So, hier mal meine interessante "Customer Journey" bis zum Produktabschluss bei CANUSA.
Auf CANUSA gekommen bin ich durch die Empfehlung eines Kollegen, der mit seiner Familie vergangenes Jahr mit CANUSA den Westen der USA bereist hat.
Die Website bietet reichlich Tourvorschläge, die auch für Individualisten interessant sind. Ich habe mich für die "Wüste & Meeresrauschen" Tour von/bis Las Vegas entschieden, da Eurowings ab dem Sommer für die Jahreszeit bezahlbare Flüge ab/bis DUS bietet. Formular auf der Website ausgefüllt, als Extrawunsch ein paar Zusatztage in Los Angeles und Las Vegas angegeben und vier Arbeitstage später kam schon das erste Angebot, das fand ich wirklich fix.
Dazu muss man sagen, dass CANUSA selbst den persönlichen Kontakt per Telefon oder im Reisebüro empfiehlt, ich bin allerdings -auch aus Zeitgründen- ein sehr online affiner Mensch und finde es immer spannend, Unternehmen auf ihre Digitalkompetenz zu testen.
Das Angebot erhält man in Form eines Passwortes für einen geschützten Teil der CANUSA Website. Das hat mich technisch sehr positiv überrascht. Für jeden Stop werden drei bis vier Hotels zur Auswahl angeboten, gesetzt sind jeweils die billigsten Alternativen. Da waren schon ganz gute Treffer dabei, aber auch Buden, bei deren Bewertungen im Netz sich einem die Fußnägel aufrollen. Meist passte dann aber schon die zweite Variante. Durch einfachen Klick lässt sich so ein toller Tourplan zusammenstellen, am Ende wurde es dann rund 20% teurer, als das erste Angebot. Flug habe ich ebenfalls mit angefragt und war zum Zeitpunkt der Anfrage etwa 50,-- € günstiger, als bei Direktbuchung, so dass ich ihn mit rein genommen habe.
Änderungswünsche werden gleichtägig per email von einer persönlich zugeordneten Reiseberaterin erledigt, bei mir war eine Umstellung von King auf zwei Queen Betten erforderlich, da ich mit meiner erwachsenen Tochter reise. Dann gab's den ersten Abwärtstrend in meiner "customer journey": Die Betten wurden geändert, aber plötzlich fiel bei zwei Hotels das Frühstück weg und ein Hotel wurde ohne besonderen Hinweis komplett getauscht. Muss man halt drauf achten. Die alten Angebote bleiben aber gespeichert, so dass man jederzeit vergleichen kann. Was aber leider fehlt, ist eine Funktion, um die Angebote zu drucken oder lokal zu speichern, da könnte CANUSA noch nachbessern.
Hätte ich die Zimmer über die einschägigen Vergleichsportale gebucht, hätte ich auf dem Papier 10% sparen können (ob die Buchungen aber wirklich möglich gewesen wären, steht auf einem anderen Blatt... Hätte ich aber als unfair empfunden, nachdem CANUSA für lau die Beratungsleistung erbracht hatte. Trotzdem frage ich mich, wie viel die wohl für die Tonne arbeiten, weil irgendwelche "Geiz ist geil" Spackos sich dort beraten lassen und dann selbst buchen... Da kann ich auch verstehen, wenn CANUSA ein wenig drängelt, weil die Raten ansonsten davon laufen würden (was in Kalifornien in den Sommerferien durchaus stimmen kann...)
Na ja, habe dann auf buchen gedrückt und dann wurde es doch etwas fies: Die Hotels in San Francisco und Los Angeles, den wichtigsten Aufenthalten auf der Strecke, konnten noch nicht bestätigt werden, ich sollte aber doch schon mal taggleich den Flug bezahlen, da der von Eurowings nicht länger garantiert werden könnte. Bin dann mal ganz gelassen geblieben und habe darum gebeten, die Hotels klar zu ziehen, ein Flug würde sich immer noch finden lassen.
Frustiert war ich allerdings, als klar wurde, dass die fraglichen Hotels nicht zu buchen waren und die Alternativen teurer oder schlechter waren. Da sollte CANUSA m.E. deutlicher drauf hinweisen, dass "buchen" nicht bedeutet, dass man auch alle Hotels bekommt, sondern dass CANUSA erst nach Buchung beim Vermittler verbindlich anfragt. Rechtlich ist das in den AGB so konstruiert, dass man mit Buchung CANUSA ein Angebot macht, dass der Veranstalter unverändert annehmen oder ändern kann, was dann wiederum ein neues Angebot darstellt. Dieses neue Angebot habe ich dann erst einmal abgelehnt, worauf sich die nette Reiseberaterin ins Zeug gelegt hat und wir uns den Mehrpreis für das Hotel in San Francisco von 100,-- € geteilt haben. Hat mir letztendlich aber nicht viel gebracht, da zwischenzeitlich der Flug bei Direktbuchung über Eurowings über 100,-- € billiger gewesen wäre, nun ja, mal gewinnt man, mal verliert man. Habe den Deal dann doch gemacht und zügig die Rechnung mit einwandfreien Sicherungsschein bekommen. Flug war direkt zu bezahlen (anscheinend nur eine Vermittlung), für den Rest war eine Anzahlung von 15% erforderlich. Wäre mal interessant, wie das rechtlich zu betrachten ist, falls es Probleme mit dem Flug gibt, hoffe aber nicht, dass ich mich damit auseinandersetzen muss. Jedenfalls fühle ich mich trotz des Mehrpreises doch ein wenig besser, als bei Eigenbuchung.
Nicht so prall fand ich, dass ich die Buchungsnummer des Fluges erst eine Woche später auf Nachfrage erhalten habe, dann aber umgehend. War auch alles in Ordnung, sogar schöne Bulkhead Plätze am Fenster für Hin- und Rückflug waren reserviert (EW Best), so dass ich gar nichts mehr ändern musste.
Wie es war, werde ich dann nach den Sommerferien berichten, wobei CANUSA m.E. außer der sorgfältigen Auswahl der Vermittler vor Ort eigentlich nicht viel Einfluss auf das weitere Reisegeschehen nehmen kann.