• Holzmichel
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    geschrieben 1215172746000

    Hallo,

    ein schönes Beispiel, wie engstirnig Ansichten darüber sein können, erlebe ich dieser Tage in unserem engeren Bekanntenkreis.

    Es ist eine Familie mit 2 Kinder (12 oder 19), wo beim Älteren noch ein Studium ansteht. Finanziell konnten sie aus verschiedenen Gründen leider nie große Sprünge machen, sind immer und überall sehr sparsam und bescheiden.

    Aber sie haben immer - wenn auch in der "Sparvariante" - einen gemeinsamen Urlaub möglich gemacht.

    Nun ist er leider arbeitslos geworden, durch gesundheitliches Handycap sind auch die zukünftigen Aussichten eher schlecht.

    So bleibt sie als Alleinverdienerin, allerdings nur mit Teilzeit und nicht besonders tollem Gehalt übrig. Und dazu eben noch das Arbeitslosengeld bzw. dann sicher Hartz4.

    Nun wollten sie auch in diesem Jahr wieder mit dem Wohnanhänger (älteres Teil, mal vom Vater bekommen) in den Ferien Urlaub in Italien machen, allerdings ohne den Großen - der will nicht mehr mit.

    Und nun gibt es von einer elterlichen Seite aus riesen Nölerei und Schimpferei, wie sie denn sowas manchen könnten, jetzt in den Urlaub fahren, wo er doch arbeitslos geworden ist.

    Sie sollten das Geld doch sparen und nicht in Italien "verjuckeln" usw., usw.

    Jedenfalls wo wir uns darüber unterhalten hatten, sagte er mir daß er all das Genöle nicht mehr hören kann und sie noch zusätzlich belastet.

    Sicher kennt mancher von Euch so eine Situation.

    Meine Meinung dazu habe ich ja schon oft geschrieben.

    Ich bin auf jeden Fall dafür, daß man auch als Arbeitsloser mit wenig Geld das Recht auf einen Familienurlaub hat - allein schon der Kinder wegen und um auch mal eine andere, bessere Stimmung zu bekommen.

    Ich hab zu ihm gesagt, daß sie fahren sollen!

    mit Gruß

    Erwin

  • Harwusche
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    geschrieben 1215173227000

    Find ich auch, dass die in den Urlaub fahren sollen. Ich kenne genug leute die ewig sparen für einen urlaub und dennoch verzichten mussten wegen einer kleinigkeit. Die Familie sollte sich da bissle zurücknehmen. So nen quack musste ich mir auch schon anhören, aber bei mir ging es drum das ich nen führerschein machen soll. ich aba noch nicht will ;)

  • Metrostar
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    geschrieben 1215173836000

    Beim Arbeitsamt vorsprechen, sagen, was man vorhat (damit der Urlaub nicht "angekreidet" werden kann) - und über die anderen denken: Rutscht mir den Buckel runter. Die "bessere Hälfte" geht arbeiten, ihr steht Urlaub zu. Das sind keine Faulpelze, die den lieben langen Tag "Bubu" machen, und sich über die Deppen, die arbeiten gehen, amüsieren.

  • San-dee
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    geschrieben 1215173848000

    ich bin auch der Ansicht, dass sie fahren sollten! Urlaub ist doch das Schönste im ganzen Jahr.

    Auch wenn man arbeitslos ist, kann man es sich erlauben - wenn man spart. Solange sie sich jeden Monat etwas beiseite legen, dass sie für einen Urlaub sparen, ist doch alles in Ordnung. Und natürlich, so lange man sich nicht verschuldet.

    Abgesehen davon, geht es ja auch nicht darum, dass man das teuerste Hiltonhotel bucht, sondern einfach ein bisschen Abwechslung vom Alltag hat, egal wo.

    Die Leute, die sowas nicht verstehen können, fahren wohl auch einfach nicht gerne weg.

    Ich selbst verdiene auch kein Geld, da ich noch Studentin bin. Ich muss alle 6 Monate Studiengebühren zahlen und habe momentan auch leider nicht die Zeit für einen Nebenjob (erst wieder in den Ferien), meine Eltern geben mir monatlich Taschengeld und dieses spare ich eben für Urlaub! Wieso auch nicht?

    Dann kaufe ich mir eben weniger Klamotten und gehe weniger essen.

  • gastwirt
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    gesperrt
    geschrieben 1215173949000

    dein erster satz lässt deuten, das du keinen widerspruch hören willst.es gibt aber bestimmt aspekte, um die angelegenheit auch anders zu betrachten ohne gleich engstirnig zu sein. nur als denkanstoß: jeder achte bundesbürger ist von armut bedroht(laut statistik-ich denke anders!). deine bekannten zählen wohl in diesem falle dazu. mit staatlichen leistungen urlaub zu bezahlen, ist meiner meinung nach mehr als befriedigung und sicherung von grundbedürfnissen. urlaub sollte man selbst bezahlen können, auch wenn es mancher immer wieder nicht wahr haben will-urlaub ist luxus und den MUSS man selbst bezahlen können! und was ein recht auf irgendwas angeht-vieles was meiner familie gut tun würde oder spaß machen könnte, können wir uns auch nicht leisten. man hat wohl in deutschland verlernt, in bestimmten situationen auch mal abstriche machen zu können. gruß marcel

  • rosi0808
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    geschrieben 1215174327000

    Ich finde, dass man da pauschal keine Aussage treffen kann ohne die Menschen besser zu kennen.

