• Lexilexi
    Dabei seit: 1091059200000
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    geschrieben 1255605881000

    hallo. keine angst. ich weiß schon, wie der check in funktioniert.

    ich frage mich aber, wer genau diesen service bereit hält? die airline? der flughafen? oder beide zusammen?

    dieser service wird ja immer nur am heimatflughafen angeboten. nie aber in der urlaubsdestination.

    was hat eine airline/flughafen davon, diesen dienst anzubieten?

    die kosten für die nächtliche lagerung des gepäcks müssen doch immens hoch sein.

    den einzigen vorteil aus sicht der airline, den ich darin sehe ist der, dass sich die eincheck-gäste entzerren und nicht hunderte auf einmal einchecken wollen.

    aber wenn ich mir manchmal die öffnung der vorabend-check-in schalter anschaue, ist das oft nur eine verlagerung der massen vom abflugtag auf den vorabend des abflugtages.

    wer kennt sich aus? wer weiß was genaues?

    liebe grüße und danke fürs lesen.

    Das "F" in Montag steht für Freude.
  • Chris737
    Dabei seit: 1179964800000
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    geschrieben 1255629378000

    Hallo Lexi,

    die Entscheidung, ob und wo ein Vorabend-Check-in angeboten wird treffen alleine die Airlines. Diese stellen die Check-in Mitarbeiter bereit (entweder durch eigene Mitarbeiter oder über sogenannte Handling Agents, also Fremdfirmen). Die Airline muss sich wiederum mit dem jeweiligen Flughafen abstimmen, da dieser das Gepäck bis zum nächsten Tag entsprechend lagern muss (in der Regel gegen ein Entgelt).

    Vorteil für die Airline ist zum einen der Service-Gedanke (reine Billigflieger wie Ryanair bieten dies z.B. in der Regel nicht an), zum anderen soll tatsächlich der Check-in-Prozess bei den Abflügen am frühen Morgen entzerrt werden. Die Airline kann dann ja morgens entsprechend weniger Schalter öffnen. Natürlich kann auch der Vorabend-Check-in mal überlaufen sein, aber das ist dann ja weniger dramatisch als unmittelbar vor dem Flug, da am Vorabend ja noch kein Flugzeug verpasst wird bzw. eine Verspätung produziert wird.

    Du hast recht, dass der Vorabend-Check-in nahezu nie an der Urlaubsdestination angeboten wird. Grund hierfür dürfte zum einen die geringere Nachfrage sein, da ein guter Teil der Urlauber einen Transfer zum Flughafen über den Reiseveranstalter erhält, der ja erst kurz vor Abflug erfolgt und nicht am Vorabend. Andere Passagiere kommen vielleicht erst am Rückflugtag von einer Rundreise, etc., darüber hinaus benötigt man einige Sachen ja noch für die letzte Nacht im Hotel.

    Ein weiterer Grund - zumindest bei den deutschen Ferienfliegern - sind die Umlaufzeiten der Flugzeuge: die Flieger starten in aller Frühe in Deutschland, der entsprechende Rückflug von der Auslandsdestination findet dann jedoch entsprechend später statt. Sehr frühe Abflüge von Auslandsdestinationen sind bei den deutschen Ferienfliegern selten.

    Insgesamt ist zu beobachten, dass seit der großflächigen Einführung von Internet-Check-in manche Airlines den Vorabend-Check-in auch wider abgeschafft haben (so z.B. British Airways an mehreren Flughäfen in Deutschland).

    Gruß

    Chris

  • vonschmeling
    Dabei seit: 1102896000000
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    geschrieben 1255639806000

    Perfekt, Chris737, auch wenn ich die Zusammenhänge kannte, habe ich deine Erläuterungen mit großen Interesse gelesen!

    Kleine Anmerkung hier zur Condor: Da die Airline keinen Web-Check-In und Drop-off-Counter vorhält, bieten sie wenigstens den Vorabend Check-In an.

    Die Wahrnehmung von Lexilexi, dass das Problem der Warteschlangen nur "verlagert" wird, ist nicht ganz richtig; in der Tat stehen am Morgen in aller Hergottsfrüh mindestens noch einmal genauso viele Paxe an!

    Mein persönlicher Vorteil:

    Ich kann morgens eine satte Stunde länger schlafen, was bei 6h Flügen eine Wohltat ist!

    Mit einer Wegstrecke von 15min zum Flughafen nutze ich daher diese Leistung auch fast immer beim frühem Start in die Ferien.

    Trotzdem: Web-Check-In wäre mir noch angenehmer und ich habe schon hin und wieder aus diesem Grund einer anderen Airline den Vorzug vor der Condor gegeben!

    Enthüllung: Zucker enthält viel zu viel Zucker!
  • Lexilexi
    Dabei seit: 1091059200000
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    geschrieben 1255688825000

    vielen lieben dank für eure erklärungen.

    ihr seid ja richtige erklärbären ;-)

    durch die antwort von chris, dass nur die airlines dafür vernatwortlich sind, drängt sich mir aber eine frage auf.

    denn die airlines sind ja keine barmherzigen samariter, sondern müssen geld verdienen.

    wenn der einzige vorteil der ist, dass die paxe frühzeitig einchecken und die gefahr einer flugverspätung geringer wird, können die airlines doch einfach sagen, dass die paxe bspw. 3 stunden vor flug am flughafen sein müssen. schon wäre das probelm gelöst.

    nur mal zur klarstellung: ich finde es toll, dass es den vorabend check in gibt.

    mir erschließt sich nur noch nicht so ganz die kosteneffizienz der airlines.

