• Lexilexi
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    geschrieben 1131458767000

    hallo katja

    puh.... ganz schön lang, dein beitrag. deswegen weiß ich nicht, ob ich zu allen punkten stellung nehme, aber heir ist meine meinung dazu:

    - stimmt, du kannst deutschland (und hartz vier) nicht verbessern oder was ändern. in ägypten aber genauso wenig.vom kuli verteilen bessert sich auch nichts

    - du bildest dir ein, dass du land und leute kennen lernst, wenn du gummibärchen verteilst? den zusammenhang verstehe ich nicht.

    außerdem weiß ich nicht, wie das gehen soll, wenn du ein hotel buchst

    - nicht alle hatz vier empfänger können etwas dafür, dass sie in einer solchen situation stecken, aber du urteilst m.e. ganz schön hart

    - auch scheint dir unser deutscher nachwuchs nicht so genehm zu sein, da ist es echt besser, du wanderst besser aus.

    - dass mit der "habgier" der einheimischen habe ich hier im ägyptenforum gelesen, dass manche kellner schon fragen, ob man keinen silberkuli hat, wenn man einen plastikkuli verschenkt. und dass die sich mit einem euro nicht zufrieden geben.

    Das "F" in Montag steht für Freude.
  • Asia
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    geschrieben 1131701368000

    Ich möchte noch was ergänzen, was mir heute morgen in der S-Bahn eingefallen ist und damit auch LexiLexis Gedanken untermauern:

    Vor ein paar Jahren war ich in Nepal und hatte dort die Schnapsidee, mir die Stadt Bakhtapur anzuschauen. Bakhtapur (B.) war kurz vor dem totalen Zerfall!!! mit deutschen Steuergeldern gerettet worden (so steht's jedenfalls im Lonely Planet und in anderen, dt. Reiseführern).

    Heute wieder eine schöne Kleinstadt mit den typisch nepalesischen Häusern. Am Stadttor muß man 10 USD Eintritt bezahlen und erhält neben der Eintrittskarte ein Faltblatt, auf dem vermerkt ist, wie toll doch der nepalesische Staat die Stadt gerettet hat. KEIN WORT des Dankes oder wenigstens auch nur die ERWÄHNUNG des Faktes, dass der doofe dt. Steuerzahler das Ganze finanzieren durtfte. Daß es UNMÖGLICH ist, in B. auch nur einen einzigen Schritt zu tun, ohne von selbsternannten Guides und anderen Unnützlingen behelligt zu werden, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.

    Vor ca. 2 Jahren war ich in Radschasthan, u.a. in Jodhpur, wo ein herrlicher Maharadschapalast ist. Leider haben es Paläste so an sich, dass sie den Erben mit den Erhaltungskosten über den Kopf wachsen. Der Palast hatte mehrere Innenhöfe und was soll ich sagen: in einem stand ein Schild auf so einer Art Ständer, dass dieser Innenhof mit deutschen Geldern restauriert wurde. Natürlich stand das Schild verschämt in einer Ecke und wird wahrscheinlich nur hervorgeholt, wenn eine dt. Gruppe naht. Ich hatte es nur gesehen, da ich mich auf eine Treppe o.dgl. gesetzt hatte.

    Dann komme ich in diesem Jahr nach Tansania, um einen Kilimandscharoaufstieg zu wagen. Kurz vor dem Marangugate stand eine Schule, auf der mit ganz großen Lettern geschrieben stand (Sinngemäß) Sponsored by the Irish embassy.

    Was ich sagen will: wir geben schon genug ohne es zu wissen.

    Damit habe ich nichts, aber auch gar nichts gegen eine Anerkennung in Form einens angemessenen Trinkgeldes, das hat ja auch NICHTS mit Bettelei zu tun.

    Katja:

    ich meine mich erinnern zu können, daß ich den von Dir genannten Beitrag über die Sauerei mit dem Reiseveranstalter im Fernsehen sogar gesehen habe. Hätte ich gewußt, daß Du es bist, hätte ich den Beitrag natürlich viel bewußter gesehen.

    Asia: ---> Der schlimmste Feind im ganzen Land ist der Denunziant!
  • dreamofcorals
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    geschrieben 1131717451000

    hallo asia, ;), guten tag,

    ist es nicht evtl ein etwas anderes denken in asien?

    habe schon häufiger gehört, dass menschen in manchen gegende asiens sich nicht bedanken, aber umgekehrt, auch keinen dank erwarten.

    ich hatte mal vor was weiss ich wie vielen jahren auf phuket zwei mädchen, welche blumenarmbänder verkauft hatten, mehr geld geben. ich habe daraufhin ein zweites band bekommen.

    für mich stellt sich die frage, trinkgeld dem kellner geben oder in die box? mache es vom fall abhängig.

    wünsche dir und allen anderen ein suuuuuuuuuuper wochenende

    lgruss

    dreamofcorals

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Augustinus Aurelius, römischer Kirchenlehrer
  • Nachfrage
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    geschrieben 1131719469000

    Manche nennen es Gastgeschenk, andere Bestechung ....

    aber im Orient ist so manches anders als in Mitteleuropa.