    Es gibt Leute die würden zu allererst ihren Urlaub streichen, wenn sie in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Für sie ist Urlaub einfach nicht so wichtig!

    Andere würden auf vieles andere verzichten, aber nicht auf ihren Urlaub.

    Was mir nie in den Kopf geht ist, das man sich vom Gerede anderer Leute so unter Druck setzen lassen kann. Wenn ich ihn Urlaub möchte und mir das wichtig ist, was interessiert mich das Geschwätz anderer. Auch wenn es die eigene Familie ist.

    Dann sollen sie in Urlaub fahren und ihn genießen.

    Ich persönlich würde allerdings nicht in Urlaub fahren. Für mich ist Urlaub immer noch Luxus, trotzdem mein Mann und ich seit über 20 Jahren jedes Jahr in Urlaub gefahren sind und wir gerne Fernreisen unternehmen.

    Ich könnte zu allererst auf Urlaub verzichten, bevor ich beim Essen oder Sachen des täglichen Bedarfs, jeden Cent dreimal umdrehen müsste.

    Aber wie ich schon erwähnt habe, muss das wirklich jeder für sich entscheiden.

    Gruss

    Rosi

    Die Menschen sind so. Andere gibt es nicht
  • carstenW.
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    geschrieben 1215174687000

    @holzmichel

    sehe das genauso wie Du. Die Aussage, Urlaub ist Luxus u. sollte man sich selbst bezahlen können stimmt ja soweit. Aber wenn es trotz der Arbeitslosigkeit geht, ist es doch in Ordnung. Wenn dann Äußerungen kommen wie "auf Kosten des Staates usw.", dann trifft das bei mir auf Unverständnis, denn diese Leute haben jahrelang Sozialleistungen eingezahlt. Da sollte sowas kein Problem sein. Desweiteren wundert mich, daß die elterliche Seite so ein Genöle macht. Zum einen geht es sie nichts an, zum anderen ist die Familie alt genug. Bedenken kann man ja äußern, es ist aber immer eine Frage des "wie".

  • carofeli
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    geschrieben 1215175105000

    Hallo

    hatte leider letztes Jahr eine ähnliche Erfahrung machen müssen. Ende April wurde ich zu Ende Juli gekündigt - der Urlaub war aber bereits im Herbst des Vorjahres gebucht und sollte auch stattfinden.

    Hab das so beim Arbeitsamt erklärt und natürlich auch so Sätze einstecken müssen, dass das aber nicht ganz statthaft wäre u. das ich ja in dem ersten Monat Arbeitslosigkeit überhaupt keinen Anspruch auf Urlaub hätte. Hab dann mein Anliegen nochmals sachlich, aber energisch vorgetragen und es ging. Hab sogar im Urlaub einen Anruf von der Agentur bekommen und dieser hat mir zu der neuen Arbeit verholfen, bei der ich jetzt immernoch bin.

    Hab nämlich auch nicht einsehen wollen, warum die ganze Familie auf den lange geplanten Urlaub verzichten soll. Außerdem hatte ich dort auf Korfu die Gelegenheit, all den Ärger hier wirklich zu vergessen und auch die Sorge um neue Arbeit. Schon deshalb sollte man sich diese Auszeit auch gönnen, wenn es finanziell machbar ist.

    LG carofeli

    Wer reisen will, muss Liebe zu Land und Leute mitbringen, keine Voreingenommenheit.
  • carstenW.
    Dabei seit: 1139875200000
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    geschrieben 1215175284000

    kommt auch immer individuell drauf an, ob man sich dies in einer solchen Situation leisten kann.

  • MaraIswed
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    gesperrt
    geschrieben 1215175358000

    Ich würde auf Durchzug schalten. Es ist leider immer wieder das Problem, dass Eltern oder andere meinen einem sagen zu müssen was man kann, darf, muss oder sollte.

    Sofern man die Eltern oder Freunde nicht anpumpt und sie somit in die Situation mit einbezieht, haben die meiner Meinung kein Recht da mitzureden. Ich war auch mal arbeitslos und bin trotzdem in Urlaub gefahren. Es war dann eben nicht das 4* Hotel oder diverse WE Trips sondern der Urlaub wurde dem zu der Zeit möglichen finanziellen Rahmen angepasst.

    Zum Thema dem Staat auf der Tasche liegen. Es gibt in unserem Land so viele Sozialschmarotzer. Viele sind den Ämtern sogar bekannt und keiner tut wirklich was dagegen. Da sehe ich es nicht ein, dass ein Mensch, der mehr oder weniger unverschuldet arbeitslos wird sich für seinen Urlaub rechtfertigen muß. Schon gar nicht wenn einer der Partner arbeitet.

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