    Das "F" in Montag steht für Freude.
  • Chris737
    Dabei seit: 1179964800000
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    geschrieben 1255734690000

     

    Hallo Lexi,

    natürlich sind die Airlines keine "barmherzigen Samariter". Die Kosteneffizienz für die Fluglinien ergibt sich aus der besseren Auslastung der Check-in-Kapazitäten (Mitarbeiter und Schalter). Durch den Vorabend-check-in kann die Airline morgens (zur Spitzen-Abflugzeit) weniger Schalter besetzen. Die Auslastungs-Spitze wird etwas entzerrt und stärker über den Tag verteilt. Damit werden letztlich Personalkosten gespart (ansonsten müssten in den frühen Morgenstunden noch mehr Mitarbeiter anwesend sein, die im weiteren Tagesverlauf nicht mehr alle benötigt würden).

    Natürlich könnte die Airline auch früher mit dem Check-in-Prozess anfangen. Dabei ist allerdings folgendes zu bedenken: auf den meisten deutschen Flughäfen endet das Nachtfugverbot um 6:00 morgens. Die Check-in-Schalter für die frühen Abflüge öffnen damit bereits jetzt um 4:00. Eine weitere Vorverlagerung ginge noch weiter in die Nacht hinein; hierfür müsste die Airline ihren Mitarbeitern ggf. Nachtzuschläge zum Gehalt zahlen. Es wäre ja auch kein Vorteil gegenüber dem Vorabend-check-in. Dieser verursacht je keine zusätzlichen Kosten, mit Ausnahme der Kosten für Lagerung des Gepäcks. Aber da auch die Flughäfen daran interessiert sein dürften, die Auslastungs-Spitzen zu entzerren (ebenfalls zur besseren Auslastung der Mitarbeiter, der Gepäcksortieranlage, etc.) dürften sich diese Kosten in Grenzen halten (genaue Beträge kenne ich jedoch nicht).

    Gruß

    Chris

  • vonschmeling
    Dabei seit: 1102896000000
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    geschrieben 1255737183000

    @lexi

    Liegt nur an den Temperaturen, da kann man das Erklärbärenkostüm einfach gut gebrauchen!

    ;)

    Zum Thema:

    Sicher ist der Vorabend-Check-In auch ein quality gadget und somit Argument für die ein oder andere Entscheidung für eine bestimmte Airline?!

    Natürlich spielt das für "Pauschis" keine Rolle, aber die wachsende Gemeinde der Individualbucher wird bestimmt ein bisschen "Markt" machen.

    Ich kann mir zudem vorstellen, dass die Lagerung des Gepäcks in Relation zum einfachern (entzerrten) Load kostenmäßig nicht so stark zu Buche schlägt und der VACI auch somit für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation darstellt.

    Enthüllung: Zucker enthält viel zu viel Zucker!
  • serramanna
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    geschrieben 1255767778000

    Hallo ihr Lieben,

    ich denke mal, es gibt auch einen wirtschaftlichen bzw. arbeitstechnischen Aspekt, den Late Night Check In anzubieten- zumindest für in Deutschland stationierte Urlaubs-Airlines.

    Die Urlaubsflieger deutscher Airlines starten i.d.R. morgens bzw. für weitere Umläufe am Nachmittag. Danach haben die Buben und Mädels am Check -In fast nichts mehr zu tun bis auf die Abfertigung der einen oder anderen Langstreckenmaschine nach Fernost. Das lastet sie nicht aus- da kann man das Loch gut mit dem Late Night check-in stopfen.

    Und morgens braucht man dann weniger Personal, denn die Airlines kennen die Statistik, wieviel % durchschnittlich am Vorabend einchecken, ganz genau.

    Unter dem Strich entzerrt das den Personaleinsatz und die Arbeitzeit-Anforderungen.

    So erklärt sich auch, daß Linien nur sehr eingeschränkt oder gar nicht den Late Nicght Check-In anbieten, denn die fliegen ja rund um die Uhr und haben sogar ihren stärksten Personalbedarf in den Abendstunden, wenn viele "Heimflieger" unterwegs sind.

    Gruß Serramanna

    To be is to do (Sokrates) To do is to be (Sartre) Do be do be do (Sinatra)
  • vonschmeling
    Dabei seit: 1102896000000
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    geschrieben 1255784108000

    @serramanna

    Das ist sicherlich ein Aspekt, der diese Dienstleistung wirtschaftlich macht, chris737 hatte das ja ganz ähnlich beschrieben.

    Mit dem Web-Check-In, wie ihn viele Linien anbieten, erreicht man nur mit "gemischtem Publikum" eine Erleichterung der Abfertigung.

    Ich vermute, dass die Condor als klassischer Ferienflieger diesen nicht anbietet, weil fast keiner ihrer Paxe nur Bordgepäck mitführt und sich somit die komplette Last auf den Drop-Off Counter nur verlagern würde - und zwar denkbar unentzerrt.

    Daher macht der Late-Night in der Tat mehr Sinn.

    Enthüllung: Zucker enthält viel zu viel Zucker!
  • Lexilexi
    Dabei seit: 1091059200000
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    geschrieben 1255812826000

    hallo ihr lieben.

    ich danke euch, für eure erklärungen.

    nun sehe ich in der hinsicht deutlich klarer.

    wie gut, wenn man jemanden fragt, der sich damit auskennt. ;)

    Das "F" in Montag steht für Freude.
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