Abschnitt bei Züttlingen gibt, der eingleisig ist und schon seit Jahren geredet wird, diesen Teil auszubauen - allerdings betrifft das auch eine Brücke über die Jagst, was natürlich nicht aus der Portokasse zu bezahlen ist. Insofern habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass sich vor meinem Rentenalter noch etwas tut :D (obwohl es noch ein paar Jahrzehnte bis dahin sind)

    Mit den Automaten ist es, glaube ich, wirklich sehr unterschiedlich, warum Reisende nicht damit zurecht kommen: die eher einfach gestrickten, die nicht-lesekundigen, die nicht deutschsprachigen, oft aber auch ältere Leute, die dieser Technik mit einem großen Fragezeichen im Gesicht gegenüber stehen. Für die ist es besonders hart, dass es nicht mehr den Schalter alter Art gibt bzw. der Fahrscheinverkauf im Zug nicht so einfach ist.

    Liebe Grüße, Netty

    Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen. Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
  • BlackCat70
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    Zielexperte/in für: Allgäu
    geschrieben 1201630621000

    Hallo zusammen,

    ich fahre ab und zu mal mit dem Zug und kann mich im großen und ganzen nicht beklagen. Nur neulich habe ich mich mal ziemlich geärgert.

    Da steht auf einem Fahrplan in ganz normaler großer Schrift mein gewünschter Zielort mit Ankunftszeit - und ein paar Zentimeter darunter, in klitzekleinen Buchstaben: (nur So). Nur blöd, daß wir am Samstag unterwegs waren und somit die restlichen 80 Kilometer mit dem Taxi zurücklegen mußten.

    Auf unsere Nachfrage hin hieß es, daß wir nicht die ersten sind, denen das passiert - was auch der Taxifahrer bestätigt hat.

    Wenn wir mit dem Zug zum Flughafen fahren, nehmen wir auch immer einen früher als nötig - aber eher wegen dem gemütlichen Frühschoppen im Airbräu als wegen eventueller Verspätungen. Das Ticket wird mindestens einen Tag vorher gekauft, egal ob am Automat, am Schalter oder im Internet.

    Am Donnerstag fahren wir übrigens nach Köln ... toi toi toi. ;)

    Viele Grüße,

    BlackCat70

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