    Es steht ja jedem frei, sich seinem Urlaubsland anzupassen.

    Keiner ist böse, wenn er keinen Kugelschreiber bekommt, oder keine Schokolade, welche nunmal bei den Ägyptern gut ankommt.

    Aber die guten Sitten fordern eben nunmal Gastgeschenke ... nicht nur von Touristen, sondern auch untereinander ...

  • Lapislazuli
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    geschrieben 1131725125000

    Hallöchen!

    Bevor der Schlagabtausch ausartet, hier mal ein paar Informationen über das Land Ägypten:

    Mit über 1 001 049 Quadratkilometern ist Ägypten 3x so groß wie Deutschland.

    Davon sind nur 4% bewohnbar, nämlich das Land entlang am Nil. Der Rest ist Sand, Wüste und Staub. Laut Messung im Jahr 2003 leben in Ägypten 71 Millonen Einwohner, alle 25 Sekunden wird ein Baby geboren, das sind jährlich 1,2 Millonen Menschen mehr, die von den Erträgen am Nil satt werden müssen.

    Die Analphabetenrate liegt bei 59%, die Arbeitslosenzahl bei mehr als 20%.

    Es gibt kein effektives staatliches Renten- oder Sozialversicherungssystem, deswegen gibt es auch keine Geburtenkontrolle, da die Kinder die einzige Absicherung fürs Alter sind.

    Die Anstauung des Nils ermöglicht den Ägyptern bis zu 4 Ernten im Jahr, dadurch haben sie aber auch andere Probleme dazu bekommen: Schädlinge, Mäuse, Ratten und der Boden leidet immer mehr an Versalzung, die es früher durch regelmässige Überschwemmungen nicht gegeben hat.

    Die wichtigsten Einnahmequellen Ägyptens sind die Landwirtschaft, der Suezkanal (Gebühren), der Tourismus und Erdöl, wobei viel Gemüse (zB. Kartoffeln) und auch Erdöl exportiert werden, um Devisen ins Land zu bringen.

    Abschliessend kann man sagen, dass Ägypten eines der ärmsten Länder der Erde ist. Und trotzdem sind die Ägypter die grosszügigsten und gastfreundlichsten Menschen, die ich je kennengelert habe.

    Soviel dazu.

    Und nun eine Frage:

    @ Lexilexi: Warst Du schon in Ägypten?

    Ich glaube nicht!

    Ich lasse mich gern belehren und ich nehme auch gern andere Meinungen an, nur lasse ich mir ungern das Wort im Mund umdrehen.

    Wenn Du meine letzten Beiträge richtig gelesen hast, frage ich mich, wo Deine Stichpunkte (oben) herkommen?

    Dort habe ich ausreichend beschrieben, wie und warum man durch Austausch von Zigaretten oder kleinen Mitbringseln schneller mit den Einheimischen warm wird und dadurch besseren Kontakt bekommt.

    Ausserdem habe ich mehrmals beschrieben, dass das WEM und WIE dabei eine wichtige Rolle für mich spielt. Von "Verteilen" war da keine Rede.

    Es ist erst seit diesem Jahr wieder erlaubt, "auf eigene Faust" das Land zu bereisen. "Einzelkämpfer" werden nicht gern gesehen, da die Sicherheit der Leute nicht garantiert werden kann. Und selbst jetzt müssen Touristen die Konvois benutzen und sich bei der Tourism-Police an- und abmelden. Seit den Anschlägen von 1997 in Kairo und Luxor mussten Touristen vor Ort betreut und begleitet werden, die Strecke Kairo-Luxor Nilaufwärts wurde für Reisende komplett gesperrt, wegen der Unruhen in Assiut.

    Daher hat auch jeder deutsche Veranstalter einen ägyptischen Vertragspartner, der für die Touristen verantwortlich ist.

    Ich mache es meistens so, dass ich eine Reisegruppe buche, aber die einzelnen Ausflüge alleine mache. Das heisst, ich habe meine Ruhe, muss nicht ständig auf Leute warten, die dringend mal aufs Klo müssen und kann mir anschauen, was mich wirklich interessiert. Und glaub mir, da lernst Du die Einheimischen kennen!

    Ausserdem hatte ich im März ausreichend Gelegenheit dazu, wo ich weder Reiseleiter noch Hotel hatte und eine Woche ohne jede Hilfe aus Deutschland in Ägypten festgehangen habe.

    Ausserdem finde ich die Bemerkungen von Dir, die sich auf Hartz 4 und meine angebliche Abneigung gegen deutsche Kinder beziehen- gelinde gesagt- eine Frechheit.

    Habe ich irgendwo erwähnt, dass ich Hartz 4-Empfänger für Ihre Situation verurteile? Habe ich über sie geurteilt?

    Gehörst Du selber dazu, oder warum fühlst Du Dich gleich angepi...t?

    Alles was ich erwähnt habe, ist die Tatsache, dass die Ägypter bedeutend ärmer dran sind (siehe oben) und ich einem Hartz 4 Empfänger wohl kaum weiterhelfe, wenn ich ihm einen Kuli oder ein paar Harribos in die Hand drücke.

    Aber meinen kleinen und grossen Freunden in Ägypten kann ich mit diesen Kleinigkeiten, die mich allenfalls ein paar Cent kosten, eine grosse Freude machen. Die strahlenden Augen kann ich hier leider nicht abbilden.

    Und auch der Mami, die Ihren kleinen deutschen Schreihals nicht unter Kontrolle kriegen konnte, hab ich mit dem Lolli nur einen Gefallen getan.

    Wo bitte zeigt sich da meine angebliche Abneigung?

    Die Frage, die in diesem Forum gestellt wurde, bezog sich auf Kugelschreiber und Mitbringsel in Ägypten. Wie jeder hier, hab ich meine Erfahrungen aufgeschrieben.

    Und auch schon mal erwähnt, dass es doch jeder so machen sollte, wie er es für richtig hält.

    Wenn man aber nur schreibt, um zu schreiben und sich nur auf Aussagen im Forum stützt, sollte man den Mund nicht ganz soweit aufreissen. Selbst erleben!

    @Asia

    Die Meinung zu den Steuergeldern muss ich erst mal wieder durchdenken.

    Spontan kann ich nur erwähnen, dass ich auch noch kein Schild in Deutschland entdeckt habe, wo darauf hingewiesen wird, dass der dumme deutsche Steuerzahler dafür geblecht hat.

    Und es gibt genügend Beispiele dafür:

    unsere schönen, komplett neu ausgestatteten Arbeitsämter (in denen sich trotz Umbau auch nichts geändert hat), Brücken, die keiner braucht, Strassen, die ins Nirgendwo führen.

    Ich weiß aber, dass die Ägypter in allen Tonlagen davon schwärmen, welche Hilfe sie z.B. beim Bau des Assuan-Staudammes von Russland oder beim Umsetzen der Ramses-Tempel in Abu Simbel (1/3 Unesco, 1/3 USA, 1/3 Ägypten) bekommen haben.

    Weiterhin sollte man auch mal bedenken, wie weit das Land bisher von seinen Besatzungen ausgebeutet wurde.

    Jeder der kam, sei es Napoleon oder die Engländer, hat etwas mitgenommen. Nicht umsonst treibt sich das kulturelle Erbe, unschätzbare ägyptische Geschichte, in der halben Welt herum.

    So, habe fertig!

    Katja

    Die Frage ist niemals "wohin?", die Frage ist immer nur "wann?".
  • Ausländer
    Dabei seit: 1131926400000
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    geschrieben 1132068649000

    Hallo!

    Klar jeder Ägypter erwartet sehnsüchtig Werbekugelschreiber o.ä., genauso wie wir uns waaaahnsinnig über care-Pakete freuen, in denen Nylonstrümpfe und Pulverkaffe sind!?

    Leute, DIESE Zeiten sind vorbei, genause wie die, was wir immernoch im Forum lesen dürfen, der US-Dollars und D-Mark wedelnden Touristen. Ägypten ist ein vergleichsweise Wohlhabendes Land mit einer uns deutlich höheren Kultur- und Sozialentwicklung, auch hat Ägypten eine eigene Währung, Achtung etc. Legt die alten Reiseführer beiseite und begegnet dem Land offen, freundlich und ohne Vorurteile, die Menschen werden es euch danken und zeigen wie Ägypten wirklich ist!

    Gruß

    Der "Ausländer"

    Wir alle sind Ausländer, fast überall!
  • Sternedieb
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    gesperrt
    geschrieben 1132084642000

    @'Katja 74' sagte:

    Abschliessend kann man sagen, dass Ägypten eines der ärmsten Länder der Erde ist.

    @ Katja 74

    die ärmsten Länder der Erde sind:

    20. Burkina Faso 300

    19. Madagaska 290

    18. Mali 290

    17. Tansania 290

    16. Zentr. Afrik. Republik 260

    15. Tschad 250

    14. Uganda 240

    13. Nepal 240

    12. Ruanda 220

    11. Mosambik 210

    10. Niger 200

    9 .Eritrea 190

    8. Tadschikistan 190

    7. Malawi 170

    6 .Sierra Leone 150

    5. Guinea-Bissao 140

    4 .Liberia 130

    3. Burundi 100

    2. Demokr. Republik Kongo 100

    1. Äthiopien 90

    die Zahl in Klammer ist das Volkseinkommen je Einwohner im Jahr 2003 in US-Dollar.

    Ägypten liegt bei rund 1400 Dollar. Damit zählt es es zu den Entwicklungsländern mit mittlerem Einkommen.

    Allerdings ist der Unterschied zwischen Armutsgrenze und der wohlhabenden Schicht ist in Ägypten sehr groß.

    Zum Vergleich hier mal die reichsten Länder

    Luxemburg 43940

    Norwegen 43350

    Schweiz 39880

    USA 37610

    Japan 34510

    Dänemark 33750

    Island 30810

    Schweden 28840

    Großbritannien 28250

    Finnland 27020

    Irland 26960

    Österreich 26720

    Niederlande 26310

    Belgien 25820

    Hongkong 25430

    Deutschland 25250

    Quelle: Weltbank Atlas 2004

    Dann noch eine Zahl: Das Vermögen der drei reichsten US-Amerikaner ist höher als das jährliche Einkommen der 600 Millionen Einwohner der 48 ärmsten Länder dieser Erde.

  • dreamofcorals
    Dabei seit: 1127520000000
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    geschrieben 1132135929000

    @'Ausländer' sagte:

    Hallo!

    Klar jeder Ägypter erwartet sehnsüchtig Werbekugelschreiber

    Hallo und guten Tag,

    mir wurde, auch von Ägyptern gesagt, dass die Kinder in Ägypten sehr gerne Kugelschreiber mit Werbeaufdruck sammeln. Warum auch nicht?

    Ich erinnere nur einmal an die Zeiten der Telefonkarten in Deutschland, wo man in Frankfurt gefragt wurde, ob man mal die Telefonkarte (ich hatte ganz seltene Karten gehabt) berühren dürfte.

    Der Mensch ist ein J A E G E R UND S A M M L E R.

    Was hat denn die von Dir beschriebene Kultur damit zu tun, dass Kinder gerne Werbekugelschreiber sammeln?

    Wer bestimmt denn, was gesammelt werden darf und was nicht???

    Cheerio

    Dreamofcorals

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Augustinus Aurelius, römischer Kirchenlehrer
  • Ausländer
    Dabei seit: 1131926400000
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    geschrieben 1132137283000

    An dreamofcorals.

    Ich habe überhaupt nichts gegen das Mitbringen von Werbekugelschreibern für ägyptische Kinder. Die Ausgangsfrage lautete aber von Marataton:

    "Hallo an Alle !

    Immer wieder lese ich, dass Kugelschreiber in Ägypten heiß begehrt sind. Stimmt das wirklich?

    Freut sich also ein ägyptischer Kellner, wenn ich ihm einen

    billigen Reklamekugelschreiber in die Hand drücke.

    Gruß Barbara"

    Und genau darum gehts es!

    Wir alle sind Ausländer, fast überall!
  • Lapislazuli
    Dabei seit: 1110844800000
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    geschrieben 1132226072000

    @Sternedieb

    Hallo!

    Cool, danke für die Info!

    Mit meinem Beitrag wollte ich darauf hinweisen, dass ich den Vergleich zwischen Hartz 4- Empfängern und den überwiegend armen Leuten in Ägypten für etwas (hm...) unpassend halte.

    Dabei wollte ich deutlich machen, wie die Srucktur in Ägypten ist.

    Ich hoffe, dass wurde nicht falsch verstanden.

    Vielleicht habe ich dabei vergessen zu erwähnen, dass die meisten Ägypter mit Ihrem ärmlichen Leben durchaus zufrieden sind, was zum Teil an der Mentalität oder auch an der Religion (insha´allah)liegt.

    Wo hört die Liste der ärmsten Länder auf und wo beginnt die Definition für Entwicklungsland?

    Die Frage ist niemals "wohin?", die Frage ist immer nur "wann?".
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